Die Grundidee des Hy­per­th­re­a­ding ist es, mit einem Mi­kro­pro­zes­sor gleich­zei­tig mehrere Threads be­ar­bei­ten zu können. Ließ sich früher nur ein Thread pro Prozessor verwalten, so er­mög­licht das Hy­per­th­re­a­ding von Intel nun, einen Prozessor in zwei logische, virtuelle Kerne zu teilen, die Hyper-Threads simultan ab­ar­bei­ten. Wie Hy­per­th­re­a­ding die CPU-Leistung ver­bes­sern kann, erfahren Sie hier.

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Was bedeutet Hy­per­th­re­a­ding?

Was nach Science-Fiction klingen mag, ist im Grunde nichts anderes als die alte Weisheit, dass vier Hände mehr schaffen als zwei: Hy­per­th­re­a­ding. Intels Hy­per­th­re­a­ding-Verfahren entstammt dem Ser­ver­be­reich, in dem üb­li­cher­wei­se mehrere physische Pro­zes­so­ren gleich­zei­tig zum Einsatz kommen, um Rech­ner­leis­tun­gen zu erhöhen. Beim Hy­per­th­re­a­ding wiederum gibt es nur einen phy­si­schen Prozessor, der sich jedoch wie zwei Pro­zes­so­ren verhält. Möglich ist dies, indem der Prozessor sich in zwei virtuelle Kerne – auch Kernel – teilt, welche Threads parallel be­ar­bei­ten. So lassen sich mehrere Be­fehls­schlan­gen gleich­zei­tig als Hy­per­th­read be­ar­bei­ten, Prozesse zwischen den vir­tu­el­len Kernen aufteilen und die CPU-Aus­las­tung ver­bes­sern.

De­fi­ni­ti­on

Hy­per­th­re­a­ding: Hy­per­th­re­a­ding nennt sich eine von Intel erfundene Tech­no­lo­gie, mit der sich ein phy­si­scher Mi­kro­pro­zes­sor wie zwei logische, virtuelle Kerne verhält. Einem Prozessor ist es somit möglich, mehr als eine Aufgabe bzw. mehr als einen Thread simultan zu be­ar­bei­ten. Das Hy­per­th­read-Verfahren erhöht die CPU-Leistung und sorgt für eine bessere Aus­las­tung des Rechners.

Der Ursprung des Hy­per­th­read-Ver­fah­rens

Die Hy­per­th­read-Tech­no­lo­gie (HT) ist dem Prozessor- und CPU-Her­stel­ler Intel zu verdanken. Befand sich HT im Ent­wick­ler­be­reich bereits im Einsatz, so kamen seit dem 14. November 2002 auch heimische Com­pu­ter­nut­zer in den Genuss des Hy­per­th­re­a­ding von Intel. Mit dem Pentium-4 inklusive Northwood-B-Kern brachte Intel die Hy­per­th­re­a­ding-Tech­no­lo­gie schließ­lich offiziell auf den Markt. Bereits mit den Nach­fol­ge­mo­del­len, Pentium D und Core-2-Duo, zog Intel das Hy­per­th­re­a­ding wieder zurück und nutzte statt­des­sen Dual-Core-Haupt­pro­zes­so­ren.

Was funk­tio­niert, setzt sich jedoch lang­fris­tig durch und so fand Hy­per­th­re­a­ding in Intels Atom-Mi­kro­pro­zes­so­ren und der Core-i-Serie erneut Anwendung. Hy­per­th­re­a­ding ist eine Tech­no­lo­gie, die in dieser Form aus­schließ­lich bei Intel-Pro­zes­so­ren zum Einsatz kommt.

Hinweis

Wer mit Pro­zes­so­ren und CPU-Leistung bewandert ist, kennt zwei­fel­los die zwei Riesen der Pro­zes­sor­her­stel­lung: Intel und AMD. Während die Hy­per­th­re­a­ding-Technik nur bei Intel-Pro­zes­so­ren zum Einsatz kommt, finden sich auch bei AMD-Pro­zes­so­ren wie der Ryzen 5000-Serie Si­mul­ta­neous-Mul­ti­th­re­a­ding-Verfahren, die Intels Hy­per­th­re­a­ding sehr ähnlich sind.

Wie funk­tio­niert die Hy­per­th­re­a­ding-Tech­no­lo­gie?

