Dank passendem Container lässt sich ein Server für das nordische Open-World-Survival-Game Valheim bequem per Docker in­stal­lie­ren und ein­rich­ten. Vor­aus­set­zung ist die passende Hardware für das Hosting der Container-Plattform und der Ser­ver­an­wen­dung.

Valheim-Docker-Server: Auf dem eigenen PC oder im Re­chen­zen­trum hosten?

Die Dedicated-Server-Anwendung für Valheim können Sie prin­zi­pi­ell auch auf Ihrem per­sön­li­chen Rechner laufen lassen – während Sie selbst auf dem Gerät ebenfalls an dem Mehr­spie­ler-Abenteuer teil­neh­men. In diesem Fall lasten Sie die Res­sour­cen Ihres Computers al­ler­dings sehr stark aus, weshalb diese Hosting-Variante nur mit einem High-End-PC zu empfehlen ist. Un­ab­hän­gig von der Leis­tungs­fä­hig­keit Ihres Rechners gilt: Sobald Sie Ihr Gerät her­un­ter­fah­ren, ist auch der Valheim-Docker-Server nicht mehr er­reich­bar.

Wenn Sie sich für das Hosting des Servers auf der Hardware eines pro­fes­sio­nel­len Anbieters ent­schei­den, können Sie die Anwendung dauerhaft laufen lassen und online verfügbar machen. Zudem verfügen die Re­chen­zen­tren der Provider über erst­klas­si­ge Breit­band­an­bin­dun­gen, die die An­schlüs­se in Pri­vat­haus­hal­ten bei Weitem über­tref­fen und ein optimales Spiel­erleb­nis ga­ran­tie­ren.

Welche Sys­tem­an­for­de­run­gen stellt die Valheim-Docker-Kom­bi­na­ti­on?

Die An­for­de­run­gen der Hardware, auf der Sie Ihren Valheim-Server per Docker-Container in­stal­lie­ren, setzen sich aus den drei Kom­po­nen­ten Docker-Engine, Valheim-Server und Be­triebs­sys­tem zusammen: Sie benötigen genügend CPU, Ar­beits­spei­cher und Fest­plat­ten­spei­cher, um den Bedarf aller drei An­wen­dun­gen zu decken. In puncto Valheim kommt es dabei aber natürlich auch darauf an, wie viele Spie­le­rin­nen und Spieler gleich­zei­tig auf dem Server aktiv sind und ob Sie Mo­di­fi­ka­tio­nen verwenden.

Folgende Min­dest­an­for­de­run­gen sollte Ihr Hardware-Setup in jedem Fall erfüllen:

  • Prozessor: 2,4 GHz (2 vCores) für 2–3 Spielende; 2,8 GHz (4 vCores) für 4 oder mehr Spielende
  • Ar­beits­spei­cher: 4 GB RAM für 2–3 Spielende; 8 GB RAM für 4 oder mehr Spielende
  • Fest­plat­ten­spei­cher: 60 GB+

In Sachen Be­triebs­sys­tem haben Sie zwar grund­sätz­lich die Wahl zwischen den klas­si­schen Linux-Server-Dis­tri­bu­tio­nen wie Ubuntu oder Debian und der Microsoft-Server-Reihe (ab Windows Server 2016). Der Großteil ver­füg­ba­rer Valheim-Docker-Container wie das in diesem Tutorial genutzte Image von lloesche setzt jedoch UNIX/Linux als System voraus.

Tipp

Wie Sie Ihren eigenen Server al­ter­na­tiv auch ohne Docker und mit Windows Server als Be­triebs­sys­tem erstellen, erfahren Sie in unserem Artikel „Valheim-Server erstellen: Sys­tem­an­for­de­run­gen und Anleitung“.

Server für Valheim mit Docker aufsetzen: Die Optionen von IONOS

Hardware für eigene Gaming-Server können Sie u. a. bei IONOS mieten. Dazu stehen Ihnen drei ver­schie­de­ne Modelle mit ex­klu­si­ven Ei­gen­schaf­ten zur Verfügung – jeweils zu un­ter­schied­li­chen Preis-Leistungs-Klassen. In jedem Fall ist eine externe Breit­band­an­bin­dung mit bis zu 400 Mbit/s ga­ran­tiert.

