Das Border-Gateway-Protokoll wird im Internet als Pfad­vek­tor- und Routing-Protokoll ein­ge­setzt. Als solches bildet es die Grundlage für den Austausch von Er­reich­bar­keits­in­for­ma­tio­nen ver­füg­ba­rer Router und die Ver­wal­tung von Da­ten­pa­ke­ten. BGP kann sowohl intern als auch extern autonome Systeme verbinden und sorgt auch bei Rou­ter­aus­fäl­len für Netz­werk­sta­bi­li­tät.

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Worum handelt es sich beim BGP-Protokoll?

Für eine zu­ver­läs­si­ge Netz­werk­sta­bi­li­tät des welt­wei­ten Routing-Systems kommt im Internet das Border-Gateway-Protokoll zum Einsatz, das meist als BGP oder BGP-Protokoll abgekürzt wird. Bei BGP handelt es sich um ein Pfad­vek­tor-Protokoll, das In­for­ma­tio­nen zu er­reich­ba­ren oder aus­ge­fal­le­nen Routing-Pfaden be­reit­stellt und aus­tauscht. Es sorgt für eine bessere Sta­bi­li­tät von Netz­wer­ken, indem es extern als Exterior-Gateway-Protokoll und intern als Interior-Gateway-Protokoll fungiert.

Dank BGP lassen sich autonome Systeme sowohl sys­tem­in­tern als auch sys­tem­über­grei­fend verbinden, um Da­ten­pa­ke­te effizient aus­zu­tau­schen. Die BGP-Grund­la­gen, auch der aktuellen Version BGPv4, werden im RFC 1163 genau definiert. Zum Austausch von Daten und In­for­ma­tio­nen nutzt BGP-Routing den TCP-Port 179. Die Basis für die Ver­net­zung mittels BGP ist wiederum das stan­dar­di­sier­te In­ter­net­pro­to­koll unter der Abkürzung TCP/IP.

Wofür kommt BGP zum Einsatz?

Anwendung findet das Border Gateway Protokoll als External BGP (eBGP) und als Internal BGP (iBGP). Als derzeit einziges Exterior-Gateway-Protokoll, das im Internet genutzt wird, dient es dem Routing und der Ver­wal­tung des Da­ten­aus­tau­sches zwischen ver­schie­de­nen autonomen Systemen sowie innerhalb von Systemen. Indem es auf Grundlage der von Netzwerk-Ad­mi­nis­tra­to­ren und -Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen de­fi­nier­ten Richt­li­ni­en und Regeln Ent­schei­dun­gen trifft, ga­ran­tiert es bessere Netz­werk­sta­bi­li­tät. Das ist bei­spiels­wei­se dadurch möglich, dass Router sich bei Ausfällen flexibel anpassen und für den Austausch von Paketen andere über BGP ver­füg­ba­re logische Routing-Pfade wählen können. Darüber hinaus können Router dank BGP-Update-Nach­rich­ten neue Router zur genutzten Standard-Routing-Tabelle hin­zu­fü­gen.

Hinweis

Die IPv6-Adres­sie­rungs­art Anycast ist eng verknüpft mit dem BGP-Protokoll. Über BGP-Routing wird die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Computern in Anycast-Netz­wer­ken er­mög­licht.

Wie funk­tio­niert BGP-Routing?

Für die Ver­net­zung und den Da­ten­aus­tausch zwischen Routern nutzen BGP-Router eine so­ge­nann­te Routing-Tabelle zur Steuerung und Ver­wal­tung der Da­ten­pa­ke­te. Die BGP-In­for­ma­tio­nen der Tabelle ge­ne­rie­ren Router ei­ner­seits durch ein­ge­hen­de Router-In­for­ma­tio­nen sowie an­de­rer­seits durch die auf dem Router ge­spei­cher­te RIB (Routing In­for­ma­ti­on Database). Die RIB umfasst nicht nur In­for­ma­tio­nen zu externen und internen Peers, sondern ak­tua­li­siert auch die Routing-Tabelle anhand neuer In­for­ma­tio­nen zur aktuellen BGP-Peer-Gruppe und zu ver­füg­ba­ren oder nicht mehr ver­füg­ba­ren Pfaden, Routern und Peers. Für den Austausch von Nach­rich­ten und Daten nutzen BGP-Router TCP-Ver­bin­dun­gen und den TCP-Port 179, über den etwa folgende Nach­rich­ten aus­ge­tauscht werden:

  • OPEN: Startet den Austausch von In­for­ma­tio­nen einer BGP-Session.
  • UPDATE: Über­mit­telt In­for­ma­tio­nen zu ge­än­der­ten oder neuen Pfaden.
  • KEEPALIVE: Re­gel­mä­ßi­ge KEEPALIVE-Nach­rich­ten be­stä­ti­gen OPEN-Nach­rich­ten und in­for­mie­ren ver­bun­de­ne Router, dass eine Session auf­recht­erhal­ten werden soll.
  • NO­TI­FI­CA­TI­ON: Kommt zum Löschen von Routing-Pfaden oder zum Abbruch einer Session zum Einsatz, falls die KEEPALIVE-Nachricht ausbleibt.

