Wenn Sie unter Ubuntu 24.04 Docker in­stal­lie­ren möchten, können Sie die Container-Plattform mit wenigen Ter­mi­nal­be­feh­len direkt über das of­fi­zi­el­le Docker-Re­po­si­to­ry ein­rich­ten. Docker gehört zu den wich­tigs­ten Werk­zeu­gen, wenn An­wen­dun­gen schnell und re­pro­du­zier­bar betrieben werden sollen. Statt Programme direkt auf dem System zu in­stal­lie­ren, laufen diese in Con­tai­nern mit ihren jeweils be­nö­tig­ten Ab­hän­gig­kei­ten.

Schritt 1: Sys­tem­an­for­de­run­gen prüfen

Bevor Sie Docker unter Ubuntu 24.04 in­stal­lie­ren, sollten einige grund­le­gen­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein. Für Docker Engine un­ter­stützt Docker offiziell Ubuntu 24.04 LTS in der 64-Bit-Version. Un­ter­stützt werden dabei mehrere Ar­chi­tek­tu­ren, darunter amd64 und arm64. Weitere Vor­aus­set­zun­gen im Überblick:

  • Be­nut­zer­kon­to mit sudo-Rechten: Sie benötigen sudo-Rechte, um Pakete zu in­stal­lie­ren, Re­po­si­to­rys ein­zu­bin­den und Sys­tem­diens­te zu verwalten.
  • Aktuelles System: Ein aktueller Pa­ket­stand reduziert das Risiko von Kon­flik­ten mit älteren Paketen oder fehlenden Ab­hän­gig­kei­ten.
  • Stabile In­ter­net­ver­bin­dung: Sie benötigen für den Download der er­for­der­li­chen Pakete eine In­ter­net­ver­bin­dung.
  • Ar­beits­spei­cher: Min­des­tens 1 bis 2 GB RAM sollten Sie für kleine Container-Workloads mit Docker unter Ubuntu 24.04 einplanen.
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Schritt 2: Den ge­eig­ne­ten Server finden

Wenn Sie Docker nicht lokal, sondern auf einem Server unter Ubuntu 24.04 in­stal­lie­ren möchten, stellt sich zuerst die Frage nach dem passenden Servertyp. Für die meisten Projekte kommen dabei vor allem zwei Server-Varianten in Frage: VPS und Dedicated Server.

Ein VPS eignet sich ins­be­son­de­re dann, wenn Sie kleinere bis mittlere Container-Projekte umsetzen möchten. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie Docker zunächst bei­spiels­wei­se mit einem Docker-Tutorial lernen, Test­um­ge­bun­gen aufbauen, Web­an­wen­dun­gen be­reit­stel­len oder einzelne Services wie einen Webserver, eine Datenbank oder ein kleines Mo­ni­to­ring betreiben möchten. Ein VPS ist in der Regel günstiger, schnell ein­ge­rich­tet und für viele typische Docker-Szenarien voll­kom­men aus­rei­chend. Der große Vorteil eines VPS liegt darin, dass Sie mit über­schau­ba­ren Res­sour­cen starten können. Gerade für Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger wird so die In­fra­struk­tur nicht unnötig komplex.

Ein Dedicated Server ist die bessere Wahl, wenn Ihr Projekt deutlich höhere An­for­de­run­gen an Leistung, Isolation oder dauerhaft ver­füg­ba­re Res­sour­cen stellt. Das kann etwa der Fall sein, wenn mehrere Docker-Container gleich­zei­tig produktiv laufen, größere Da­ten­ban­ken genutzt werden, viele Nut­ze­rin­nen und Nutzer auf die An­wen­dun­gen zugreifen oder Sie eine besonders konstante Per­for­mance benötigen. Der Vorteil eines Dedicated Servers besteht vor allem darin, dass Ihnen die Hardware exklusiv zur Verfügung steht. Sie teilen sich die Res­sour­cen also nicht mit anderen Instanzen. Dadurch sind Leistung und Plan­bar­keit in an­spruchs­vol­le­ren Szenarien meist besser. Wenn Sie Docker nicht nur aus­pro­bie­ren, sondern als festen Be­stand­teil einer pro­duk­ti­ven In­fra­struk­tur einsetzen möchten, kann sich dieser Servertyp lang­fris­tig lohnen.

