E-Mail-Header – welche Informationen enthält er?
Im E-Mail-Header sehen Sie standardmäßig nur ein paar Pflichtinformationen wie die Absenderadresse, den Betreff oder das Versanddatum. Eigentlich enthält er aber noch weitere Informationen zur absendenden Person und zu den Übertragungswegen der Nachricht, die beispielsweise bei der Analyse von Spam, Phishing-Versuchen oder Zustellproblemen wichtige Hinweise liefern.
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Wie ist ein E-Mail-Header aufgebaut?
Die Kopfzeile einer E-Mail, der sogenannte E-Mail-Header, enthält verschiedene technische Informationen und zeigt unter anderem auch den Übertragungsweg der Nachricht. Jede Zeile eines E-Mail-Headers beginnt mit einem Schlüsselwort (dem Feldnamen), gefolgt von einem Doppelpunkt und dem Inhalt. Die Reihenfolge der Einträge folgt dabei einem klaren technischen Prinzip: Neu hinzugefügte Informationen stehen oben, während ältere – also frühere Übertragungsstationen – weiter unten im Header erscheinen.
Die E-Mail-Header-Pflichtangaben in der Übersicht
From: Die Angabe der absendenden Person in Form der E-Mail-Adresse. Es gibt auch Clients, die mehrere Absenderinnen und Absender zulassen. Stimmen technische Senderadresse und Verfasseradresse nicht überein, wird dies in der zusätzlichen Zeile „Sender“ vermerkt. Die angezeigte Adresse muss nicht zwingend mit der tatsächlich versendenden Server-Domain übereinstimmen. Beispiel:From: Absender <absender-adresse@mail.de>To: In dieser Mail-Header-Zeile sind der oder die Empfänger, durch Kommata getrennt, angegeben. Die Angabe muss nicht derEnvelope-To-Angabe entsprechen, die dem Übertragungsprotokoll übermittelt wird. Dadurch kann es dazu kommen, dass Ihre Mailadresse in dieser Zeile gar nicht auftaucht. Beispiel:To: Adressat <adressat-adresse@mail.de>, Adressat 2 <adressat2-adresse@mail.de>Cc: Die optionale Cc-Angabe enthält die Adresse(n) eines oder mehrerer Empfängerinnen und Empfänger, die eine Kopie der E-Mail erhalten sollen. Beispiel:Cc: <cc-adresse@mail.de>, Kopie-Empfänger 2 <cc2-adresse@mail.de>Subject: Das Subject bzw. der Betreff gibt eine Kurzinformation darüber, welche Art von Inhalt in der Mail zu erwarten ist. Beispiel:Subject: Re: Ihre Terminanfrage für kommendes Jahr
Versteckte Mail-Header-Angaben
Return-Path: Diese Zeile enthält die Rücksendeadresse einer E-Mail. Sie wird vom empfangenden Mailserver gesetzt und legt fest, wohin Unzustellbarkeitsmeldungen (Bounce-Nachrichten) gesendet werden. Die Adresse entspricht in der Regel der Absenderadresse, die beim Versand über das E-Mail-Übertragungsprotokoll übermittelt wurde, und spielt daher eine wichtige Rolle für die Zustellbarkeitsprüfung. Beispiel:Return-Path: <return-adresse@mail.de>Received: Während der Übertragung ergänzen die beteiligten Mailserver zusätzlich sogenannteReceived-Zeilen im Header. Jeder Server fügt dabei einen eigenen Eintrag am Anfang der Liste hinzu. Dadurch steht der zuletzt beteiligte Server – meist der Mailserver Ihres Providers – im oberstenReceived-Eintrag. Dieser markiert die erste verlässliche Station im Übertragungsweg der Nachricht. Beispiel:Received: from mx3.gmx.example (qmailr@mx3.gmx.example [195.63.104.129])Message-ID: Diese eindeutige Kennung erhält jede E-Mail, zumeist von den Mailservern oder bereits vom Mail-Programm des Absenders. Die ID besteht aus einem Zeichencode vor und einem Domainnamen hinter dem mittig platzierten Sonderzeichen „@“. Sie ermöglicht eine eindeutige technische Identifikation einer Nachricht und ist insbesondere bei der Fehleranalyse oder beim Threading von Konversationen relevant. Beispiel:Message-ID: <434571BC.8070702@mail.de>Content-Type: In dieser Zeile des Mail-Headers stehen Informationen über die Art und den Zeichensatz des Nachrichtentextes. Die