Gemeinsam mit seinem Be­triebs­sys­tem Windows 10 ver­öf­fent­lich­te der Software-Riese Microsoft im Juli 2015 auch den haus­ei­ge­nen Web­brow­ser Edge. Wie sein Vorgänger, der Internet Explorer, ist dieser Browser stan­dard­mä­ßig fest in das Be­triebs­sys­tem in­te­griert, weshalb er bei­spiels­wei­se ohne Zusatz-Tool PDF-Dokumente anzeigen oder auf das in Windows 10 im­ple­men­tier­te Adobe-Flash-Plug-in zu­rück­grei­fen kann, wenn ent­spre­chen­de Inhalte wie­der­ge­ge­ben werden sollen. Des Weiteren werden Updates für den Browser au­to­ma­tisch über die Windows-Update-Funktion in­stal­liert – was al­ler­dings nicht immer von Vorteil ist, wie der „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Fehler zeigt.

Was hat es mit dem „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Error auf sich?

Seit Jahren versorgt Microsoft seine Nutzer über die in­te­grier­te Update-Funktion au­to­ma­tisch mit den neuesten System- und Software-Updates. Auf diese Weise ist si­cher­ge­stellt, dass sowohl neue Features als auch wichtige Be­he­bun­gen von Fehlern und Si­cher­heits­lü­cken die Windows-Gemeinde zeitnah erreichen. Al­ler­dings geht der Ak­tua­li­sie­rungs­pro­zess nicht immer so rei­bungs­los über die Bühne, wie Microsoft es gerne hätte – so sind Probleme während und nach der In­stal­la­ti­on neuer Windows-Updates keine Sel­ten­heit. Seit der Ver­öf­fent­li­chung des Windows Creators Updates (V1703) im April 2017 tritt bei­spiels­wei­se bei einigen Usern der Fehler „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“ auf, wenn diese den Browser Microsoft Edge nutzen oder Apps aus dem Microsoft Store her­un­ter­la­den oder in­stal­lie­ren.

Was ver­ur­sacht den „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Fehler?

Die Feh­ler­mel­dung wird in der Regel von der In­for­ma­ti­on begleitet, dass die auf­ge­ru­fe­ne Seite (bzw. der auf­ge­ru­fe­ne Artikel im Store) nicht erreicht werden konnte. Die ver­meint­li­che Feh­ler­quel­le gibt der Microsoft-Edge-Feh­ler­code „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“ in der Regel direkt mit an. So kann der de­tail­lier­te Feh­ler­be­richt unter anderem folgende Sätze enthalten, die Auskunft über das Problem liefern:

Meldung Be­schrei­bung
„The con­nec­tion to the DNS server timed out.“ Die Ver­bin­dung zum zu­stän­di­gen DNS-Server ist ab­ge­lau­fen.
„There was a temporary DNS error.“ Ein tem­po­rä­rer DNS-Error ist auf­ge­tre­ten.
„The DNS server might be having problems.“ Es bestehen ver­mut­lich Probleme auf Seite des DNS-Servers.
„The DNS name does not exist.“ Die auf­ge­ru­fe­ne Adresse kann vom DNS-Server nicht aufgelöst werden.
„This Website could not be found.“ Die Website konnte nicht gefunden werden.

Die ver­schie­de­nen Meldungen zeigen, dass es sich nicht nur um einen einfachen Ver­bin­dungs­feh­ler handelt, der das Resultat einer un­ter­bro­che­nen In­ter­net­ver­bin­dung ist oder auf die Nicht­er­reich­bar­keit des auf­ge­ru­fe­nen Web­pro­jekts hinweist. Vielmehr wird die nicht korrekt funk­tio­nie­ren­de Na­mens­auf­lö­sung über den ein­ge­tra­ge­nen bzw. au­to­ma­tisch zu­ge­wie­se­nen DNS-Server als Problem erkannt.

„INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Fix: Die besten Lö­sungs­an­sät­ze

Die oben­ste­hen­de Übersicht der möglichen Feh­ler­mel­dun­gen, die mit dem Microsoft-Edge-Feh­ler­code „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“ verknüpft sind, ver­deut­licht die Kom­ple­xi­tät des Problems: Zwar gibt die Feh­ler­ana­ly­se die Na­mens­auf­lö­sung als zentrales Problem an, doch warum es bei­spiels­wei­se zu einem Timeout oder einem vor­über­ge­hen­den Fehler während dieses Prozesses kommt, lässt sich aus der Ferne nur schwer klären. In manchen Fällen ist der Fehler außerdem ebenso plötzlich ver­schwun­den, wie er zunächst auf­ge­taucht war – oft ist es daher sinnvoll, einfach etwas ab­zu­war­ten und die Seite zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf­zu­ru­fen. Besteht die Pro­ble­ma­tik längere Zeit, bieten die nach­fol­gend prä­sen­tier­ten Lö­sungs­an­sät­ze die größten Er­folgs­aus­sich­ten, den „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Error zu beheben.

Lösung 1: „TCP Fast Open“-Feature in Microsoft Edge de­ak­ti­vie­ren

Microsoft Edge un­ter­stützt im Rahmen des Creators Update 1703 die TCP-Er­wei­te­rung TCP Fast Open (TFO), die den Austausch von Daten über TCP be­schleu­nigt (indem die ersten beiden Schritte des Drei-Wege-Hand­shakes kom­bi­niert werden). Da das Per­for­mance-Feature jedoch auch ver­ant­wort­lich für den „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Fehler sein kann, sollten Sie es – zumindest testweise – de­ak­ti­vie­ren, sobald Sie diese Feh­ler­mel­dung erhalten. Hierfür rufen Sie die ver­steck­ten Ein­stel­lun­gen des Microsoft-Browsers auf, indem Sie folgende Adresse in die Brow­ser­zei­le eingeben:

about:flags

Suchen Sie nach der Rubrik „Net­wor­king“ und entfernen Sie dort das Häkchen bei „Enable TCP Fast Open“, bevor Sie Edge neu starten, um die Änderung zu über­neh­men.

Hinweis

Nutzen Sie bereits das Windows Creators Update 1803 oder eine neuere Version, haben Sie keine Mög­lich­keit, TFO über das ver­steck­te Edge-Menü zu de­ak­ti­vie­ren. Versuchen Sie in diesem Fall, den „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Error mit einem der nach­fol­gen­den Lö­sungs­an­sät­ze zu beheben.

Lösung 2: DNS-Server wechseln

Die ver­schie­de­nen Feh­ler­nach­rich­ten, die mit dem Microsoft-Edge-Feh­ler­code „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“ ein­her­ge­hen, legen die Vermutung nahe, dass ein Problem mit dem aktuell genutzten DNS-Server besteht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das DNS-Setting bei der Pro­blem­lö­sung in den Fokus zu rücken. Stan­dard­mä­ßig beziehen die meisten Nutzer den Name­ser­ver au­to­ma­tisch von ihrem Provider – prin­zi­pi­ell ist es aber auch möglich, die Adresse manuell ein­zu­ge­ben. Eventuell verändert auch Dritt-Software oder gar Malware die DNS-Ein­stel­lun­gen.

Ist eine falsche Adresse ein­ge­tra­gen oder funk­tio­niert der DNS-Server der Wahl nicht (mehr), entsteht dadurch oft ein Ver­bin­dungs­pro­blem – ein DNS-Server-Wechsel ist dann die na­he­lie­gen­de Lösung. Diesen be­werk­stel­li­gen Sie in Windows 10 über das Menü „Netz­werk­ver­bin­dun­gen“, indem Sie via Rechts­klick auf das Windows-Logo das Schnell­me­nü öffnen und dort die gleich­na­mi­ge Schalt­flä­che öffnen.

Wechseln Sie in die Rubrik „Ethernet“ und klicken Sie dort auf „Ad­ap­t­er­ein­stel­lun­gen ändern“.

Suchen Sie unter den auf­ge­lis­te­ten Netz­werk­ver­bin­dun­gen diejenige heraus, über die Sie mit dem Internet verbunden sind. Rechts­kli­cken Sie auf diese und wählen Sie den Punkt „Ei­gen­schaf­ten“ aus, um die Übersicht genutzter Pro­to­kol­le und Services zu öffnen.

Dop­pel­kli­cken Sie nun auf „Internet Protocol Version 4 (TCP/IPv4)“, um unter „Folgende DNS-Ser­ver­adres­sen verwenden“ die Name­ser­ver Ihrer Wahl angeben zu können. Seit Jahren beliebt sind die DNS-Server von Google (8.8.8.8 und 8.8.4.4) – al­ter­na­tiv können Sie zum Beispiel auch die Name­ser­ver des CDN-Dienstes Cloud­fla­re angeben (1.1.1.1 und 1.0.0.1).

