Damit ein Brief beim richtigen Empfänger ankommt, muss die genaue Adresse drauf­ste­hen – Land, Post­leit­zahl, Stadt, Straße und Haus­num­mer. Im Internet ist es ähnlich: Jedes Gerät, das in einem Netzwerk Daten senden und empfangen will, braucht eine ein­deu­ti­ge Adresse. Diese so­ge­nann­te IP-Adresse sieht al­ler­dings ganz anders aus als die Anschrift auf einem Brief­um­schlag. Erfahren Sie, was hinter den Zahlen steckt, wie IPv4 und IPv6 aufgebaut sind und was IP-Adressen mit Da­ten­schutz zu tun haben.

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De­fi­ni­ti­on: Was ist eine IP-Adresse?

Eine IP-Adresse (Internet-Protocol-Adresse) ist eine nu­me­ri­sche Adresse, über die ein Gerät bzw. genauer eine Netz­werk­schnitt­stel­le in einem IP-basierten Netzwerk – etwa dem Internet oder einem lokalen Heimnetz – eindeutig an­ge­spro­chen werden kann. Sie basiert auf dem In­ter­net­pro­to­koll, das die Grundlage der Da­ten­über­tra­gung im Internet bildet. Um­gangs­sprach­lich wird die IP-Adresse oft einfach „IP“ genannt.

Eine IP-Adresse gehört zu einem Computer, Smart­phone, Webserver, Drucker oder einem anderen ver­netz­ten Gerät. Ein einzelnes Gerät kann dabei mehrere Adressen haben, etwa eine IPv4- und eine IPv6-Adresse oder je eine Adresse für WLAN und LAN. Eine IP-Adresse kann zudem nicht nur ein einzelnes Ziel, sondern auch eine ganze Gruppe von Geräten be­zeich­nen, etwa beim Mul­ti­cas­ting oder (nur bei IPv4) beim Broad­cas­ting. Innerhalb eines Netzwerks darf eine IP-Adresse, die ein einzelnes Gerät be­zeich­net, jeweils nur einmal gleich­zei­tig vergeben sein – sonst kommt es zu Adress­kon­flik­ten.

Wie ist eine IP-Adresse aufgebaut?

Es exis­tie­ren zwei Versionen von IP-Adressen, die sehr un­ter­schied­lich aussehen: IPv4 und IPv6. Gemein ist ihnen, dass sie sich aus einem Netz­werk­teil (für die Weg­fin­dung beim IP-Routing) und einem Ge­rä­te­teil (für die Zu­stel­lung an ein be­stimm­tes Gerät im Netz) zu­sam­men­set­zen.

IPv4-Adressen: der eta­blier­te Standard

Adressen der Internet Protocol Version 4 (kurz: IPv4) sind seit Anfang der 1980er-Jahre im Einsatz und bis heute weit ver­brei­tet. Sie bestehen aus 32 Bits, sind technisch gesehen also eine 32-stellige Binärzahl wie z. B. 11000000 10101000 10110010 00011111. Um diese Zahl lesbar zu machen, wird sie in vier Blöcke à 8 Bits zerlegt und als vier De­zi­mal­zah­len mit Werten von 0 bis 255 dar­ge­stellt, die durch Punkte getrennt sind. Unser Beispiel sieht in dieser Schreib­wei­se so aus: 192.168.178.31.

Mit IPv4 lassen sich insgesamt rund 4,3 Mil­li­ar­den un­ter­schied­li­che Adressen (2^32) dar­stel­len, von denen ein Teil zudem für Son­der­zwe­cke re­ser­viert ist. Für die heutige Zahl ver­netz­ter Geräte reicht das längst nicht mehr aus: Die IANA hat ihre letzten freien IPv4-Blöcke bereits im Februar 2011 an die re­gio­na­len Ver­ga­be­stel­len verteilt, die für Europa zu­stän­di­ge RIPE NCC hat ihren freien IPv4-Vorrat im November 2019 auf­ge­braucht. Dass IPv4 trotzdem weiter funk­tio­niert, liegt vor allem an Techniken wie Network Address Trans­la­ti­on (NAT), bei der sich viele Geräte eine öf­fent­li­che Adresse teilen, und an einem Handel mit bereits ver­ge­be­nen IPv4-Adressen.