Welcher Pfad für den Da­ten­aus­tausch der beste ist, ermittelt BGP anhand der Routing-Tabelle und ent­spre­chen­der Pfad-Attribute wie:

  • Er­reich­ba­re autonome Systeme (AS_PATH)
  • Benötigte Hops bzw. Zwi­schen­kno­ten (Next Hop)
  • Kosten (IGP-Metrik)
  • Prio­ri­sier­te parallele Ver­bin­dun­gen (Multi-Exit Dis­cri­mi­na­tor)

Das BGP-Routing kann sowohl mit IPv4 und IPv6 als auch mit anderen In­ter­net­pro­to­kol­len oder auch MPLS-Labels Anwendung finden. Zudem arbeitet BGP gemäß OSI-Modell auf der OSI-Trans­port­schicht zur Steuerung der Netz­werk­schicht.

Indem ein stetiger Austausch zu ver­füg­ba­ren oder neuen Pfaden über BGP erfolgt, können BGP-Router Graphen erstellen, die in der Lage sind, vernetzte Pfade innerhalb von oder zwischen autonomen Systemen ab­zu­bil­den. Auf diese Weise wird nicht nur ein zu­ver­läs­si­ger Daten- und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch in Netz­wer­ken ge­währ­leis­tet, sondern auch die Netz­werk­sta­bi­li­tät ver­bes­sert und der Bildung von Schleifen vor­ge­beugt.

Was ist der Un­ter­schied zwischen internem und externem BGP?

Je nachdem, ob Netzwerke In­for­ma­tio­nen und Da­ten­pa­ke­te zwischen ver­schie­de­nen autonomen Systemen und BGP-Peer-Gruppen oder nur innerhalb eines autonomen Systems (AS) mit internen Peer-Gruppen teilen, wird zwischen externem BGP (eBGP) und internem BGP (iBGP) un­ter­schie­den.

Werden Router innerhalb eines AS vernetzt, kommt entweder das nach dem Mesh-Prinzip funk­tio­nie­ren­de OSPF-Protokoll (Open Shortest Path First) oder das iBGP als Interior-Gateway-Protocol (IGP) zum Einsatz, um den kürzesten Pfad zwischen allen per BGP ver­masch­ten internen Routern zu nutzen. Problemen beim Skalieren in großen Netz­wer­ken lässt sich durch Route-Re­flek­to­ren vorbeugen. Für BGB-Router genügt die Ver­bin­dung zum Route Reflector, der wiederum über das externe BGP gelernte Rou­ten­in­for­ma­tio­nen an interne AS-Router wei­ter­gibt. Um einen Single Point of Failure durch Route-Re­flek­to­ren zu vermeiden, kommen diese meist als Cluster zum Einsatz.

Fragen der Si­cher­heit und Probleme durch das Border Gateway Protokoll

Hin­sicht­lich der Si­cher­heit von Netz­wer­ken lässt sich sagen, dass BGP-Router durchaus anfällig für Angriffe wie Denial of Service (DoS) sind, bei denen Router mit einer Paketflut über­las­tet werden. Eine weitere Si­cher­heits­lü­cke bei BGP-Routing kann durch BGP-Hijacking entstehen, wenn Hacker sich als AS und Routing-Quelle ausgeben, um den Da­ten­ver­kehr ab­zu­fan­gen bzw. um­zu­lei­ten.

Mögliche Dienst­pro­ble­me durch BGP sowie Fehler- oder Subcodes für mögliche Zeit­über­schrei­tun­gen oder Probleme mit der Ver­ar­bei­tung können sich ergeben, wenn:

  • der In­for­ma­ti­ons­aus­tausch durch feh­ler­haft for­ma­tier­te oder un­voll­stän­di­ge/falsche Router-In­for­ma­tio­nen scheitert.
  • der Speicher bzw. Ar­beits­spei­cher nicht ausreicht.
  • Ak­tua­li­sie­run­gen zu langsam erfolgen.
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