QR-Codes speichern In­for­ma­tio­nen und machen sie abrufbar. QR steht für „Quick Response“ und der Name ist verdient, da ein Scan schnell In­for­ma­tio­nen aufruft und Befehle ausführt. Jede Kamera, ganz gleich ob in Smart­phone oder Tablet, kann mit einer ent­spre­chen­der App QR-Codes lesen und ver­ar­bei­ten.

Wie funk­tio­niert ein QR-Code und wie ist die Grafik aufgebaut?

Ein QR-Code enthält innerhalb einer qua­dra­ti­schen Grafik ein Muster, in das In­for­ma­tio­nen ein­ge­bet­tet sind. In diesem Quadrat befinden sich schwarze und weiße Punkte und Linien, die von der App aus­ge­le­sen werden. Ein QR-Code kann bis zu 177x177 Elemente enthalten und z. B. bis zu einer halben Seite DIN A4 Text fassen. In Zahlen aus­ge­drückt hat ein Code eine Kapazität von bis zu 4.296 al­pha­nu­me­ri­schen Zeichen oder 7.089 De­zi­mal­zif­fern bei der nied­rigs­ten Feh­ler­kor­rek­tur­stu­fe. Je höher die Feh­ler­kor­rek­tur­stu­fe ist, desto weniger Kapazität hat der QR-Code.

Ein QR-Code besteht aus zwei Be­stand­tei­len:

  1. aus drei Quadraten an den Ecken des QR-Codes, an denen sich der Scanner ori­en­tiert.
  2. aus dem QR-Code selbst, der als Muster ein­ge­bet­tet ist und die In­for­ma­tio­nen enthält.

Wofür wird ein QR-Code verwendet?

Überall da, wo Daten schnell aus­ge­le­sen werden müssen, werden QR-Codes verwendet. Man findet sie auf Fahr­kar­ten, Ge­trän­ke­au­to­ma­ten, Brief­mar­ken, Flyern, Plakaten und an vielen weiteren Orten. Oftmals wird eine URL in den Code ein­ge­bet­tet, die in­ter­es­sier­te Personen dann über eine Scanner-App aufrufen können. Aber es können auch Texte wie Gut­schein­codes hin­ter­legt sein oder In­for­ma­tio­nen, die zum Beispiel bei einer Fahr­kar­ten­kon­trol­le den Über­prü­fungs­pro­zess be­schleu­ni­gen.

Die be­lieb­tes­ten Funk­tio­nen sind:

  • URL: Öffnet eine Website im Browser.
  • vCard: Legt einen neuen Kontakt an.
  • Geo­lo­ca­ti­on: Zeigt einen Standort in Google Maps an.
  • Text: Zeigt einen sta­ti­schen Text an.
  • E-Mail: Ver­schickt eine E-Mail mit vor­ge­fer­tig­tem Text.
  • SMS: Ver­schickt eine SMS mit vor­ge­fer­tig­tem Text.
  • WiFi: Verbindet mit einem WIFI-Netzwerk.
  • Bitcoin: Führt eine Über­wei­sung von Kryp­to­wäh­run­gen durch.
  • Twitter: Verlinkt auf ein Twitter-Profil oder postet einen vor­ge­fer­tig­ten Tweet.
  • Facebook: Verlinkt auf eine Facebook-Seite.
  • PDF: Lädt eine hin­ter­leg­te PDF-Datei herunter.
  • MP3: Spielt eine hin­ter­leg­te MP3-Datei ab.
  • App Store: Öffnet den App Store und eine darin hin­ter­leg­te App.
  • Bild: Zeigt ein Bild an.

QR-Codes können im Zu­sam­men­spiel mit anderen Apps zum Beispiel auch für Augmented Reality ein­ge­setzt werden.

Wie zu­ver­läs­sig ist ein QR-Code?

QR-Codes wurden so ent­wi­ckelt, dass sie selbst bei teil­wei­ser Zer­stö­rung oder Ver­de­ckung die In­for­ma­ti­on lesbar halten. Das wird über eine Feh­ler­kom­pen­sa­ti­on erzielt: In­for­ma­tio­nen sind mehrfach ein­ge­bet­tet. Mit der höchsten Si­che­rungs­stu­fe können die Codes auch dann aus­ge­le­sen werden, wenn sie bis zu einem Drittel unlesbar geworden sind. Dadurch sind QR-Codes als In­for­ma­ti­ons­trä­ger sehr zu­ver­läs­sig.

Wie sicher ist ein QR-Code?

QR-Codes wurden in der Ver­gan­gen­heit für be­trü­ge­ri­sche Zwecke im Umlauf gebracht. Achten Sie deswegen darauf, dass Ihre App erst anzeigt, was der Code enthält, bevor sie die Funktion ausführt. Dadurch ver­hin­dern Sie Betrug durch QR-Codes, die auf Webseiten mit Schad­soft­ware verweisen. Achten Sie darauf, dass die Webseite im HTTPS-Protokoll hin­ter­legt ist (also mit „https://“ beginnt). Gehen Sie nur auf Seiten, denen Sie vertrauen.