IPv6-Adressen: der Nach­fol­ger

Durch die wachsende Zahl von Smart­phones, Servern und Geräten im Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) ist der IPv4-Adress­raum knapp geworden – zumal viele Geräte eine eigene IP-Adresse benötigen. Deshalb wurde IPv6 als direkter Nach­fol­ger ent­wi­ckelt. IPv6-Adressen bestehen aus 128 Bits, womit sich 2^128, also rund 3,4 × 10^38 Adressen (etwa 340 Sex­til­lio­nen) dar­stel­len lassen – ein praktisch un­er­schöpf­li­cher Vorrat. IPv6 ist in­zwi­schen im Alltag an­ge­kom­men: Laut der von Google ver­öf­fent­lich­ten Statistik greift weltweit in­zwi­schen rund die Hälfte der Nutzer per IPv6 auf Google-Dienste zu, in Deutsch­land liegt der Anteil sogar darüber. In der Praxis laufen IPv4 und IPv6 meist parallel (Dual Stack).

Eine 128-stellige Binärzahl wäre viel zu un­hand­lich. Deshalb werden IPv6-Adressen he­xa­de­zi­mal ge­schrie­ben: Die 128 Bits werden in acht durch Dop­pel­punk­te getrennte Blöcke à 16 Bits zerlegt, die Buch­sta­ben a bis f stehen dabei für die Hex-Ziffern 10 bis 15. So ergibt sich etwa die Adresse 0000:0000:0000:0000:0000:ffff:c0a8:b21f. Diese Schreib­wei­se lässt sich nach zwei Regeln verkürzen: Führende Nullen innerhalb eines Blocks dürfen entfallen, und eine zu­sam­men­hän­gen­de Folge von 0000-Blöcken darf durch zwei Dop­pel­punk­te (::) ersetzt werden – al­ler­dings nur einmal pro Adresse. In unserem Fall ergibt sich dann die Kurz­schreib­wei­se ::ffff:c0a8:b21f. Dabei handelt es sich übrigens um eine so­ge­nann­te IPv4-gemappte IPv6-Adresse: Die letzten 32 Bits (c0a8:b21f) ent­spre­chen genau der IPv4-Adresse 192.168.178.31 aus dem Beispiel oben. Eine „typische“ IPv6-Adresse sieht eher so aus wie die für Do­ku­men­ta­ti­ons­zwe­cke re­ser­vier­te Adresse 2001:db8::1.

IPv4 und IPv6 im Vergleich

Merkmal IPv4 IPv6
Länge 32 Bits 128 Bits
Schreib­wei­se vier De­zi­mal­zah­len, durch Punkte getrennt acht He­xa­de­zi­mal­blö­cke, durch Dop­pel­punk­te getrennt
Beispiel 192.168.178.31 2001:db8::1
Anzahl möglicher Adressen rund 4,3 Mil­li­ar­den rund 3,4 × 10^38
Netz­werk­teil fest­ge­legt durch Netzmaske bzw. CIDR-Präfix (z. B. /24) Prä­fix­län­ge (in Subnetzen meist /64)
Broadcast ja nein (statt­des­sen Multicast)
NAT im Heimnetz üblich in der Regel nicht nötig

Netzwerk- und Ge­rä­te­teil von IP-Adressen

Wer einen Brief ver­schickt, gibt nicht nur Land und Stadt an, sondern auch Straße und Haus­num­mer. Dasselbe gilt bei der Da­ten­über­tra­gung: Damit ein Da­ten­pa­ket an der richtigen Stelle ankommt, muss aus der IP-Adresse nicht nur das jeweilige Netzwerk, sondern auch das darin be­find­li­che Zielgerät (der Host) her­vor­ge­hen.

Bei IPv4 legt dafür die so­ge­nann­te Netzmaske (Sub­netz­mas­ke) fest, welche Bits zum Netz­werk­teil und welche zum Ge­rä­te­teil gehören. Sie wird entweder aus­ge­schrie­ben (z. B. 255.255.255.0) oder in der kürzeren CIDR-Notation als Prä­fix­län­ge angegeben (z. B. 192.168.178.31/24: Die ersten 24 Bits bilden das Netz). Bei IPv6 wird die Adresse ebenfalls über die Prä­fix­län­ge ge­glie­dert. In lokalen Netzen sind die ersten 64 Bits üb­li­cher­wei­se das Präfix (die Netz­werk­adres­se), die letzten 64 Bits der Interface Iden­ti­fier (die Ge­rä­te­adres­se). Provider vergeben an ihre Kunden meist ein größeres Präfix, etwa /56 oder /48, das sich wiederum in mehrere /64-Subnetze aufteilen lässt.

