Nextcloud unter Ubuntu 20.04 installieren

Um die Cloud-Lösung Nextcloud unter Ubuntu zu installieren, sind nur wenige Befehle notwendig. Erfahren Sie, wie Sie die Software auf dem Server installieren und welche Konfigurationen für eine sichere Verwendung notwendig sind.

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Voraussetzungen für den eigenen Nextcloud-Server

Zunächst benötigt man einen Server, auf dem Ubuntu 20.04 installiert ist. Die Hardware-Anforderungen sind – abgesehen vom Festplattenspeicher – eher gering. 4 GB RAM und eine Dual-Core-CPU reichen für einen Server schon aus. Der Festplattenspeicher richtet sich dann nach den Datenmengen, die man in der Cloud unterbringen möchte.

Wenn man den Nextcloud-Server nicht On Premises hosten möchte, sollte man bei der Wahl des Hosting-Tarifs deshalb möglichst auf Flexibilität setzen. Am besten ist ein Angebot, bei dem man im laufenden Betrieb weitere Kapazitäten hinzubuchen kann. Für einen externen Anbieter spricht zudem die Verbindung: Damit die Synchronisation der Daten schnell funktioniert, ist eine entsprechend hohe Bandbreite von Vorteil.

Um Nextcloud zu installieren, sollten Sie Ubuntu noch auf den neuesten Stand bringen:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Nextcloud basiert auf dem LAMP-Stack:

  • Linux
  • Apache
  • MySQL
  • PHP

In der folgenden Anleitung verwenden wir einen Snap. In diesem Paket sind alle benötigten Komponenten des LAMP-Stacks bereits vorhanden und werden automatisch mitinstalliert. Sollten Sie also bereits einen Apache-Webserver auf Ihrem System installiert haben, kann dies zu Problemen führen. Löschen Sie deshalb entweder zunächst „apache2“ oder greifen Sie auf die manuelle Installation von Nextcloud zurück. In der offiziellen Anleitung von Nextcloud finden Sie hierzu weitere Informationen.

Nextcloud verwendet standardmäßig SQLite. Dieses minimale Datenbank-Management-System (DBMS) wird allerdings nur für Tests mit Nextcloud empfohlen. Wenn Sie die Cloud-Lösung für Ihr Unternehmen und mit mehreren Nutzern verwenden möchten, müssen Sie daher unter Umständen noch MySQL oder MariaDB installieren.

Fakt

Nextcloud ist ein Fork (also eine Abspaltung) der ähnlichen Software ownCloud. In unserem Artikel ownCloud vs. Nextcloud erfahren Sie, welche Unterschiede es zwischen den Cloud-Lösungen gibt.

Installation von Nextcloud auf Ubuntu

Für die Installation von Nextcloud verwenden man in Ubuntu einen Snap. Hierbei handelt es sich um ein Paket, das alle benötigten Dateien enthält und zentral gehostet wird. Wenn Sie diesen Snap verwenden, gehen Sie auch sicher, dass Sie die aktuelle Version herunterladen.

sudo snap install nextcloud

Mit diesem Befehl wird die Software sowohl heruntergeladen als auch installiert. Sie müssen nun noch einen Nutzer anlegen und ein Passwort bestimmen:

sudo nextcloud.manual-install user password

Die beiden Parameter „user“ und „password“ bestimmen Sie selbst. Nach der Eingabe sollten Sie eine Nachricht erhalten, dass die Installation erfolgreich war.

Wenn Sie größere Projekte mit Nextcloud umsetzen möchten, können Sie noch PHP-Einstellungen ändern. Dies ist z. B. wichtig, wenn Sie den für PHP freigegebenen Arbeitsspeicher anpassen wollen. Nach einer Installation per Snap erledigen Sie das mit einem Befehl:

sudo snap set nextcloud php.memory-limit=Memory_Limit

Die Angabe ganz am Ende des Befehls („Memory_Limit“) ersetzen Sie durch eine echte Zahl. Wenn Sie nicht den Snap verwenden, konfigurieren Sie PHP über die Datei php.ini.

Tipp

Es muss gar nicht immer ein großer Server sein. Gerade für den Heimgebrauch ist auch ein kleines Setup eine gute Option für die eigene Cloud. Auch ein Raspberry Pi ist für Nextcloud geeignet.

Domain zuordnen und Ports freigeben

Damit Clients auf den Server zugreifen können, müssen Sie diesen in Nextcloud angeben. Zunächst ist nur localhost in der Konfiguration eingetragen. Mit folgendem Befehl können Sie Ihren Server zuordnen:

sudo nextcloud.occ config:system:set trusted_domains 1 --value=ip address/domain

Als „value“ können Sie entweder die IP-Adresse Ihres Servers oder eine Domain eintragen. Achten Sie bei letzterer Version darauf, dass Sie die DNS-Records richtig zugeordnet haben.

Zur Sicherheit können Sie sich den neuen Eintrag anzeigen lassen:

sudo nextcloud.occ config:system:get trusted_domains

Geben Sie in den Firewall-Einstellungen Ihres Servers zudem die Ports 80 (für HTTP) und 443 (HTTPS) frei. Bei einem privaten Netzwerk müssen Sie diese Ports in Ihrem Router weiterleiten.

Nun können Sie sich auch in das Backend von Nextcloud einloggen. Rufen Sie hierfür einfach den Server (oder localhost) im Browser auf und melden Sie sich mit den Nutzerdaten an, die Sie zuvor selbst vergeben haben. Auch andere Nutzer können nun auf Ihren Server zugreifen.

Nexcloud auf Ubuntu mit SSL sichern

Um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, sollten Sie für Nextcloud ein SSL-Zertifikat einrichten. Dann kann der Cloud-Dienst auch per HTTPS aufgerufen werden. Über Nextcloud direkt gibt es zwei Optionen: Entweder man verwendet ein Zertifikat von Let’s Encrypt oder man signiert selbst ein Zertifikat.

Let’s Encrypt:

sudo nextcloud.enable-https lets-encrypt

Sie müssen nun noch Ihre Domain und eine gültige E-Mail-Adresse eintragen. Anschließend wird das Zertifikat ausgestellt und direkt im Server hinterlegt.

Self-signed:

sudo nextcloud.enable-https self-signed

Bei dieser Variante benötigen Sie keine weitere Eingabe. Die Self-signed-Option geht zwar sehr schnell, hat aber den Nachteil, dass Browser solche Zertifikate als unsicher ansehen, weil der Besitzer nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft wurde. Ruft man das Web-Interface auf, wird also zunächst eine Warnmeldung angezeigt.

Wenn Sie ein Zertifikat verwenden möchten, das von einer dafür spezialisierten Organisation ausgestellt wurde, müssen Sie dieses direkt mit dem Apache-Server verbinden. Nextcloud hat hierfür keine Routine vorgesehen.

Tipp

Auch bei IONOS erhalten Sie sichere SSL-Zertifikate. Verschlüsseln Sie die Verbindung und sorgen Sie für mehr Vertrauen Ihrer Nutzer in den Dienst. Diese Zertifikate sind nicht nur für Nextcloud interessant, sondern sichern auch Ihre Websites ab.


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