Als kos­ten­lo­ses Client-Programm richtet sich WinSCP an Nutzer, die die Si­cher­heit ihrer Da­ten­in­hal­te und An­mel­de­da­ten im Internet nicht dem Zufall über­las­sen wollen. Es ist für eine ver­schlüs­sel­te Da­ten­über­tra­gung via SCP (Secure Copy) und SFTP (SSH File Transfer Protocol) kon­zi­piert. WinSCP bildet somit eine sichere Al­ter­na­ti­ve zu klas­si­schen FTP-Clients wie FileZilla oder Total Commander. Die Software ist schnell in­stal­liert und be­inhal­tet gleich zwei über­sicht­li­che grafische Be­nut­zer­ober­flä­chen sowie eine Reihe prak­ti­scher Funk­tio­nen – darunter der in­te­grier­te Text­edi­tor und die au­to­ma­ti­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on zweier Ver­zeich­nis­se.

In­stal­la­ti­on

Die quell­of­fe­ne Software steht unter der GNU General Public License und ist somit ebenso für private wie ge­schäft­li­che Anwender zur freien Nutzung, Be­ar­bei­tung und Ver­brei­tung über die of­fi­zi­el­le WinSCP-Website  zu beziehen. Starten Sie den Download des In­stal­la­ti­ons­pa­kets und speichern Sie die Datei in einem lokalen Ver­zeich­nis Ihrer Wahl.

Sprach­wahl

Um den In­stal­la­ti­ons­pro­zess zu starten, öffnen Sie die her­un­ter­ge­la­de­ne .exe-Datei mit einem Dop­pel­klick und wählen die Sprache, die während der In­stal­la­ti­on benutzt werden soll.

Li­zenz­ver­ein­ba­rung

Nach einem Klick auf „OK“ startet der Set-up-Assistent. Sie werden auf­ge­for­dert, alle anderen An­wen­dun­gen zu schließen, bevor Sie mit der In­stal­la­ti­on fort­fah­ren. Es folgen die Li­zenz­ver­ein­ba­run­gen. Lesen Sie sich die Nut­zungs­be­din­gun­gen im In­stal­la­ti­ons­fens­ter gut durch und be­stä­ti­gen Sie die Kennt­nis­nah­me mit einem Klick auf „Ak­zep­tie­ren“, wenn Sie mit der In­stal­la­ti­on fort­fah­ren möchten.

Wahl des In­stal­la­ti­ons­typs

Im folgenden Schritt wählen Sie einen In­stal­la­ti­ons­typ aus. Neben der Stan­dard­in­stal­la­ti­on steht Ihnen eine be­nut­zer­de­fi­nier­te In­stal­la­ti­on zur Verfügung. Letztere er­mög­licht es, den In­stal­la­ti­ons­pfad und die zu in­stal­lie­ren­den Kom­po­nen­ten in­di­vi­du­ell zu bestimmen. In der Regel benötigen Sie für einen ver­schlüs­sel­ten Da­ten­trans­fer:

  • WinSCP-Ap­pli­ka­ti­on
  • Drag-and-Drop-Er­wei­te­rung
  • Pageant (SSH Au­then­ti­ca­ti­on Agent)
  • PuTTYgen (Schlüs­sel­ge­ne­ra­tor)

Zudem können Sie bei Bedarf ver­schie­de­ne Ver­knüp­fun­gen zu WinSCP erstellen – zum Beispiel ein Desktop-Icon.

Wahl der Be­nut­zer­ober­flä­che

Im nächsten Schritt werden Sie gebeten, eine Be­nut­zer­ober­flä­che für WinSCP zu wählen. Zur Auswahl stehen das Commander-Interface und das Explorer-Interface. Während das Commander-Interface in zwei parallel an­ge­ord­ne­ten Ord­ner­an­sich­ten sowohl das lokale Da­tei­sys­tem als auch das Ver­zeich­nis des Web­ser­vers darstellt, ori­en­tiert sich das Explorer-Interface an der Struktur des Windows-Explorers. Die folgenden Schritte gelten für das Commander-Interface.

Klicken Sie nach der Wahl der Be­nut­zer­ober­flä­che auf „Weiter“ und starten Sie die In­stal­la­ti­on. Im Anschluss steht WinSCP zum Aufbau einer Netz­werk­ver­bin­dung bereit.

WinSCP mit einem Webserver verbinden

Um WinSCP mit Ihrem Webserver zu verbinden, öffnen Sie das Programm mit einem Dop­pel­klick auf das Programm-Icon. Der Log-in-Dialog erscheint. Um eine Ver­bin­dung zu einem Webserver auf­zu­bau­en, klicken Sie nun auf „New Site“ (bzw. „Neues Ver­bin­dungs­ziel“). Wählen Sie nun das ge­wünsch­te Über­tra­gungs­pro­to­koll und geben Sie den Rech­ner­na­men (Host Name) sowie Ihren Be­nut­zer­na­men und das ent­spre­chen­de Passwort für den Ser­ver­zu­gang ein. Al­ter­na­tiv kann statt des Rech­ner­na­mens auch die IP-Adresse des Servers ein­ge­ge­ben werden. Die Port­num­mer ergibt sich au­to­ma­tisch aus der Wahl des Über­tra­gungs­pro­to­kolls. Das Ein­rich­ten einer ver­schlüs­sel­ten SSH-Ver­bin­dung erfordert in der Regel auch den Austausch eines SSH-Schlüs­sel­paars.

