Ran­som­wa­re, Spyware und Scareware zählen zu den ver­brei­tets­ten Arten von Malware. Ist ein Gerät einmal mit einer dieser schäd­li­chen An­wen­dun­gen infiziert, ist eine Be­rei­ni­gung häufig sehr aufwendig. Guter Spyware-, Scareware- und Ran­som­wa­re-Schutz ist daher als Teil um­fas­sen­der Si­cher­heits­maß­nah­men mehr als emp­feh­lens­wert.

Spyware und Co. – so schaffen Sie einen guten Ba­sis­schutz

Acht­sam­keit und ein ge­schärf­tes Be­wusst­sein für die möglichen Gefahren durch Malware sind gute Vor­aus­set­zun­gen, um es erst gar nicht zu einem Befall durch schäd­li­che Software kommen zu lassen. Anders for­mu­liert: Wichtiger als die Frage, wie man Malware entfernt, ist die Frage, welche Schritte man im Rahmen von Spyware-Schutz und Co. un­ter­neh­men kann, um erst gar nicht in die Situation zu kommen, Ge­gen­maß­nah­men ergreifen zu müssen. Nach­fol­gend haben wir die wich­tigs­ten Tipps, mit denen Sie sich ganz allgemein vor Spyware, Scareware und Ran­som­wa­re schützen, zu­sam­men­ge­fasst:

  • Firewall und An­ti­vi­ren­soft­ware: Setzen Sie immer eine Firewall und An­ti­vi­ren­soft­ware ein, um ein­ge­hen­den Da­ten­ver­kehr zu filtern und Ihr System in Echtzeit auf Be­dro­hun­gen durch schäd­li­che Software zu über­prü­fen.
  • Re­gel­mä­ßi­ge Updates: Bringen Sie Ihre Si­cher­heits-Tools re­gel­mä­ßig auf den neuesten Stand – nur so werden aktuelle Be­dro­hun­gen erkannt und Ihr System vor Ran­som­wa­re, Spyware und Scareware geschützt. Auch ver­füg­ba­re Updates für Be­triebs­sys­tem, Browser und andere ver­wen­de­te An­wen­dun­gen, die unter anderem Si­cher­heits­lü­cken schließen, sollten Sie zeitnah in­stal­lie­ren.
  • Seriöse Software: Arbeiten Sie aus­schließ­lich mit An­wen­dun­gen seriöser Ent­wick­ler und Ent­wick­le­rin­nen und laden Sie keine Programme herunter, bei denen Un­si­cher­heit über die Quelle besteht. Nutzen Sie die of­fi­zi­el­len Download-Kanäle wie die of­fi­zi­el­len Websites der Tools, den Microsoft Store oder sonstige App-Stores.
  • Sichere Sys­tem­nut­zung: Achten Sie bei der Nutzung Ihres Be­triebs­sys­tems bewusst darauf, Risiken zu vermeiden. Machen Sie keine unnötigen Netz­werk­frei­ga­ben und arbeiten Sie nicht ohne Grund mit Ad­mi­nis­tra­tor-Rechten.
  • Um­sich­ti­ger Umgang mit Dateien und Links: Malware wird besonders gerne im Gepäck mit anderer Software ein­ge­schleust. Lassen Sie Vorsicht bei Downloads jeglicher Art sowie bei Anhängen und Links in E-Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on walten.
  • Backups: Re­gel­mä­ßi­ge Si­che­rungs­ko­pien Ihrer Dateien bieten zwar keinen direkten Schutz vor Ran­som­wa­re, Spyware oder Scareware – im Ernstfall haben Sie mit Backups in der Hin­ter­hand aber die Mög­lich­keit, Ihre Daten schnell und einfach wie­der­her­zu­stel­len.
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Ran­som­wa­re-Schutz: Das können Sie tun

Ran­som­wa­re gibt Cy­ber­kri­mi­nel­len die Mög­lich­keit, Be­trof­fe­ne zu erpressen und „Lösegeld“ (engl. ransom) zu fordern. Dateien oder gar das Be­triebs­sys­tem werden ver­schlüs­selt und Nutzer und Nut­ze­rin­nen sehen sich gezwungen, auf die For­de­run­gen ein­zu­ge­hen, um den Zugriff zu­rück­zu­er­lan­gen.

Tipp

Es ist nicht ratsam, auf die For­de­run­gen infolge eines Ran­som­wa­re-Angriffs ein­zu­ge­hen. Mit dem ab­ge­si­cher­ten Modus und dem passenden Anti-Ran­som­wa­re-Tool haben Sie gute Chancen, die jeweilige Ran­som­wa­re zu entfernen und die Ver­schlüs­se­lung auf­zu­he­ben.

