Datensicherung von Datenbanken

 

Folgende Situation wird vielen Computernutzern bekannt vorkommen: Aus Versehen wurde eine wertvolle Datei gelöscht, von der es leider keine Sicherungskopie gibt. Die Datei ist somit dauerhaft verloren. So ein Verlust ist ärgerlich. Sind jedoch nicht nur einzelne Daten betroffen, sondern ganze Datenmengen, kann das – insbesondere für Unternehmen – verheerend sein. Im Unternehmenssektor, aber auch für viele Privatanwender ist es daher unabdingbar, die eigenen Daten zu sichern.

 

Darum ist es wichtig, Datenbanken zu sichern

Datenbanksysteme spielen sowohl beim Webhosting wie auch als Bestandteil von Unternehmenssoftware eine große Rolle. Denn von der Verfügbarkeit und Vollständigkeit der gespeicherten Daten hängen die Funktionalität der Website bzw. die Aktionsfähigkeit des Unternehmens ab.

Website-Projekte, die auf Datenbanken zugreifen, entnehmen selbigen z.B. mithilfe verschiedener Skript-Sprachen alle Informationen, die für das korrekte Anzeigen der Seite notwendig sind. Auch die IT-Infrastruktur eines Unternehmens zieht ihre Informationen in der Regel aus den zugrundeliegenden Datenbanken. Gleichzeitig findet der Datenaustausch ebenso in umgekehrter Richtung statt, indem Benutzer Daten in der Datenbank ablegen bzw. speichern. So beinhalten Datenbanksysteme nicht selten Personal- und Finanzinformationen oder sensible Kundendaten. Entsprechend schwer wiegt ein Ausfall der Datenbank oder gar ein Datenverlust: Die Website präsentiert die Inhalte nicht mehr vollständig oder ist komplett offline, Anwendungen funktionieren nicht mehr und die Kundendaten sind lückenhaft oder fehlen schlimmstenfalls komplett. Das sorgt für zusätzliche Arbeit beim Betroffenen und Irritation beim Kunden, die möglicherweise einen dauerhaften Vertrauensverlust zur Folge hat.

Die Ursache für einen Datenverlust ist in den meisten Fällen kein Angriff von außen, sondern technisches Versagen der Hardware oder schlicht ein Benutzerfehler. Davor kann auch die beste Sicherheitssoftware nicht schützen. Damit der Datenverlust nicht irreversibel ist, ist eine Datensicherung erforderlich.

Möglichkeiten zur Sicherung von Datenbanken

Um einem Datenverlust vorzubeugen, sollte man Sicherheitskopien der Datenbanken auf externen Speichermedien erstellen. Mit diesen Kopien, die auch Backups genannt werden, kann der Zustand der Datenbank zum Zeitpunkt der Datensicherung wiederhergestellt werden.

Hierbei ist zunächst zwischen Online- und Offline-Backups zu unterscheiden: Online-Backups werden erzeugt, ohne dass die Datenbank heruntergefahren werden muss. Während des Sicherungsprozesses nimmt die Datenbank vorgenommene Änderungen in einen separaten Bereich auf und fügt sie erst im Anschluss an die Sicherung in die entsprechende Datei ein. Fährt man die Datenbank für die Zeit der Sicherung herunter, spricht man von einem Offline-Backup. Dieses Verfahren zur Datensicherung hat zwar den Vorteil, dass es relativ unkompliziert durchzuführen ist, bringt jedoch auch den Nachteil mit sich, dass die Anwendungen oder die Websites während des Backups nicht verfügbar sind. Daher sollte ein Offline-Backup möglichst in der Nacht bzw. zu Zeiten geringen Datenverkehrs durchgeführt werden.

Zusätzlich zur Unterteilung in Online- und Offline-Backup unterscheidet man beim Überspielen der Daten auf ein Sicherheitsmedium folgende drei Arten der Sicherung:

  • Voll-Backup: Wie der Name schon verrät, werden bei dieser Art der Datensicherung immer sämtliche Daten überspielt. Das hat zur Folge, dass pro Backup zwar alle Dateien vorliegen, der benötigte Speicherplatz bei häufiger Sicherung jedoch sehr hoch ist. Für die Wiederherstellung wird nur das jeweilige Voll-Backup benötigt.
     
