Ein Arm-Prozessor ist ein en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter Prozessor, der auf der Arm-Ar­chi­tek­tur basiert. Diese ist speziell darauf ausgelegt, mit einem re­du­zier­ten und op­ti­mier­ten Be­fehls­satz zu arbeiten. So werden die Re­chen­pro­zes­se ver­ein­facht und die Leis­tungs­fä­hig­keit bei geringem En­er­gie­ver­brauch erhöht.

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Hin­ter­grün­de der Arm-Ar­chi­tek­tur

Die Arm-Ar­chi­tek­tur, ur­sprüng­lich von der bri­ti­schen Firma Acorn Computers ent­wi­ckelt, zeichnet sich durch hohe Leistung und Ska­lier­bar­keit aus. Dank ihrer En­er­gie­ef­fi­zi­enz finden Arm-Pro­zes­so­ren sich heut­zu­ta­ge in zahl­rei­chen Geräten und An­wen­dun­gen, die von Smart­phones über Tablets bis hin zu modernen Servern reichen.

Die Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tur basiert auf dem Prinzip der RISC-Ar­chi­tek­tur (Reduced Ins­truc­tion Set Computer). Mithilfe dieses Be­fehls­sat­zes, der nur eine begrenzte Anzahl von einfachen und schnellen In­struk­tio­nen be­inhal­tet, ist es Arm-Pro­zes­so­ren möglich, schneller und en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter zu arbeiten als Kon­kur­renz­pro­duk­te mit einem um­fang­rei­chen Be­fehls­satz (CISC, wie bei x86).

Ei­gen­schaf­ten und Vorteile der Arm-Ar­chi­tek­tur

Das wohl be­deut­sams­te Merkmal der Arm-Pro­zes­sor­ar­chi­tek­tur ist ihre En­er­gie­ef­fi­zi­enz. Dank des RISC-Be­fehls­sat­zes benötigen Arm-Pro­zes­so­ren weniger Energie pro Re­chen­ope­ra­ti­on. Dadurch sind sie ideal geeignet für mobile Geräte, die lange Ak­ku­lauf­zei­ten benötigen, wie Smart­phones und Tablets. Weiter ge­stei­gert wird die En­er­gie­ef­fi­zi­enz durch das Pipe­lining, bei dem mehrere Befehle gleich­zei­tig ver­ar­bei­tet werden können.

Darüber hinaus sind Arm-Pro­zes­so­ren äußerst skalier- und anpassbar. Arm Holdings, das Un­ter­neh­men hinter der Ar­chi­tek­tur, li­zen­ziert das Design an andere Un­ter­neh­men, die daraus spe­zia­li­sier­te Chips für spe­zi­fi­sche An­wen­dungs­fäl­le ent­wi­ckeln können. Dies er­mög­licht maß­ge­schnei­der­te Lösungen für un­ter­schied­li­che Ein­satz­ge­bie­te, an­ge­fan­gen bei einfachen Mi­kro­con­trol­lern bis hin zu komplexen High-Per­for­mance-Servern. Unter anderen nutzt Apple für seine MacBooks seit der Ein­füh­rung des M1-Chips Ende 2020 einen Arm-basierten Chip.

Da Arm-Designs kompakt und einfach gehalten sind, benötigen sie weniger Platz auf dem Silizium-Chip und weniger Energie für die Fertigung. Dies macht Arm-Pro­zes­so­ren kos­ten­güns­ti­ger als viele Al­ter­na­ti­ven und damit besonders attraktiv für Her­stel­ler, die große Mengen an Chips für mobile und ein­ge­bet­te­te Geräte benötigen.

Arm-Pro­zes­so­ren können durch ihre Mehrkern-Ar­chi­tek­tur eine hohe Leistung für An­wen­dun­gen mit Par­al­lel­ver­ar­bei­tung bieten. Dies ist besonders relevant in The­men­ge­bie­ten wie künst­li­cher In­tel­li­genz und ma­schi­nel­lem Lernen. Mit dem seit 2021 exis­tie­ren­den Standard Armv9 sind außerdem eine ganze Reihe weiterer Funk­tio­na­li­tä­ten der Arm-Ar­chi­tek­tur ausgebaut worden, die sie für einen Einsatz im Bereich KI bestens wappnen.

Vorteile der Arm-Ar­chi­tek­tur auf einen Blick

En­er­gie­ef­fi­zi­enz: Dank des re­du­zier­ten Be­fehls­sat­zes sind Arm-Chips en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter als ihre Kon­kur­ren­ten.

Ska­lier­bar­keit: Ein hohes Maß an Ska­lier­bar­keit sorgt für maximale Fle­xi­bi­li­tät.

