Mit dem Windows Movie Maker hatten Microsoft-Kunden bislang stets eine kos­ten­lo­se und prak­ti­sche Vi­deo­be­ar­bei­tungs­soft­ware parat, mit der sie Heim­vi­de­os und kleinere Film­pro­jek­te schneiden und ihnen Schrift und Ton hin­zu­fü­gen konnten. In­zwi­schen gilt das Gratis-Tool des Windows-Be­triebs­sys­tems al­ler­dings als etwas veraltet und viele Nutzer, die sich bereits etwas besser mit Vi­deo­schnitt auskennen, fühlen sich durch die li­mi­tier­ten Mög­lich­kei­ten der Software ein­ge­schränkt.

Noch dazu hat Microsoft den Support unter Windows 10 im Januar 2017 offiziell ein­ge­stellt und den Download-Link für den Windows Movie Maker von seiner Webseite entfernt. Wenn Sie also ein Programm zur Be­ar­bei­tung von Vi­deo­pro­jek­ten benötigen, ist es an der Zeit, nach einer Al­ter­na­ti­ve Ausschau zu halten.

Kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ven zum Windows Movie Maker

Eine echte Al­ter­na­ti­ve zum Microsoft-Tool sollte natürlich ebenso wie dieses kos­ten­frei sein: Und von solchen Freeware-An­wen­dun­gen gibt es eine über­ra­schend große Auswahl im Internet. Doch welche über­zeu­gen wirklich? Im Folgenden stellen wir Ihnen die besten Al­ter­na­ti­ven zum Windows Movie Maker vor.

Vir­tu­al­Dub: Das ein­steig­er­freund­li­che Schnitt­pro­gramm

Vir­tu­al­Dub ist ein sehr schlankes Programm, das vorrangig für kleinere Aufgaben wie Vi­deo­re­tu­schen oder Vi­deo­schnitt geeignet ist. Pro­gram­mie­rer Avery Lee wollte ein kompaktes Tool für eine schnelle, lineare Vi­deo­be­ar­bei­tung schaffen, und das ist ihm auch gelungen. Folglich bietet Vir­tu­al­Dub zwar nicht allzu viele Mög­lich­kei­ten, aber was es kann, kann es gut und effizient. Dazu gehört etwa die getrennte Be­ar­bei­tung von Video- und Au­dio­da­ten, wobei das Programm auch mit Da­tei­grö­ßen von über 4 GB umgehen kann. Fürs Fine­tu­ning des Bildes bietet Vir­tu­al­Dub eine kleine Auswahl an Vi­deo­fil­tern. Da es sich aber um eine Open-Source-Software handelt, können Sie jederzeit Dritt­an­bie­ter-Filter wie Weich­zeich­nung, Hel­lig­keit- und Kon­trast­an­pas­sun­gen über die Plug-in-Schnitt­stel­le hin­zu­fü­gen.

Zudem verfügt die Anwendung über ein in­te­grier­tes Capture-Tool, mit dem man von einer TV-Karte, einer an­ge­schlos­se­nen Webcam oder einer anderen Vi­deo­quel­le Filme aufnehmen kann. Zur Echtzeit-Kom­pri­mie­rung können sämtliche Video- und Audio-Codecs genutzt werden, die auf Windows vor­in­stal­liert sind. Spe­zia­li­siert ist Vir­tu­al­Dub übrigens auf Dateien im AVI-Con­tai­ner­for­mat, mit denen es über­zeu­gen­de Er­geb­nis­se erzielt. Zwar un­ter­stützt es auch MPEG-Videos sowie ver­schie­de­ne Bild­da­tei­for­ma­te, doch Videos lassen sich aus­schließ­lich als AVI-Dateien speichern.

Vorteile Nachteile
Ef­fi­zi­en­te und schnelle Vi­deo­be­ar­bei­tung möglich Nur in eng­li­scher Sprache verfügbar
Da­tei­grö­ßen von mehr als 4 GB stellen kein Problem bei der Be­ar­bei­tung dar Ge­wöh­nungs­be­dürf­ti­ge Be­nut­zer­ober­flä­che
Um externe Filter er­wei­ter­bar Sehr wenige Funk­tio­nen
In­te­grier­tes Capture-Tool Nicht alle Dritt­an­bie­ter-Filter funk­tio­nie­ren
Flexible Pro­zes­sor­nut­zung ein­stell­bar Videos lassen sich nur im AVI-Format ab­spei­chern