Be­stä­ti­gen Sie den bzw. die neuen DNS-Server ab­schlie­ßend durch einen Klick auf den OK-Button.

Lösung 3: DNS-Flush

DNS-Probleme wie bei der „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Meldung sind al­ler­dings nicht zwangs­läu­fig auf eine Fehl­funk­ti­on des ein­ge­setz­ten DNS-Servers zu­rück­zu­füh­ren, denn der Name­ser­ver wird in vielen Fällen gar nicht kon­tak­tiert. Das liegt daran, dass Windows die auf­ge­lös­ten Adressen besuchter Webseiten au­to­ma­tisch im sys­tem­ei­ge­nen DNS-Cache ab­spei­chert, um ent­spre­chen­de Seiten bei einem erneuten Aufruf schneller aus­lie­fern zu können. Prin­zi­pi­ell wirkt sich dieser Zwi­schen­spei­cher, der unter anderem auch die DNS-Server entlastet, positiv auf die Web-Per­for­mance aus – veraltete Einträge, die nicht mit der aktuellen Version der Seiten über­ein­stim­men, können jedoch zu Kom­pli­ka­tio­nen wie dem Edge-Fehler führen.

Die Lösung besteht dann darin, den DNS-Cache zu leeren, um die erneute Na­mens­auf­lö­sung über den DNS-Server zu forcieren. Ein solcher DNS-Flush lässt sich in wenigen Sekunden über die Kom­man­do­zei­le durch­füh­ren. Öffnen Sie dazu die Ein­ga­be­auf­for­de­rung, indem Sie auf den Windows-Home-Button drücken, „cmd“ in das Such­fens­ter eingeben und an­schlie­ßend die Eingabe-Taste drücken. Geben Sie dann dort folgenden Befehl ein:

ipconfig /flushdns

Wurde der Cache er­folg­reich geleert, erhalten Sie eine ent­spre­chen­de Meldung. Starten Sie danach Windows neu und über­prü­fen Sie, ob sich das „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Problem erledigt hat.

Lösung 4: Netz­werk­ein­stel­lun­gen mit netsh zu­rück­set­zen

Die Netz­werk­ein­stel­lun­gen in Windows spielen auch für die Funk­tio­na­li­tät von Edge eine wichtige Rolle. Ver­bin­dungs­pro­ble­me wie der „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Fehler treten daher häufig auf, wenn die TCP/IP-Kon­fi­gu­ra­ti­on feh­ler­haft ist. Bevor Sie sich al­ler­dings auf die mühsame Suche nach Fehlern bei den Adaptern oder IP-Adressen machen, können Sie die Netz­werk­ein­stel­lun­gen mit dem Kom­man­do­zei­len­tool netsh (network shell) ganz einfach in den Ori­gi­nal­zu­stand zu­rück­set­zen – vor­aus­ge­setzt, Sie verfügen über ent­spre­chen­de Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­te.

Diese benötigen Sie nämlich gleich im ersten Schritt, bei dem es gilt, die Ein­ga­be­auf­for­de­rung als Ad­mi­nis­tra­tor aus­zu­füh­ren. Geben Sie hierfür „cmd“ in die Windows-Suche ein, rechts­kli­cken Sie an­schlie­ßend auf das Ein­ga­be­auf­for­de­rung-Symbol und wählen Sie die Option „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“.

In die geöffnete Kom­man­do­zei­le geben Sie nun den folgenden Befehl ein, um den TCP/IP-Stack auf Werks­ein­stel­lun­gen zu­rück­zu­set­zen:

netsh int ip reset

An­schlie­ßend ist es emp­feh­lens­wert, auch den Katalog der Windows-Pro­gram­mier­schnitt­stel­le Winsock (Windows Sockets) zu resetten. In diesem legt Windows au­to­ma­tisch Einträge über er­folg­reich auf­ge­bau­te Netz­werk­ver­bin­dun­gen an, die unter Umständen ebenfalls zu Netz­werk­pro­ble­men führen können. Der er­for­der­li­che Kom­man­do­zei­len­be­fehl lautet:

netsh winsock reset catalog

Nach er­folg­rei­chem Reset müssen Sie Ihren Computer neu starten, um die Än­de­run­gen wirksam zu machen.

