Sicherungskopien sollten stets eine wichtige Rolle in Ihrer Serverplanung spielen. Mit dem kostenfreien Synchronisierungs-Tool bzw. -Protokoll rsync sind individuelle Backups schnell eingerichtet und durchgeführt.

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rsync-Backups auf Linux-Servern einrichten – so funktioniert’s

Um rsync auf Linux-Betriebssystemen einzusetzen, installieren Sie das Protokoll im gleichnamigen Paket und erstellen Ihre Sicherungen mithilfe von Terminal-Befehlen. Im Folgenden stellen wir Ihnen am Beispiel von Ubuntu die wichtigsten Schritte bei der Einrichtung von Backup-Prozessen mithilfe von rsync sowie einige praktische Beispiele vor.

Standardmäßig ist rsync unter Ubuntu bereits installiert. Sollte dies nicht der Fall sein, holen Sie die Installation über den folgenden Befehl nach:

sudo apt-get install rsync
bash

Ist rsync installiert, nutzen Sie die gewünschten Terminal-Befehle, um Quell- und Zielverzeichnis sowie die Backup-Optionen zu bestimmen. Als Quell- und Zielpfad sind das jeweilige Ausgangsverzeichnis sowie das Verzeichnis anzugeben, in das rsync die Sicherheitskopie ablegen soll. Den Standardmodus („Archive“) führen Sie beispielsweise folgendermaßen aus:

rsync -a Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash
Tipp

Nutzen Sie den Testlauf -n, um die Korrektheit der angegebenen Parameter und Verzeichnisse zu überprüfen; falsche Angaben können im ungünstigsten Fall zu Datenverlust führen. Werden einige Dateien nicht wunschgemäß kopiert, liegt das oft an fehlenden Zugriffsrechten. Versuchen Sie in einem solchen Fall, den Befehl mit vorangestelltem sudo als Administrator auszuführen.

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rsync-Backup: Fünf Beispiele für die Nutzung

Wenn Sie die grundlegenden Befehle beherrschen, haben Sie mit rsync ein erstklassiges Werkzeug zum Kopieren von Dateien und Erstellen von Backups zur Hand. Dabei können Sie wahlweise individuelle Kommando-Setups testen und anwenden oder auf bewährte Kombinationen der zur Verfügung stehenden rsync-Parameter zurückgreifen. Fünf beliebte Szenarios für rsync-Backups haben wir in den nachfolgenden Abschnitten zusammengefasst.

Standard-Backup mit dem Archivierungsmodus

Der Archivierungsmodus kopiert standardmäßig alle Dateien aus dem Quellverzeichnis in das Zielverzeichnis inklusive aller Unterverzeichnisse. Sämtliche Berechtigungen, Zeitstempel und Gerätedaten werden beibehalten. Dank der Kombination diverser Optionen in einem einzigen Parameter ist er in vielen Fällen die passende und einfachste Lösung. Kombinieren Sie den Modus mit dem Parameter -v, erhalten Sie während des Backup-Vorgangs zusätzlich ausführliche Statusinformationen.

rsync -av Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash

Als Quell- und Zielpfad sind das jeweilige Ausgangsverzeichnis sowie das Verzeichnis anzugeben, in das rsync die Sicherheitskopie ablegensoll

1-zu-1-Kopie des Quellverzeichnisses

rsync kann nicht nur Dateien von A nach B übertragen, sondern auch 1-zu-1-Kopien von Ordnern oder kompletten Verzeichnissen erstellen. Nach der Standardarchivierung werden alle Dateien gelöscht, die sich vor dem rsync-Backup im Zielordner befunden haben, aber nicht im Quellordner sind.

rsync -av --delete Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash

rsync-Backup ohne Dateien eines bestimmten Formats

Wenn rsync-Backups durchführen möchten, bei denen Dateien in einem bestimmten Format ausgeschlossen werden sollen, können Sie dies mithilfe von --exclude umsetzen. Der Parameter ermöglicht Ihnen, ein individuelles Zeichenmuster zu definieren, das rsync als Indikator dient, eine Datei zu ignorieren. Beim folgenden Code-Beispiel ist es das Textdatei-Format .txt:

rsync -av --exclude'*.txt' Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash

Backup von Dateien mit Mindest- bzw. Maximalgröße

Soll nicht ein bestimmtes Zeichenmuster, sondern die Dateigröße den Ausschlag für eine Nichtberücksichtigung bestimmter Dateienbeim rsync-Backup geben, sind die Parameter --max-size bzw. --min-size zu verwenden. Mit dem folgenden Kommando werden nur solche Dateien kopiert, die mindestens 10 MB und maximal 100 MB groß sind:

rsync -av --min-size=10MB --max-size=100MB Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash

rsync-Backups inklusive Konvertierung des Zeichenformats

Es kann sein, dass Dateien im Zielverzeichnis in einem anderen Zeichenformat benötigt werden – beispielsweise, wenn Sie Daten von einem Mac auf einen Linux-Server übertragen möchten. Das Apple-Gerät verwendet standardmäßig UTF8-MAC, das auf dem Linux-System nicht vorhanden ist und zu Problemen mit Sonderzeichen und Umlauten führen würde. Mit der Option --iconv lässt sich die Zeichenkodierung ganz einfach im Rahmen des rsync-Backup-Prozesses anpassen (im Beispiel von UTF8-MAC auf UTF8):

rsync -av --iconv=UTF8-MAC,UTF8 Quellverzeichnis Zielverzeichnis
bash

Die wichtigsten rsync-Backup-Optionen im Überblick

Mithilfe der Optionen, die wahlweise per Buchstabe abgekürzt oder ausgeschrieben werden, definieren Sie die individuellen Einstellungen für Ihre rsync-Backups. Die wichtigsten Parameter, die sich beliebig miteinander kombinieren lassen, fasst die nachfolgende Tabelle zusammen:

Option Funktion
-r, --recursive rsync-Backup berücksichtigt sämtliche enthaltenen Unterverzeichnisse
-u, --update Anweisung, Dateien zu überspringen, die im Zielverzeichnis neuer als im Ausgangsverzeichnis sind
-c, --checksum Unterscheidung von Quell- und Zieldateien anhand von Prüfsummen
-l, --links Symbolische Verknüpfungen werden als solche kopiert (und nicht als Dateien)
-p, --perms Berechtigungen der Dateien werden beibehalten
-g, --group Gruppenberechtigungen der Dateien werden beibehalten
-t, --times Zeitstempel der Dateien (letzte Änderung) werden beibehalten
-o, --owner Dateibesitzer wird beibehalten (nur sofern Administrator)
-D, --devices Gerätedaten werden beibehalten
-z, --compress Automatische Komprimierung der übertragenen Dateien
--compress-level=NUM Bestimmung des Komprimierungsgrades; möglich ist ein Wert („NUM“) zwischen 0 (keine Komprimierung) und 9 (maximale Komprimierung)
-v, --verbose Ausführlichere Details während des Backup-Prozesses
-q, --quiet Ausblendung sämtlicher Details zum Backup-Prozess (mit Ausnahme von Fehlermeldungen)
-a, --archive Archivierungsmodus, der als Standardmodus gilt und identisch mit der Optionskombination -rlptgoD ist
-n, --dry-run Testdurchlauf, bei dem keine tatsächlichen Änderungen vorgenommen werden
-h, --help Hilfsmenü (nur ohne Angaben von Quell- und Zielverzeichnissen bzw. anderen Argumenten nutzbar)
--bwlimit=KBPS Begrenzung der Bandbreite (Kilobytes pro Sekunden); z. B. --bwlimit=30\ (Limit von 30 kbit/s)
--exclude=MUSTER Ausschluss eines Musters von der Synchronisation; z. B. --exclude Beispielordner\ (Der Ordner „Beispielordner“ wird nicht synchronisiert.)
--delete Löschen aller Dateien, die sich im Zielverzeichnis befinden, aber nicht im Quellverzeichnis vorhanden sind
--progress Anzeige der Dauer des rsync-Backups sowie der Übertragungsgeschwindigkeit
--list-only Auflistung der Dateien anstelle eines Backups
--stats Ausführlicher Bericht über die transferierten Daten (Zahl, Größe)
--max-size=SIZE Definition einer maximalen Dateigröße; z. B. --max-size=10MB (Nur Dateien mit einer Größe von bis zu 10 MB werden transferiert.)|
--ignore-errors Stellt den Abbruch des Backup-Prozesses im Falle eines Fehlers aus
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