WordPress Gutenberg: Das leistet der neue Editor

Dem Content-Management-System WordPress steht eine Revolution bevor: Nach zehn Jahren wird der WordPress-Editor TinyMCE in den Ruhestand verabschiedet. Der WordPress Gutenberg-Editor soll die Arbeit mit dem CMS grundlegend verändern und der perfekte Weggefährte für die moderne Internetlandschaft sein. Nutzer müssen mit Gutenberg nicht mehr CSS und HTML beherrschen, um Inhalte kreativ auszugestalten. Stattdessen bietet WordPress mit Gutenberg ein Interface, das es so einfach und spaßig wie nie machen soll, multimedialen Content zu gestalten. Kurz: Gutenberg ist der Versuch, einer möglichst breiten Masse ein modernes CMS zur Verfügung zu stellen.

WordPress steht mit Gutenberg also vor einer drastischen Neuausrichtung. Als Content Creator sollten Sie Bescheid wissen, was WordPress Gutenberg ist, wann der Editor erscheint, wie er funktioniert und welche Vor- und Nachteile die Umstellung mit sich bringt.

Was ist WordPress Gutenberg?

WordPress Gutenberg ist der neue WYSIWYG-Editor zur Erstellung von Beiträgen, der mit WordPress 5.0 den alten (TinyMCE) ersetzen soll. Gutenberg ist bereits in einer Beta-Version als Plug-in erhältlich. Der Editor verabschiedet die codebasierte Content Creation mithilfe von HTML und CSS und setzt stattdessen auf ein interaktives Interface. Das Hauptfeature von Gutenberg sind die sogenannten Blöcke (engl. Blocks), mit deren Hilfe Sie sämtliche Designelemente, Texte und Medien in eine Seite einbetten und mit viel kreativer Freiheit platzieren können. Zudem ist Gutenberg für sämtliche Bildschirmgrößen optimiert, sodass das Erstellen und Bearbeiten von Beiträgen über das Handy oder Tablet so einfach werden soll wie nie.

Die Entwickler geben für WordPress Gutenberg die Philosophie vor, dass der Autor eine Art „Baumeister“ ist, der seinen Beitrag Block für Block zusammenbaut. Das „Blocks“-Feature soll mehrere Funktionen klassischer Editoren übersichtlich zusammenfassen und die Erstellung multimedialer Inhalte deutlich vereinfachen. Den Plug-in-Dschungel wollen die Entwickler damit ebenfalls überflüssig machen; der Nutzer soll nur mit Gutenberg genau den Content erstellen können, den er sich vorstellt.

Definition

Gutenberg heißt der neue WordPress-Editor, der das Erstellen von Beiträgen mithilfe eines innovativen, interaktiven Interfaces erheblich vereinfachen soll. Hauptfeature von Gutenberg sind die sogenannten Blöcke, die die Elemente einer Webpage verkörpern und sich frei verschieben lassen. Gutenberg wird mit der Veröffentlichung von WordPress 5.0 fest integriert sein. Bis dahin müssen Interessierte mit einer Beta-Version in Form eines Plug-ins vorliebnehmen.

Wann WordPress 5.0 mit integriertem Gutenberg-Editor veröffentlicht wird, ist derzeit nochnicht bekannt. Allerdings geben die Entwickler an, das große Update noch vor Ende des Jahres releasen zu wollen.

Warum ist WordPress Gutenberg wichtig?

WordPress Gutenberg ist derzeit ein Trendthema bei Webseitenbetreibern. Schließlich bedeutet der Editor eine Generalüberholung von WordPress, was sich in den Testläufen auch bestätigt hat. Einige Stimmen sprechen bereits von einer Wiedergeburt des persönlichen Blogs und sehen in Gutenberg einen Wegbereiter für Content Creator, die nicht über nennenswertes technisches Know-how verfügen. Gutenberg sei somit die offizielle Antwort auf bereits vorhandene Pagebuilder-Plug-ins, die ein ähnliches Ziel verfolgen.

