Virtualisierungs-Software: Die besten Programme im Vergleich
Eine Virtualisierungs-Software entkoppelt das Betriebssystem von der darunter liegenden Hardware. So wird es möglich, mächtige IT-Ressourcen in kleinere Einheiten aufzuteilen. Unter anderem lassen sich mit Virtualisierungs-Software auf einem physischen Server mehrere virtuelle Maschinen (VM) betreiben. Auf Basis großer Rechenfarmen werden so skalierbare IT-Landschaften realisiert. Wir stellen die beste Virtualisierungs-Software im Vergleich vor.
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Die beste VM-Software im direkten Vergleich
Wir fassen hier die wichtigsten Eigenschaften der besten VM-Programme im Vergleich zusammen. Details finden Sie im jeweiligen Abschnitt weiter unten im Artikel.
| Software | Host-OS | Kosten |
|---|---|---|
| Microsoft Hyper-V Manager | Windows und Windows Server | kostenfrei |
| VMware Workstation | Windows, Windows Server oder Linux | kostenfrei |
| Oracle VirtualBox | 64-Bit Windows oder Linux / macOS | kostenfrei |
| VMware Fusion | macOS | kostenfrei |
| Parallels Desktop for Mac | macOS | + |
| KVM | 32- und 64-Bit-Linux | kostenfrei |
| QEMU | 32- und 64-Bit macOS, Windows und Linux | kostenfrei |
| OpenVZ | 32- und 64-Bit Linux | kostenfrei |
Alle Angaben sind auf dem Stand von Mai 2026.
Wie funktioniert Virtualisierungs-Software?
Bei Virtualisierung handelt es sich um das Bereitstellen einer Abstraktionsschicht, welche zwischen physischer Hardware und Betriebssystem bzw. Betriebssystem und Anwendungsprogramm liegt. Mit der Abstraktion von IT-Komponenten wie Hardware, Software, Speicher und Netzwerkkomponenten will man Ressourcen auf virtueller Ebene bereitstellen und diese flexibel und bedarfsgerecht an verschiedene Abnehmende verteilen, was einen zentralen Vorteil der Virtualisierung darstellt.
Je nach Art der eingesetzten Virtualisierungs-Software unterscheiden sich die zugrundeliegenden Mechanismen. Im Falle der Hardware-Virtualisierung kommt eine Hypervisor genannte Software zum Einsatz. Der Hypervisor fungiert als Schnittstelle zwischen physischer Hardware und virtuellen Maschinen. Für gewöhnlich läuft ein Hypervisor auf einem bestimmten Betriebssystem („Operating System“, OS), dem Host-OS, und stellt virtualisierte Hardware für ein Gast-OS bereit. Wir unterscheiden zwei Typen von Hypervisoren:
| Hypervisor-Typ | Bezeichnung | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Typ-1 Hypervisor | „bare-metal“ | Ein Hypervisor vom Typ-1 läuft direkt auf der physischen Hardware: Hardware → Hypervisor / Host-OS → Gast-OS | Hyper-V, KVM |
| Typ-2 Hypervisor | „hosted“ | Ein Hypervisor vom Typ-2 läuft auf einem Host-Betriebssystem: Hardware → Host-OS → Hypervisor → Gast-OS | VirtualBox, VMware Fusion |
Manche Gast-Betriebssysteme benötigen ein spezifisches Host-OS. So lässt sich macOS als Gast nur auf einem macOS-Host betreiben.
Wofür wird Virtualisierungs-Software genutzt?
Virtualisierungs-Software kommt zum Einsatz, um auf Basis physischer Hardware virtuelle Maschinen zu erzeugen. Dieser als „Provisionierung“ bekannte Prozess bildet die Grundlage für skalierbare Cloud-Plattformen und Infrastructure-as-a-Service (IaaS).
Virtuelle Maschinen (VM) bieten im Gegensatz zu auf physischer Hardware installierten Betriebssystemen einen weiteren, entscheidenden Vorteil. Der Zustand einer VM lässt sich als sogenannter „Snapshot“ abspeichern. Geht beim Arbeiten mit der VM etwas schief, springt man schnell zum letzten Snapshot zurück.
Ein weiterer Vorteil beim Einsatz mancher VM-Programme liegt darin, dass diese den Zugriff auf entfernte Systeme erlauben. Bei der „Desktop-Virtualisierung“ läuft eine VM-Software lokal, während die virtuelle Maschine auf einem entfernten Host ausgeführt wird. Eine Trennung des Betriebssystems in mehrere, voneinander isolierte Systeme ist auch unter Sicherheitsaspekten attraktiv.
Die beste Virtualisierungs-Software
Im Folgenden betrachten wir die beste VM-Software im Detail. Vom Vergleich nehmen wir Bare-Metal-Hypervisoren wie ESXi und Xen, sowie Tools für die reine Container-Virtualisierung, wie Docker, Kubernetes und OpenShift aus. Wir stellen VM-Programme für Anwender vor, gruppiert nach Gast-Betriebssystem. Dabei gilt zu beachten, dass auf dem Server laufende Pendants der VM-Software ggf. eine Größenordnung teurer sein können.
Die besten VM-Programme auf Windows
Traditionell war Windows in Bezug auf Virtualisierung eher schwach aufgestellt, denn Linux war seit jeher die Virtualisierungs-Bastion. Mittlerweile hat es starke Fortschritte gegeben. So ist Microsofts Hyper-V-Hypervisor fester Bestandteil moderner Windows-Versionen. Die Technologie bildet auch die Grundlage für das Windows Subsystem for Linux 2 (WSL / WSL2).
Gerade bei Windows lohnt sich der Einsatz von Virtualisierungs-Software. Denn das allgegenwärtige Betriebssystem war jahrzehntelang geplagt von Treiberkonflikten, Viren und Trojanern. Der Einsatz virtueller Maschinen (VM) ermöglicht das sichere Arbeiten in isolierten Umgebungen. So kann man z. B. das Online-Banking komplett in einer garantiert virenfreien Linux-Umgebung erledigen. Ferner erlauben VMs das Anlegen von Snapshots. Sollte das System Schaden nehmen, springt man einfach auf einen sicheren Ausgangszustand zurück.
Microsoft Hyper-V Manager