Par­al­le­li­tät: Parallele Pro­zess­ver­ar­bei­tun­gen und viele Kerne sind ideal für KI-An­wen­dun­gen.

Kos­ten­güns­tig: Der geringe En­er­gie­ver­brauch sorgt für kos­ten­güns­ti­ge Pro­zes­sor­lö­sun­gen.

Zentrale Ein­satz­ge­bie­te für Arm-Pro­zes­so­ren

Der größte Markt für Arm-Pro­zes­so­ren liegt im Bereich mobiler Geräte, darunter Smart­phones, Tablets und Wearables. Aufgrund ihrer hohen En­er­gie­ef­fi­zi­enz sind Arm-Pro­zes­so­ren hier die be­vor­zug­te Wahl. Fast alle modernen Smart­phones nutzen Arm-Pro­zes­so­ren, da diese eine lange Ak­ku­lauf­zeit bei hoher Re­chen­leis­tung er­mög­li­chen.

Auch in ein­ge­bet­te­ten Systemen, wie sie mitt­ler­wei­le in IoT, Medizin- oder Haus­halts­ge­rä­ten zum Einsatz kommen, spielen Arm-Pro­zes­so­ren eine zentrale Rolle. Zwar erfordern diese Systeme in der Regel nur eine geringe bis mittlere Re­chen­leis­tung; eine lange Ak­ku­lauf­zeit und ein hohes Maß an Zu­ver­läs­sig­keit sind jedoch Pflicht.

In den letzten Jahren hat Arm außerdem zunehmend an Bedeutung im Bereich der Ser­ver­tech­no­lo­gie gewonnen. Arm-Server bieten eine Al­ter­na­ti­ve zu her­kömm­li­chen x86-basierten Servern, ins­be­son­de­re in spe­zi­el­len Cloud-An­wen­dun­gen, bei denen En­er­gie­ef­fi­zi­enz und parallele Re­chen­leis­tung im Vor­der­grund stehen. Arm-Server sind oft in spe­zi­el­len Re­chen­zen­tren zu finden, die auf hohen Da­ten­durch­satz und niedrige Be­triebs­kos­ten an­ge­wie­sen sind. Der Einsatz von Arm-Pro­zes­so­ren in Dedicated Servern bringt klare Vorteile: Sie er­mög­li­chen eine hohe Re­chen­leis­tung bei niedrigem Strom­ver­brauch und ge­rin­ge­ren Kühl­an­for­de­run­gen, was lang­fris­tig Kosten senken kann.

Dedicated Server
De­di­zier­te Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren
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  • Kon­fi­gu­rier­ba­re Hardware-Aus­stat­tung
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Auch in den Bereichen Edge Computing und bei KI-An­wen­dun­gen, die nahe an der Da­ten­quel­le erfolgen, sind Arm-Pro­zes­so­ren durch ihre Ska­lier­bar­keit und Effizienz auf dem Vormarsch. Mit spe­zi­el­len Be­schleu­ni­gern für KI-Be­rech­nun­gen sind moderne Arm-Pro­zes­so­ren in der Lage, schnelle Analysen und Ent­schei­dun­gen in Echtzeit zu treffen, ohne dass die Daten an ein zentrales Re­chen­zen­trum gesendet werden müssen.

Be­fehls­satz und Pro­gram­mier­mo­dell

Der Arm-Be­fehls­satz ist auf Ein­fach­heit und Effizienz ausgelegt und folgt dem RISC-Prinzip. Im Gegensatz zu kom­ple­xe­ren Be­fehls­sät­zen (wie x86) sind die Arm-Befehle weit­ge­hend stan­dar­di­siert und führen meist nur eine Operation aus, was die Op­ti­mie­rung der Hardware maß­geb­lich ver­ein­facht. Dies erlaubt es den Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­lern, klare und vor­her­seh­ba­re Programme zu schreiben, die den En­er­gie­ver­brauch und die Re­chen­zeit op­ti­mie­ren.

Arm-Ar­chi­tek­tu­ren verfügen je nachdem über einen 32-Bit- oder über einen 64-Bit-Be­fehls­satz, der für die An­for­de­run­gen moderner An­wen­dun­gen ausgelegt ist. Der erste Arm-64-Bit-Be­fehls­satz, Armv8-A, er­mög­licht die Ver­ar­bei­tung größerer Da­ten­men­gen und erweitert die Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten erheblich. Im hier­ar­chisch auf­ge­bau­ten Arm-Pro­gram­mier­mo­dell gibt es spezielle Register für bestimmte Ope­ra­tio­nen. Darüber hinaus können durch das Pipe­lining ver­schie­de­ne In­struk­tio­nen gleich­zei­tig ver­ar­bei­tet werden, was die Ge­samt­leis­tung optimiert.

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