Allerdings ist die Internetgemeinde beim Thema WordPress Gutenberg gespalten. Kritiker zeigen sich irritiert vom Vorhaben der Entwickler, Gutenberg mit der Veröffentlichung von WordPress 5.0 in den Core zuintegrieren. Schließlich ist WordPress in der jetzigen Version 4.9.8 bereits sehr leistungsstark und seit Jahren fest etabliert. Viele Nutzer von WordPress stellen sich daher die Frage, ob Gutenberg wirklich notwendig ist. Darüber hinaus gebe es bei dem neuen Editor diverse Probleme, von schlechterAbwärtskompatibilität bis hin zum minimalistischenInterface, das nicht jedermanns Sache sei. Und nicht zuletzt: Es gebe bereits eine Reihe von Plug-ins für WordPress, die das Erstellen von Beiträgen interaktiv gestalten. Demnach sei Gutenberg schlicht überflüssig.

Hinweis

Die Entwickler versprechen, den alten Editor in WordPress 5.0 als Classic Plug-in weiterhin anzubieten, wenn Gutenberg erscheint. WordPress-Nutzer werden also die Möglichkeit haben, statt Gutenberg den bisherigen Editor zu benutzen.

Wann erscheint der WordPress Gutenberg-Editor?

Das ist noch sehr spekulativ. Die Entwickler halten die wartenden Nutzer mit einer eigenen Roadmap auf dem neuesten Stand der Entwicklung. Der tatsächliche Erscheinungstermin von WordPress 5.0 mit integriertem Gutenberg-Editor soll nochvor Ende des Jahres liegen. Einen offiziellen Releasetermin gibt es allerdings noch nicht (Stand: August 2018). Da die Entwickler in der Vergangenheit schon öfter wichtige Meilensteine verschieben mussten, gehen Experten erst von einem Release imFrühjahr 2019 aus.

Tipp

Mit dem Managed-WordPress-Angebot von 1&1 IONOS sind Sie bestens für das anstehende WordPress 5.0 gerüstet – auch für den kommenden Gutenberg-Editor.

Wie funktioniert der WordPress Gutenberg-Editor?

Der Gutenberg-Editor wird die momentane Benutzeroberfläche von WordPress (TinyMCE) beim Erstellen und Bearbeiten von Inhalten komplettersetzen. Bis zum Release von WordPress 5.0 ist Gutenberg zunächst als optionales Plug-in erhältlich, bevor es mit dem anstehenden Update in den Core integriert wird. Gutenberg wurde von GitHub-Usern unter Verwendung der WordPress-REST-API, JavaScript und React entwickelt.

Eine der größten Neuerungen besteht darin, dass beim neuen Gutenberg-Editor HTML und CSS nicht mehr notwendig sind, wenn es um spezielle Designs und Layouts geht. An deren Stelle tritt das „Blocks“-Feature, mit dessen Hilfe sich Webpages interaktiv per Drag-and-Drop gestalten lassen. Gutenberg optimiert dabei die Seiten je nach Anzeige und soll es Autoren so einfacher machen, systemübergreifend ansprechende Inhalte zu präsentieren. Mit Gutenberg lassen sich Beiträge buchstäblich ‚zusammenbasteln‘, indem Nutzer unterschiedlich konfigurierte Blöcke aneinanderreihen. Der Editor nimmt somit einiges an mühsamer Arbeit ab und verleiht der Beitragserstellung einen spielerischen Charakter.

Der Gutenberg-Editor passt sich zwei wesentlichen Eigenschaften des modernen Internets an: Zum einen berücksichtigt er die Tatsache, dass immer mehr Menschen Inhalte im Internet mit dem Smartphone und Tablet abrufen. Auf der anderen Seite verfolgt Gutenberg das Ziel, mit seinem innovativen Minimalismus eine breitere Nutzermasse anzusprechen. Die Funktionen und Features des Editors sollen dabei leicht zu bedienen und dennoch leistungsfähig sein. Webdesign soll so wieder zugänglicher werden – für diese „Revolution“ will WordPress mit Gutenberg Vorreiter sein.