Microsofts Hyper-V Manager ist Bestandteil von Windows Server und aktuellen Windows-Versionen (ausgenommen der Home-Editionen). Das VM-Programm lässt sich kostenfrei nutzen, wobei ggf. Kosten für die Windows-Lizenz anfallen.
Mit dem Hyper-V Manager werden Hyper-V-Hosts und virtuelle Maschinen verwaltet. Diese können sich lokal oder auf entfernten Maschinen befinden. Eine grafische Benutzeroberfläche erlaubt das komfortable Arbeiten mit virtuellen Umgebungen von einer zentralen Plattform aus.
VMware Workstation

Der Desktop-Hypervisor von VMware Workstation vom Virtualisierungs-Schwergewicht VMware richtet sich an IT-Profis, Entwickler und Unternehmen. Das VM-Programm ermöglicht die Virtualisierung der meisten x86-Betriebssysteme auf einem normalen Desktop-PC. Auch der Remote-Zugriff auf entfernte vSphere-Umgebungen ist möglich. Aber Workstation Pro kann noch einiges mehr.
Workstation erleichtert das Bauen, Testen und Vorstellen von Software über ein breites Spektrum an Geräten, Plattformen und Clouds hinweg. Die Virtualisierungs-Software ermöglicht die Konfiguration virtueller Netzwerke und weiterer virtualisierter Ressourcen. Ferner lassen sich lokale OCI-Container und Kubernetes-Cluster mit VM-Isolation betreiben. Neben der grafischen Benutzeroberfläche steht das Kommandozeilen-Tool „vctl“ zur Verfügung. So lassen sich Arbeitsabläufe automatisieren.
Wie bei VM-Programmen üblich, lassen sich Snapshots der virtuellen Maschinen anlegen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederherstellen. Darüber hinaus lässt sich die Virtualisierungs-Software nutzen, um einen zweiten Desktop zu betreiben, welcher durch strengere Privatsphäre- und Netzwerk-Einstellungen besonders abgesichert ist. Die Unterstützung der 3D-Technologien DirectX 11 und OpenGL innerhalb der VMs ist interessant für Spiele und anspruchsvolle Grafik-Anwendungen.
Oracle VirtualBox