Bild: Aufbau von IPv4- und IPv6-Adressen
Aufbau von IPv4- und IPv6-Adressen

Wofür wird die IP-Adresse verwendet?

Eine IP-Adresse dient der ein­deu­ti­gen Adres­sie­rung von Geräten in einem Netzwerk. Jedes Da­ten­pa­ket trägt in seinem IP-Header sowohl die Quell- als auch die Ziel­adres­se. Anhand dieser Angaben wird es vom Absender bis zum richtigen Empfänger trans­por­tiert.

Bevor ein Paket überhaupt ver­schickt werden kann, muss der Absender die Ziel­adres­se kennen. Menschen merken sich jedoch lieber Namen wie www.example.com als Zah­len­fol­gen. Hier kommt das Domain Name System (kurz: DNS) ins Spiel: Es übersetzt Do­main­na­men in IP-Adressen (und umgekehrt). Beim Aufruf einer Webseite fragt der Rechner deshalb zunächst einen DNS-Server nach der passenden IPv4-Adresse (A-Record) bzw. IPv6-Adresse (AAAA-Record) der Domain.

An­schlie­ßend prüft das sendende Gerät anhand der Netzmaske bzw. Prä­fix­län­ge, ob sich das Ziel im selben Netz befindet. Ist das der Fall, stellt es das Paket direkt zu. An­dern­falls schickt es das Paket an sein Standard-Gateway – im Heimnetz ist das in der Regel der Router. Von dort wird das Paket über mehrere Router, Netze und Subnetze bis in das Netz des Emp­fän­gers wei­ter­ge­lei­tet, wobei jeder Router anhand der Ziel­adres­se über den nächsten Abschnitt der Route ent­schei­det.

Wer verteilt IP-Adressen?

Die oberste Instanz bei der Zuteilung von IP-Adressen ist die Internet Assigned Numbers Authority (IANA). Ihre Aufgaben werden seit Oktober 2016 von Public Technical Iden­ti­fiers (PTI) wahr­ge­nom­men, einer eigens dafür ge­grün­de­ten, mit ihr ver­bun­de­nen Or­ga­ni­sa­ti­on der Internet Cor­po­ra­ti­on for Assigned Names and Numbers (ICANN). Die IANA verwaltet den globalen IP-Adress­raum und vergibt Adress­blö­cke an die fünf so­ge­nann­ten Regional Internet Re­gis­tries (RIR): AFRINIC, APNIC, ARIN, LACNIC und RIPE NCC (kurz für: Réseaux IP Européens Network Coor­di­na­ti­on Centre).

Der RIPE NCC ist für Europa, den Nahen Osten und Teile Zen­tral­asi­ens und damit auch für Deutsch­land zuständig. Er vergibt Adressen an seine Mit­glie­der, die so­ge­nann­ten Local Internet Re­gis­tries (LIR) – das sind vor allem In­ter­net­pro­vi­der, Hosting-Un­ter­neh­men und große Or­ga­ni­sa­tio­nen. Diese geben die Adressen dann an ihre Kunden weiter. In einigen Regionen, vor allem im asiatisch-pa­zi­fi­schen Raum und in La­tein­ame­ri­ka, gibt es zwischen RIR und LIR zu­sätz­lich nationale Ver­ga­be­stel­len (National Internet Re­gis­tries, kurz: NIR).

Welche Arten von IP-Adressen gibt es?

IP-Adressen lassen sich nach zwei Kriterien un­ter­schei­den: nach ihrer Reich­wei­te (öf­fent­lich oder privat) und nach der Art der Zuteilung (dynamisch oder statisch). Hinzu kommen IP-Adressen für besondere Zwecke.