  • Differentielles Backup: Bei einem differentiellen Backup wird zunächst ein Voll-Backup erstellt. Die folgenden Sicherungen unterscheiden sich von der ersten insofern, dass lediglich Dateien gesichert werden, die sich geändert haben oder neu hinzugekommen sind. Im Gegensatz zum Voll-Backup wird so Speicherplatz gespart. Allerdings werden geänderte und neue Dateien – bis zum nächsten Voll-Backup – bei jedem differentiellen Backup erneut kopiert. Die Recovery gelingt nur mit dem letzten Voll-Backup inklusive gewünschtem differentiellen Backup.
     
  • Inkrementelles Backup: Im Anschluss an ein komplettes Backup werden bei der inkrementellen Datensicherung nur die Dateien kopiert, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben oder neu hinzugekommen sind. Im Unterschied zu der differentiellen Methode bezieht sich ein inkrementelles Backup immer auf das vorherige (sowohl Voll-Backup als auch inkrementelles Backup). So wird jede Datei nur einmal gesichert und dadurch der Speicherplatz geschont. Um die gewünschten Dateien wiederherzustellen, werden allerdings alle Sicherungen vom Voll-Backup bis zum gewünschten Stand benötigt.

Es gibt also einige Optionen, Datenbanksysteme wie SQL-Datenbanken oder Microsoft Access zu sichern. Welche Sicherungsmethode jeweils am besten geeignet ist, hängt vom Anforderungsprofil des Users bzw. Unternehmens ab. Selten durchgeführte Sicherungen zum Sparen von Speicherplatz sollten aber niemals einen Lösungsweg darstellen. Externe Speichermedien wie z. B. Festplatten sollten zudem sicher und in einem separaten Bereich aufbewahrt werden, wo sie gegen Diebstahl, aber auch Brandschäden geschützt sind. Zusätzlich sollten die gesicherten Daten auch verschlüsselt werden, damit sie im Falle eines Diebstahls nicht von Dritten genutzt werden können.

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So können Backups erzeugt werden

Hat man sich für eine Backup-Lösung entschieden, besteht der nächste Schritt darin, sich für eine Durchführungsmethode zu entscheiden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Tools, um die Sicherung von Datenbanken, beispielsweise einer SQL-Datenbank, in die Wege zu leiten. Die folgende Auflistung erläutert einige davon:

  • MySQLDump: Wer über einen Shell-Zugang verfügt, kann mit der integrierten Backup-Funktion von MySQL und dem Befehl „mysqldump“ arbeiten. Allerdings erlauben nicht alle Hoster den Zugriff auf diese Funktion, die im Übrigen die schnellste Backup-Durchführung ermöglicht.

  • phpMyAdmin: Mit dieser Administrations-Plattform für SQL-Datenbanken können Benutzer die gewünschte Datenbank einfach im gewünschten Format, z. B. SQL, exportieren. Allerdings kann es dazu kommen, dass das PHP-Script bei zu großen Datenbanken vom Server abgebrochen wird. Zudem funktioniert nur die Einspielung von Backups mit einer Größe von bis zu 2 MB.

  • BigDump: Das Tool BigDump bietet die perfekte Ergänzung zu phpMyAdmin, da es beliebig große Backups wieder einspielen kann. Eine eigene Sicherungs-Funktion bietet es allerdings nicht.

  • HeidiSQL: Die Backup-Lösung für Windows-Systeme basiert nicht auf PHP und hat daher keine Probleme mit großen Backups. Dem Tool, das ansonsten phpMyAdmin sehr ähnlich ist, fehlt allerdings die Möglichkeit zur Automatisierung des Sicherungsprozesses.

Ein Schutz der Datenbank ist immer erforderlich

Die in den Datenbanken gespeicherten Files haben häufig eine hohe Bedeutung für den reibungslosen Ablauf in Betrieben oder die korrekte Anzeige von Websites. Webserver greifen auf die enthaltenen Informationen zu, um die gehostete Website fachgerecht darstellen zu können, und auch die Funktionalität von Anwendungen im Netzwerk ist oftmals direkt mit einer Datenbank verbunden. Datenbanken bilden zudem auch den Speicherort sensibler Daten wie Adressen, Kontoinformationen oder Telefonnummern.

Aufgrund ihrer wichtigen Rolle sollte man die Datenbanksysteme unbedingt mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen schützen. Während die Daten auf der einen Seite vor Angriffen von außen geschützt werden müssen, droht auf der anderen Seite nämlich auch der Verlust durch interne Probleme wie z. B. Hardware-Defekte oder Benutzerfehler. Regelmäßige Backups beugen einem Datenverlust vor und garantieren dadurch eine langfristige Datensicherheit.

 


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