Jedes Mal, wenn Sie eine Website aufrufen, muss Ihr Browser diese Seite rendern, damit sie in an­spre­chen­der Weise prä­sen­tiert wird und das ge­wünsch­te Maß an In­ter­ak­ti­vi­tät bietet. Abhängig vom Pro­gram­mie­rungs­an­satz des Web­pro­jekts können dy­na­mi­sche Skripte und sta­ti­scher Code hierbei al­ler­dings auf ganz un­ter­schied­li­che Art ver­ar­bei­tet werden. Wir gehen genauer auf die drei wich­tigs­ten Ansätze ein: Server-Side-Rendering, Client-Side-Rendering und Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on.

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Server-Side-Rendering (SSR)

Server-Side-Rendering oder auch Server-Side-Scripting ist eine Technik, die bei der Ent­wick­lung von Websites mit dy­na­mi­schen Elementen und Web­an­wen­dun­gen zum Einsatz kommt. Sie basiert auf der Ver­wen­dung von Skripten, die vom Webserver mithilfe der ge­eig­ne­ten Skript­spra­chen aus­ge­führt werden, wenn Sie mit dem Browser die ent­spre­chen­den Inhalte anfordern. Bereits mit dem initialen Request werden sämtliche HTML-, CSS- und Ja­va­Script-An­wei­sun­gen voll­stän­dig geladen.

Hinweis

Der Quellcode der ser­ver­sei­tig aus­ge­führ­ten Skripte bleibt dem Nutzer gänzlich verborgen!

In den frühen Tagen des World Wide Webs wurde Server-Side-Rendering beinahe aus­schließ­lich vollzogen, indem Ent­wick­ler Programme in C sowie Perl- und Kom­man­do­zei­len-Skripte schrieben. Diese An­wen­dun­gen wurden vom Server-Be­triebs­sys­tem aus­ge­führt und in­ter­pre­tiert, woraufhin das Ergebnis vom Webserver über das Common Gateway Interface (CGI) an den zu­grei­fen­den Browser über­mit­telt werden konnte.

Typische Pro­gram­mier­spra­chen für Server-Side-Rendering sind die folgenden:

  • Java
  • Ruby
  • ASP.NET
  • Perl
  • PHP
  • Python
  • Node.js bzw. Ja­va­Script

Welche Vorteile hat Server-Side-Scripting?

Die große Stärke von SSR liegt darin, dass die Webseiten vom Server vor­ge­la­den werden. Eine Anfrage wird aus Nut­zer­sicht also beinahe sofort ver­ar­bei­tet, sodass die auf­ge­ru­fe­ne Seite sehr schnell angezeigt wird. Ins­be­son­de­re für statische Websites eignet sich dieser Ansatz einer op­ti­mier­ten La­de­ge­schwin­dig­keit. Der schnelle Pageload wirkt sich zudem positiv auf die Bewertung durch Such­ma­schi­nen aus – auch, weil Crawler die Seiten dank des Server-Side-Ren­de­rings einfacher bzw. schneller erfassen können.

Welche Nachteile hat Server-Side-Rendering?

Server-Side-Scripting setzt voraus, dass der Server bei jeder Anfrage vor­ge­la­de­ne HTML-Pages aus­lie­fert. Ins­be­son­de­re, wenn ein Client fort­wäh­rend weitere Anfragen an den Webserver sendet, um dem User neue, ver­än­der­te In­for­ma­tio­nen zukommen zu lassen, bedeutet das eine starke Aus­las­tung der Ser­ver­ka­pa­zi­tä­ten. Für Websites, die eine hohe Zahl an Requests haben oder eine Vielzahl an Nut­zer­inter­ak­tio­nen erfordern, eignet sich SSR daher nicht. Bei der­ar­ti­gen Projekten würde die Ant­wort­zeit des Web­ser­vers den Vorteil des op­ti­mier­ten Pageloads negieren.

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Client-Side-Rendering (CSR)

Die Technik des Client-Side-Ren­de­rings bzw. Client-Side-Scrip­tin­gs wird von Web­ent­wick­lern vorrangig dazu verwendet, Projekte mit dy­na­mi­schen Inhalten zu rea­li­sie­ren. Die pro­gram­mier­ten Skripte werden in diesem Fall nicht vom Server, sondern vom zu­grei­fen­den Browser aus­ge­führt und ver­ar­bei­tet. Zu diesem Zweck bettet man die Skripte entweder in das HTML- bzw. XHTML-Dokument ein oder schreibt sie in eine separate Datei, die man mit dem Dokument verknüpft.