Öf­fent­li­che und private IP-Adressen

Eine öf­fent­li­che IP-Adresse ist im gesamten Internet eindeutig und von dort aus er­reich­bar. Sie wird Ihrem Anschluss vom Provider zugeteilt und ist die Adresse, mit der Webseiten und andere Dienste Ihre Anfragen sehen. Private IP-Adressen dagegen gelten nur innerhalb eines lokalen Netzes und werden im Internet nicht wei­ter­ge­lei­tet. Für sie sind bei IPv4 folgende Adress­be­rei­che re­ser­viert, die ohne Re­gis­trie­rung genutzt werden dürfen:

  • 10.0.0.0 bis 10.255.255.255 (10.0.0.0/8)
  • 172.16.0.0 bis 172.31.255.255 (172.16.0.0/12)
  • 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 (192.168.0.0/16)

Bei IPv6 ist für ver­gleich­ba­re lokale Zwecke das Präfix fc00::/7 vor­ge­se­hen (so­ge­nann­te Unique Local Addresses, in der Praxis meist mit fd beginnend).

Damit Geräte mit privater IPv4-Adresse trotzdem ins Internet gelangen, übersetzt der Router ihre Adressen per Network Address Trans­la­ti­on (NAT) in die öf­fent­li­che IPv4-Adresse des An­schlus­ses, die sich dann alle Geräte des lokalen Netzes teilen. Bei an­kom­men­den Da­ten­pa­ke­ten passiert der um­ge­kehr­te Vorgang. Bei IPv6 ist NAT in der Regel nicht nötig, weil jedes Gerät eine eigene, weltweit gültige Adresse aus dem Präfix des An­schlus­ses erhalten kann. Im lokalen Netz vergibt meist ein DHCP-Server – etwa im Router – die privaten IPv4-Adressen au­to­ma­tisch; al­ter­na­tiv können Admins sie manuell festlegen. Bei IPv6 kon­fi­gu­rie­ren sich Geräte häufig auch selbst (SLAAC).

Hinweis

Manche Provider teilen Kunden gar keine eigene öf­fent­li­che IPv4-Adresse mehr zu, sondern nutzen Carrier-Grade NAT (CGNAT): Mehrere An­schlüs­se teilen sich dann eine öf­fent­li­che IPv4-Adresse, intern wird dafür oft der Bereich 100.64.0.0/10 verwendet. Das kann dazu führen, dass Geräte im Heimnetz über IPv4 nicht direkt aus dem Internet er­reich­bar sind.

Dy­na­mi­sche IP-Adressen fürs Surfen im Internet

Dy­na­mi­sche IP-Adressen sind bei Pri­vat­kun­den der Nor­mal­fall. Verbindet sich ein Router mit dem Internet, teilt ihm der Internet Service Provider (ISP) – bei­spiels­wei­se 1&1 – eine gerade freie Adresse aus seinem Adress­pool zu. Diese Zuteilung gilt nur für eine bestimmte Zeit: Spä­tes­tens bei einer neuen Einwahl, etwa nach einem Neustart des Routers, erhält der Anschluss meist eine andere Adresse. Bei IPv6 wechselt bei vielen An­schlüs­sen das zu­ge­teil­te Präfix ebenfalls von Zeit zu Zeit.

Hinweis

Bei manchen An­schlüs­sen trennt der Provider die In­ter­net­ver­bin­dung in re­gel­mä­ßi­gen Abständen, häufig alle 24 Stunden, und vergibt dabei eine neue IP-Adresse („Zwangs­tren­nung“). Laufende Downloads, Vi­deo­calls oder Te­le­fon­ge­sprä­che über den In­ter­net­an­schluss werden dabei kurz un­ter­bro­chen, an­schlie­ßend wählt sich der Router au­to­ma­tisch wieder ein. Viele Router legen diesen Vorgang stan­dard­mä­ßig in die Nacht­stun­den. Will man den Zeitraum ändern (z. B. auf 5 bis 6 Uhr), kann man dies in den Ein­stel­lun­gen seines DSL-Routers tun. Ob und wie oft eine Zwangs­tren­nung statt­fin­det, hängt vom Anbieter und von der An­schluss­tech­nik ab – bei vielen neueren An­schlüs­sen ver­zich­ten Provider darauf oder trennen nur noch selten.

