ownCloud vs. Nextcloud: Die beiden Cloud-Speicher-Dienste im direkten Vergleich

Wer in der heutigen Zeit Herr über sein persönliches Dateien-Arsenal aus Dokumenten, Bildern, Musik und Videos werden möchte, greift dazu immer häufiger auf die Möglichkeiten eines Online-Cloud-Speichers zurück. Dienste wie Dropbox, Microsoft OneDrive oder Apples iCloud stellen dank dauerhafter und geräteübergreifender Erreichbarkeitüber das Internet eine attraktive und praktische Alternative zur lokalen Speicherung auf dem eigenen Computer, Tablet oder Smartphone dar. Insbesondere bei sensiblen Daten stellt sich dabei jedoch immer auch die Frage, wie es um die Sicherheit der abgelegten Dateien bestellt ist.

Wer die Vorteile der Cloud genießen und zudem die vollständige Kontrolle über sämtliche Daten behalten möchte, sollte daher in Erwägung ziehen, seinen eigenen Onlinespeicher-Dienst zu hosten und zu verwalten. Die notwendige Software findet man bereits im Open-Source-Sektor: Vor allem die Anwendung ownCloud und deren Abspaltung Nextcloud haben sich hierbei in der jüngeren Vergangenheit ihren Namen als funktionsstarke Lösungen gemacht, weshalb dieser Ratgeber beide Dienste etwas genauer beleuchten soll.

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ownCloud vs. Nextcloud: Vergleich der Open-Source-Clouds

Am 2. Juni 2016 gab Frank Karlitschek, seines Zeichens Gründer von ownCloud, die Arbeiten an einer offiziellen Abspaltung der hauseigenen Cloud-Software bekannt, die noch im selben Jahr unter dem Namen Nextcloud in einer ersten Version veröffentlicht wurde. Karlitschek hatte das Unternehmen wenige Wochen zuvor aufgrund von Unstimmigkeiten über den künftigen Kurs verlassen, wobei insbesondere das Thema Lizenzierung eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Dieser Streitpunkt wird im Hauptunterscheidungsmerkmal beider Open-Source-Clouds deutlich: Während ownCloud-Nutzer einige Features mittlerweile ausschließlich in der kommerziell lizenzierten Enterprise-Edition nutzen können, sind sämtliche Nextcloud-Komponenten unter der freien AGPLv3-Lizenz verfügbar.

In welcher Hinsicht sich die beiden Onlinespeicher-Lösungen außerdem unterscheiden und welche Features sie im Allgemeinen auszeichnen, darum geht es im Folgenden. Zunächst betrachten wir ownCloud und Nextcloud einzeln für sich, anschließend stellen wir die jeweiligen Vor- und Nachteile im direkten Vergleich heraus.

ownCloud

Das ownCloud-Projekt wurde 2010 wie erwähnt von Frank Karlitschek ins Leben gerufen. Es sollte Nutzern eine freie Alternative zu kommerziellen Cloud-Diensten bieten. Der aus Deutschland stammende Software-Entwickler war zuvor in erster Linie als Mitglied der KDE-Community tätig, die sich der Entwicklung freier Software verschrieben hat. Das Herzstück von ownCloud ist die Server-Anwendung ownCloud X, die auf jedem beliebigen Server oder Webspace installierbar ist. Der benötigte Arbeits- und Festplattenspeicher ist stark von der Verwendung des Cloud-Servers abhängig. So sollte man die Ressourcen anhand von Kriterien wie der Nutzerzahl, Anzahl und Größe der gespeicherten Dateien und der allgemeinen Serveraktivität wählen. Hinsichtlich zusätzlich benötigter Software machen die Hersteller folgende Vorgaben:

ownCloud: Systemanforderungen  
Betriebssystem Ubuntu 16.04, Debian 7/8, SUSE Linux Enterprise Server 12/12 SP1, Red Hat Enterprise Linux, CentOS 6.5/7
Datenbank MySQL, MariaDB 5.5+, Oracle 11g, PostgreSQL, SQLite
Webserver Apache 2.4 (mit prefork-MPM-Modul und mod_php), alternativ: NGINX (mit PHP-FPM-Modul)
Skriptsprache PHP 5.6+

Ist der ownCloud-Server installiert und eingerichtet (im Digital Guide gibt es eine Anleitung, wie dies auf einem Raspberry Pi gelingt), können Dateien mithilfe des Desktop-Clients auf diesen hochgeladen werden. Zusätzlich zu kostenfreien Clients für macOS, Windows und Linux gibt es mobile Apps für Android und iOS, die für 79 bzw. 99 Cent im Google Play Store und Apple App Store zum Download bereitstehen. Mithilfe dieser Anwendungen erstellt der Nutzer der ownCloud sein eigenes lokales Verzeichnis, das sich anschließend jederzeit und von überall aus mit dem Cloud-Server synchronisieren lässt (vorausgesetzt, es besteht eine Internetverbindung). Dank Filesharing-Feature können Dateien außerdem mit anderen Nutzern (bei Bedarf passwortgeschützt) geteilt werden, sodass diese ebenfalls darauf zugreifen können.