Schritt 3: System ak­tua­li­sie­ren

Die ei­gent­li­che In­stal­la­ti­on von Docker erfolgt im Terminal. Hierzu bringen Sie Ihr Ubuntu-System zunächst auf den neuesten Stand. Dadurch stellen Sie sicher, dass die Pa­ket­lis­ten aktuell sind und vor­han­de­ne Software auf einem sauberen Stand läuft. Nutzen Sie folgende Befehle für die Ak­tua­li­sie­rung:

sudo apt update
sudo apt upgrade -y
bash

Gerade vor einer neuen In­stal­la­ti­on ist dieser Schritt wichtig, weil so viele Feh­ler­quel­len schon im Vorfeld aus­ge­schlos­sen werden. Nach größeren Sys­tem­up­dates kann es sinnvoll sein, den Server einmal neu zu starten.

Schritt 4: Alte oder kol­li­die­ren­de Docker-Pakete entfernen

Bevor Sie die of­fi­zi­el­le Docker-Version in­stal­lie­ren, sollten Sie mögliche Altlasten entfernen. Laut Docker können ver­schie­de­ne Pakete mit den of­fi­zi­el­len Paketen in Konflikt geraten. Führen Sie zum Löschen der Pakete den un­ten­ste­hen­den Befehl aus:

sudo apt remove docker.io docker-doc docker-compose docker-compose-v2 podman-docker containerd runc
bash

Falls einige dieser Pakete auf Ihrem System gar nicht in­stal­liert sind, ist das kein Problem. Ubuntu meldet dann lediglich, dass nichts entfernt werden musste.

Schritt 5: Benötigte Pakete für das Re­po­si­to­ry in­stal­lie­ren

Damit Ubuntu das of­fi­zi­el­le Docker-Re­po­si­to­ry sicher verwenden kann, benötigen Sie einige Hilfs­pa­ke­te. Diese sorgen unter anderem dafür, dass Zer­ti­fi­ka­te geprüft und Si­gna­tur­schlüs­sel korrekt ein­ge­bun­den werden können.

sudo apt install ca-certificates curl -y
bash

ca-certificates wird für die Ver­trau­ens­prü­fung von HTTPS-Ver­bin­dun­gen benötigt. curl brauchen Sie, um den Si­gna­tur­schlüs­sel von Docker her­un­ter­zu­la­den. Ohne diese Bausteine kann das Re­po­si­to­ry nicht sauber ein­ge­rich­tet werden.

Schritt 6: Docker-GPG-Schlüssel ein­rich­ten

Nun legen Sie zuerst das Ver­zeich­nis für die Schlüs­sel­da­tei an und laden danach den of­fi­zi­el­len Docker-Schlüssel herunter.

sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings
sudo curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg -o /etc/apt/keyrings/docker.asc
sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.asc
bash

Der GPG-Schlüssel dient dazu, die Herkunft der Pakete zu ve­ri­fi­zie­ren. Ver­ein­facht gesagt prüft Ubuntu damit, ob die Pakete tat­säch­lich aus einer ver­trau­ens­wür­di­gen Docker-Quelle stammen. Dieser Schritt ist wichtig, denn er schützt vor ma­ni­pu­lier­ten oder ge­fälsch­ten Paketen.