Ruft der Nutzer eine Webseite mit cli­ent­sei­ti­gen Skripten auf, sendet der Webserver das HTML-Dokument sowie die Skripte an den Browser, der diese selbst ausführt und das End­ergeb­nis prä­sen­tiert. Cli­ent­sei­ti­ge Skripte können darüber hinaus konkrete In­struk­tio­nen für den Web­brow­ser be­inhal­ten, wie dieser auf bestimmte Aktionen des Nutzers, z. B. auf einen Button-Klick, reagieren soll. Oftmals muss der Client dazu keinen erneuten Kontakt zum Webserver aufbauen.

Die be­deu­tends­te Client-Side-Skript­spra­che ist Ja­va­Script.

Hinweis

Theo­re­tisch kann jede passende Skript­spra­che für Client-Side-Rendering genutzt werden. Damit das Projekt später von allen ver­schie­de­nen Nut­zer­grup­pen geladen werden kann, müssten alle re­le­van­ten Browser diese aber auch un­ter­stüt­zen – ein Status, den aktuell nur Ja­va­Script innehat.

Welche Vorteile hat Client-Side-Scripting?

CSR erweist sich ins­be­son­de­re bei Web­pro­jek­ten mit einer Menge an Nut­zer­inter­ak­tio­nen als ge­winn­brin­gen­der Ansatz. Fällt der initiale La­de­pro­zess der Website ver­gleichs­wei­se lang aus, ist das an­schlie­ßen­de Rendering weiterer Seiten umso schneller. Die User Ex­pe­ri­ence gestaltet sich deutlich vor­teil­haf­ter als beim Server-Side-Rendering, da nicht bei jedem Aufruf einer neuen Seite durch den Nutzer sämtliche Skripte und Inhalte auf einen Schlag und voll­stän­dig geladen werden müssen.

Da die Skripte im Browser der Nutzer aus­ge­führt werden, haben diese – anders als bei Server-Side-Scripts – die Mög­lich­keit, den Quellcode ein­zu­se­hen.

Welche Nachteile birgt Client-Side-Rendering?

Der Fokus auf cli­ent­sei­ti­ge Skripte ist mit zwei ent­schei­den­den Problemen verknüpft: Zum einen ist es für Such­ma­schi­nen schwerer, die Seiten zu erfassen und zu in­de­xie­ren. Die Crawler von Google sind hierzu zwar in der Lage, doch optimal sind die SEO-Vor­aus­set­zun­gen in diesem Fall nicht – ins­be­son­de­re, da viele andere Such­ma­schi­nen häufig gar nicht in der Lage sind, cli­ent­sei­tig ge­r­en­der­te Seiten zu in­de­xie­ren.

Zum anderen setzt Client-Side-Scripting voraus, dass Ja­va­Script vom Browser un­ter­stützt wird. Dies ist zwar grund­sätz­lich der Fall – da aber auch Pop-ups und Tracking-Tools auf CSR basieren und die cli­ent­sei­ti­gen Skripte überdies die Ladezeit be­ein­flus­sen, exis­tie­ren ver­schie­de­ne Browser-Er­wei­te­run­gen, die die Skripte blo­ckie­ren.

Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on (SSG)

Der Trend der ver­gan­ge­nen Jahre zeigt, dass sich Websites von ihrer Auf­ma­chung her immer mehr an Apps annähern: Ein hohes Maß an Re­spon­si­vi­tät und In­ter­ak­ti­vi­tät ist ebenso wichtig wie ein breites Spektrum an Content. Nutzer setzen schnelle La­de­zei­ten und eine nahtlose User Ex­pe­ri­ence, bei der Seiten bei­spiels­wei­se nicht immer von Neuem geladen werden müssen, voraus. Gleich­zei­tig verlieren Website-Ver­ant­wort­li­che den SEO-Aspekt kei­nes­wegs aus den Augen und versuchen auch in puncto Google-Rankings möglichst weit vorne mit­zu­spie­len.