einzelnen Parameter werden durch Semikola getrennt. Nebentext/plainodertext/htmlkönnen hier auch Angaben zu Anhängen (multipart/mixed) oder alternativen Darstellungsformen (multipart/alternative) enthalten sein. Beispiel:Content-Type: text/plain; charset=UTF-8Authentication-Results: In modernen E-Mail-Systemen findet sich häufig zusätzlich eine Zeile mit dem NamenAuthentication-Results. Sie dokumentiert die Ergebnisse von Sicherheitsprüfungen wie SPF, DKIM und DMARC und gibt an, ob eine E-Mail technisch autorisiert im Namen der angegebenen Absender-Domain versendet wurde. Beispiel:Authentication-Results: spf=pass; dkim=pass; dmarc=passARC (Authenticated Received Chain): Bei weitergeleiteten E-Mails können zusätzlich ARC-Header wieARC-Authentication-Results,ARC-SealoderARC-Message-Signatureerscheinen. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Nachricht über Zwischenstationen wie Mailinglisten oder automatische Weiterleitungen weitergeleitet wird.BIMI (Brand Indicators for Message Identification): Bei manchen E-Mails finden sich Hinweise auf BIMI. Dieses Verfahren ermöglicht es Unternehmen, ihr verifiziertes Markenlogo im Posteingang anzeigen zu lassen, etwa neben der Absenderadresse. Damit Mail-Anbieter das Logo anzeigen, muss die Absender-Domain bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen, insbesondere eine korrekt konfigurierte DMARC-Richtlinie. In einigen Fällen erscheinen entsprechende Informationen auch im Header, etwa im Zusammenhang mit Authentifizierungsprüfungen.
Welchen Nutzen hat der E-Mail-Header?
Mithilfe einer eingehenden Analyse der zumeist versteckten Informationen des E-Mail-Headers können Sie den Übertragungsweg Ihrer Mails zurückverfolgen und überprüfen, ob der angegebene auch der tatsächliche Absender bzw. die tatsächliche Absenderin der jeweiligen Nachricht ist. Wenn Sie eine E-Mail erhalten haben, deren Authentizität Sie anzweifeln, sollten Sie die Kopfzeile also unbedingt zu Rate ziehen.
Neben der reinen Rückverfolgung des Versandwegs spielen heute vor allem Authentifizierungsprüfungen eine entscheidende Rolle. Über die erwähnten Authentication-Results-Einträge lässt sich erkennen, ob Sicherheitsmechanismen wie SPF, DKIM oder DMARC erfolgreich waren oder fehlgeschlagen sind. Ein fail-Eintrag kann ein Hinweis auf Spoofing oder Phishing sein.
Auch für Unternehmen ist die Header-Analyse relevant: Bei Zustellproblemen, Spam-Einstufungen oder hohen Bounce-Raten liefert der vollständige Header wichtige Hinweise auf Konfigurationsfehler der Absender-Domain.
Mail-Header-Analyse: So funktioniert’s
Eine ausführliche E-Mail-Header-Analyse gibt Ihnen die Möglichkeit, wichtige technische Informationen gezielt auszulesen und die Herkunft sowie den Zustellungsverlauf einer Nachricht besser nachzuvollziehen. In den nachfolgenden Abschnitten erfahren Sie, welche einzelnen Schritte hierfür erforderlich sind.
Schritt 1: E-Mail-Header einblenden
Bevor Sie mit dem Studium der Kopfzeile beginnen können, benötigen Sie zunächst einmal den vollständigen Auszug. Da die gängigen E-Mail-Programme die für die Übertragung relevanten Inhalte verbergen, ist es notwendig, diese zunächst sichtbar zu machen.
In Microsoft Outlook gehen Sie hierfür beispielsweise folgendermaßen vor:
- Öffnen Sie die jeweilige Nachricht.
- Blenden Sie die komplette Adresszeile über „Datei“ → „Eigenschaften“ → „Internetkopfzeilen“ ein.
- In der Webversion von Outlook finden Sie die vollständigen Header-Informationen über das Drei-Punkte-Menü und die Option „Nachrichtenquelle anzeigen“.
In Mozilla Thunderbird aktivieren Sie die Anzeige wie folgt:
- Rufen Sie das Menü „Ansicht“ auf.
- Klicken Sie nacheinander auf „Kopfzeilen“ und „Alle“. Alternativ können Sie per Rechtsklick auf die Nachricht die „Nachrichtenquelle“ anzeigen lassen.