Lösung 5: Ein­stel­lun­gen der Be­nut­zer­kon­ten­steue­rung ändern

In einigen Fällen entsteht der „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Error durch eine falsche Kon­fi­gu­ra­ti­on der Be­nut­zer­kon­ten­steue­rung. Ist nämlich ein­ge­stellt, dass Windows niemals über Än­de­run­gen an System und Apps in­for­mie­ren soll, kann dies dazu führen, dass bestimmte An­wen­dun­gen (wie eben Microsoft Edge) nicht ord­nungs­ge­mäß funk­tio­nie­ren. Sie beheben das Problem, indem Sie die Ein­stel­lun­gen der Be­nut­zer­kon­ten­steue­rung anpassen und eine andere Be­nach­rich­ti­gungs­stu­fe auswählen.

Öffnen Sie zu diesem Zweck im ersten Schritt die Sys­tem­steue­rung und wählen Sie dort den Bereich „Be­nut­zer­kon­ten“ aus.

Klicken Sie ein weiteres Mal auf „Be­nut­zer­kon­ten“ und danach auf „Ein­stel­lun­gen der Be­nut­zer­kon­ten­steue­rung ändern“. Im letzten Schritt ver­schie­ben Sie den Regler dann nach oben, um Windows Be­nach­rich­ti­gun­gen zu erlauben. Die emp­foh­le­ne (und stan­dard­mä­ßi­ge) Wahl ist dabei die zweite Aus­wahl­mög­lich­keit von oben:

Lösung 6: Microsoft Edge zu­rück­set­zen

Wenn Sie mit den vor­an­ge­gan­ge­nen Lö­sungs­vor­schlä­gen keinen Erfolg ver­zeich­nen konnten, können Sie es zu guter Letzt mit einem Reset von Microsoft Edge versuchen. Da dabei al­ler­dings jegliche Ein­stel­lun­gen und unter Umständen auch Ihre Favoriten ver­lo­ren­ge­hen, sollten Sie zumindest von Letzteren zunächst ein Back-up erstellen. Hierfür bietet Edge eine eigene, wenn auch etwas ver­steck­te Export-Funktion an, die Sie in den Ein­stel­lun­gen des Browsers unter „Favoriten und andere In­for­ma­tio­nen im­por­tie­ren“ à „Aus anderem Browser im­por­tie­ren“ finden.

Klicken Sie in diesem Menü auf „Export in Datei“ können Sie Ihre Fa­vo­ri­ten­lis­te an be­lie­bi­ger Stelle auf Ihrem System als HTML-Dokument ab­spei­chern.

Haben Sie Ihre Favoriten ex­por­tiert, können Sie Edge beenden – die Funktion zum Zu­rück­set­zen des Browsers finden Sie nämlich in dem Menü „Apps & Features“ in den Windows-Ein­stel­lun­gen. Um selbiges zu öffnen, klicken Sie einfach per Rechts­klick auf das Windows-Logo, wählen „Ein­stel­lun­gen“ und an­schlie­ßend die Schalt­flä­che „Apps“:

Sie erhalten dann eine Auf­lis­tung aller System- und Dritt­an­bie­ter­an­wen­dun­gen, die Sie auf Ihrem Gerät in­stal­liert haben. Suchen Sie in dieser Liste nach Microsoft Edge, wählen den Browser aus und drücken dann auf die Schalt­flä­che „Er­wei­ter­te Optionen“.

Sie können es nun zunächst mit der „Re­pa­rie­ren“-Funktion versuchen, die al­ler­dings in erster Linie für kleinere Probleme mit dem Browser kon­zi­piert wurde. Besteht das „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Problem auch nach diesem Re­pa­ra­tur­ver­such weiter, setzen Sie Edge per Klick auf „Zu­rück­set­zen“ auf Werk­ein­stel­lung zurück. Falls dabei auch Ihre Favoriten gelöscht werden, können Sie diese mit dem zuvor erstellen HTML-Back-up wie­der­her­stel­len.

Wenn sich auch nach dem Reset des Microsoft-Browsers nicht der ge­wünsch­te Erfolg einstellt, sollten Sie sich direkt an den Support von Microsoft wenden. Al­ter­na­tiv können Sie auch Ihren In­ter­net­dienst­leis­ter kon­tak­tie­ren, um zu über­prü­fen, ob es eventuell ein grund­le­gen­des Problem mit dem In­ter­net­zu­gang gibt, das ver­ant­wort­lich für die „INET_E_RESOURCE_NOT_FOUND“-Meldung ist.

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