Da jede ver­füg­ba­re IP-Adresse auf diese Weise „wie­der­ver­wer­tet“ werden kann, kommt ein Provider mit deutlich weniger Adressen aus, als er Kunden hat. Dy­na­mi­sche Vergabe ist daher günstiger und schont den knappen IPv4-Adress­raum.

Für Nutzer bringt eine wech­seln­de IP-Adresse etwas mehr Pri­vat­sphä­re, weil sich Ak­ti­vi­tä­ten zu ver­schie­de­nen Zeit­punk­ten nicht allein über die IP-Adresse ver­knüp­fen lassen. Voll­stän­di­ge An­ony­mi­tät bietet sie aber nicht: Web­sei­ten­be­trei­ber und Wer­be­netz­wer­ke setzen zum Wie­der­erken­nen von Besuchern vor allem Cookies, Logins und Browser-Fin­ger­prin­ting ein. Der In­ter­net­pro­vi­der wiederum weiß, welchem Kunden er zu welchem Zeitpunkt welche IP-Adresse zugeteilt hat. Wie lange er diese Zuordnung speichern darf oder muss, ist seit Jahren um­strit­ten – Stichwort: Vor­rats­da­ten­spei­che­rung (mehr dazu im Abschnitt zum Da­ten­schutz).

Statische IP-Adressen für Server und Un­ter­neh­men

Eine statische IP-Adresse bleibt dauerhaft gleich, solange ihr Inhaber keine Änderung ver­an­lasst. Solche Adressen werden vor allem für Server ein­ge­setzt, die zu­ver­läs­sig unter derselben Adresse er­reich­bar sein müssen – etwa Webserver, Mail­ser­ver oder VPN-Gateways. Bei einem eigenen Server oder vir­tu­el­len Server (VPS) im Re­chen­zen­trum gehören feste öf­fent­li­che IPv4- und IPv6-Adressen in der Regel zum Leis­tungs­um­fang. Auch Un­ter­neh­men, die etwa Zugriffe auf ihre Systeme auf bestimmte Adressen be­schrän­ken wollen, nutzen feste IP-Adressen. Pri­vat­kun­den können eine statische IP-Adresse bei manchen Providern gegen Aufpreis buchen; wer zu Hause nur ge­le­gent­lich einen Dienst er­reich­bar machen möchte, behilft sich oft mit dy­na­mi­schem DNS (DynDNS).

Im lokalen Netz (LAN) vergeben Admins feste Adressen zudem gern an Geräte wie Netz­werk­dru­cker, NAS-Systeme oder Server, damit diese stets unter derselben Adresse er­reich­bar sind. Der größte Nachteil fester öf­fent­li­cher IP-Adressen besteht aus Nut­zer­sicht darin, dass sie sich deutlich einfacher einem Anschluss zuordnen und tracken lassen.

Re­ser­vier­te IP-Adressen für Son­der­zwe­cke

Neben den privaten Adress­be­rei­chen sind weitere Teile des IPv4-Adress­raums für besondere Zwecke re­ser­viert – inklusive Multicast und dem für künftige Nutzung re­ser­vier­ten Block 240.0.0.0/4 knapp 14 Prozent aller IPv4-Adressen. Die IANA führt diese Bereiche in eigenen Registern. Ein paar Beispiele:

  • Der Block 0.0.0.0/8 (0.0.0.0 bis 0.255.255.255) steht für „dieses Netzwerk“. Die Adresse 0.0.0.0 wird etwa verwendet, solange ein Gerät noch keine eigene Adresse hat, oder von Ser­ver­pro­gram­men als Platz­hal­ter für „alle Schnitt­stel­len“.
  • Über 127.0.0.1 (allgemein der Bereich 127.0.0.0/8, bei IPv6 die Adresse ::1) spricht ein Rechner sich selbst an, also den Localhost. Das wird z. B. genutzt, um An­wen­dun­gen lokal zu testen.
  • Die Adresse 255.255.255.255 dient dem Broadcast an alle Geräte im lokalen Netz.
  • Die Bereiche 169.254.0.0/16 (IPv4) und fe80::/10 (IPv6) sind Link-Local-Adressen. Ein Gerät vergibt sie sich selbst, etwa wenn kein DHCP-Server er­reich­bar ist; sie gelten nur im direkt an­ge­schlos­se­nen Netz­seg­ment.
  • Der Bereich 224.0.0.0/4 ist für Multicast re­ser­viert.