VirtualBox von der Firma Oracle erlaubt die unkomplizierte Nutzung virtueller Maschinen (VM) vom heimischen Desktop aus. Auch wenn die Benutzeroberfläche heutzutage leicht angestaubt wirkt, überzeugte das VM-Programm seit jeher durch einfache Bedienbarkeit und hohen Komfort. Ferner wird VirtualBox unter anderem als „Free-and-Open-Source-Software“ (FOSS) veröffentlicht. Eine Besonderheit unter den VM-Programmen kommerzieller Anbieter.
VirtualBox dient als Grundlage für den Betrieb virtueller Maschinen auf einem Host-System und wird oft in Verbindung mit weiterer, spezialisierter Software eingesetzt. So automatisiert das beliebte Tool „Vagrant“ die Erstellung reproduzierbarer Entwicklungsumgebungen. Dabei fungiert Vagrant als Schnittstelle zwischen Virtualisierungs-Software wie VirtualBox, VMware, Hyper-V und Docker sowie Provisionierungs-Software wie Puppet, Chef und Ansible.
Die beste VM-Software auf dem Mac
Prinzipiell erlaubt Virtualisierungs-Software das Ausführen eines Gast-Betriebssystems auf einem Host-Betriebssystem. So lässt sich eine Linux-Distribution vom Windows-Desktop aus starten, oder eine Windows-Installation aus Linux heraus betreiben. Beim Mac gibt es jedoch eine Besonderheit. Denn macOS als Gast-System lässt sich (legal) nur auf einem macOS-Host betreiben.
VMware Fusion

Bei Fusion vom Anbieter VMware handelt es sich quasi um das Mac-Pendant zum bereits vorgestellten VMware Workstation. Berühmt wurde das VM-Programm, weil man damit Windows auf dem Mac betreiben konnte. Als die Virtualisierungs-Software im Jahr 2007 veröffentlicht wurde, war dies sensationell. Heutzutage hat das Tool noch einiges mehr zu bieten.
Mit Fusion lassen sich auf dem Mac virtuelle Maschinen (VM) mit macOS, Windows und Linux als Betriebssystem betreiben. Ferner umfasst die Virtualisierungs-Software Funktionalität für die Erstellung, Verwaltung und Ausführung von OCI-Containern und Kubernetes-Clustern. Dabei kommen die hohe Sicherheit und starke Isolation virtueller Maschinen zum Tragen. So lässt sich ein kompletter Cloud-Stack auf einem einzigen Mac betreiben und testen.
Mit der integrierten Snapshot-Funktionalität erfolgt bei Bedarf ein Zurückspringen zu sicheren Speicherpunkten. Die grafische Benutzeroberfläche erlaubt das Verbinden mit entfernten vSphere- und ESXi-Servern.
Parallels Desktop for Mac
Neben VMware Fusion ist Parallels Desktop for Mac der Klassiker unter den VM-Programmen für den Mac. Entwickler und Anwender können so am Mac mit mehreren Betriebssystemen arbeiten, ohne ein Dual Boot-Setup einrichten zu müssen. Durch den Einsatz der Virtualisierungs-Software werden häufige Neustarts unnötig.
Bei Parallels Desktop liegt der Fokus stark auf dem Bereitstellen einer Windows-Desktop-Umgebung, welche „parallel“ zu macOS läuft. Die Virtualisierungs-Software ermöglicht das nahtlose Verschieben und Freigeben von Inhalten zwischen Mac und Windows. Mit dem sog. „Coherence-Modus“ lassen sich Windows-Anwendungen wie Mac-Anwendungen nutzen.
Oracle VirtualBox

Mit VirtualBox von Oracle steht Mac-Nutzerinnen und -Nutzern eine kostenfreie und quelloffene Virtualisierungs-Software zur Verfügung. Das VM-Programm eignet sich vor allem für Entwicklung, Tests und klassische Desktop-Virtualisierung im kleineren Maßstab. Ein Vorteil von VirtualBox ist die breite Plattformunterstützung: Der Hersteller bietet aktuell Pakete sowohl für macOS auf Intel-Basis als auch für macOS auf Apple Silicon an.
Auf dem Mac punktet VirtualBox vor allem durch den einfachen Einstieg und die hohe Flexibilität. Virtuelle Maschinen lassen sich über die grafische Oberfläche bequem anlegen und verwalten; daneben steht mit VBoxManage ein Kommandozeilenwerkzeug für automatisierte Workflows bereit. Gerade in Entwicklungs- und Testumgebungen ist das praktisch, etwa wenn mehrere Systemkonfigurationen parallel benötigt werden oder vorbereitete Appliances und bestehende VM-Images genutzt werden sollen.
Die beste VM-Software unter Linux
Das freie Betriebssystem Linux ist quasi die „Ursuppe“, aus der die Virtualisierungs-Technologie entstand. Heutzutage sind grundlegende Bausteine für Virtualisierung tief im Kernel des Betriebssystems verankert. Daraus ergibt sich für Anwender das breiteste Spektrum an VM-Programmen. Neben vielen frei verfügbaren Lösungen gibt es auch einige kommerzielle Optionen.
KVM