Schritt 7: Of­fi­zi­el­les Docker-Re­po­si­to­ry hin­zu­fü­gen

Nun richten Sie das Re­po­si­to­ry über eine so­ge­nann­te Deb822-Quel­len­da­tei ein. Dieses Format wird von aktuellen Ubuntu-Versionen bevorzugt verwendet. Erstellen Sie dazu zunächst folgende Datei:

sudo nano /etc/apt/sources.list.d/docker.sources
bash

Fügen Sie an­schlie­ßend diesen Inhalt ein:

Types: deb
URIs: https://download.docker.com/linux/ubuntu
Suites: noble
Components: stable
Architectures: amd64
Signed-By: /etc/apt/keyrings/docker.asc

Speichern Sie die Datei und ak­tua­li­sie­ren Sie an­schlie­ßend die Pa­ket­lis­ten:

sudo apt update
bash

Ubuntu erkennt nun das Docker-Re­po­si­to­ry und stellt die ent­spre­chen­den Pakete zur In­stal­la­ti­on bereit.

Schritt 8: Docker Engine in­stal­lie­ren

Nun folgt die ei­gent­li­che In­stal­la­ti­on. Docker empfiehlt unter Ubuntu die In­stal­la­ti­on von Docker Engine zusammen mit CLI, Container Runtime, Buildx und dem Docker Compose Plugin.

sudo apt install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin -y
bash

Das ist für An­fän­ge­rin­nen und Anfänger besonders praktisch, weil Sie damit nicht nur einfache Container starten, sondern später auch mehr­tei­li­ge An­wen­dun­gen über Docker Compose verwalten können.

Schritt 9: Über­prü­fen, ob Docker korrekt läuft

Nach der In­stal­la­ti­on startet der Docker-Dienst auf vielen Systemen au­to­ma­tisch. Docker weist aber darauf hin, dass dies je nach Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on auch abweichen kann. Prüfen Sie daher am besten direkt den Status.

sudo systemctl status docker
bash

Wenn der Dienst läuft, sehen Sie eine Ausgabe mit dem Status „active (running)“:

Bild: Anzeige des Status von Docker
Der Status „active (running)“ zeigt an, dass der Docker-Dienst nun läuft.

Mit q verlassen Sie die Ansicht wieder. Zu­sätz­lich können Sie einen Test­con­tai­ner starten:

sudo docker run hello-world
bash

Wenn alles korrekt ein­ge­rich­tet ist, lädt Docker das Test-Image herunter und startet einen kleinen Container, der eine Be­grü­ßungs­nach­richt ausgibt.

Bild: Screenshot des Dockers „Hello World“-Containers
Wenn Sie den Test­con­tai­ner starten, wird eine Be­grü­ßungs­nach­richt aus­ge­ge­ben, die bestätigt, dass die In­stal­la­ti­on er­folg­reich war.

Schritt 10 (optional): Docker ohne sudo ausführen

Stan­dard­mä­ßig greifen Sie als normaler User nicht direkt auf den Docker-Daemon zu. Deshalb beginnen die Befehle zunächst mit sudo. Dies können Sie durch eine Be­nut­zer­grup­pe namens docker ändern. Dabei ist al­ler­dings zu beachten, dass Mit­glie­der dieser Gruppe weit­rei­chen­de Rechte erhalten. Erstellen Sie zuerst die Gruppe:

sudo groupadd docker
bash

Danach fügen Sie Ihren User hinzu:

sudo usermod -aG docker $USER
bash

Melden Sie sich an­schlie­ßend einmal ab und wieder an, damit die Grup­pen­än­de­rung über­nom­men wird. Danach können Sie zum Beispiel docker ps oder docker run hello-world auch ohne sudo ausführen.

Hinweis

Für An­fän­ge­rin­nen und Anfänger ist diese Option zwar bequem, sie sollte aber bewusst ein­ge­setzt werden. Die Docker-Do­ku­men­ta­ti­on weist aus­drück­lich darauf hin, dass die docker-Gruppe root-ähnliche Be­rech­ti­gun­gen ver­schafft. Aus Si­cher­heits­grün­den sollten Sie diesen Schritt deshalb nur dann umsetzen, wenn Sie ihn wirklich benötigen.

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