Ein Ansatz, der die genannten Ansprüche vereinen möchte, ist Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on. Mithilfe von Static-Site-Ge­ne­ra­to­ren werden hierbei HTML-Seiten kreiert, die auf Templates zu­rück­grei­fen, um jederzeit aus­spiel­bar zu sein, wenn ein Client eine Anfrage startet. Anders als beim Server-Side-Rendering findet das SSG-Rendering also noch im Vorhinein (vor dem Client-Request) statt, was die La­de­ge­schwin­dig­keit so gering wie möglich hält.

Beliebte Static-Site-Ge­ne­ra­to­ren sind z. B. folgende:

  • Jekyll
  • Hugo
  • Pelican
  • Middleman
  • Expose
  • Next
  • Gatsby
  • Gridsome
  • Nuxt
  • Hexo
  • Eleventy
  • Jigsaw
  • Vuepress
Tipp

Eine aus­führ­li­che Auf­lis­tung an­ge­sag­ter Lösungen finden Sie in unserem Artikel über die besten Static-Site-Ge­ne­ra­to­ren!

Welche Vorteile hat Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on?

Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on spielt ihre Stärken ins­be­son­de­re bei Projekten aus, die viel Content haben, der sich nicht re­gel­mä­ßig ändert. Typische Beispiele hierfür sind etwa eine per­sön­li­che Homepage oder ein Blog, die ty­pi­scher­wei­se wenig dy­na­mi­sche Inhalte führen und stark von der Top-Ge­schwin­dig­keit infolge des Pre­ren­de­rings (also das Seiten-Vorladen) durch einen Static-Site-Generator pro­fi­tie­ren. Zudem bieten SSG-Projekte nur wenig An­griffs­flä­chen, da das Ri­si­ko­po­ten­zi­al auf den einzelnen Klick beim Sei­ten­auf­ruf des Clients be­schränkt ist.

Tipp

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Welche Nachteile hat Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on?

Das Pre­ren­de­ring im Rahmen von SSG bringt nicht nur Vorteile mit sich: Der Ansatz erweist sich als äußerst un­prak­tisch, wenn ein Web­pro­jekt re­gel­mä­ßi­gen Än­de­run­gen un­ter­wor­fen ist – ob tech­ni­scher Natur oder in puncto Content. Für jede Änderung müssen die sta­ti­schen Seiten des Web­pro­jekts neu „vor“-geladen werden. Je um­fang­rei­cher das Projekt ist, desto mehr Zeit nimmt dieser Building-Prozess in Anspruch, weshalb Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on für Websites mit einer Vielzahl an sta­ti­schen Seiten un­ge­eig­net ist.

SSR vs. CSR vs. SSG: Fazit

Server-Side-Rendering sorgt für einen ex­zel­len­ten Pageload, der al­ler­dings an eine hohe Aus­las­tung des Web­ser­vers geknüpft ist. Client-Side-Rendering geht den um­ge­kehr­ten Weg und entlastet den Server, indem ein Großteil der Seite erst im Browser gerendert wird – vor­aus­ge­setzt, der Nutzer hat Ja­va­Script nicht blockiert. Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on schont sowohl Server als auch Client und sorgt dank des Pre­ren­de­ring-Ansatzes für eine schnelle Aus­lie­fe­rung des Contents, sofern es sich nicht um in­ter­ak­ti­ve und sich stetig ändernde Inhalte handelt.

Alle drei auf­ge­zeig­ten Stra­te­gien für das Rendering von Web­pro­jek­ten haben also ihre Pros und Contras. Wägen Sie genau ab, welche Ei­gen­schaf­ten am besten zu Ihrem Projekt passen, um den besten Ansatz für Ihre Web­an­wen­dung zu finden.

Hinweis

Gute La­de­zei­ten, schnelle In­ter­ak­ti­vi­tät und ein stabiles Layout zählen zu den wich­tigs­ten Kenn­zah­len von Googles Core Web Vitals. Ob Sie die passende Rendering-Strategie für Ihr Web­pro­jekt gewählt haben, können Sie also auch gut an den Be­wer­tun­gen des Google-Services, der sich gänzlich auf Nut­zer­da­ten stützt, ablesen.

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