DBaaS: Database as a Service bedeutet, dass Un­ter­neh­men die re­la­tio­na­len oder nicht­re­la­tio­na­len Da­ten­ban­ken, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen, nicht mehr durch die eigenen IT-Mit­ar­bei­ter betreuen und über die eigene IT-In­fra­struk­tur betreiben, sondern sie über eine Cloud be­reit­ge­stellt bekommen. Eine ge­si­cher­te Netz­werk­ver­bin­dung sorgt dafür, dass alle Mit­ar­bei­ter und Programme jederzeit Zugang zu allen re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen haben.

Was ist DBaaS?

DBaas steht für „Database as a Service“ und be­zeich­net die Mög­lich­keit, eines oder mehrere Da­ten­bank­sys­te­me über die Cloud eines ent­spre­chen­den Dienst­leis­ters zu beziehen. Die Datenbank als externes Ser­vice­an­ge­bot zu nutzen hat den Vorteil, dass im eigenen Un­ter­neh­men per­so­nel­le und tech­ni­sche Ka­pa­zi­tä­ten gespart werden können. Da­ten­ban­ken – oft auf MySQL- oder Oracle-Basis – sind in nahezu jedem Un­ter­neh­men un­er­läss­lich, denn sie kommen u. a. bei E-Mail-Servern, Kun­den­da­ten, Big-Data-Archiven oder anderen Formen ge­ord­ne­ter sowie nicht ge­ord­ne­ter Samm­lun­gen von Daten zum Einsatz.

Neben einer voll­stän­di­gen Aus­la­ge­rung der Da­ten­ban­ken in die Cloud des Anbieters ist es auch möglich, DBaaS als Hy­brid­lö­sung zu nutzen. Das ergibt vor allem dann Sinn, wenn Un­ter­neh­men sich aus Gründen der IT-Si­cher­heit nicht voll­stän­dig auf eine cloud­ba­sier­te Netz­werk­lö­sung einlassen wollen. Doch selbst wenn Firmen weiterhin eigene Datenbank-Server betreiben und lediglich eine als Cloud-Schnitt­stel­le dienende SQL-Im­ple­men­tie­rung verwenden, kann das die be­stehen­de IT-In­fra­struk­tur bereits entlasten.

Wie funk­tio­niert DBaaS?

Die Funk­ti­ons­wei­se von Database as a Service ist denkbar einfach: Je nach ge­trof­fe­ner Ver­ein­ba­rung im Dienst­leis­tungs­ver­trag ver­pflich­tet sich ein Cloud-Provider, Spei­cher­platz für eine bestimmte Menge an Da­ten­ban­ken zur Verfügung zu stellen und die ent­spre­chen­den Zugänge zu er­mög­li­chen. Eine Ab­rech­nung in Form eines nut­zungs­be­zo­ge­nen Tarifs ist dabei möglich. Al­ter­na­tiv mieten sich Un­ter­neh­men lediglich Ser­ver­res­sour­cen beim Provider, um dort selbst eine Datenbank zu im­ple­men­tie­ren.

Un­ter­neh­men, die DBaaS nutzen, können sich in Bezug auf In­stal­la­ti­on und Be­reit­stel­lung der Da­ten­ban­ken sowie tech­ni­sche Pflege und Wartung der Systeme vollends auf den Provider verlassen, denn dies gehört zum Ser­vice­ver­trag dazu. Neben der rein tech­ni­schen Betreuung bieten viele DBaaS-Provider weitere Comfort-Funk­tio­nen an, etwa ein um­fas­sen­des Mo­ni­to­ring der Da­ten­ban­ken oder eine re­gel­mä­ßi­ge au­to­ma­ti­sche Sicherung der hin­ter­leg­ten Daten, um bei einem möglichen Ausfall den Da­ten­ver­lust so gering wie möglich zu halten.

Nutzer von Database as a Service pro­fi­tie­ren außerdem vom tech­ni­schen Know-how der Mit­ar­bei­ter des Providers, haben in der Regel einen festen An­sprech­part­ner und müssen sich über Updates an den eigenen Datenbank-Systemen keine Gedanken mehr machen. Auch Aus­wer­tun­gen der Zugriffe auf die Da­ten­sät­ze können auf Wunsch re­gel­mä­ßig erfasst werden.

Für welche Zwecke eignet sich DBaas?

Ver­ein­facht gesagt: Database as a Service eignet sich für alle, die eine Datenbank betreiben möchten, aber die In­fra­struk­tur sowie den per­so­nel­len Aufwand dafür nicht selbst zur Verfügung stellen wollen oder können. Auch für die­je­ni­gen, die mitunter Bedenken wegen der Si­cher­heit ihrer Daten haben, ist der Ansatz DBaaS sinnvoll, denn auf Seiten der Provider sitzen aus­ge­wie­se­ne IT-Experten für Cloud-Computing. Außerdem sind Hybrid-Lösungen möglich, bei denen die Daten zum Großteil in der lokalen Netz­werk­in­fra­struk­tur ge­spei­chert bleiben und lediglich durch ein SQL-Plugin eine Ver­bin­dung zur Cloud her­ge­stellt wird.