Andere Anwendungen wie der GMX Webmailer öffnen die gesamte Adresszeile über einen einzelnen Button innerhalb der aufgerufenen Nachricht. Je nach Oberfläche heißt die Funktion hier „Nachrichtenquelle anzeigen“ oder „Header anzeigen“.
Schritt 2: Absenderadresse ermitteln
Um nun den Absender bzw. die Absenderin zu ermitteln, durchsuchen Sie den gesamten Kopfzeileninhalt nach der IP-Adresse und dem Namen des ersten Servers, der an der Übertragung der Nachricht beteiligt gewesen ist. Um den Versandweg nachzuvollziehen, gehen Sie die Received-Einträge von oben nach unten durch:
- Der oberste Eintrag wurde zuletzt hinzugefügt und stammt in der Regel von Ihrem empfangenden Mailserver oder Provider. Dieser Eintrag markiert die erste technische Vertrauensgrenze („Trust Boundary“).
- Die darunterliegenden
Received-Zeilen zeigen die vorherigen Transportstationen. Dabei ist zu beachten, dass nur Einträge ab der ersten vertrauenswürdigen Infrastruktur als belastbar gelten. Angaben darunter können theoretisch manipuliert worden sein. - Der oberste
Received-Eintrag enthält die IP-Adresse des Systems, das die Nachricht direkt bei Ihrem Mailserver eingeliefert hat. Dabei handelt es sich häufig um ein Relay, ein Gateway oder einen E-Mail-Service-Provider – nicht zwingend um den ursprünglichen End-Client des Absenders.
Kopieren Sie die IP-Adresse, die im Received-Eintrag angegeben ist, in ein entsprechendes IP-Analyse-Tool. Für eine strukturierte Auswertung des gesamten Headers empfehlen sich heute spezialisierte, browserbasierte Dienste wie Google Admin Toolbox – Nachrichtenheader oder der MXToolbox Email Header Analyzer.
Diese Tools bereiten die Transportkette automatisch auf und zeigen zusätzlich die Ergebnisse von SPF-, DKIM- und DMARC-Prüfungen übersichtlich an. Sie erhalten dadurch Auskunft über das einliefernde System und dessen Standort. Das Ergebnis sollte ebenso zum Namen des Servers passen wie die in der Zeile ausgewiesene Zeitzone.
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Wie erkennt man manipulierte E-Mail-Header?
In den meisten Fällen haben die Absender und Absenderinnen von Spam kein Interesse daran, Textmails als Antwort auf ihren Spam zu erhalten. In der Regel gilt daher: Wer Spam versendet, möchte dabei auch anonym bleiben. Das hat zur Folge, dass From- und Return-Path-Zeilen elektronischer Nachrichten, die Spam enthalten, eher selten der Realität entsprechen. Die eigentlichen Verfasser und Verfasserinnen schmücken sich zu diesem Zweck mit falschen Identitäten.
Bekannte Beispiele
In der jüngeren Vergangenheit erhielten viele E-Mail-Empfänger z. B. angebliche Mails von der DHL, der Deutschen Post, PayPal oder gar von Bundesbehörden. Abgesehen von der Tatsache, dass in solchen Nachrichten immer das Öffnen eines externen Links verlangt wurde, hatten die verwendeten Fake-Adressen größtenteils nur Ähnlichkeit mit den Original-Adressen und waren durch eine Mail-Header-Analyse schnell als Spam zu enttarnen.
Received-Eintrag als Kontrollinstanz
Es ist schwierig, die tatsächlichen Urheberinnen und Urheber von Spam-Mails zu ermitteln. Denn mithilfe fehlkonfigurierter Mailserver oder durch den Versand über vireninfizierte Rechner, die als Zwischenstation beim Versand dienen, umgehen viele eine eindeutige Identifizierung durch die E-Mail-Header.
Die Received-Einträge sind die einzigen Elemente des Mail-Headers, die von absendenden Personen nicht vollständig kontrolliert oder nachträglich verändert werden können. Das liegt daran, dass Spammerinnen und Spammer keinen Zugriff auf den letzten Received-Eintrag haben, der normalerweise auch die Ausgangs-IP enthält.
Allerdings können frühere Received-Zeilen technisch manipuliert oder ergänzt werden, um falsche Spuren zu legen. Daher sollten diese Einträge stets im Zusammenhang mit Authentifizierungs-Ergebnissen wie SPF-, DKIM- oder DMARC-Prüfungen bewertet werden.