Für Unternehmen bietet das ownCloud-Team wahlweise professionellen, kostenpflichtigen Support, wobei zwei verschiedene Abonnement-Modelle zur Verfügung stehen: Die Standard Subscription enthält E-Mail-Support an Werktagen und kostet 3.000 Euro (für 50 Benutzer) bzw. 4.800 Euro (für 100 Benutzer) im Jahr. Dieses Support-Modell ist an die standardmäßige, freie AGPLv3-Lizenz gekoppelt, sodass alle Anpassungen an der Cloud-Software auch mit der Community geteilt werden. Mit der kostenintensiveren Enterprise Subscription, die 7.200 Euro (für 50 Benutzer) bzw. 11.520 Euro (für 100 Benutzer) pro Jahr kostet und mit der ownCloud Commercial License verknüpft ist, erhalten Firmen nicht nur globalen E-Mail- und Telefon-Support sondern auch Zugriff auf eine Reihe exklusiver Module, die einzig im Enterprise-Paket verfügbar sind. Darüber hinaus sind die Client-Apps für iOS und Android in diesem Paket kostenfrei.

ownCloud bietet Nutzern und Administratoren diverse Zusatzfeatures, die die Usability der Cloud-Plattform optimieren. Hier eine Übersicht:

ownCloud: Features  
Aktivitäten-Stream Der Aktivitäten-Stream bietet einen Überblick über sämtliche Aktionen der Cloud-Nutzer. Wird eine Datei hochgeladen, bearbeitet, gelöscht oder geteilt, wird dies in diesem Ereignisprotokoll automatisch verzeichnet.
Gruppen- und Rechtemanagement Nutzer können Gruppen erstellen, um die Freigabe von Dateien für einen bestimmten Nutzerkreis zu vereinfachen. Zusätzlich lässt sich der Zugriff auf geteilte Inhalte selektiv beschränken (Löschen, Ändern, Erstellen, Teilen).
Video-Player und Bildergalerie ownCloud offeriert die Möglichkeit, Bilder und Videos direkt in der Cloud anzusehen, ohne sie vorher herunterladen zu müssen.
Upload-Chunking Die Onlinespeicher-Software erlaubt es, Dateien vor dem Upload in kleinere Pakete („chunks“) zu splitten. Insbesondere bei großen Dateien (ownCloud unterstützt auch Größen über 4 GB) zahlt sich dieses Feature aus.
Gemeinsames Arbeiten an Office-Dokumenten Dank Collabora Online für ownCloud lassen sich Office-Dokumente im Team direkt über das Web-Frontend des Cloud-Speicher-Dienstes bearbeiten. Dabei werden die Formate von Microsoft Office und LibreOffice unterstützt.
Versionierung und Sperrung von Dateien Um Komplikationen beim Zugriff auf die gespeicherten Dateien zu verhindern, lassen sich diese jederzeit sperren. Zusätzlich sorgt ownCloud für eine Versionierung der Dateien, sodass frühere Versionen jederzeit wiederhergestellt werden können.
Impersonation Administratoren können sich bei entsprechender Konfiguration des Cloud-Speichers als jeglicher Nutzer anmelden, um beispielsweise bei technischen Problemen zu helfen.

Hinzu kommen Funktionen, die über Apps aus dem ownCloud Marketplace hinzugefügt werden können. Enterprise-Nutzer haben darüber hinaus Zugriff auf exklusive Features wie die Volltextsuche, um Dateien, Ordner oder Datei-Inhalte schneller und einfacher zu finden, oder ein automatisiertes Datei-Handling (Workflow-Management). Außerdem ist es in der Enterprise-Ausführung möglich, das Design der Cloud-Oberfläche zu verändern und das eigene Branding einzubauen.