VSDC Free Video Editor: Ein Tool für Fort­ge­schrit­te­ne

Der VSDC Free Video Editor ist ein ganzes Stück komplexer als Vir­tu­al­Dub und der Windows Movie Maker. Doch mit seiner Funk­ti­ons­viel­falt bietet er Nutzern mehr Mög­lich­kei­ten als so manches kos­ten­pflich­ti­ge Programm. Als nicht­li­nea­rer Vi­deo­edi­tor erlaubt er es, sämtliche Video-, Audio-, Bild- und Text­ele­men­te in be­lie­bi­ger Rei­hen­fol­ge zu schneiden, zu ver­schie­ben und zu be­ar­bei­ten. Außerdem bietet er eine große Vielfalt an Effekten, Kor­rek­tur­pa­ra­me­tern, Über­gän­gen und Filtern. VSDC verfügt darüber hinaus über ein Tool zur Auf­zeich­nung des Desktops samt Ton. Eine Vielzahl an Wizards (also elek­tro­ni­schen An­lei­tun­gen), hilft Ihnen dabei, sich in die un­ter­schied­li­chen Funk­tio­nen ein­zu­ar­bei­ten.

Die an­spre­chend designte Software un­ter­stützt alle gängigen Da­tei­for­ma­te und hält außerdem einen in­te­grier­ten Konverter bereit. 15 vor­in­stal­lier­te Aus­ga­be­pro­fi­le er­leich­tern es, das richtige Format und die richtigen Ein­stel­lun­gen aus­zu­wäh­len, um ein Video zum Beispiel für einen DVD-Player, ein Smart­phone oder eine Xbox One zu erstellen. Der Export-Al­go­rith­mus von VSDC er­mög­licht dabei ein schnelles Rendern – auf Wunsch nutzt das Programm sämtliche CPU-Kerne, damit sich die maximale Ge­schwin­dig­keit bei der Vi­deo­be­ar­bei­tung erzielen lässt. Videos können in einer Auflösung von bis zu 1980 x 1080 Full-HD, mit Stereo-Ton und einer Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te von 30 fps aus­ge­ge­ben werden.

Vorteile Nachteile
Große Funk­ti­ons­viel­falt Anfänger benötigen etwas Ein­ar­bei­tungs­zeit
An­spre­chen­de Be­nut­zer­ober­flä­che Einige Funk­tio­nen sind etwas versteckt
In­te­grier­tes Tool zur Desk­top­auf­zeich­nung
Um­fang­rei­che Ex­port­mög­lich­kei­ten
Hilf­rei­che Wizards

Light­works: Die Software für Profis

Light­works vom Ent­wick­ler Editshare existiert schon seit 1989. Als eines der ersten Tools zum com­pu­ter­ba­sier­ten Vi­deo­schnitt genießt es selbst unter Film­schaf­fen­den in Hollywood einen ex­zel­len­ten Ruf und wurde für die Her­stel­lung zahl­rei­cher in­ter­na­tio­nal bekannter und preis­ge­krön­ter Filme (wie etwa „Shutter Island“ und „Pulp Fiction“) sowie TV-Pro­duk­tio­nen benutzt.

Und seinen pro­fes­sio­nel­len Hin­ter­grund sieht man Light­works sofort an: Das im Nor­mal­fall um die 300 Euro teure Programm besteht auch in seiner ab­ge­speck­ten Version aus in­di­vi­dua­li­sier­ba­ren Modulen: darunter ein Me­di­en­ma­na­ger, eine Zeit­leis­te mit Vor­schau­an­sicht und ein vir­tu­el­les Schnitt­pult.

Nach dem Import des ge­wünsch­ten Video- und Au­dio­ma­te­ri­als erlauben Ihnen um­fang­rei­che Editoren die Vi­deo­be­ar­bei­tung mit einer Vielzahl an Funk­tio­nen, die kaum Wünsche offen lässt.

Hilf­rei­che Analyse-Tools und ein um­fang­rei­cher Werk­zeug­kas­ten mit zahl­rei­chen Effekten er­mög­li­chen geübten Nutzern ein­drucks­vol­le Er­geb­nis­se, die man sich in HD und sogar 3D ausgeben lassen kann. Die Gratis-Version von Light­works un­ter­schei­det sich von der Voll­ver­si­on nur da­hin­ge­hend, dass sie weniger Ex­por­tie­rungs­op­tio­nen bietet und weniger Da­tei­for­ma­te un­ter­stützt.