Da­ten­aus­tausch mit WinSCP

Wenn Sie sich für das Commander-Interface ent­schie­den haben, erscheint nach dem Log-in ein Fenster, in dem Sie links die Ord­ner­struk­tur Ihres lokalen Rechners und rechts das Remote-Ver­zeich­nis auf dem Webserver angezeigt bekommen.

Möchten Sie Dateien von einem Ver­zeich­nis in das andere laden, ziehen Sie diese per Drag & Drop an die be­ab­sich­tig­te Stelle in der Ord­ner­struk­tur. Die Größe und der Dateityp spielen dabei keine Rolle. Neben einzelnen Dateien können auch ganze Ordner auf diese Weise über­tra­gen werden. Bevor der Da­ten­trans­fer beginnt, erscheint ein Über­tra­gungs­dia­log. Sollten Sie keine Änderung an den Stan­dard­ein­stel­lun­gen vornehmen wollen, be­stä­ti­gen Sie mit „Ok“.

Neben dem Up- und Download er­mög­licht WinSCP zudem das Löschen und Ver­schie­ben von Dateien auf dem Webserver. Auch Ei­gen­schaf­ten wie der Dateiname sowie Zugriffs- oder Grup­pen­rech­te können per Fern­zu­griff angepasst werden. Zudem bietet WinSCP die Mög­lich­keit, text­ba­sier­te Dateien direkt auf dem Server zu be­ar­bei­ten.

Dateien direkt auf dem Server be­ar­bei­ten

Zur Be­ar­bei­tung von text­ba­sier­ten Dateien wie HTML-, PHP- oder CSS-Do­ku­men­ten verfügt WinSCP über einen in­te­grier­ten Text­edi­tor. Zum Öffnen eines Dokuments genügt ein Dop­pel­klick auf das Da­tei­sym­bol. Die Funk­tio­nen des Editors ent­spre­chen denen des Windows-Notepads. Un­ter­stützt werden neben der Text­ein­ga­be Stan­dard­be­feh­le wie „Kopieren“, „Aus­schnei­den“ und „Einfügen“, eine Such­funk­ti­on sowie die Mög­lich­keit, Befehle und Eingaben rück­gän­gig zu machen. Die Bedienung erfolgt über die Sym­bol­leis­te oder klas­si­sche Windows-Shortcuts.

Al­ter­na­tiv zum internen Text­edi­tor un­ter­stützt WinSCP die In­te­gra­ti­on externer Editoren wie Eclipse oder Notepad++. Diese bieten in der Regel ein größeres Funk­ti­ons­spek­trum, z. B. Syntax-High­light­ing oder Au­to­ver­voll­stän­di­gung und -korrektur. Um einen externen Editor zu verwenden, klicken Sie auf „Ansicht“ und an­schlie­ßend auf „Ein­stel­lun­gen“. Wählen Sie im Ein­stel­lungs­ver­zeich­nis den Punkt „Editors“.

Sollten Sie keine al­ter­na­ti­ven Editoren in der Aus­wahl­lis­te angezeigt bekommen, fügen Sie diese über die Schalt­flä­che „Add …“ hinzu.

Ordner synchron halten

Bei Ad­mi­nis­tra­to­ren ist WinSCP vor allem aufgrund weit­rei­chen­der Syn­chro­ni­sa­ti­ons­funk­tio­nen beliebt. Das Programm erlaubt es, zwei Ver­zeich­nis­se au­to­ma­tisch ab­zu­glei­chen, nur geänderte Dateien zu über­tra­gen und so die Da­ten­be­stän­de auf dem Webserver aktuell zu halten. Wenn Sie Dateien auf Ihrem Server mit lokalen Da­ten­sät­zen syn­chro­ni­sie­ren möchten, na­vi­gie­ren Sie zu den ent­spre­chen­den Ver­zeich­nis­sen (gilt fürs Commander-Interface) und wählen Sie im Hauptmenü über „Commands“ den Befehl „Syn­chro­ni­ze“. Ein Syn­chro­ni­sa­ti­ons­dia­log erscheint. Sollten Sie das Explorer-Interface nutzen, wird das lokale Ver­zeich­nis erst jetzt aus­ge­wählt.

Der Syn­chro­ni­sa­ti­ons­dia­log bietet Ihnen die Mög­lich­keit, zwischen drei ver­schie­de­nen Modi zu wählen und die Syn­chro­ni­sa­ti­on in­di­vi­du­ell zu kon­fi­gu­rie­ren.

  • Syn­chro­ni­ze files: Im Stan­dard­mo­dus werden zwei Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­siert, indem neue Daten aus dem Quell­ver­zeich­nis in das Ziel­ver­zeich­nis geladen werden.
  • Mirror files: Er­mög­licht eine Spie­ge­lung der Ver­zeich­nis­se, bei der sowohl neue als auch alte Daten über­mit­telt werden.
  • Syn­chro­ni­ze timestamps: In diesem Modus wird nur der Zeit­stem­pel der Ziel­da­tei­en ak­tua­li­siert.

Eine au­to­ma­ti­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on kann über den Haupt­me­nü­punkt „Commands“ und den Befehl „Ent­fern­tes Ver­zeich­nis aktuell halten“ kon­fi­gu­riert werden.

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