Die Funk­ti­ons­wei­se der Hy­per­th­re­a­ding-Tech­no­lo­gie war und ist vor allem eins: innovativ. Sie verleiht einem einzelnen Pro­zes­sor­kern die Fähigkeit, sich wie zwei physische Pro­zes­sor­ker­ne zu verhalten und mehr Threads, also mehr Be­fehls­schlan­gen, ohne Leerläufe parallel zu ver­ar­bei­ten. Hierbei werden bei ak­ti­vier­tem Hy­per­th­re­a­ding pro CPU-Kern zwei Aus­füh­rungs­kon­tex­te verwaltet und be­ar­bei­tet. Ein Kern teilt sich somit in zwei virtuelle, logische Kerne, die sich die Re­chen­leis­tung des Pro­zes­sors aufteilen. Das Hy­per­th­re­a­ding gilt immer pro phy­si­schem Kern. Liegt also ein Zehnkern-Prozessor mit ak­ti­vier­tem Hy­per­th­re­a­ding vor, so verhalten sich zehn physische Kerne wie 20 virtuelle und ver­ar­bei­ten umso mehr Threads.

Wie lässt sich Hy­per­th­re­a­ding ak­ti­vie­ren?

Wer zum ersten Mal von Hy­per­th­re­a­ding hört, denkt zu Recht, dass jeder Prozessor über diese Tech­no­lo­gie verfügen sollte. Glück­li­cher­wei­se ist das Hy­per­th­re­a­ding stan­dard­mä­ßig in CPU-Kernen aktiv, sofern diese HT un­ter­stüt­zen. Nichts de­s­to­trotz lässt sich Hy­per­th­re­a­ding im BIOS unter „Hyper-Threading-Tech­no­lo­gy“ über „Enable“ und „Disable“ an- und aus­schal­ten. Bei Pro­zes­so­ren, die Hy­per­th­re­a­ding nicht un­ter­stüt­zen, ver­ar­bei­tet ein phy­si­scher Kern mehrere logische Prozesse nur se­quen­zi­ell, also nach­ein­an­der. Ob Hy­per­th­re­a­ding aktiv ist bzw. un­ter­stützt wird, können Sie im Geräte-Manager über­prü­fen. Wenn Sie zum Beispiel einen Rechner mit zwei CPU-Kernen haben, jedoch unter „Pro­zes­so­ren“ vier Pro­zes­so­ren sehen, so ist Hy­per­th­re­a­ding aktiv.

Welche Vorteile bietet Hy­per­th­re­a­ding?

Der wohl größte Vorteil des Hy­per­th­re­a­ding ist, dass die Umsetzung der Hy­per­th­re­a­ding-Tech­no­lo­gie in Mi­kro­pro­zes­so­ren kos­ten­güns­ti­ger ist als zwei physische Mi­kro­pro­zes­so­ren. Da heute die meisten Rechner bereits über Mehr­kern­pro­zes­so­ren verfügen, lässt sich dieser Vorteil jedoch nur nutzen, wenn CPUs mit Hy­per­th­re­a­ding über die gleiche Anzahl an phy­si­schen Pro­zes­so­ren verfügen wie Maschinen, die Hy­per­th­re­a­ding nicht un­ter­stüt­zen.

Der ei­gent­li­che Vorteil des Hy­per­th­re­a­ding ist die ef­fi­zi­en­te Aus­las­tung der Res­sour­cen. Zwei virtuelle Kerne in einem phy­si­schen Kern bedeutet zwar nicht, dass alle Aufgaben in doppelter Ge­schwin­dig­keit ablaufen. Dafür lässt sich jedoch die Re­chen­last für mehrere Prozesse nicht nur se­quen­zi­ell, sondern simultan zwischen den vir­tu­el­len Kernen verteilen. So können unnötige Leerläufe vermieden und Prozesse lückenlos ab­ge­ar­bei­tet werden. Threads müssen somit nicht darauf warten, bis ein re­chen­in­ten­si­ver Thread ver­ar­bei­tet wurde, sondern laufen einfach über den zweiten Kern.

Tipp

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Mehr­kern­pro­zes­so­ren vs. Virtuelle Kerne: Was ist sinn­vol­ler?