Weiterhin schafft der Ansatz von Database as a Service – genau wie die zu­grun­de­lie­gen­den Spiel­ar­ten von Platform as a Service sowie In­fra­struc­tu­re as a Service – eine gewisse Fle­xi­bi­li­tät, denn der Provider kann die idealen Rah­men­be­din­gun­gen schaffen, die Ihr Un­ter­neh­men zu einem be­stimm­ten Zeitpunkt benötigt. Ist ein Tarif er­wei­ter­bar, kann auf neue Si­tua­tio­nen bei klar kom­mu­ni­zier­ten Kosten schnell reagiert werden, statt mühsam die eigene IT nach­rüs­ten zu müssen.

Welche Vor- und Nachteile hat DBaaS?

Ent­schei­det man sich als Un­ter­neh­men, die Lösung Database as a Service zu nutzen, gehen damit viele Vorteile einher. Der of­fen­sicht­lichs­te: Es werden Kosten gespart, denn im eigenen Betrieb müssen weder die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen zum Betreiben einer Datenbank ge­schaf­fen werden, noch braucht es ent­spre­chen­des Fach­per­so­nal. Zudem müssen die ein­ge­hen­den Datenbank-Abfragen nicht über interne Server ver­ar­bei­tet werden, was sich nicht zuletzt im Geld­beu­tel bemerkbar macht.

Hat man sich für einen Dienst­leis­ter ent­schie­den, fällt der ad­mi­nis­tra­ti­ve Aufwand zur Betreuung der Datenbank gering aus. Teil von Database as a Service ist, dass sich der Provider um die ord­nungs­ge­mä­ße Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Datenbank kümmert, sie in­stal­liert, wartet und mit Updates versorgt. Außerdem reagieren die Mit­ar­bei­ter des Providers auf aktuelle Si­cher­heits­the­men und schützen die wert­vol­len Daten vor möglichem Miss­brauch durch Dritte.

Ein weiterer Vorteil von DBaaS ist, dass Kunden ver­schie­de­ne Re­portings einsehen und somit etwa Zugriffe auswerten können. Auf diese Weise ist es möglich, agil und flexibel auf neue Si­tua­tio­nen zu reagieren. Da die Re­chen­zen­tren der Provider in der Regel höchsten An­sprü­chen gerecht werden und es immer Not­fall­plä­ne für etwaige Ausfälle gibt, ist der Punkt Zu­ver­läs­sig­keit ein großer Vorteil von cloud­ba­sier­ter Da­ten­bank­ab­wick­lung. Hierunter fallen auch die au­to­ma­ti­sche Er­stel­lung und Auf­be­wah­rung re­gel­mä­ßi­ger Backups.

Natürlich können beim Thema Database as a Service auch Nachteile genannt werden, wenn­gleich diese tat­säch­lich nicht so stark ins Gewicht fallen. Liegt das Re­chen­zen­trum weiter weg, kann es zu minimal erhöhten La­de­zei­ten kommen. Beim Ver­trags­ab­schluss mit dem DBaaS-Provider sollte daher genau auf den Standort des Re­chen­zen­trums geachtet werden – auch aus Gründen des Da­ten­schut­zes und der am Standort geltenden Com­pli­ance-Richt­li­ni­en.

Ein weiterer Nachteil könnte sein, dass die in die Cloud aus­ge­la­ger­ten Da­ten­ban­ken vor­über­ge­hend nicht er­reich­bar sind. Das ist aufgrund von Redundanz und der hohen Si­cher­heit in Re­chen­zen­tren aber tat­säch­lich sehr viel un­wahr­schein­li­cher, als wenn Un­ter­neh­men die Da­ten­ban­ken in Ei­gen­be­trieb betreuen.

Wer das Modell zunächst testen möchte und/oder über sehr sensible Daten verfügt, kann es zunächst über die Hybrid-Lösung probieren. Auf diese Weise genießt Ihr Un­ter­neh­men eine Vielzahl der genannten Vorteile, behält aber einen Teil der Ab­wick­lung in der eigenen IT-Abteilung.

Vorteile Nachteile
Weniger Kosten für Personal und Technik Daten liegen außerhalb des Un­ter­neh­mens
Ge­rin­ge­rer ad­mi­nis­tra­ti­ver Aufwand Re­chen­zen­tren können vor­über­ge­hend nicht er­reich­bar sein
Um­fas­sen­de Re­portings Da­ten­schutz­re­geln und Com­pli­ance-Richt­li­ni­en abhängig vom Standort des Re­chen­zen­trums
Hoch­leis­tungs-Re­chen­zen­tren  
Hybrid-Lösung bei sensiblen Daten  

Welche DBaaS-Anbieter gibt es?

Anbieter für Database as a Service gibt es einige. Die Angebote un­ter­schei­den sich dabei oft nur in Details sowie in den Preis­ab­stu­fun­gen. Hier eine kurze Auswahl:

  • Amazon AWS
  • Google
  • Microsoft Azure
  • MongoDB Atlas
  • Oracle Cloud

In­for­mie­ren Sie sich in jedem Fall vor Ver­trags­ab­schluss gut über die je­wei­li­gen Rah­men­be­din­gun­gen und die ver­wen­de­te In­fra­struk­tur. In einem per­sön­li­chen Gespräch mit zu­stän­di­gen Mit­ar­bei­tern des be­tref­fen­den Dienst­leis­ters können Sie si­cher­stel­len, dass auf Ihre in­di­vi­du­el­len An­for­de­run­gen ein­ge­gan­gen wird.

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