ownCloud vs. Nextcloud: Die beiden Cloud-Collaboration-Tools im direkten Vergleich

Wer in der heutigen Zeit Herr über sein persönliches oder geschäftliches Dateien-Arsenal aus Dokumenten, Bildern, Musik und Videos werden möchte, greift dazu immer häufiger auf die Möglichkeiten einer Cloud-Collaboration-Lösung zurück. Dienste wie Microsoft 365 oder G Suite stellen dank dauerhafter und geräteübergreifender Erreichbarkeitüber das Internet eine attraktive und praktische Alternative zur lokalen Speicherung und Verwaltung auf dem eigenen Computer, Tablet oder Smartphone dar. Insbesondere bei sensiblen Daten stellt sich dabei jedoch immer auch die Frage, wie es um die Sicherheit der abgelegten Dateien bestellt ist.

Wer die Vorteile der Cloud genießen und zudem die vollständige Kontrolle über sämtliche Daten behalten möchte, sollte daher in Erwägung ziehen, seinen eigenen Cloud-Dienst zu hosten und zu verwalten. Die notwendige Software findet man bereits im Open-Source-Sektor: Vor allem die Anwendung ownCloud und deren Nachfolger Nextcloud haben sich hierbei in der jüngeren Vergangenheit ihren Namen als funktionsstarke Lösungen gemacht, weshalb dieser Ratgeber beide Dienste etwas genauer beleuchten soll.

ownCloud vs. Nextcloud: Vergleich der Open-Source-Clouds

Am 2. Juni 2016 verließ Frank Karlitschek, seines Zeichens Gründer von ownCloud, gemeinsam mit einem Großteil der Entwicklerschaft das finanziell schwächelnde ownCloud-Projekt. Das neu formierte Team veröffentlichte noch im selben Jahr eine eigene Cloud-Lösung, deren Fokus stärker auf Collaboration liegen sollte, unter dem Namen Nextcloud. Zu diesem Zweck wurde die Software in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert – heute fasst die Plattform über 200 verschiedene Apps, die Features wie Echtzeitkommunikation, Aufgabenmanagement, Dokumenten-Editierung oder Mail-Verwaltung direkt in der eigenen Nextcloud-Umgebung ermöglichen.

Abseits der prekären finanziellen Lage haben insbesondere auch Unstimmigkeiten beim Thema Lizenzierung eine entscheidende Rolle bei der Trennung gespielt. Dieser Streitpunkt wird im Hauptunterscheidungsmerkmal beider Open-Source-Clouds deutlich: Während ownCloud-Nutzer einige Features mittlerweile ausschließlich in der kommerziell lizenzierten Enterprise-Edition nutzen können, sind sämtliche Nextcloud-Komponenten unter der freien AGPLv3-Lizenz verfügbar.

In welcher Hinsicht sich die beiden Cloud-Anwendungen außerdem unterscheiden und welche Features sie im Allgemeinen auszeichnen, darum geht es im Folgenden. Zunächst betrachten wir ownCloud und Nextcloud einzeln für sich, anschließend stellen wir die jeweiligen Vor- und Nachteile im direkten Vergleich heraus.

Tipp

Erweitern Sie Ihre IONOS-Serverlösung um Nextcloud-Hosting, zur Synchronisierung und Freigabe Ihrer Server-Daten.

ownCloud

Das ownCloud-Projekt wurde 2010 wie erwähnt von Frank Karlitschek ins Leben gerufen. Es sollte Nutzern eine freie Alternative zu kommerziellen Cloud-Diensten bieten. Der aus Deutschland stammende Software-Entwickler war zuvor in erster Linie als Mitglied der KDE-Community tätig, die sich der Entwicklung freier Software verschrieben hat. Das Herzstück von ownCloud ist die Server-Anwendung ownCloud X, die auf jedem beliebigen Server oder Webspace installierbar ist. Der benötigte Arbeits- und Festplattenspeicher ist stark von der Verwendung des Cloud-Servers abhängig. So sollte man die Ressourcen anhand von Kriterien wie der Nutzerzahl, Anzahl und Größe der gespeicherten Dateien und der allgemeinen Serveraktivität wählen.

