Ein eigener FTP-Server er­mög­licht es Ihnen, Ihre Daten von einem Gerät auf ein anderes zu trans­fe­rie­ren. Hierbei stellt der Server eine Ver­bin­dung zwischen dem Sender von Dateien und deren Empfänger her. FTP-Server werden häufig in der Web­ent­wick­lung ein­ge­setzt. Was genau versteht man unter FTP? Wofür können Sie einen FTP-Server nutzen? Und wie lässt sich ein FTP-Server mit FileZilla ein­rich­ten?

Free VPS Trial
vServer kostenlos testen für 30 Tage

Lassen Sie sich von den Vorteilen über­zeu­gen. Probieren Sie Ihren Virtual Server ganz in Ruhe 30 Tage lang aus!

Was ist ei­gent­lich FTP?

FTP ist die Abkürzung für File Transfer Protocol. Es ist seit 1985 im Einsatz und somit eines der ältesten Pro­to­kol­le überhaupt. Beim FTP handelt es sich um ein so­ge­nann­tes Netz­werk­pro­to­koll, das den Austausch und die Über­tra­gung von Daten zwischen Rechnern in einem Netzwerk regelt. So kann ein Client Daten auf den Server hoch- oder von diesem her­un­ter­la­den.

Fakt

Als Client wird ein Computer oder ein Programm be­zeich­net, das auf einen Server zugreift und mit diesem in­ter­agiert. Ein beliebtes Programm ist FileZilla, mit dem Sie auch einen FTP-Server ein­rich­ten können.

Was bringt Ihnen ein FTP-Server?

FTP-Server erlauben den Transfer von Dateien zwischen einem Client und dem Server. Man kann von ver­schie­de­nen Computern aus auf den Server zugreifen und so Daten zwischen mehreren Rechnern trans­fe­rie­ren. Das wohl wich­tigs­te An­wen­dungs­ge­biet von FTP-Servern liegt in der Web­ent­wick­lung. Ins­be­son­de­re bei einer großen Anzahl an zu über­tra­gen­den Daten kann es sehr nützlich sein, einen FTP-Server ein­zu­rich­ten. Auf diese Weise können Sie die Dateien, die für Ver­än­de­run­gen an Ihrer Website notwendig sind, einfach mit Ihrem FTP-Server managen.

Die Server lassen sich auf ver­schie­de­nen Be­triebs­sys­te­men ein­rich­ten. Sie haben also selbst die Wahl, ob Sie einen Ubuntu-FTP-Server kon­fi­gu­rie­ren, einen Debian-FTP-Server in­stal­lie­ren oder den Server auf einem Windows-System ein­rich­ten.

Tipp

Mit dem SFTP-Protokoll, das Ihre Daten jederzeit durch das Netz­werk­pro­to­koll SSH schützt, sorgen Sie auf Ihrem FTP-Server für eine erhöhte Si­cher­heit.

So können Sie Ihren FTP-Server mit FileZilla ein­rich­ten

Eine der po­pu­lärs­ten Lösungen, um eigene FTP-Server ein­zu­rich­ten, ist das quell­of­fe­ne Programm FileZilla. Es ist kostenlos für die gängigen Be­triebs­sys­te­me Windows, macOS und Linux er­hält­lich. In der nach­fol­gen­den Schritt-für-Schritt-Anleitung nutzen wir FileZilla ex­em­pla­risch, um die Ein­rich­tung eines eigenen FTP-Servers zu de­mons­trie­ren.

Schritt 1: In­stal­la­ti­on von FileZilla

Laden Sie sich zunächst die aktuelle FileZilla-Version herunter. Erlauben Sie FileZilla, Än­de­run­gen an Ihrem Gerät vor­zu­neh­men, und folgen Sie dann den An­wei­sun­gen des In­stal­la­ti­ons­pro­zes­ses. Im Verlauf werden Sie gefragt, welchen In­stal­la­ti­ons­ty­pen Sie auswählen möchten. Wählen Sie hier die Option „Full“ aus, um alle er­for­der­li­chen Funk­tio­nen von FileZilla sowie Desktop-Ver­knüp­fun­gen zu erhalten. An­schlie­ßend legen Sie fest, ob der Dienst au­to­ma­tisch beim Start oder manuell aus­ge­führt werden soll.

Bild: FileZilla Server Settings mit Portnummer
Optional können Sie ein anderes Sys­tem­kon­to festlegen, mit dem der FileZilla-Server gestartet werden soll.

Merken Sie sich die Nummer des Ports, die im nächsten Schritt angezeigt wird. An dieser Stelle haben Sie außerdem die Mög­lich­keit, ein Admin-Passwort fest­zu­le­gen, was aus Si­cher­heits­grün­den zu empfehlen ist.

Bild: FileZilla Server Settings mit Portnummer
Die prä­sen­tier­te Zah­len­fol­ge ist die Port­num­mer. Hiermit greifen Sie auf den Server zu. Daher müssen Sie sich diese Nummer merken.

Schritt 2: FileZilla-Server ein­rich­ten

Starten Sie als erstes den Server. Als Host ist bereits Ihr eigener Computer, Localhost, aus­ge­wählt. Auch der Port ist bereits ein­ge­tra­gen. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, wählen Sie hier den Port mit der Nummer aus, die Ihnen während der In­stal­la­ti­on angezeigt wurde. Falls Sie ein Passwort aus­ge­wählt haben, müssen Sie sich nun mit diesem einloggen. Ansonsten können Sie den FileZilla-Server direkt starten und ein­rich­ten.