Der Vorteil an Mehr­kern­pro­zes­so­ren ist in jedem Fall, dass ein phy­si­scher Kern seine Res­sour­cen nicht aufteilen muss. CPUs mit zum Beispiel zehn phy­si­schen Kernen wären gegenüber fünf phy­si­schen Kernen mit Hy­per­th­re­a­ding grund­sätz­lich im Vorteil, da jeder Kern alle ver­füg­ba­ren Res­sour­cen zur Ver­ar­bei­tung von Prozessen nutzen kann. Virtuelle Kerne wiederum nutzen dieselbe Re­chen­leis­tung der phy­si­schen Kerne, um parallele Re­gis­ter­sät­ze zu verwalten. Heut­zu­ta­ge ist es in jedem Fall sinnvoll, mit CPUs mit min­des­tens zwei oder mehr phy­si­schen Kernen zu arbeiten.

Un­ter­schied: Mul­ti­th­re­a­ding vs. Hy­per­th­re­a­ding

Mul­ti­th­re­a­ding und Hy­per­th­re­a­ding sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich: Beide haben die Aufgabe, Threads in CPU-Kernen effizient zu verteilen und ab­zu­ar­bei­ten. Hy­per­th­re­a­ding ist jedoch eine Un­ter­ka­te­go­rie des Mul­ti­th­re­a­ding-Ver­fah­rens und nennt sich auch Si­mul­ta­neous-Mul­ti­th­re­a­ding (SMT). Um Mul­ti­th­re­a­ding zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass Threads Be­fehls­schlan­gen sind, die je nach Hardware und Software ver­schie­den ver­ar­bei­tet werden.

Mul­ti­th­re­a­ding bedeutet, dass mehrere Be­fehls­schlan­gen gleich­zei­tig verwaltet werden. Während bei Mul­ti­th­read-Verfahren wie Switch-on-Event-Mul­ti­th­re­a­ding und Time-Slice-Mul­ti­th­re­a­ding jedoch von Pseudo-Gleich­zei­tig­keit die Rede ist, da Threads nicht simultan laufen, steht Si­mul­ta­neous-Mul­ti­th­re­a­ding, also Hy­per­th­re­a­ding, für echte Gleich­zei­tig­keit in der Ver­ar­bei­tung. Zudem ist Hy­per­th­re­a­ding eine hard­ware­sei­tig un­ter­stütz­te SMT-Tech­no­lo­gie, während Mul­ti­th­re­a­ding auch aus­schließ­lich von Pro­gram­men und Software un­ter­stützt werden kann.

Pra­xis­bei­spie­le für das Hy­per­th­read-Verfahren

Beim Thema Hy­per­th­re­a­ding stellt sich häufig die Frage, ob die Funktion im Vergleich zu Mehr­kern­pro­zes­so­ren ohne Hy­per­th­re­a­ding wirklich Vorteile bringt. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Es ist bei­spiels­wei­se ent­schei­dend, welche Hardware vorhanden ist und wofür diese zum Einsatz kommen soll. Dass Hy­per­th­re­a­ding die Ver­ar­bei­tung von Threads durch getrennte Pipelines und parallele Re­gis­ter­sät­ze op­ti­mie­ren kann, steht außer Frage. So ist zum Beispiel der Su­per­com­pu­ter Cray MTA in der Lage, be­ein­dru­cken­de 128 Threads mit nur einem CPU-Kernel zu verwalten.

Vor allem Gaming wird in der Praxis oft im Zu­sam­men­hang mit SMT bzw. Hy­per­th­re­a­ding genannt. Gerade bei Gamern ist viel Re­chen­leis­tung gefragt, wenn Spiele, Musik und viel­leicht sogar eine Twitch-Stream-Auf­zeich­nung parallel laufen. Ob Hy­per­th­re­a­ding tat­säch­lich die Per­for­mance beim Gaming ver­bes­sert, ist um­strit­ten. Einige Gamer geben an, dass Hy­per­th­re­a­ding die CPU-Leistung sogar ausbremst, während andere sagen, dass Hy­per­th­re­a­ding durchaus sinnvoll sein kann, wenn Spiele vier oder mehr Kerne un­ter­stüt­zen

Hinweis

Eine weitere Mög­lich­keit die Rech­ner­leis­tung so effizient wie möglich zu nutzen, ist das Über­tak­ten der CPU. Dabei wird die Be­triebs­fre­quenz der CPU bewusst über die emp­foh­le­ne Stan­dard­fre­quenz erhöht, um mit einer höheren CPU-Ge­schwin­dig­keit mehr Leistung zu erzielen. Ein Risiko dabei ist jedoch, dass die CPU-Tem­pe­ra­tur so steigt, dass die Hardware be­schä­digt werden kann, wenn die Kühlung nicht ent­spre­chend ver­bes­sert wird.

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