Vorteile Nachteile
Modulare Be­nut­zer­ober­flä­che Für Anfänger zu komplex
Im Freeware-Segment nahezu ein­zig­ar­ti­ge Funk­ti­ons­viel­falt Ein­ge­schränk­te Ex­por­tie­rungs­op­tio­nen im Vergleich zur kos­ten­pflich­ti­gen Voll­ver­si­on
Cross­kom­pa­ti­bel – zum Beispiel mit After Effects oder Sapphire

Kos­ten­pflich­ti­ge Al­ter­na­ti­ve zum Windows Movie Maker: Adobe Premiere Elements

Zuletzt noch eine kos­ten­pflich­ti­ge Al­ter­na­ti­ve, die ihr Geld aber durchaus wert ist: Adobe Premiere Elements, eine ab­ge­speck­te Version der hoch­klas­si­gen Vi­deo­be­ar­bei­tungs­soft­ware Adobe Premiere, ist schon für einen Preis von etwa 50 Euro zu haben. Sie liefert alle Funk­tio­nen und Features, die ein se­mi­pro­fes­sio­nel­ler Nutzer für seine Projekte braucht: Rahmen und Texte, Effekte und Retusche-Werkzeuge sowie Themes und Übergänge. Die fertigen Videos mit einer Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te von bis zu 60 fps lassen sich pro­blem­los mit Mo­bil­ge­rä­ten syn­chro­ni­sie­ren oder direkt über soziale Netzwerke wie Facebook oder YouTube teilen. Auffällig ist die gegenüber der Pro-Version ver­än­der­te Be­nut­zer­ober­flä­che, die zusammen mit einer Vielzahl an hilf­rei­chen Tutorials Anfängern den Einstieg in die Vi­deo­be­ar­bei­tung er­leich­tern soll.

Vorteile Nachteile
Günstiger Preis ab­ge­speck­te Funk­tio­nen benötigen teure Upgrades
Un­schlag­ba­re Vielfalt an Funk­tio­nen und Features
Ver­ein­fach­te Be­nut­zer­ober­flä­che für Ein­stei­ger

Die besten Al­ter­na­ti­ven zu Windows Movie Maker im Überblick

Der Markt für Windows-Movie-Maker-Al­ter­na­ti­ven bietet prak­ti­sche Programme für jede Ziel­grup­pe – von Anfängern über Fort­ge­schrit­te­ne bis hin zu Profis. Viele davon sind Freeware-An­wen­dun­gen und damit völlig gratis. Aber auch von so manchem pro­fes­sio­nel­len und se­mi­pro­fes­sio­nel­len Vi­deo­schnitt-Tool gibt es ver­güns­tig­te oder sogar kos­ten­lo­se Varianten, die – obwohl sie meist weniger Funk­tio­nen als die Voll­preis­ver­sio­nen bieten – sehr gute Er­geb­nis­se er­mög­li­chen.

Kostenlos? Geeignet für Sprache Un­ter­stütz­te Da­tei­for­ma­te
Vir­tu­al­Dub Ja Anfänger Englisch AVI (Import und Export); DIVX, MPG, MPEG, MPV, M1V, ANIM, PNG, BMP, TGA, JPG, JPEG, AVS, VDR (nur Import)
VSDC Free Video Editor Ja Fort­ge­schrit­te­ne Deutsch AVI, MP4/M4V, 3GP/2G2, MOV, WMV, DVD, VCD/SVCD, MPEG, MKV, RM/RMVB, SWF, FLV, AMV, MTV, MP3, M4A, AAC, OGG, WAV, BMP, JPEG, PNG, GIF (Import und Export) QT, HDVideo/AVCHD, ASF, DVR-MS, VOB, MPG, DAT, DV, NUT, H.264/MPEG-4, DivX, XviD, MJPEG, MP2, WMA, FLAC, RA, RAM, VOC, AC3, AIFF, MPA, AU, APE, CUE, CDA, JPG, PSD, ICO, CUR (nur Import) AMR (nur Export)
Light­works Ja Profis Deutsch MXF OP1a, MXF OPAtom – P2, MXF OPAtom – native Avid support, Quicktime, AVI, MTS, M2TS, M2T, MPG, MP4 (Import und Export) TS, M2V, ASF, VOB (nur Import) WMV (nur Export)
Adobe Premiere Elements Nein Fort­ge­schrit­te­ne bis Profis Deutsch MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, H.264, DV, AVI, QuickTime, 3GP, WAV, JPEG, DVD (Import und Export) JVC Everio MOD, ASF, WMA, PSD, PNG (nur Import) BluRay-Disc (nur Export)
Zum Hauptmenü