Wie nutzt man einen QR-Code?

Sie können einen QR-Code mit Hilfe eines Smart­phones bzw. eines Tablets und einer App nutzen, die den Code einscannt und dann ver­ar­bei­tet. Das erfolgt in 4 Schritten:

  1. Richten Sie die Kamera auf den QR-Code.
  2. Scannen Sie den QR-Code oder fo­to­gra­fie­ren Sie den Code.
  3. Die App ver­ar­bei­tet den QR-Code.
  4. Die App führt den QR-Code aus und fragt Sie z. B., ob Sie auf die ein­ge­bet­te­te URL springen wollen.

Wie kann ich einen QR-Code ge­ne­rie­ren?

QR-Codes lassen sich entweder über Apps oder über Webseiten im Internet ge­ne­rie­ren. Dafür wählen Sie eine Funktion wie z. B. URL-Ver­lin­kung, Text oder WiFi aus und geben dann die In­for­ma­tio­nen ein. Sie können den ge­ne­rier­ten QR-Code meist als Bild-Datei im .jpeg-Format oder als Vektor-Datei im .svg-Format speichern. Damit können Sie dann machen, was Sie wollen: ihn zum Beispiel auf T-Shirts drucken, über Messenger teilen oder in eine Website einbetten.

Achten Sie bei der Er­stel­lung darauf, ob Sie einen sta­ti­schen oder einen dy­na­mi­schen QR-Code ge­ne­rie­ren. Bei einem sta­ti­schen QR-Code führt eine Ver­än­de­rung der Ziel-URL dazu, dass der Code nicht mehr funk­tio­niert. Bei einem dy­na­mi­schen QR-Code können Sie die Ziel-URL flexibel anpassen, ohne dass der Code seine Funktion verliert. Für dy­na­mi­sche QR-Codes müssen Sie bei vielen Anbietern zahlen.

Was sind die besten Apps für QR-Codes?

Die besten QR-Code-Apps kommen ohne Werbung aus, enthalten Si­cher­heits­fea­tures und sind einfach zu benutzen. Es gibt eine Vielzahl von ihnen im Google Play Store oder im App Store. Wir haben eine kleine Auswahl für Android und iOS für Sie zu­sam­men­ge­stellt:

Die besten QR-Code Apps für Android

  • QR Code Reader and Scanner (Kaspersky Lab): Kaspersky ist ein bekannter Anbieter von Si­cher­heits­soft­ware. Den gleichen Standard erfüllt der Her­stel­ler mit der QR-Code-App, weil diese Ihnen eine Vorschau anzeigt, ehe die Funktion aus­ge­führt wird. Damit scannen Sie schnell, sicher und ohne Werbung jeden QR-Code.
     
  • Barcode Scanner (ZXing Team): Mit dem Barcode-Scanner können Sie nicht nur QR-Codes erfassen, sondern auch Barcodes von Produkten einlesen. Zu­sätz­lich können Sie auch QR-Codes erstellen. Als Scanner erkennt die App die Codes sicher, schnell und zu­ver­läs­sig. Diese App enthält keine Werbung und zeigt Ihnen eine Vorschau des Codes an.

Die besten QR-Code-Apps für iOS

  • Vor­in­stal­lier­te Kamera-App (Apple): Seit iOS 11 kann die Kamera-App von iPhone oder iPad QR-Codes erkennen und auslesen. Wählen Sie dafür die rück­sei­ti­ge Kamera aus und scannen Sie den Code wie gewohnt ein. Sie erhalten eine Vorschau. Diese App kommt ohne Werbung aus.
     
  • Scanbot (doo GmbH): Scanbot ist eine um­fang­rei­che Scanner-App, die Dokumente einscannt und QR-Codes ausliest. Die App erkennt die Codes gut und Sie erhalten eine Vorschau. Diese App ist werbefrei, bietet aber eine Pro-Version als Abodienst an. QR-Codes können in der Ba­sis­ver­si­on gescannt werden.

Vor- und Nachteile von QR-Codes

Wie jede Tech­no­lo­gie haben QR-Codes Vor- und Nachteile. Es hängt davon ab, wie man sie nutzt, und ob der Einsatz für die User sinnvoll ist oder nicht. Achten Sie darauf, die Stärken der Tech­no­lo­gie zu nutzen und die Schwächen zu um­schif­fen.