Hinsichtlich zusätzlich benötigter Software machen die Hersteller für die aktuelle ownCloud-Version folgende Vorgaben:

ownCloud: Systemanforderungen

Betriebssystem

Ubuntu 16.04 und 18.04, Debian 8/9, SUSE Linux Enterprise Server 12 (SP 4) und 15, Red Hat Enterprise Linux/CentOS 7.5 und 8 (nur 64-Bit)

Datenbank

MySQL 8+, MariaDB 10+, Oracle 11 und 12, PostgreSQL 9 und 10, SQLite (nicht für Produktion!)

Webserver

Apache 2.4 (mit prefork-MPM-Modul und mod_php)

Skriptsprache

PHP 7.1+

Ist der ownCloud-Server installiert und eingerichtet – im Digital Guide gibt es eine Anleitung, wie dies auf einem Raspberry Pi gelingt), können Dateien mithilfe des Desktop-Clients auf diesen hochgeladen werden. Zusätzlich zu kostenfreien Clients für macOS, Windows und Linux gibt es mobile Apps für Android und iOS, die für 79 bzw. 99 Cent im Google Play Store und Apple App Store zum Download bereitstehen. Mithilfe dieser Anwendungen erstellt der Nutzer der ownCloud sein eigenes lokales Verzeichnis, das sich anschließend jederzeit und von überall aus mit dem Cloud-Server synchronisieren lässt (vorausgesetzt, es besteht eine Internetverbindung). Dank Filesharing-Feature können Dateien außerdem mit anderen Nutzern (bei Bedarf passwortgeschützt) geteilt werden, sodass diese ebenfalls darauf zugreifen können.

Für Unternehmen bietet das ownCloud-Team wahlweise professionellen, kostenpflichtigen Support, wobei zwei verschiedene Abonnement-Modelle zur Verfügung stehen: Die Standard Subscription enthält E-Mail-Support an Werktagen und kostet 3.000 Euro (für 50 Benutzer) bzw. 4.800 Euro (für 100 Benutzer) im Jahr. Dieses Support-Modell ist an die standardmäßige, freie AGPLv3-Lizenz gekoppelt, sodass alle Anpassungen an der Cloud-Software auch mit der Community geteilt werden. Mit der kostenintensiveren Enterprise Subscription, die 7.200 Euro (für 50 Benutzer) bzw. 11.520 Euro (für 100 Benutzer) pro Jahr kostet und mit der ownCloud Commercial License verknüpft ist, erhalten Firmen nicht nur globalen E-Mail- und Telefon-Support sondern auch Zugriff auf eine Reihe exklusiver Module, die einzig im Enterprise-Paket verfügbar sind. Darüber hinaus sind die Client-Apps für iOS und Android in diesem Paket kostenfrei.

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ownCloud bietet Nutzern und Administratoren diverse Zusatzfeatures, die die Usability der Cloud-Plattform optimieren. Hier eine Übersicht:

ownCloud: Features

Aktivitäten-Stream

Der Aktivitäten-Stream bietet einen Überblick über sämtliche Aktionen der Cloud-Nutzer. Wird eine Datei hochgeladen, bearbeitet, gelöscht oder geteilt, wird dies in diesem Ereignisprotokoll automatisch verzeichnet.

Gruppen- und Rechtemanagement

Nutzer können Gruppen erstellen, um die Freigabe von Dateien für einen bestimmten Nutzerkreis zu vereinfachen. Zusätzlich lässt sich der Zugriff auf geteilte Inhalte selektiv beschränken (Löschen, Ändern, Erstellen, Teilen).

Upload-Chunking

Die Onlinespeicher-Software erlaubt es, Dateien vor dem Upload in kleinere Pakete („chunks“) zu splitten. Insbesondere bei großen Dateien (ownCloud unterstützt auch Größen über 4 GB) zahlt sich dieses Feature aus.

Gemeinsames Arbeiten an Office-Dokumenten

Dank Collabora Online für ownCloud (erfordert separate Installation, z. B. via Docker) lassen sich Office-Dokumente im Team direkt über das Web-Frontend des Cloud-Speicher-Dienstes bearbeiten. Dabei werden die Formate von Microsoft Office und LibreOffice unterstützt.

Versionierung und Sperrung von Dateien

Um Komplikationen beim Zugriff auf die gespeicherten Dateien zu verhindern, lassen sich diese jederzeit sperren. Zusätzlich sorgt ownCloud für eine Versionierung der Dateien, sodass frühere Versionen jederzeit wiederhergestellt werden können.