Folgende drei Tipps sollten Sie für einen guten Ran­som­wa­re-Schutz (An­ti­vi­ren­soft­ware, Firewall und Co. vor­aus­ge­setzt) unbedingt be­her­zi­gen:

Tipp 1: Um­sich­ti­ger Umgang mit E-Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on

Um Ran­som­wa­re wie Wanna Cry auf die Geräte der User zu bringen, nutzen Kri­mi­nel­le ins­be­son­de­re Spam-Mails. An­geb­li­che Be­stell­be­stä­ti­gun­gen, Rech­nun­gen oder Mahnungen von scheinbar seriösen Adressen landen in Ihrem Postfach – über die bei­gefüg­ten Anhänge oder Links in­stal­lie­ren Sie dann die Ran­som­wa­re. Der beste Schutz dagegen: Klicken Sie niemals unsichere Links an und öffnen Sie keine ver­däch­ti­gen E-Mail-Anhänge. Über­prü­fen Sie eine E-Mail lieber zwei oder drei Mal auf ihre Se­rio­si­tät. Mit Black­lis­ting können Sie zu­sätz­lich dafür sorgen, dass ein Großteil der schäd­li­chen E-Mails im Spam-Ordner landen.

Tipp 2: Veraltete Software meiden

Schwach­stel­len in ver­al­te­ter Software sind das zweite große Ein­falls­tor für Ran­som­wa­re. Ins­be­son­de­re das Be­triebs­sys­tem und der Browser sind beliebte An­griffs­zie­le. Halten Sie Ihre Software aus diesem Grund stets auf dem neuesten Stand – ins­be­son­de­re, da auf diese Weise auch veraltete Features und Techniken wie Flash Player au­to­ma­tisch de­ak­ti­viert werden. Für einen optimalen Ran­som­wa­re-Schutz sollten Sie außerdem ver­däch­ti­ge Websites und Wer­be­ban­ner meiden, über die die Erpresser-Software ebenfalls gerne ver­brei­tet wird.

Tipp 3: Backups wichtiger Dateien an­fer­ti­gen

Wollen Sie sich lang­fris­tig vor Ran­som­wa­re schützen, sollten Sie überdies eine in­di­vi­du­el­le Backup-Strategie ein­rich­ten. Wenn Sie Si­che­rungs­ko­pien Ihrer Daten auf lokalen, externen Spei­cher­me­di­en oder in der Cloud erstellen, haben Sie im Falle einer Ran­som­wa­re-Infektion eine un­ver­schlüs­sel­te Version Ihres digitalen Datenguts zur Verfügung. Sollten Sie also keinen Weg finden, um die Ver­schlüs­se­lung bzw. Sys­tem­sper­re auf­zu­he­ben, sind Ihre Dateien trotzdem nicht verloren.

Spyware-Schutz: So funk­tio­niert’s

Mithilfe von Spyware versuchen An­grei­fen­de an Ihre Log­in­da­ten oder sonstige sensiblen In­for­ma­tio­nen zu gelangen. Auch die Auf­zeich­nung Ihrer Ak­ti­vi­tä­ten, bei­spiels­wei­se beim täglichen Surfen im Web, zählt zu den typischen Zielen von Spyware. Halten Sie sich an die drei nach­fol­gen­den Tipps, um einen grund­le­gen­den Spyware-Schutz auf­zu­bau­en:

Tipp 1: Bedachte In­stal­la­ti­on von Dritt­pro­gram­men

Spyware ist häufig ein Anhängsel kos­ten­frei­er Dritt­an­bie­ter-Software. Man in­stal­liert sie im Zuge der In­stal­la­ti­on zu­sätz­lich zu dem Grund­pro­gramm oder es gibt Er­wei­te­run­gen wie Addons oder Plugins, die scheinbar benötigt werden, das Gerät dann aber mit der je­wei­li­gen Spyware in­fi­zie­ren. Über­prü­fen Sie also immer genau, welche Programme Sie tat­säch­lich benötigen, und ver­zich­ten Sie im Zwei­fels­fall auf eine In­stal­la­ti­on. Sie können sich außerdem zu­sätz­lich vor Spyware schützen, indem Sie An­wen­dun­gen nur von of­fi­zi­el­len Quellen wie der Website des Her­stel­lers oder of­fi­zi­el­len Platt­for­men wie dem Microsoft Store beziehen.