Die Vorteile: Ge­schwin­dig­keit und Ein­satz­mög­lich­kei­ten

QR-Codes ver­ein­fa­chen viele Prozesse. So erreichen Sie z. B. eine Pro­dukt­web­site, wenn Sie den QR-Code im mit­ge­lie­fer­ten Handbuch eines Produkts ein­scan­nen. Sie können aber auch Gästen über den Code das um­ständ­li­che Eingeben des WLAN-Passworts ersparen. Statt­des­sen wird das Smart­phone gezückt, der Code ein­ge­scannt und sich direkt ein­ge­loggt. Wenn ein solcher Mehrwert erzielt wird, lohnen sich QR-Codes, weil sie oftmals schneller sind als das händische Abrufen von Inhalten. Ohne echten Mehrwert für den Nutzer sollten Sie al­ler­dings davon absehen, QR-Codes ein­zu­set­zen.

Die Ein­satz­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig. Mit einer Idee dahinter können Sie Marketing-Material in­ter­es­sant auf­be­rei­ten und digitale Inhalte schnell zu­gäng­lich machen. Wichtig dabei ist, dass der Nutzen für die User klar er­sicht­lich ist. Das heißt oftmals: exklusive Inhalte, schnel­le­re Zugänge und die Mög­lich­keit, Inhalte schnell zu erhalten und zu teilen. Trifft das zu, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Die Nachteile: Oftmals unklarer Nutzen und Si­cher­heits­ri­si­ken

Diese Vielfalt verleitet jedoch dazu, QR-Codes auch dann zu benutzen, wenn sie wenig Sinn ergeben. In solchen Fällen wird es als Gimmick ver­stan­den, und die Nut­ze­rin­nen und Nutzer werden mit den Codes nicht in­ter­agie­ren.

Außerdem muss ein QR-Code an einem sta­ti­schen, ruhenden Ort platziert sein, damit die Grafik aus­ge­le­sen werden kann. Eine Plat­zie­rung an sich be­we­gen­den Objekten, etwa einem Fahrzeug, macht das Scannen unmöglich und ist daher nicht sinnvoll.

Darüber hinaus bergen QR-Codes auch das Potenzial für Si­cher­heits­ri­si­ken. An öf­fent­li­chen Orten können QR-Codes überklebt oder an­der­wei­tig ma­ni­pu­liert werden: Wer diese Codes einscannt, läuft Gefahr, auf eine pro­ble­ma­ti­sche URL geleitet zu werden. Von außen kann man auf den ersten Blick nicht erkennen, ob eine Ma­ni­pu­la­ti­on stattfand oder nicht. Erst aus nächster Nähe sieht man, ob der Code überklebt wurde.

Nicht alle Scan-Apps, die auf dem Markt angeboten werden, weisen Nutzer darauf hin, welche Website auf­ge­ru­fen werden soll. Achten Sie daher darauf, wohin Sie geleitet werden, bevor Sie das in der App be­stä­ti­gen! Seien Sie auch bei Link­ver­kür­zun­gen wie bit.ly vor­sich­tig: Damit lässt sich die Ziel-URL ver­schlei­ern. Wägen Sie daher immer ab, ob der Code sicher ist oder nicht.

Vorteile von QR-Codes Nachteile von QR-Codes
āœ“ Schneller InĀ­forĀ­maĀ­tiĀ­onsĀ­abruf āœ— Mehrwert manchmal unklar
āœ“ InĀ­terĀ­esĀ­sanĀ­te EinĀ­satzĀ­mƶgĀ­lichĀ­keiĀ­ten āœ— Probleme bei einigen EinĀ­satzĀ­orĀ­ten
āœ— SiĀ­cherĀ­heitsĀ­riĀ­siĀ­ken

QR-Codes sind in manchen asia­ti­schen Ländern aus dem Alltag nicht mehr weg­zu­den­ken. Von der Zahlung von Rech­nun­gen bis zum Erhalt von Marketing-Goodies ist dort alles möglich. Hier­zu­lan­de fristen sie nach einem großen An­fangs­hype ein Ni­schen­da­sein. Dabei können die Codes, wenn sie richtig ein­ge­setzt werden, stan­dar­di­sier­te Prozesse wie das Einloggen in Netzwerke drastisch be­schleu­ni­gen. Auch für Mar­ke­ting­kam­pa­gnen können die kleinen Quadrate nützlich sein.

Für User stellt sich dabei die Si­cher­heits­fra­ge: Wohin führt mich dieser Code? Kann ich dem Anbieter vertrauen? Stellen Sie als Anbieter sicher, dass Sie die Ziel-URL mit der vollen Adresse ein­pfle­gen und früh­zei­tig mitteilen, wofür der QR-Code genutzt wird. Als User ist es wichtig, nur Apps zu verwenden, die eine Vorschau anzeigen und nicht au­to­ma­tisch den Code ausführen.

Fazit

Alles in allem sind QR-Codes nützliche Hilfen, wenn man sie geschickt einsetzt. Immer mehr vor­in­stal­lier­te Kamera-Apps können sie auslesen, was die Be­liebt­heit steigert. Wenn sie dann noch einen starken Nutzen für die User haben, sind die Codes ein wert­vol­les und viel­sei­ti­ges Werkzeug.

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