Die Kernel-based Virtual Machine (KVM) ist als grundlegende Virtualisierungs-Technologie im Linux-Kernel verankert. Mit Hilfe von KVM wird der Kernel zum Hypervisor, auf dem virtuelle Linux- und Windows-Maschinen ausgeführt werden. Neben x86-Hardware werden auch PowerPC und manche ARM-Prozessoren unterstützt. Dabei kommt, sofern vorhanden, Intels VT-x bzw. AMD-V zum Einsatz, um die Performance virtueller Maschinen auf Prozessorebene zu verbessern.
Mit KVM lassen sich mehrere virtuelle Maschinen (VM) auf einem Linux-Host betreiben. Jeder VM wird eigene, virtualisierte Hardware zugewiesen. Dazu gehören neben Prozessorkernen und Arbeitsspeicher Netzwerk- und Grafik-Adapter sowie Massenspeicher. Zum Einrichten der VMs kommen unmodifizierte Linux- und Windows VM-Images zum Einsatz.
Viele andere Virtualisierungs-Programme aus dem Linux-Universum bauen auf KVM auf. So gibt es eine Vielfalt an Benutzerschnittstellen, mit deren Hilfe sich die virtuellen Maschinen (VM) verwalten lassen. Auf dem Desktop gibt es den „Virtual Machine Manager“ als grafische Benutzeroberfläche. Über den Browser greift man mit „Kimchi“ oder „Foreman“ auf KVM und die gehosteten VMs zu. Ferner gibt es Kommandozeilen-Schnittstellen, mit deren Hilfe sich häufig eingesetzte Workflows automatisieren lassen. Unter der Haube läuft die Steuerung von KVM über die libvirt-API.
QEMU

Der „Quick Emulator“ (QEMU) ist eine komplexe Virtualisierungs-Software. QEMU beherrscht neben der Vollvirtualisierung von x86-Hardware die namengebende Emulation anderer Prozessor-Architekturen. So lassen sich Binärdateien ausführen, welche für im System physisch nicht vorhandene Prozessoren geschrieben wurden. Es ist sogar möglich, einzelne Programme zur Ausführung live zu übersetzen.
QEMU wird standardmäßig mit anderen VM-Programmen integriert. Die Virtualisierungs-Software lässt sich mit Hypervisoren wie KVM und Xen nutzen. Durch den Einsatz von „Accelerators“ auf Hardware-Basis wird eine beinahe native Performance bei der Ausführung virtueller Maschinen erreicht. Das Tool kostet nichts und ist unter einer Open Source Lizenz verfügbar.
OpenVZ

Mit OpenVZ kommen Linux-Nutzer in den Genuss, eine sehr interessante Virtualisierungs-Software ausprobieren zu können. Das Open Source Projekt ist aus der Entwicklung der kommerziellen Software „Virtuozzo“ hervorgegangen. Auch der Name steht abkürzend für „Open Virtuozzo“. Heutzutage dient OpenVZ als Open Source-Kernkomponente des kommerziellen Ablegers.
Was OpenVZ besonders macht, ist die Abwesenheit eines Hypervisors. Stattdessen erfolgt Virtualisierung auf Betriebssystemebene; es kommen also Container zum Einsatz. Jedoch werden keine Anwendungs-Container ausgeführt, wie von Docker bekannt. Stattdessen virtualisiert OpenVZ mehrere, voneinander isolierte Betriebssysteme auf Grundlage eines einzelnen, speziell angepassten Linux-Kernels. Besonders lohnend ist der Einsatz von OpenVZ für die Konsolidierung von Server-Ressourcen.
Ein entscheidender Nachteil: Das Open-Source-Projekt wird nur unregelmäßig weiterentwickelt. Wer also die neueste Technologie nutzen möchte, sollte lieber zu Alternativen greifen.