Komplettiert wird das ownCloud-Paket durch verschiedene Sicherheitsfeatures, wobei auch hier kleinere Unterschiede zwischen der klassischen, freien Variante und der Enterprise-Edition bestehen:

  ownCloud: Sicherheit & Schutz  
  Standard Enterprise
Serverseitige Verschlüsselung des primären Speichers (AES-256) ja ja
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Daten nein ja
Zwei-Faktor-Authentifizierung ja ja
SAML/SSO-Authentifizierung nein ja
Virenscanner (ClamAV) ja ja
Automatische Datei-Integritätsprüfung ja ja
Datei-Firewall nein ja
Passwort-Regeln nein ja
Protokollierung von Logins/Logouts und Dateisystem-Operationen nein ja

Wer sich unsicher ist, ob er die Enterprise-Features für die eigene Cloud benötigt, kann diese zunächst 30 Tage lang testen. Dazu muss die Testversion lediglich per Kontaktformular angefordert werden. Der Download-Link wird anschließend zeitnah per E-Mail übermittelt.

ownCloud: Vorteile ownCloud: Nachteile
Desktop-Clients und mobile Apps für alle gängigen Plattformen verfügbar Einige Komponenten unterliegen einer kommerziellen Lizenz
Minimale Systemvoraussetzungen (Hard- und Software) Verschlüsselung findet standardmäßig nur serverseitig statt
Dank modularem Aufbau hochgradig erweiterbar (diverse Zusatz-Apps im eigenen Marketplace verfügbar) Performance-Probleme bei vielen, kleinen Dateien

Nextcloud

Als Nextcloud 2016 zum ersten Mal als eigenständige Abspaltung von ownCloud veröffentlicht wurde, handelte es sich im Grunde genommen um die Open-Source-Edition der damaligen ownCloud-Version, der man lediglich ein neues Design verpasst hatte. Seitdem hat die Nextcloud GmbH, der sich neben Karlitschek auch andere ehemalige Entwickler des ownCloud-Projekts angeschlossen haben, die Umgestaltung der Software allerdings im Eiltempo vorangetrieben. Die elementare Anwendung heißt Nextcloud-Server und kann auf nahezu allen Webspaces und Servern installiert werden. Ihre Hardware-Anforderungen sind wie bei ownCloud X von dem allgemeinen Server-Traffic, den Nutzerzahlen und der Zahl und Größe der gespeicherten Dateien abhängig. Das Entwicklerteam empfiehlt für einen stabilen Betrieb der Cloud aber mindestens 512 MB Arbeitsspeicher. Auch in Sachen Software-Voraussetzungen unterscheidet sich Nextcloud nicht wesentlich von seinem Vorgänger:

Nextcloud: Systemanforderungen  
Betriebssystem Ubuntu 14.04/16.04, Debian 7, SUSE Linux Enterprise Server 11 SP3/12, Red Hat Enterprise Linux, CentOS 6.5/7
Datenbank MySQL, MariaDB 5.5+, Oracle 11g, PostgreSQL
Webserver Apache 2 (mod_php, php-fpm), NGINX (mit PHP-FPM-Modul)
Skriptsprache PHP 5.6+

Für den Upload von Dateien auf den fertig eingerichteten Nextcloud-Server stehen Desktop-Clients für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Windows- und macOS-User finden die notwendigen Installationsdateien auf der Homepage des Open-Source-Programms, Linux-Anwender (openSUSE, Archlinux, Fedora, Ubuntu, Debian) sollten diese in der Paketverwaltung ihrer Distribution vorfinden. Für den Zugriff von mobilen Geräten stehen kostenfreie Apps für Android und iOS sowie eine 99 Cent teure Applikation für Windows Phones zur Verfügung. Die Clients ermöglichen es, einen oder mehrere lokale Ordner mit dem Server zu synchronisieren. Dank Dateimanager und Filesharing-Feature können alle gespeicherten Dateien leicht überblickt und mit anderen Server-Nutzern oder über öffentliche Links geteilt werden.

Wie erwähnt laufen sämtliche Nextcloud-Komponenten ausnahmslos unter der freien GNU-AGPLv3-Lizenz, da eine kommerzielle Lizenz nicht zur Philosophie der Entwickler passt. Kostenpflichtigen Profi-Support für Power-User hat die Nextcloud GmbH allerdings ebenfalls im Portfolio, wobei gleich zwischen drei verschiedenen Preismodellen gewählt werden kann:

  1. Basic: Das Basic-Paket, das 1.900 (für 50 Benutzer) bzw. 3.400 Euro (für 100 Benutzer) im Jahr kostet, beinhaltet – zusätzlich zum Support via E-Mail (innerhalb von 72 Stunden) und dem Nextcloud Knowledge Portal – eine Updatesicherheit für ein Jahr.