Was ist das „Blocks“-Feature?

Ein Beitrag besteht aus vielen einzelnen Elementen: Überschriften, Text, Zitate, Listen, Bilder, Videos, interaktive Elemente, Menüs, Widgets, Shortcodes usw. Für jedes dieser Elemente gibt es bei Gutenberg einen eigenen Block. Jeder Block wiederum verfügt über eine Bandbreite an Optionen. Der Nutzer baut mit diesen Blöcken nach und nach seinen Beitrag zusammen und genießt dabei eine beeindruckende kreative Freiheit. Tatsächlich erinnert das „Blocks“-Feature an Pagebuilder-Webdienste und Plug-ins, die auf die Webseitenerstellung durch rein interaktive Tools setzen. Einfach ausgedrückt verschwindet mit den „Blocks“ der letzte Rest an Programmierarbeit, der bei der Beitragsgestaltung noch notwendig war (abgesehen von JavaScript bei aufwendigeren Elementen).

Wie läuft die Erstellung eines Beitrags mit Gutenberg?

Ein neuer Beitrag verfügt zunächst über zwei Blöcke: einen Titel-Block und einen Absatz-Block. Füllen Sie den Titel-Block mit Text, erstellt WordPress wie zuvor mit TinyMCE einen Permalink für den Beitrag. Der Absatz-Block ist optional und lässt sich in einen anderen Block umwandeln. Außerdem können Sie beliebig viele Blöcke erstellen und sich dafür an Vorlagen orientieren, die Sie in der Suchfunktion finden. Gutenberg schlägt dabei die wichtigsten Blöcke in einer praktischen Übersicht vor. Darüber hinaus sind diese Vorlagen in sinnvolle Kategorien unterteilt, darunter Formatierung, Layout und Embeds. Sie gestalten Ihren Beitrag, indem Sie Blöcke erstellen, positionieren und schließlich mit Inhalten füllen.

Was bedeuten die kommenden Änderungen für den Benutzer?

Grundsätzlich werden die Nutzer nicht zu Gutenberg gezwungen, weil es den alten Editor TinyMCE alsClassic Plug-in weiterhin geben wird. Trotzdem bedeutet die kommende Integration von Gutenberg in den Core von WordPress 5.0 einen Paradigmenwechsel für das CMS. Website-Betreiber werden vor sich für oder gegen Gutenberg entscheiden müssen. Weil WordPress allerdings Gutenberg zum Standard-Editor machen wird und die Entwickler das neue Tool in beachtlichem Umfang bewerben, dürfte der Support für TinyMCE irgendwann einschlafen.

Es lohnt sich also, sich als WordPress-Nutzer schon jetzt mit Gutenberg zu beschäftigen und auch seine Mitarbeiter dazu zu animieren. Schließlich ist Gutenberg schon jetzt in einer Beta-Version als Plug-in erhältlich. Die Meinungen zu Gutenberg gehen im Internet stark auseinander, es wird also bei der Verwendung des Editors auf das subjektive Nutzerempfinden ankommen. Probieren Sie Gutenberg am besten so früh wie möglich aus, um sich einen Eindruck von den Neuerungen zu verschaffen.

Hinweis

Gutenberg läuft in seiner jetzigen Beta-Version noch alles andere als einwandfrei. Für manche Website-Betreiber eignet sich der Editor so noch nicht vollends. Testen Sie ihn am besten nicht im Live-Betrieb Ihrer Seite, sondern in einer separaten Testumgebung. Wir empfehlen zudem ein Back-up.

Wie lässt sich der WordPress Gutenberg-Editor installieren?