IP-Adressen und Da­ten­schutz

Eine IP-Adresse enthält selbst keinen Namen und keine Anschrift. Trotzdem lassen sich mit ihrer Hilfe Rück­schlüs­se auf den An­schluss­in­ha­ber ziehen. Das macht sie zu einem wichtigen Thema im Da­ten­schutz.

Was verrät die IP-Adresse über ihren Benutzer?

Zunächst lässt sich über eine öf­fent­li­che IP-Adresse relativ einfach her­aus­fin­den, zu welchem In­ter­net­pro­vi­der oder welcher Or­ga­ni­sa­ti­on sie gehört. Dafür genügt eine Whois-Abfrage in der Datenbank der zu­stän­di­gen RIR, die anzeigt, an wen ein Adress­be­reich vergeben wurde. Auch eine Reverse-DNS-Abfrage oder das Kom­man­do­zei­len-Tool Tracert liefern oft Hinweise, da die Hostnamen von Providern häufig deren Namen enthalten.

Darüber hinaus ist eine ungefähre Orts­be­stim­mung möglich. So­ge­nann­te Geo­lo­ca­ti­on-Dienste ordnen IP-Adress­be­rei­che anhand von Re­gis­trie­rungs­da­ten, Routing-In­for­ma­tio­nen und weiteren Quellen einem Standort zu. Das Land lässt sich so meist zu­ver­läs­sig bestimmen, oft auch die Region oder Stadt. Eine genaue Anschrift ergibt sich aus der IP-Adresse allein jedoch nicht – die kennt nur der Provider, der die Adresse seinem Kunden zugeteilt hat.

Gelten IP-Adressen als per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten?

Kurz­ant­wort: ja, in aller Regel. Bereits 2016 hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (Urteil vom 19. Oktober 2016, Rs. C-582/14 „Breyer“) ent­schie­den, dass auch eine dy­na­mi­sche IP-Adresse für einen Web­sei­ten­be­trei­ber ein per­so­nen­be­zo­ge­nes Datum sein kann, wenn er über recht­li­che Mittel verfügt, den Nutzer mithilfe der Zu­satz­in­for­ma­tio­nen des Providers bestimmen zu lassen. Die Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) nennt Online-Kennungen in Art. 4 Nr. 1 aus­drück­lich als Merkmal, über das eine Person iden­ti­fi­zier­bar sein kann, und führt IP-Adressen in Er­wä­gungs­grund 30 als Beispiel an. IP-Adressen – statisch wie dynamisch – gelten daher als per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten. Zu den „be­son­de­ren Ka­te­go­rien“ per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten nach Art. 9 DSGVO (z. B. Ge­sund­heits­da­ten) zählen sie aber nicht.

Für Web­sei­ten­be­trei­ber bedeutet das: Sie dürfen IP-Adressen nur ver­ar­bei­ten, wenn eine Rechts­grund­la­ge nach Art. 6 DSGVO vorliegt. Das kann etwa ein be­rech­tig­tes Interesse sein, z. B. die kurz­zei­ti­ge Spei­che­rung in Server-Logfiles, um Angriffe ab­zu­weh­ren und den sicheren Betrieb zu ge­währ­leis­ten. Für Tracking- und Mar­ke­ting­zwe­cke ist dagegen meist eine Ein­wil­li­gung er­for­der­lich. Zudem gelten die Grund­sät­ze der Da­ten­mi­ni­mie­rung und Spei­cher­be­gren­zung, weshalb viele Ana­ly­se­tools IP-Adressen nur gekürzt (an­ony­mi­siert) speichern.

Um­strit­ten ist seit Langem, ob In­ter­net­pro­vi­der die Zuordnung von IP-Adressen zu ihren Kunden für Er­mitt­lungs­be­hör­den auf Vorrat speichern müssen. Die frühere deutsche Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wurde nach Urteilen des EuGH nicht mehr an­ge­wen­det. Im April 2026 hat die Bun­des­re­gie­rung einen neuen Ge­setz­ent­wurf be­schlos­sen, nach dem In­ter­net­zu­gangs­an­bie­ter IP-Adressen und die Zuordnung zum je­wei­li­gen Anschluss drei Monate lang speichern sollen; Inhalte und besuchte Webseiten sollen nicht erfasst werden. Zum Zeitpunkt dieser Ak­tua­li­sie­rung befand sich das Vorhaben noch im par­la­men­ta­ri­schen Verfahren (Stand: Juli 2026).