  • vServer (VPS): Mit dem vServer oder auch VPS bietet IONOS eine voll­stän­dig vir­tua­li­sier­te Hosting-Umgebung. Mehrere Kunden und Kundinnen teilen sich dabei ein ge­mein­sa­mes Host-System. Ab­ge­rech­net wird zum mo­nat­li­chen Fixpreis.
  • Cloud Server: Auch die Cloud Server von IONOS sind voll­stän­dig vir­tua­li­siert. Die Res­sour­cen stammen jedoch aus der Cloud – von mehreren ver­schie­de­nen Host-Systemen. Die Ab­rech­nung findet mi­nu­ten­ge­nau, je nach be­an­spruch­ter Leistung statt.
  • Dedicated Server: Mit einem IONOS Dedicated Server mieten Sie ein festes Hardware-Setup. Die En­ter­pri­se-Kom­po­nen­ten (hohe Single-Core-Re­chen­power) sind exklusiv für Sie re­ser­viert. Ab­ge­rech­net wird mi­nu­ten­ge­nau.

Mögliche Valheim-Docker-Szenarien und die dazu passenden IONOS-Tarife

Spie­ler­zahl und der Einsatz von Mods – die wich­tigs­ten Faktoren für den Res­sour­cen­be­darf der Ser­ver­an­wen­dung sind bereits zur Sprache gekommen. Weitere wichtige Fragen für die Wahl eines ge­eig­ne­ten Tarifs sind bei­spiels­wei­se, ob der Server später jederzeit verfügbar sein soll und ob Sie diesen auch für andere Zwecke verwenden wollen. Die nach­fol­gen­de Tabelle zeigt einige mögliche Nut­zungs­sze­na­ri­en inklusive der passenden Ser­ver­an­ge­bo­te von IONOS.

Valheim-Docker-Ser­ver­sze­na­rio Passender IONOS-Tarif (mit Linux als Be­triebs­sys­tem)
1–3 Spielende; dauerhaft online Virtual Server Cloud L (VPS L)
4–5 Spielende; Einsatz von Mods; dauerhaft online Virtual Server Cloud XL (VPS XL)
6–10 Spielende; Einsatz von Mods; punktuell oder dauerhaft online Dedicated Server AR6-32 SSD

Valheim-Server via Docker aufsetzen: Schritt-für-Schritt-Tutorial

Sobald Sie sich für eine Hosting-Lösung ent­schie­den und die Zu­gangs­da­ten parat haben, können Sie mit der In­stal­la­ti­on und Ein­rich­tung Ihres eigenen Servers für Valheim via Docker-Container starten. Welche Schritte dabei zu erledigen sind, be­schrei­ben wir im nach­fol­gen­den Tutorial ex­em­pla­risch für Kunden und Kundinnen von IONOS (Cloud Server, vServer oder Dedicated Server) und die Linux-Dis­tri­bu­ti­on Ubuntu (20.04).

Schritt 1: Mit dem ge­mie­te­ten Server verbinden

Um die Docker-Engine und die Ser­ver­an­wen­dung auf der ge­mie­te­ten Hardware in­stal­lie­ren zu können, müssen Sie im ersten Schritt eine Remote-Ver­bin­dung zu dieser aufbauen. Als Kundin oder Kunde von IONOS können Sie diese Fern­ver­bin­dung direkt im Browser über das web­ba­sier­te Kun­den­cen­ter aufbauen. Hierfür steht Ihnen jederzeit die ein­ge­bau­te KVM-Konsole zur Verfügung.

Halten Sie sich einfach an folgende Schritte, um die Remote-Ver­bin­dung zu Ihrem Linux-Server zu eta­blie­ren:

  1. Loggen Sie sich mit Ihren per­sön­li­chen Kun­den­da­ten auf der IONOS-Login-Seite ein.
  2. Klicken Sie die Rubrik „Server & Cloud“ an.
  3. Wählen Sie das IONOS-Paket aus, auf dem Sie die Valheim-Docker-Kom­bi­na­ti­on in­stal­lie­ren möchten.
  4. Drücken Sie auf die Schalt­flä­che „Aktion“ und wählen Sie den Menüpunkt „KVM-Konsole starten“ aus.
  5. Melden Sie sich mit den Server-An­mel­de­da­ten an, die Sie der Über­sichts­sei­te Ihres Servers unter „Zu­gangs­da­ten“ (Benutzer und Initial-Passwort) finden.
Bild: KVM-Konsole starten im IONOS-Kundencenter
Im Kun­den­cen­ter von IONOS sehen Sie auch, welches Ser­ver­be­triebs­sys­tem Sie aktuell in­stal­liert haben.
Hinweis

Sie können sich auch ganz klassisch mithilfe eines Desktop-Clients wie PuTTY per SSH mit Ihrem Linux-Server verbinden, wenn Sie den Weg über das IONOS Cloud Panel umgehen möchten.