Impersonation

Administratoren können sich bei entsprechender Konfiguration des Cloud-Speichers als jeglicher Nutzer anmelden, um beispielsweise bei technischen Problemen zu helfen.

Hinzu kommen Funktionen, die über Apps aus dem ownCloud Marketplace hinzugefügt werden können. Enterprise-Nutzer haben darüber hinaus Zugriff auf exklusive Features wie die Volltextsuche, um Dateien, Ordner oder Datei-Inhalte schneller und einfacher zu finden, oder ein automatisiertes Datei-Handling (Workflow-Management). Außerdem ist es in der Enterprise-Ausführung möglich, das Design der Cloud-Oberfläche zu verändern und das eigene Branding einzubauen.

Komplettiert wird das ownCloud-Paket durch verschiedene Sicherheitsfeatures, wobei auch hier kleinere Unterschiede zwischen der klassischen, freien Variante und der Enterprise-Edition bestehen:

ownCloud: Sicherheit & Schutz

Standard

Enterprise

Serverseitige Verschlüsselung des primären Speichers (AES-256)

ja

ja

Zwei-Faktor-Authentifizierung

ja

ja

SAML/SSO-Authentifizierung

nein

ja

Virenscanner (ClamAV)

ja

ja

Automatische Datei-Integritätsprüfung

ja

ja

Datei-Firewall

nein

ja

Passwort-Regeln

nein

ja

Protokollierung von Logins/Logouts und Dateisystem-Operationen

nein

ja

Wer sich unsicher ist, ob er die Enterprise-Features für die eigene Cloud benötigt, kann diese zunächst 30 Tage lang testen. Dazu muss die Testversion lediglich per Kontaktformular angefordert werden. Der Download-Link wird anschließend zeitnah per E-Mail übermittelt.

ownCloud: Vorteile

ownCloud: Nachteile

Desktop-Clients und mobile Apps für alle gängigen Plattformen verfügbar

Updates erscheinen sehr unregelmäßig

Minimale Systemvoraussetzungen (Hard- und Software)

Erfolgsbilanz in puncto Sicherheit ist ausbaufähig (langsame Fehlerbehebung und Schwachstellen-Offenlegung)

Dank modularem Aufbau hochgradig erweiterbar (diverse Zusatz-Apps im eigenen Marketplace verfügbar)

Performance-Probleme bei vielen, kleinen Dateien; limitierte Skalierbarkeit für größere Deployments (maximal 20.000 aktive Nutzer)

Nextcloud

Als Nextcloud 2016 zum ersten Mal als eigenständige Abspaltung von ownCloud veröffentlicht wurde, handelte es sich im Grunde genommen um die Open-Source-Edition der damaligen ownCloud-Version, der man lediglich ein neues Design verpasst hatte. Seitdem hat die Nextcloud GmbH, der sich neben Karlitschek auch andere ehemalige Entwickler des ownCloud-Projekts angeschlossen haben, die Umgestaltung der Software allerdings im Eiltempo vorangetrieben.

Die elementare Anwendung heißt Nextcloud-Server und kann auf nahezu allen Webspaces und Servern installiert werden. Ihre Hardware-Anforderungen sind wie bei ownCloud X von dem allgemeinen Server-Traffic, den Nutzerzahlen und der Zahl und Größe der gespeicherten Dateien abhängig. Generell performt Nextcloud dabei aber bei gleicher Hardware etwa doppelt so gut wie der Vorgänger. Das Entwicklerteam empfiehlt für einen stabilen Betrieb der Cloud aber mindestens 512 MB Arbeitsspeicher. Auch in Sachen Software-Voraussetzungen unterscheidet sich Nextcloud nicht wesentlich von seinem Vorgänger:

Nextcloud: Systemanforderungen

Betriebssystem

Ubuntu 18.04, Debian 10, SUSE Linux Enterprise Server 15, Red Hat Enterprise Linux 8, CentOS 8, Open SUSE Leap 42.1+

Datenbank

MySQL 5.6+, MariaDB 10.1+, Oracle 11g, PostgreSQL 9.5+, SQLite (nur für Testing und minimalistische Instanzen empfohlen)

Webserver

Apache 2.4 (mod_php, php-fpm), NGINX (mit PHP-FPM-Modul)