Bis der neue Editor mit WordPress 5.0 standardmäßig integriert sein wird, installieren Sie die Testversion von Gutenberg wie jedes andere WordPress-Plug-in:

  1. Laden Sie das Gutenberg-Plug-in als .zip-Datei herunter.
  2. Klicken Sie in Ihrem WordPress-Dashboard auf „Plugins“, dann auf „Installieren“.
  3. Gehen Sie auf „Plugin hochladen“ und „Durchsuchen“.
  4. Wählen Sie die .zip-Datei, die Sie heruntergeladen haben (z. B. „gutenberg.3.6.2.zip“), und klicken Sie dann auf „Öffnen“.
  5. Gehen Sie auf „Jetzt installieren“, dann auf „Aktiviere dieses Plugin“.
Tipp

Eine ausführliche Anleitung mit Bildern und Video finden Sie im How-To „WordPress Plugins installieren und verwalten“.

Welche Vor- und Nachteile hat der WordPress Gutenberg-Editor?

Der Gutenberg-Editor überzeugt mit seiner Leichtgängigkeit und dem innovativenMinimalismus, der die Erstellung von Beiträgen der modernen Internetlandschaft anpasst. Gutenberg ist schnell, effizient und leicht zu bedienen. Insbesondere WordPress-Einsteiger werden sich schnell zurechtfinden und ansehnliche Beiträge erstellen können. Die Design-Philosophie der Entwickler ist tatsächlich spürbar und größtenteils nachvollziehbar, wenn man das Tool ausgiebig testet.

Die vielen negativen Testberichte bemängeln hingegen die kaum vorhandeneAbwärtskompatibilität zu älteren Websites und Plug-ins und blicken überdies skeptisch auf den Versuch, Content Creation für technisch weniger versierte Menschen zugänglicher zu machen. Viele monieren zudem, der minimalistische Ansatz von Gutenberg versuche, ein Problem von WordPress zu lösen, das es schlicht nicht gebe. Gutenberg solle demnach ein Plug-in bleiben, aber nicht in den Core integriert werden und sich den Nutzern aufzwingen. Genau das hätten die Entwickler aber vor.

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass sich der Gutenberg-Editor nach wie vor in einer Beta-Version befindet. Veränderungen bzw. Verbesserungen am Editor sind genauso zu erwarten wie neu auftretende Probleme, die ein so wichtiges Software-Projekt mit sich bringt. Daher beziehen sich die folgenden Vor- und Nachteile explizit auf die Version 3.6.2, Stand: 30. August 2018.

Vorteile Nachteile  
Die Erstellung von Beiträgen ist intuitiv und einfach … … aber der Zwang zum „Blocks“-Feature kann die Erstellung rein textbasierter Webpages unnötig verkomplizieren.  
Kompliziertere Elemente wie Funktionen und Layouts erfordern keine HTML- und CSS-Kenntnisse mehr … … doch nach wie vor muss der Nutzer JavaScript beherrschen, wenn er in vollem Umfang mit Gutenberg arbeiten will.  
Entwickler können selbst Blöcke erstellen und speichern … … was anfänglichen Mehraufwand bedeutet, bis man genug Blöcke für einen guten Workflow hat.  
Gutenberg hat eine sehr aufgeräumte und minimalistische Oberfläche … … allerdings ist das interaktive Interface ein großes Problem für die Barrierefreiheit. Momentan eignet sich Gutenberg nicht für Screenreader und andere Hilfssoftware.  
Gutenberg funktioniert bereits jetzt sehr gut auf dem Smartphone … … jedoch gibt es noch Probleme bei der Optimierung der Webpages und Texte für Mobilgeräte.  
Gutenberg erleichtert neuen Webseitenbetreibern den Einstieg in Content Creation … … allerdings auf Kosten von WordPress-Veteranen, die begründete Zweifel daran haben, dass Gutenberg mit bestehenden Plug-ins, Custom Fields und Metaboxes einwandfrei funktionieren wird. Kompatibilitätsprobleme scheinen vorprogrammiert, Plug-in-Entwickler müssen sich auf viel Arbeit einstellen.  
Gutenberg setzt auf Kreativität und Spaß bei der Webpage-Gestaltung … … was WordPress-Veteranen befürchten lässt, dass die Entwickler die professionellere Seite des Webdesigns aus den Augen verlieren, Stichwort „Casualization“.  

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