Was ist ein Fat Client?

Ein Fat Client ist ein leistungsfähiger Rechner, auf dem ein vollwertiges Betriebssystem installiert ist. Charakteristisch ist, dass er ausreichend Leistung zum lokalen Arbeiten und eigenständigen Ausführen von Aufgaben besitzt. Ein Beispiel für einen Fat Client ist ein Desktop-PC, auf dem beispielsweise Windows als Betriebssystem installiert ist.

Definition und Funktionsweise des Fat Clients

Der Fat Client ist auch unter dem Begriff des Thick Client bekannt. Fat Clients verfügen über eigene Rechenleistung, eigene Speichermedien sowie Grafikressourcen, um Programme lokal und unabhängig von Serverressourcen auszuführen. In den meisten Fällen geht das Bereitstellen einer grafischen Benutzeroberfläche mit der Verfügbarkeit eigener Rechnerressourcen einher. Ein Fat Client stellt eine Art von Client mit bestimmten charaktergebenden Eigenschaften dar.

Grundsätzlichen machen einige Merkmale Fat Clients aus. Die Datenverarbeitung, die Ausgabe und die Eingabe von Daten findet lokal auf dem Client statt. Die Speicherung dieser Daten erfolgt auf den lokalen Speicherressourcen. Ist ein Thick Client mit einem Netzwerk verbunden, ist die Datenspeicherung alternativ auf einem Speichermedium im Netzwerk durchführbar.

Ein Fat Client besitzt alle Voraussetzungen, um auf die Dienste, welche ein Netzwerk zur Verfügung stellt, zuzugreifen. Er ist mit einer Vielzahl von Schnittstellen ausgestattet. Durch diese Schnittstellen baut der Client Verbindungen zu Speicherlaufwerken und Peripheriegeräten, wie beispielsweise Druckern, auf.

Fat Clients sind auf der einen Seite alleinstehend einsetzbar. Sie sind auf der anderen Seite aber auch häufig in Kombination mit einem Server verwendbar. Einzelne Aufgaben bzw. Anwendungen können in diesem Konstrukt auf den Server ausgelagert werden.

Welche Vorteile bietet ein Fat Client?

Der Einsatz von Fat Clients bietet einige Vorteile. Sie sind durch die Ausstattung mit Ressourcen alleinstehend und autark nutzbar. Die autarke Nutzbarkeit ermöglicht auch das Ausführen von Arbeiten offline. Für seine vollständige Funktionsfähigkeit ist keine direkte Verbindung zu einem Netzwerk vorausgesetzt.

Ist ein Fat Client in Kombination mit einem Server in Einsatz, sind die Anforderungen an den Server hinsichtlich der Ressourcen niedriger, da der Thick Client die Programme lokal mit Hilfe der eigenen Ressourcen ausführt.

Aufwendige Anwendungen im Multimedia-Bereich, wie beispielsweise das Rendern von Grafiken, sind durch die lokale Ausführung unabhängig von der Internetverbindung und Bandbreite. Mit der Übertragung dieser Aufgabe an einen Server, gingen hohe Anforderungen an die Bandbreite einher. Aufgrund der eigenen hohen Rechenleistung der Fat Clients, ist der Server im Client-Server-Modell in der Lage, mehrere Clients gleichzeitig zu bedienen. Allgemein gilt der Fat Client als vielseitig nutzbarer Client, der viele unterschiedliche Anwendungen parallel ausführen kann.

Welche Nachteile hat ein Fat Client?

Neben der Vielzahl an Vorteilen, sind beim Einsatz von Fat Clients auch einige Nachteile zu berücksichtigen. Die Administration von Thick Clients ist deutlich aufwendiger, da Programme und Betriebssystem lokal installiert sind.

Die aufwendige Administration zieht auch die erschwerte Absicherung der Systeme mit sich. Jeden einzelne Client gegen Cyber-Angriffe abzusichern ist ein aufwendiger und ressourcenintensiver Vorgang. Die Sicherstellung der Cybersicherheit ist damit ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Arbeit mit einem Thick Client. Die Bündelung der Ressourcen macht das System verwundbar. Bei der gezielten Installation von Malware durch einen schadhaften Code beispielsweise durch das Öffnen eines kontaminierten E-Mail-Anhangs, besteht die Gefahr des Gesamtausfalls des Systems.