Skriptsprache

PHP 7.2+

Für den Upload von Dateien auf den fertig eingerichteten Nextcloud-Server stehen Desktop-Clients für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Windows- und macOS-User finden die notwendigen Installationsdateien auf der Homepage des Open-Source-Programms, Linux-Anwender (openSUSE, Archlinux, Fedora, Ubuntu, Debian) sollten diese in der Paketverwaltung ihrer Distribution vorfinden. Für den Zugriff von mobilen Geräten stehen kostenfreie Apps für Android und iOS sowie eine 99 Cent teure Applikation für Windows Phones zur Verfügung. Die Clients ermöglichen es, einen oder mehrere lokale Ordner mit dem Server zu synchronisieren. Dank Dateimanager und Filesharing-Feature können alle gespeicherten Dateien leicht überblickt und mit anderen Server-Nutzern oder über öffentliche Links geteilt werden.

Wie erwähnt laufen sämtliche Nextcloud-Komponenten ausnahmslos unter der freien GNU-AGPLv3-Lizenz, da eine kommerzielle Lizenz nicht zur Philosophie der Entwickler passt. Kostenpflichtigen Profi-Support für Power-User hat die Nextcloud GmbH allerdings ebenfalls im Portfolio, wobei gleich zwischen drei verschiedenen Preismodellen gewählt werden kann:

  1. Basic: Das Basic-Paket, das 1.900 (für 50 Benutzer) bzw. 3.400 Euro (für 100 Benutzer) im Jahr kostet, beinhaltet – zusätzlich zum Support via E-Mail (innerhalb von 72 Stunden) und dem Nextcloud Knowledge Portal – eine Updatesicherheit für ein Jahr.

  2. Standard: Unterstützung von professionellen Entwicklern, Installations-Service, Telefon-Support zu den offiziellen Geschäftszeiten sowie einen dreijährigen Update-Support erhält man im Standard-Abonnement für 3.400 (für 50 Benutzer) bzw. 6.100 Euro (für 100 Benutzer) pro Jahr.

  3. Premium: Wer zum Premium-Plan greift, zahlt jährlich 4.900 (für 50 Benutzer) bzw. 8.900 Euro (für 100 Benutzer) und erhält im Gegenzug Planungssicherheit für 10 Jahre, 24/7-Telefon- und Mail-Support und – sofern benötigt – Unterstützung bei der Skalierung des Cloud-Speichers.
Hinweis

In allen drei Nextcloud-Support-Paketen sind zusätzliche Preisstaffelungen für Nutzerzahlen von bis zu 10 Millionen verfügbar.

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Auch Nextcloud ist nicht einfach nur auf den Up- und Download von Dateien beschränkt, sondern mit verschiedenen Features ausgestattet, die sowohl einfachen Nutzern als auch organisierenden Administratoren zusätzliche Möglichkeiten eröffnen und die Dateispeicherung vereinfachen:

Nextcloud: Features

Workflow-Management

Workflow-Features wie eine Dateizugriffskontrolle oder eine automatische Dateierfassung helfen Administratoren dabei, die Kontrolle zu behalten. Auf Basis eines leicht konfigurierbaren Regelwerks können bestimmte Aktionen beispielsweise für eine festgelegte Nutzergruppe gesperrt werden. Auch automatische Benachrichtigungen im Chat (z. B. beim Datei-Upload) und eine PDF-Konvertierung zählen zu den Features.

Server-Monitoring

Nextcloud liefert einen Überblick über die Nutzeraktivitäten und informiert z. B. über vorgenommene Änderungen oder den Download freigegebener Dateien. Das Monitoring-Modul gibt zudem Informationen zur Performance und Stabilität des eigenen Cloud-Servers.

Gemeinsames Arbeiten an Office-Dokumenten

Anders als ownCloud hat Nextcloud Hub nativ Tools für das Echtzeit-Dokumentenmanagement integriert, um das gemeinsame Bearbeiten von Office-Dokumenten (LibreOffice/Microsoft Office) zu ermöglichen. Collabora Online lässt sich optional aber ebenfalls installieren.

Anpassbares Design (Branding)

Mithilfe der Theming-App lässt sich das Aussehen der eigenen Cloud modifizieren. Ohne Zusatzkosten können das eigene Logo eingebaut, ein anderes Hintergrundbild gewählt und Name und Slogan verändert werden.

Audio- und Video-Kommunikation

Zusätzlich zu den Speicher-Features offeriert Nextcloud auch Möglichkeiten, mit anderen Cloud-Nutzern und sogar externen Personen zu kommunizieren. Die notwendigen Direktverbindungen werden über die sichere WebRTC-Technologie aufgebaut.