Tipp 2: Mehr-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung nutzen

Ihre An­mel­de­da­ten sind durch Spyware am meisten gefährdet. Da Ihre Eingaben durch die Malware mit­ge­le­sen bzw. auf­ge­zeich­net werden, bietet in diesem Fall auch ein sicheres Passwort keine besondere Abwehr. Sie können jedoch bei der Anmeldung in ver­wen­de­ten An­wen­dun­gen, auf Websites und in Cloud-Services auf eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung zu­rück­grei­fen und so quasi für Spyware-Schutz sorgen: So können Kri­mi­nel­le zwar weiterhin an Ihre Login-Daten gelangen, sich aufgrund der aus­blei­ben­den MFA-Be­stä­ti­gung aber nicht anmelden.

Hinweis

Haben Sie fest­ge­stellt, dass Ihr Gerät mit Spyware infiziert wurde, sollten Sie die Malware nicht nur entfernen, sondern auch Ihre An­mel­de­da­ten ändern – auch wenn Sie Multi-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung nutzen.

Tipp 3: Be­rech­ti­gun­gen über­prü­fen

Achten Sie bei der Nutzung Ihrer Geräte darauf, mit welchen Rechten Sie An­wen­dun­gen ausführen und welche Be­rech­ti­gun­gen Ap­pli­ka­tio­nen haben. Ihren Browser sollten Sie bei­spiels­wei­se niemals als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen. Auf diese Weise mi­ni­mie­ren Sie die Schäden durch Spyware auf einfachem Wege. Ins­be­son­de­re bei Smart­phones und anderen Mo­bil­ge­rä­ten gilt: Über­prü­fen Sie, welche Be­rech­ti­gun­gen eine App unbedingt benötigt und an welcher Stelle Sie die Rechte der Ap­pli­ka­tio­nen pro­blem­los ein­schrän­ken können, ohne die Funk­tio­na­li­tät zu be­ein­träch­ti­gen.

Scareware-Schutz: Die besten Tipps

Mit Scareware versuchen Angreifer und An­grei­fe­rin­nen, User zu er­schre­cken und so zu einem un­über­leg­ten Klick bzw. Download zu drängen. Die Faust­re­gel für den schnellen Scareware-Schutz lautet also: Lassen Sie sich von plötz­li­chen Meldungen auf Ihrem Gerät nicht zu einer über­has­te­ten Reaktion verleiten.

Folgende drei Tipps helfen ebenfalls dabei, die Chance einer Scareware-Infektion zu mi­ni­mie­ren:

Tipp 1: Popup- und Wer­be­blo­cker nutzen

Scareware begegnet Ihnen ins­be­son­de­re im World Wide Web – und erscheint dabei in glei­cher­ma­ßen nervigen wie be­un­ru­hi­gen­den Bannern oder Popup-Fenstern. Wenn Sie die an­ge­zeig­ten Meldungen nicht anklicken, sondern einfach wieder schließen, kann Ihnen die da­hin­ter­ste­cken­de Schad­soft­ware auch nichts anhaben. Eine noch ein­fa­che­re Lösung liegt aber darin, Popups und Banner einfach mit Browser-Er­wei­te­run­gen wie Adblock Plus zu blo­ckie­ren. Viele neue Brow­ser­ver­sio­nen verfügen auch über eigene Wer­be­blo­cker, weshalb auch eine re­gel­mä­ßi­ge Ak­tua­li­sie­rung des Browsers emp­feh­lens­wert ist.

Tipp 2: Downloads sofort löschen

Die plötzlich auf­tau­chen­den Be­nach­rich­ti­gun­gen, hinter denen sich bösartige Scareware verbirgt, sind häufig an eine direkte Lösung geknüpft, die mit einem Klick auf die Nachricht auch sofort her­un­ter­ge­la­den wird. Haben Sie die Masche nach einem ersten Schreck durch­schaut, ist es glück­li­cher­wei­se in den meisten Fällen noch nicht zu spät: Entfernen Sie einfach die her­un­ter­ge­la­de­ne Datei von Ihrem Gerät und schließen Sie Browser und Popup.

Tipp 3: Passende An­ti­vi­ren­soft­ware verwenden

Ein Großteil aktueller Si­cher­heits­soft­ware bietet sehr guten Schutz vor Scareware, da sie schäd­li­che Banner und Popups erkennt und sofort blockiert bzw. meldet. Nutzen Sie also An­ti­vi­ren­soft­ware eines seriösen Anbieters und halten Sie diese auf dem neuesten Stand, denn so ver­rin­gern Sie das Risiko, es mit Scareware zu tun zu bekommen, erheblich.

Tipp

Sie wollen wissen, wie Sie Ihre Website am besten vor Scareware, Spyware und Ran­som­wa­re schützen können? In unserem Artikel „So schützen Sie Ihre Website vor Malware“ gehen wir explizit auf die Gefahren von Schad­soft­ware bei der Ad­mi­nis­tra­ti­on eines Web­pro­jek­tes ein.

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