Kann man seine IP-Adresse ver­ste­cken?

Ganz ohne IP-Adresse kann man nicht im Internet kom­mu­ni­zie­ren, denn Antworten müssen ja zurück zum Absender gelangen. Man kann die eigene Adresse aber gegenüber dem Ziel­ser­ver ver­schlei­ern. Das Grund­prin­zip ist dabei immer gleich: Die Da­ten­pa­ke­te werden zuerst über einen anderen Server um­ge­lei­tet, der sie mit seiner eigenen IP-Adresse an das Ziel wei­ter­reicht. Folgende Mög­lich­kei­ten gibt es:

  • Der auf Mozilla Firefox (ESR) ba­sie­ren­de Tor Browser leitet den Da­ten­ver­kehr ver­schlüs­selt über mehrere Server des Tor-Netzwerks. Der Ziel­ser­ver sieht nur die Adresse des letzten Knotens. Wegen der Umwege ist die Ver­bin­dung oft langsamer als gewohnt.
  • Virtual Private Networks (VPN) bauen einen ver­schlüs­sel­ten Tunnel zu einem VPN-Server auf. Surft man über ein VPN, sieht der an­ge­frag­te Webserver die IP-Adresse des VPN-Servers, nicht die des Nutzers. Der VPN-Anbieter selbst kennt die echte Adresse al­ler­dings – man muss ihm also vertrauen.
  • Auch ein Proxy-Server kann Anfragen ent­ge­gen­neh­men und sie unter eigener IP-Adresse wei­ter­lei­ten, ver­schlüs­selt den Da­ten­ver­kehr aber nicht zwingend.

Bei IPv6 sorgen zudem so­ge­nann­te Privacy Ex­ten­si­ons dafür, dass Geräte für aus­ge­hen­de Ver­bin­dun­gen re­gel­mä­ßig wech­seln­de, zufällige Interface Iden­ti­fier verwenden. Moderne Be­triebs­sys­te­me wie Windows, macOS, iOS und Android nutzen diese Funktion stan­dard­mä­ßig.

Wie kann man seine IP-Adresse ermitteln?

Wer ein Netz­werk­ge­rät, eine Port­frei­ga­be oder einen Ser­ver­dienst ein­rich­tet, muss manchmal die eigene IP-Adresse kennen. Dabei ist wichtig, welche gemeint ist: die lokale (private) IP-Adresse des Rechners im Heimnetz oder die öf­fent­li­che IP-Adresse, unter der Ihr Anschluss im Internet auftritt.

Zum Anzeigen der lokalen IP eines Rechners reichen die Bord­mit­tel des Be­triebs­sys­tems aus:

  • Unter Windows genügt der Befehl „ipconfig“ in der Ein­ga­be­auf­for­de­rung. Diese öffnet sich, indem man die Tasten [Windows] + [R] drückt und „cmd“ in das Ausführen-Fenster eingibt. Al­ter­na­tiv finden Sie die Adresse unter Ein­stel­lun­gen > Netzwerk und Internet in den Ei­gen­schaf­ten der aktiven Ver­bin­dung.
  • Die lokale IP eines Mac-Rechners können Sie unter Sys­tem­ein­stel­lun­gen > Netzwerk einsehen. Im Terminal zeigt der Befehl ipconfig getifaddr en0 die IPv4-Adresse der Schnitt­stel­le en0 an (auf vielen Macs WLAN bzw. die primäre Schnitt­stel­le).
  • Unter Linux listet der Befehl ip addr show alle Schnitt­stel­len mit ihren IPv4- und IPv6-Adressen auf.

Die öf­fent­li­che IP-Adresse zeigen diese Befehle in einem Heimnetz mit NAT dagegen nicht an, denn sie ist dem Router zu­ge­ord­net. Sie finden sie in der Be­nut­zer­ober­flä­che Ihres Routers oder ganz einfach mit einem Online-Tool.

Tipp

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