Schritt 2: Ver­zeich­nis für Docker-Engine ein­rich­ten

Nach der Anmeldung auf dem Linux-Server bereiten Sie als erstes via Terminal das Ver­zeich­nis für die Docker-Container-Engine vor. Ak­tua­li­sie­ren Sie zu diesem Zweck zunächst den Index des Pa­ket­ma­na­gers apt:

sudo apt-get update
shell

Um später die Docker-Dateien über HTTPS beziehen zu können, in­stal­lie­ren Sie im Anschluss einige Pakete:

sudo apt-get install \
    ca-certificates \
    curl \
    gnupg \
    lsb-release
shell

Im vor­letz­ten Schritt fügen Sie den Si­cher­heits­schlüs­sel (GPG) der Docker-Engine hinzu:

sudo mkdir -p /etc/apt/keyrings
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | sudo gpg --dearmor -o /etc/apt/keyrings/docker.gpg
shell

Schließ­lich richten Sie das Docker-Ver­zeich­nis ein:

echo \
 "deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.gpg] https://download.docker.com/linux/ubuntu \
 $(lsb_release -cs) stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
shell

Schritt 3: Docker in­stal­lie­ren

Nachdem Sie das Ver­zeich­nis vor­be­rei­tet haben, ak­tua­li­sie­ren Sie ein weiteres Mal den Pa­ke­t­in­dex:

sudo apt-get update
shell

Mithilfe des folgenden Befehls holen Sie sich nach dem Check die neueste Version der Engine (inklusive con­tai­nerd und Docker Compose) auf Ihr System:

sudo apt-get install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-compose-plugin
shell

Den Erfolg der In­stal­la­ti­on über­prü­fen Sie ganz einfach, indem Sie den „Hello World“-Container starten, der mit einer ent­spre­chen­den Er­folgs­nach­richt antwortet:

sudo docker run hello-world
shell
Bild: Ausgeführter „Hello World“-Container im Ubuntu-Terminal
Aus­ge­führ­ter „Hello World“-Container im Ubuntu-Terminal
Tipp

Im Docker-Tutorial erhalten Sie aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen über die Container-Software sowie weitere hilf­rei­che Tipps zur In­stal­la­ti­on und Ein­rich­tung der Engine unter Linux.

Schritt 4: Server für Valheim per Docker-Container in­stal­lie­ren

Mithilfe der Engine und eines passenden Con­tai­ners können Sie nun Ihren Valheim-Server in­stal­lie­ren. Wir nutzen das Valheim-Docker-Image von lloesche, das Sie mit dem folgenden Pull-Kommando einbinden:

docker pull lloesche/valheim-server
shell
Bild: Valheim-Docker-Edition: Pull via Terminal
Nachdem Sie den Befehl für den Pull des Valheim-Docker-Con­tai­ners aus­ge­führt haben, können Sie den Fort­schritt des Downloads im Terminal mit­ver­fol­gen.

Schritt 5: Ports freigeben

Damit die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Server funk­tio­niert und dieser in der Auf­lis­tung der öf­fent­li­chen Valheim-Server erscheint, müssen Sie in den Firewall-Ein­stel­lun­gen Ihres Servers die UDP-Ports 2456 bis 2458 öffnen. Ent­spre­chen­de Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten haben Kundinnen und Kundinnen von IONOS im bereits bekannten Cloud Panel:

  1. Melden Sie sich im IONOS Cloud Panel an.
  2. Wählen Sie das Produkt „Server & Cloud“ aus.
  3. Klicken Sie den Server an, auf dem Sie die Valheim-Docker-In­stal­la­ti­on ein­ge­rich­tet haben.
  4. Im linken Sei­ten­me­nü finden Sie den Menüpunkt „Netzwerk“ und den Un­ter­punkt „Firewall-Richt­li­ni­en“, die Sie nun nach­ein­an­der anklicken.
  5. Erstellen Sie unter „Eingehend“ die Regeln für die drei UDP-Ports 2456, 2457 und 2458. Per „Regel hin­zu­fü­gen“ speichern Sie die An­pas­sun­gen an den Firewall-Ein­stel­lun­gen.
  6. Nach etwa ein bis zwei Minuten ist der Server-Port für die Online-Kom­mu­ni­ka­ti­on frei­ge­ge­ben.
Bild: IONOS Cloud Panel: Freigabe der Valheim-Server-Ports
Erst nach der Freigabe der passenden UDP-Ports ist Ihr Valheim-Docker-Server für Sie und andere User er­reich­bar.