Nun richten Sie den Server ein. Klicken Sie hierfür in der Na­vi­ga­ti­ons­leis­te des Programms auf „Server“ und an­schlie­ßend auf „Configure…“. Al­ter­na­tiv können Sie hierfür die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg + [F] nutzen. Zunächst haben Sie die Mög­lich­keit, den Port zu verändern. Stan­dard­mä­ßig ist Port 21 vor­ausge­wählt – diese Ein­stel­lung sollten Sie bei­be­hal­ten. Unter dem Punkt „Protocol settings“ -> „Timeouts“ können Sie ein­stel­len, dass Ihr Server nach einer von Ihnen gewählten Zeit­span­ne die Ver­bin­dung beendet.

Bild: Menü des FileZilla-Servers
Über das „Server“-Menü gelangen Sie zu den Ein­stel­lun­gen Ihres Servers. Dort finden Sie u. a. das Rech­te­ma­nage­ment und Ver­schlüs­se­lungs­op­tio­nen.

Schritt 3: Nut­ze­rin­nen und Nutzer des Servers bestimmen

In den Ein­stel­lun­gen können Sie unter dem Punkt „Rights ma­nage­ment“ -> „Users“ außerdem die Nut­zer­kon­ten Ihres Servers verwalten und Pass­wör­ter zuweisen. Klicken Sie hierzu auf „Add“, benennen Sie den User und legen Sie ein Passwort fest. Mit einem Klick auf „OK“ be­stä­ti­gen Sie Ihre Än­de­run­gen.

Schritt 4: Mithilfe des FileZilla-Clients auf den FTP-Server zugreifen

In­stal­lie­ren Sie den FileZilla-Client. Dieser ist für alle gängigen Be­triebs­sys­te­me er­hält­lich und bietet Ihnen die Mög­lich­keit, auf Ihren FTP-Server zu­zu­grei­fen. Öffnen Sie den Client auf dem Computer, von dem aus Sie auf den Server zugreifen möchten. Tragen Sie in die Ein­ga­be­fel­der unterhalb der Na­vi­ga­ti­ons­leis­te die IP-Adresse des Servers ein. Diese können Sie bei Windows her­aus­fin­den, indem Sie in Ihr Terminal (dt. „Ein­ga­be­auf­for­de­rung“) den Befehl ipconfig eingeben. Füllen Sie die rest­li­chen Felder nun mit dem eben gewählten Be­nut­zer­na­men und dem zu­ge­hö­ri­gen Passwort aus. Sofern Sie den Port nicht verändert haben, nehmen Sie Port 21.

Bild: FileZilla Client
Verbinden Sie sich mit dem Server, indem Sie unterhalb der Na­vi­ga­ti­ons­leis­te des FileZilla-Clients die IP-Adresse, den Be­nut­zer­na­men und das Passwort eintragen.
Hinweis

Sie müssen nicht zwangs­läu­fig eine Client-Anwendung wie FileZilla in­stal­lie­ren und ein­rich­ten, um auf den FTP-Server zugreifen zu können. Sie können sich auch über Ihr Terminal bzw. die Ein­ga­be­auf­for­de­rung nach Eingabe des Befehls „ftp“ mit dem Server verbinden und an­schlie­ßend auf diesen zugreifen.

Schritt 5: Firewall de­ak­ti­vie­ren

Falls Sie sich nicht mit dem Server verbinden können, kann dies an der Firewall von Windows liegen. Öffnen Sie die Ein­stel­lun­gen der Windows Defender Firewall, um dieses Problem zu beheben. Sie können dort den FileZilla-Server als Ausnahme ein­rich­ten oder die Windows-Firewall de­ak­ti­vie­ren.

Schritt 6: Da­ten­trans­fer zwischen Client und Server

Es ist nun ganz einfach, Dateien auf Ihren Server hoch­zu­la­den oder Dateien von Ihrem Server zu down­loa­den. Unter der Rubrik „Lokal“ sehen Sie all Ihre Dateien und Ver­zeich­nis­se, die Sie über den FileZilla-Client mit nur einem Klick in den Server hochladen können. Analog dazu sehen Sie alle Dateien, die sich auf Ihrem Server befinden, unter der Rubrik „Server“. Auch diese lassen sich nun in wenigen Sekunden auf Ihren Rechner her­un­ter­la­den.

Welche FTP-Programme gibt es noch?

Obwohl FileZilla das po­pu­lärs­te Programm ist, um einen eigenen FTP-Server ein­zu­rich­ten, gibt es eine Reihe weiterer FTP-Programme, auf die Sie zu­rück­grei­fen können:

  • WinSCP: kos­ten­lo­ser, sicherer FTP/SFTP-Client für Windows mit viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen und starker Protokoll-Un­ter­stüt­zung
  • Cyberduck: platt­form­über­grei­fen­de Freeware für Windows und macOS mit Un­ter­stüt­zung u. a. für FTP, SFTP und Cloud-Pro­to­kol­le
  • Transmit: kom­mer­zi­el­ler FTP-Client für macOS mit modernen Features und Cloud-Anbindung
  • Classic FTP: einfacher, be­nut­zer­freund­li­cher Client (vor allem für Windows)
  • CuteFTP: kos­ten­pflich­ti­ger FTP-Client mit zu­sätz­li­chen Tools und Au­to­ma­ti­sie­rung

Für welchen Dienst Sie sich ent­schei­den, ist letztlich Ge­schmacks­sa­che. So oder so lohnt sich die Ein­rich­tung eines FTP-Servers für Ihren Da­ten­trans­fer.

Zum Hauptmenü