  2. Standard: Unterstützung von professionellen Entwicklern, Installations-Service, Telefon-Support zu den offiziellen Geschäftszeiten sowie einen dreijährigen Update-Support erhält man im Standard-Abonnement für 3.400 (für 50 Benutzer) bzw. 6.100 Euro (für 100 Benutzer) pro Jahr.

  3. Premium: Wer zum Premium-Plan greift, zahlt jährlich 4.900 (für 50 Benutzer) bzw. 8.900 Euro (für 100 Benutzer) und erhält im Gegenzug Planungssicherheit für 10 Jahre, 24/7-Telefon- und Mail-Support und – sofern benötigt – Unterstützung bei der Skalierung des Cloud-Speichers.
Hinweis

In allen drei Nextcloud-Support-Paketen sind zusätzliche Preisstaffelungen für Nutzerzahlen von bis zu 10 Millionen verfügbar.

Zum Schutz Ihrer Privatsphäre wird das Video erst nach dem Klick geladen

 

Auch Nextcloud ist nicht einfach nur auf den Up- und Download von Dateien beschränkt, sondern mit verschiedenen Features ausgestattet, die sowohl einfachen Nutzern als auch organisierenden Administratoren zusätzliche Möglichkeiten eröffnen und die Dateispeicherung vereinfachen:

Nextcloud: Features  
Workflow-Management Workflow-Features wie eine Dateizugriffskontrolle oder eine automatische Dateierfassung helfen Administratoren dabei, die Kontrolle zu behalten. Auf Basis eines leicht konfigurierbaren Regelwerks können bestimmte Aktionen beispielsweise für eine festgelegte Nutzergruppe gesperrt werden.
Server-Monitoring Nextcloud liefert einen Überblick über die Nutzeraktivitäten und informiert z. B. über vorgenommene Änderungen oder den Download freigegebener Dateien. Das Monitoring-Modul gibt zudem Informationen zur Performance und Stabilität des eigenen Cloud-Servers.
Gemeinsames Arbeiten an Office-Dokumenten Auch Nextcloud bietet eine Verknüpfung zu Collabora Online, um das gemeinsame Bearbeiten von Office-Dokumenten (LibreOffice/Microsoft Office) zu ermöglichen.
Anpassbares Design (Branding) Mithilfe der Theming-App lässt sich das Aussehen der eigenen Cloud modifizieren. Ohne Zusatzkosten können das eigene Logo eingebaut, ein anderes Hintergrundbild gewählt und Name und Slogan verändert werden.
Audio- und Video-Kommunikation Zusätzlich zu den Speicher-Features offeriert Nextcloud auch Möglichkeiten, mit anderen Cloud-Nutzern und sogar externen Personen zu kommunizieren. Die notwendigen Direktverbindungen werden über die sichere WebRTC-Technologie aufgebaut.
Volltextsuche In Kombination mit dem Indexierungs-Dienst Apache Solr kann die Nextant-App dazu verwendet werden, eine Volltextsuche für den Cloud-Speicher einzurichten. Solr erfasst dabei u. a. Text-, PDF-, Bilder- und Audiodateien sowie Office-Dokumente (Microsoft Office und LibreOffice)

Dank des modularen Aufbaus liegt eine der Stärken der Cloud-Plattform in ihrer hochgradigen Erweiterbarkeit: Über die Nextcloud-Apps lassen sich die verschiedensten Funktionen aus Bereichen wie „Integration“, „Multimedia“, Büro & Text“ oder „Authentifizierung & Authorisierung“ hinzufügen. Alle offiziell unterstützten Erweiterungen listet Nextcloud im eigenen App Store auf. Dort finden Nutzer nicht nur Dokumentationen und Download-Links, sondern auch einen Guide für Entwickler, die eigene Module programmieren möchten.

Mindestens ebenso wichtig wie ein großes Arsenal an Zusatzfeatures ist die Sicherheit der Daten, die mithilfe der Software in den „Privat“-Clouds gespeichert werden. Deshalb gibt Nextcloud den Betreibern wirkungsvolle Werkzeuge an die Hand, die für einen bestmöglichen Schutz sorgen sollen:

Nextcloud: Sicherheit & Schutz  
Serverseitige Verschlüsselung des primären Speichers (AES-256) Zusätzlich zum standardmäßigen Datentransfer über SSL/TLS können sämtliche Informationen auf dem Server verschlüsselt werden.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Ab Version 13 ermöglicht Nextcloud die Speicherung und den Austausch von Dateien/Ordnern mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Codierung findet also bereits auf Seiten des Clients statt, während der Server die Daten zu keiner Zeit lesen kann.
Brute-Force-Schutz Per Standard-Einstellung bietet Nextcloud Schutz vor Brute-Force-Angriffen.
Content Security Policy 3.0 Das Web-Interface der Open-Source-Cloud kann dank Content Security Policy 3.0 (CSP) abgesichert werden. Das HTTP-Sicherheitsfeature erlaubt es, serverseitige Regeln für den Zugriff auf die Dateien zu definieren.
Zwei-Faktor-Authentifizierung Über die Kommandozeile können Administratoren die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Nutzer aktivieren bzw. deaktivieren.
SAML/SSO-Authentifizierung Nextcloud unterstützt außerdem die Markup-Sprache SAML und den Single-Sign-on (Einmalanmeldung).
Passwort-Regeln Administratoren haben die Möglichkeit, Richtlinien für die Erstellung von Passwörtern (Login, Dateifreigabe) zu erstellen.

Um Nextcloud zu testen, muss man die Cloud-Software nicht heruntergeladen und installieren. Auf der Homepage können Interessierte ihre eigene Demo-Instanz des Onlinespeichers erzeugen und die hier beschriebenen Features 60 Minuten lang ausprobieren.

Nextcloud: Vorteile Nextcloud: Nachteile
Design der Oberfläche lässt sich jederzeit und unkompliziert an die eigenen Vorstellungen anpassen Update-Bereitstellung funktioniert häufig noch nicht wie gewünscht
Standardmäßig aktivierter Brute-Force-Schutz Die angestrebte Multifunktionalität erhöht auch das Fehler- und Angriffspotenzial
Bietet neben Filesharing verschiedene weitere Collaboration-Features wie Audio- und Video-Unterhaltung Performance-Probleme bei vielen, kleinen Dateien

Die wichtigsten Unterschiede zwischen ownCloud und Nextcloud

In vielen Punkten ist deutlich geworden, dass Nextcloud keine gänzlich neue Software ist, sondern um die freie Variante von ownCloud herum entwickelt worden ist. In Sachen Dateispeicherung und Filesharing lassen sich im Grunde genommen keine Unterschiede zwischen den beiden Anwendungen festmachen.

Wichtige Unterscheidungsmerkmalefallen erst bei der Betrachtung der Zusatz- und Sicherheitsfeatures auf: Einerseits sorgt die Lizenzpolitik von ownCloud dafür, dass gewisse Komponenten wie die Volltextsuche, Workflow-Management oder Branding nur für die zahlende Enterprise-Kundschaft verfügbar sind. Nextcloud-Nutzer haben derartige Einschränkungennicht, da lediglich Support und Update-Service extra kosten. Andererseits lassen die neuesten Features wie Audio- und Videotelefonie vermuten, dass das Nextcloud-Team den Fokus künftig vermehrt auf die funktionale Erweiterung der Anwendung setzen und diese zu einer komplexen Online-Collaboration-Plattform ausbauenmöchte. Bei ownCloud möchte man sich derweil auf die Optimierung der Sicherheitsfeatures fokussieren, wobei der Nachfolger mit Funktionen wie automatisch eingerichtetem Brute-Force-Schutz aber ebenfalls einen Schritt voraus zu sein scheint.

Als relativ neue Software hat Nextcloud allerdings noch die typischen Startschwierigkeiten: Eine deutschsprachige Website gibt es ebenso wenig wie deutschsprachige Anleitungen, und auch die englische Fassung der Online-Handbücher ist bis dato noch nicht sehr umfangreich. Auch die Versorgung mit Aktualisierungen gelingt noch nicht so reibungsfrei wie es bei ownCloud der Fall ist.

Übersichtstabelle: ownCloud vs. Nextcloud

 

ownCloud

Nextcloud

Homepage

owncloud.com

nextcloud.com

Entwickler

ownCloud GmbH

Nextcloud GmbH

Veröffentlichungsjahr

2010

2016

Lizenz

Open Source / proprietär

Open Source

Support-Modelle

Standard, Enterprise

Basic, Standard, Premium

Support-Kosten

ab 3.000 Euro für 50 Benutzer pro Jahr

ab 1.900 Euro für 50 Benutzer pro Jahr

Clients für Cloud-Zugang

Windows, macOS, Linux, iOS, Android

Windows, macOS, Linux, iOS, Android, Windows Phone

Kostenpflichtige Features

ja

nein

Hosting auf eigenem/gemietetem Server möglich

ja

ja


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