Schritt 6: Valheim-Docker-Server kon­fi­gu­rie­ren und starten

Im Nut­zer­ver­zeich­nis erstellen Sie nun ein neues Ver­zeich­nis für die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei Ihres eigenen Servers. Hierfür führen Sie folgendes Kommando aus:

mkdir valheim-server-config
shell

Für eine grund­le­gen­de Kon­fi­gu­ra­ti­on starten Sie nun das Valheim-Server-Docker-Image mit einigen ent­schei­den­den Pa­ra­me­tern:

docker run -d --name valheim-server -p 2456-2458:2456-2458/udp -v $HOME/valheim-server-config:/config -e SERVER_NAME="Name des Servers" -e WORLD_NAME="Name der Spielwelt" -e SERVER_PASS="Server-Passwort" -e SERVER_PUBLIC="true" lloesche/valheim-server
shell

Das Setup Ihres Servers wird in der Folge au­to­ma­tisch in dem zuvor er­stell­ten Ver­zeich­nis abgelegt. Es enthält die Server-Ports und außerdem die vier ent­schei­den­den Parameter für die Wie­der­erken­nung des Servers:

  • SERVER_NAME: Hier geben Sie zwischen den An­füh­rungs­zei­chen den Namen ein, unter dem Ihr Valheim-Server gelistet werden soll.
  • WORLD_NAME: Mithilfe dieses Pa­ra­me­ters können Sie die erzeugte Spielwelt benennen. Auch hier muss Ihre Eingabe zwischen den beiden An­füh­rungs­zei­chen stehen.
  • SERVER_PASS: Schließ­lich können Sie noch ein in­di­vi­du­el­les Passwort – innerhalb der An­füh­rungs­zei­chen – vergeben, das Spieler und Spie­le­rin­nen eingeben müssen, um sich mit Ihrem Server verbinden zu können.
  • SERVER_PUBLIC: Dank diesem Parameter wird Ihr Server in der Liste der öf­fent­li­chen Community-Server angezeigt. Wenn Sie dies nicht wünschen, lassen Sie diesen Parameter einfach weg.

Schritt 7: Mit dem auf­ge­setz­ten Valheim-Server verbinden

Sie können dem er­stell­ten Valheim-Docker-Server nun jederzeit beitreten. Starten Sie den Valheim-Client und drücken Sie auf „Spiel starten“. Wählen Sie den ge­wünsch­ten Charakter aus oder erstellen Sie einen neuen. Da Sie keine neue Welt erstellen möchten, drücken Sie im nach­fol­gen­den Dialog auf „Abbrechen“. Wechseln Sie statt­des­sen in den Reiter „Spiel beitreten“ und wählen Sie einen der beiden folgenden Wege, um die Ver­bin­dung zum Server auf­zu­bau­en:

  1. Wählen Sie die Rubrik „Community“ aus und suchen Sie nach Ihrem Server mithilfe der Fil­ter­funk­ti­on. Vor­aus­set­zung: Sie haben in der Kon­fi­gu­ra­ti­on den SERVER_PUBLIC-Parameter gesetzt. Es kann jedoch eine ganze Weile dauern, bis Ihr Server in dem Menü angezeigt wird.
  2. Drücken Sie auf den Button „Server hin­zu­fü­gen“ und geben Sie die IP-Adresse Ihres Servers mit an­ge­häng­tem Port ein. An­schlie­ßend drücken Sie auf „Verbinden“.
Bild: Screenshot aus Valheim: Server auswählen
Screen­shot aus Valheim: Nachdem Sie einen Server manuell hin­zu­ge­fügt haben, finden Sie diesen jederzeit unter dem Reiter „Kürzlich“.

Nach kurzem Ver­bin­dungs­auf­bau und – insofern kon­fi­gu­riert – der Eingabe des Server-Passworts betreten Sie die bekannte Valheim-Welt. Sobald Sie Ihren Mit­spie­le­rin­nen und Mit­spie­lern Ser­ver­na­me bzw. IP-Adresse und Passwort wei­ter­ge­ge­ben haben, kann das Mehr­spie­ler-Abenteuer beginnen!

Bild: Screenshot aus Valheim: Spielstart bei null
Screen­shot aus Valheim: Spiel­start bei null
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