Volltextsuche

In Kombination mit dem Indexierungs-Dienst Apache Solr oder Elasticsearch kann die Nextant-App dazu verwendet werden, eine Volltextsuche für den Cloud-Speicher einzurichten. Solr erfasst dabei u. a. Text-, PDF-, Bilder- und Audiodateien sowie Office-Dokumente (Microsoft Office und LibreOffice).

Collaboration

Workspaces geben Nextcloud-Nutzern die Möglichkeit, Ordner mit Notizen, To-do-Listen und anderem Kontext zu bestücken. Andere User können diese Informationen wiederum in Echtzeit bearbeiten oder beispielsweise als erledigt markieren.

Kontakt- und Zeitmanagement

Nextcloud bietet standardmäßig diverse Features für das Management von Kontakten und Terminen. Unter anderem sind ein Kalender, ein Kontaktverwaltungs-Tool sowie ein Mail-Client integriert.

Dank des modularen Aufbaus liegt eine der Stärken der Cloud-Plattform in ihrer hochgradigen Erweiterbarkeit: Über die Nextcloud-Apps lassen sich die verschiedensten Funktionen aus Bereichen wie „Integration“, „Multimedia“, Büro & Text“ oder „Authentifizierung & Authorisierung“ hinzufügen. Alle offiziell unterstützten Erweiterungen listet Nextcloud im eigenen App Store auf. Dort finden Nutzer nicht nur Dokumentationen und Download-Links für die mittlerweile über 200 verfügbaren Erweiterungen, sondern auch einen Guide für Entwickler, die eigene Module programmieren möchten.

Mindestens ebenso wichtig wie ein großes Arsenal an Zusatzfeatures ist die Sicherheit der Daten, die mithilfe der Software in den „Privat“-Clouds gespeichert werden. Deshalb gibt Nextcloud den Betreibern wirkungsvolle Werkzeuge an die Hand, die für einen bestmöglichen Schutz sorgen sollen:

Nextcloud: Sicherheit & Schutz

Serverseitige Verschlüsselung des primären Speichers (AES-256)

Zusätzlich zum standardmäßigen Datentransfer über SSL/TLS können sämtliche Informationen auf dem Server verschlüsselt werden.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Ab Version 13 ermöglicht Nextcloud die Speicherung und den Austausch von Dateien/Ordnern mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Codierung findet also bereits auf Seiten des Clients statt, während der Server die Daten zu keiner Zeit lesen kann.

Brute-Force-Schutz

Per Standard-Einstellung bietet Nextcloud Schutz vor Brute-Force-Angriffen.

Content Security Policy 3.0

Das Web-Interface der Open-Source-Cloud kann dank Content Security Policy 3.0 (CSP) abgesichert werden. Das HTTP-Sicherheitsfeature erlaubt es, serverseitige Regeln für den Zugriff auf die Dateien zu definieren.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Über die Kommandozeile können Administratoren die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Nutzer aktivieren bzw. deaktivieren.

SAML/SSO-Authentifizierung

Nextcloud unterstützt außerdem die Markup-Sprache SAML und den Single-Sign-on (Einmalanmeldung).

Passwort-Regeln

Administratoren haben die Möglichkeit, Richtlinien für die Erstellung von Passwörtern (Login, Dateifreigabe) zu erstellen.

Um Nextcloud zu testen, muss man die Cloud-Software nicht heruntergeladen und installieren. Auf der Homepage können Interessierte ihre eigene Demo-Instanz des Onlinespeichers erzeugen und die hier beschriebenen Features 60 Minuten lang ausprobieren.

Nextcloud: Vorteile

Nextcloud: Nachteile

Design der Oberfläche lässt sich jederzeit und unkompliziert an die eigenen Vorstellungen anpassen

Im KMU-Bereich nur mit externem Hosting-Dienstleister zu empfehlen, da offizieller Support von Nextcloud erst ab 50 Nutzern verfügbar ist und das Community-Forum hierfür nicht ausreichend Unterstützung bietet

Standardmäßig aktivierter Brute-Force-Schutz und diverse andere Sicherheits-Features; lukratives Bug-Bounty-Programm (bis zu 10.000 $ Belohnung für Schwachstellenaufdeckung)