Da Fat Clients mit viel Hardware ausgestattet sind, sind sie in der Beschaffung teuer. Auch das Betreiben ist energieintensiv, da die leistungsfähige Hardware viel Strom verbraucht.

Welche Anwendungsszenarien hat ein Fat Client?

Die Anwendungsmöglichkeiten von Thick Clients sind vielfältig. Im unternehmerischen Kontext stellen Fat Clients mögliche Arbeitsplätze dar. Das Erstellen von CAD-Modellen, die Programmierung von Software oder das Arbeitsgerät eines Vertriebsmitarbeiters, sind häufige Anwendungsszenarien im Kontext einer Unternehmensorganisation. Auch für die Produktion von Content, beispielsweise zur Erstellung von Videos im Video-Marketing, bietet sich der Einsatz von Fat Clients an.

Im privaten Bereich finden Fat Clients ebenfalls vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, häufig zum Spielen von Computerspielen. Viele Nutzer verwenden sie auch zur Verwaltung und Speicherung von persönlichen Dateien und Daten. Diese Anwendung entwickelt sich mehr und mehr weg von der lokalen Speicherung hin zur Nutzung von Cloud Speicher Lösungen. Dies hat den Vorteil, dass der Zugriff auf die Dateien und Daten unabhängig vom Gerät stattfinden kann.

Wie unterscheidet sich der Fat Client zum Zero Client und zum Thin Client?

Zusätzlich zum Fat Client und Thick Client gibt es noch andere Clients, welche im Client-Server-Betrieb auftreten. Neben dem Fat Client findet man auch sogenannte Zero Clients und Thin Clients. Sie unterscheiden sich in ihren wesentlichen und charaktergebenden Eigenschaften. Die folgende Tabelle führt auf, inwiefern sich der Fat Client vom Zero Client und Thin Client abgrenzt.

 

Fat Client

Thin Client

Zero Client

Ressourcen

- Ausstattung mit hoher Rechenkapazität

- Lokale Ressourcen zum Ausführen von Programmen und zur Datenspeicherung

- Lokales, vollwertiges Betriebssystem

- Ausstattung mit geringer Rechenkapazität

- Besitzen häufig ein eigenes Speicherlaufwerk

- Verfügen über ein eigenes kompaktes Betriebssystem

- Ausstattung mit geringer Rechenkapazität

- Keine lokalen Ressourcen zur Speicherung von Daten

- Betriebssystem ist auf die Funktion der Verbindung zum Server beschränkt

Kosten

- Hohe Anschaffungskosten für Hardware

- Hohe Betriebskosten durch großen Energiebedarf

- Niedrige Kosten in der Anschaffung durch geringe Ressourcen bei der Hardware

- Geringer Energiebedarf im Betrieb

- Niedrige Kosten in der Anschaffung durch geringe Ressourcen bei der Hardware

- Geringer Energiebedarf im Betrieb

Anwendung

- Eigenständiges Ausführen von Programmen

- Erstellen von 3D-Modellen

- Spielen von Videospielen

- Schneiden von Videos

- Bearbeiten von Fotos

- Anwendung für virtualisierte Desktopumgebungen

- Anwendung für virtuelle Desktops

- Kompakter Client-End-PC

Abhängigkeit vom Server

- Autarke Einsatzmöglichkeit

- Keine direkte Abhängigkeit vom Server

- Offline-Betrieb ist möglich

- Kommunikation mit Servern ist möglich

- Klare Abhängigkeit zum Server, ohne den ein Thin Client nicht arbeiten kann.

- Der Thin Client verhält sich wie ein Terminal zum Server

- Vollständige Abhängigkeit vom Vorhandensein eines Servers

Administration

- Dezentrale Administration ist aufwendig

- Sicherstellen von Schutz gegen Cyberangriffe und Hacker ist aufgrund der erschwerten Administration herausfordernd

- Zentrale Administration der Clients

- Absicherung gegen Risiken bei Cyberangriffen ist effizient umsetzbar

- Zentrale Administration der Clients

- Absicherung gegen Risiken bei Cyberangriffen ist effizient umsetzbar