Nicht alle der verfügbaren Zusatz-Apps sind so hochwertig wie die Cloud-Lösung selbst; das Fehler- und Angriffspotenzial ist somit durch die Einbindung (die immer optional ist) leicht erhöht

Bietet neben Filesharing verschiedene weitere Collaboration-Features wie Audio- und Video-Unterhaltung

Performance-Probleme bei vielen, kleinen Dateien

Die wichtigsten Unterschiede zwischen ownCloud und Nextcloud

In vielen Punkten ist deutlich geworden, dass Nextcloud zwar keine gänzlich neue Software, in puncto Collaboration aber wesentlich ambitionierter als ownCloud konzipiert ist. Seit dem Release 2016 hat sich die einstige Abspaltung von einer einfachen Synchronisierungs- und Sharing-Lösung für Dateien zu einer erstklassigen Alternative zu Cloud-Suites wie Microsoft 365 entwickelt. Die Unterschiede in Sachen Dateispeicherung und Filesharing sind derweil nur gering.

Wichtige Unterscheidungsmerkmalefallen erst bei der Betrachtung der Zusatz- und Sicherheitsfeatures auf: Einerseits sorgt die Lizenzpolitik von ownCloud dafür, dass gewisse Komponenten wie die Volltextsuche, Workflow-Management oder Branding nur für die zahlende Enterprise-Kundschaft verfügbar sind. Nextcloud-Nutzer haben derartige Einschränkungennicht, da lediglich Support und Update-Service extra kosten. Mit Features wie integriertem Echtzeit-Dokumentenmanagement oder Audio- und Videotelefonie hat Nextcloud den Vorgänger in Sachen Funktionsumfang ebenso schnell überflügelt wie in Sachen Sicherheit: Automatisch eingerichteter Brute-Force-Schutz, leicht einrichtbare Zwei-Faktor-Authentifizierung oder serverseitige Dateiverschlüsselung sind nur einige der zu nennenden Nextcloud-Sicherheitsfeatures.

Übersichtstabelle: ownCloud vs. Nextcloud

 

ownCloud

Nextcloud

Homepage

owncloud.com

nextcloud.com

Entwickler

ownCloud GmbH

Nextcloud GmbH

Veröffentlichungsjahr

2010

2016

Lizenz

Open Source / proprietär

Open Source

Support-Modelle

Standard, Enterprise

Basic, Standard, Premium

Support-Kosten

ab 3.000 Euro für 50 Benutzer pro Jahr

ab 1.900 Euro für 50 Benutzer pro Jahr

Clients für Cloud-Zugang

Windows, macOS, Linux, iOS, Android

Windows, macOS, Linux, iOS, Android,

Kostenpflichtige Features

ja

nein

Hosting auf eigenem/gemietetem Server möglich

ja

ja

Eingebaute Collaboration-Features

Kommentarfunktion, Zugriffsberechtigungen für geteilte Dateien und Ordner, Gast-Zugang

Kommentarfunktion und Echtzeit-Benachrichtigungen, Echtzeit-Dokumentenmanagement, Audio-/Video-Chat, Gast-Zugang, individuelle Workspaces

Nextcloud-Lösungen von IONOS

Als exklusiver Partner von Nextcloud spielt die Cloud-Collaboration-Software auch bei IONOS eine große Rolle: So erhalten Selbstständige, kleine und mittelständische Unternehmen mit der Nextcloud-App die passende Lösung, um die Anwendung direkt auf dem gemieteten Server zu installieren und für die eigenen Zwecke zu nutzen. Als Nutzer profitieren Sie dabei nicht nur von dem passenden Hardware- und Software-Grundgerüst (Voraussetzung ist ein Cloud-Server-Paket ab XS) und einer vereinfachten Installation und Einrichtung, sondern bleiben dank IONOS immer auch auf dem neuesten (Sicherheits-)Stand.

Für größere Unternehmen steht mit Nextcloud Hub hosted by IONOS ebenfalls das passende Angebot bereit: Interessenten können sich für diesen Service registrieren, um die Collaboration-Features der Open-Source-Anwendung im großen Stil in der eigenen Firma zu implementieren – ohne Begrenzungen in Sachen Speicherplatz und Nutzerzahl. IONOS hostet Ihre Nextcloud-Anwendungen dabei unter strengsten EU-Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen, zu 100 Prozent DSGVO-konform und mit maximalem Schutz vor unbefugtem Zugriff von außen.


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