Instagram und Snapchat haben es vor­ge­macht, jetzt zieht YouTube nach: Die Video-Plattform er­mög­licht die Ver­öf­fent­li­chung so­ge­nann­ter „Stories“. Damit sind kurze Video- oder Slide­shows aus Fotos gemeint. Die ein­ge­stell­ten Fotos und Videos lassen sich über un­ter­schied­li­che Funk­tio­nen be­ar­bei­ten und werden in der Regel nach 24 Stunden au­to­ma­tisch vom System gelöscht. Mit spe­zi­el­len Filtern, Stickern und durch das Einfügen von Text kann der YouTuber seine Videos vor dem Upload noch aufwerten. Auch die Ein­bin­dung eines Links, der zur Story führt, ist pro­blem­los möglich: Ein we­sent­li­cher Un­ter­schied zur Kon­kur­renz: Auf Wunsch kann der Uploader auch ein­stel­len, dass seine Story dauerhaft einsehbar ist – also weit über die üblichen 24 Stunden hinaus. Al­ler­dings können YouTube Stories nicht wie die üblichen Videos bei YouTube kom­men­tiert werden. User können lediglich in Form von Di­rekt­nach­rich­ten auf Stories antworten.

Die Mög­lich­keit, Stories zum Be­nut­zer­kon­to hin­zu­zu­fü­gen, wurde im September 2011 erstmals von Snapchat im­ple­men­tiert – Instagram, Facebook und Skype zogen nach. Nun bietet auch YouTube diese Funktion an.

Aus YouTube Reels wird YouTube Stories: Ge­schich­te der neuen Funktion

Ur­sprüng­lich wurde das neue Feature unter dem Namen „YouTube Reels“ an­ge­kün­digt und ver­mark­tet. Doch noch vor dem of­fi­zi­el­len Release nannte man es in „YouTube Stories“ um. Grund dafür war, dass die User in­zwi­schen den Begriff „Stories“ gewohnt waren, den die Kon­kur­renz-Platt­for­men für diese Funktion bereits etabliert hatten.

Da sich YouTube Stories noch in der Beta-Phase befindet, konnten bisher nur aus­ge­wähl­te Kanäle YouTube Reels verwenden und testen. Erst seit dem zweiten Testlauf ist es für Vi­deo­künst­ler mit über 10.000 Abon­nen­ten möglich, Stories zu erstellen. Das neue Extra soll anders als bei Instagram al­ler­dings keine Kern­funk­ti­on YouTubes werden. Statt­des­sen sollen die Stories das Funk­ti­ons­spek­trum des Video-Portals lediglich abrunden.

YouTube-Stories erreichen die Nutzer – genau wie die „Community-Funktion“ – in einem Tab auf dem Kanal des je­wei­li­gen Vi­deo­künst­lers. Dieser Story-Tab ist al­ler­dings nur in der mobilen App verfügbar. Durch die neue Funktion haben YouTuber nun eine zu­sätz­li­che Mög­lich­keit, mit ihrer Community in Kontakt zu treten und Abon­nen­ten über Neu­ig­kei­ten auf ihrem Channel oder aus ihrem Leben zu in­for­mie­ren.

Tipp

Die Community-Funktion ist dazu gedacht, dass Vi­deo­künst­ler direkter mit ihren Fans und Abon­nen­ten kom­mu­ni­zie­ren können als nur über die üblichen Vi­deo­kom­men­ta­re. So sind bei­spiels­wei­se Nut­zer­be­fra­gun­gen und das Teilen Fotos und GIFs über diese Funktion möglich.

Bild: YouTube-Mobil-App: die Video-Ansicht einer Story
YouTube-Mobil-App: die Video-Ansicht einer Story

Wie wird YouTube Stories verwendet?

Mit YouTube Stories können YouTuber Videos mit bis zu 15 Sekunden Länge aufnehmen und teilen. So kann man bei­spiels­wei­se kommende Videos anteasern oder seinen Abon­nen­ten andere wichtige In­for­ma­tio­nen kurz und prägnant ver­mit­teln. YouTube Stories bilden also eine zu­sätz­li­che Mög­lich­keit, mit den Abon­nen­ten in Kontakt zu treten und sich mit ihnen aus­zu­tau­schen.

Die Community eines YouTubers bewegt sich in der Regel auf der Ka­nal­sei­te des je­wei­li­gen Vi­deo­künst­lers, um mit diesem zu kom­mu­ni­zie­ren. Der Community-Tab und die Stories dienen dabei als Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Tool. Mit diesen Tools ist es den Usern möglich, auch außerhalb der Kom­men­tar­bo­xen mit dem YouTuber Kontakt auf­zu­neh­men und ggf. ein fort­lau­fen­des Gespräch zu führen. Dem Vi­deo­künst­ler kann man so auch content-un­ab­hän­gi­ge Fragen stellen, die nicht unbedingt mit den Videos oder dem Genre des Vi­deo­künst­lers zu tun haben. Auch der YouTuber selbst kann solche Gespräche anregen, indem er seiner Community Fragen stellt und auf Antworten aus­führ­li­cher eingeht. Das ist in der Kom­men­tar­box unter einem Video zwar prin­zi­pi­ell auch möglich, aber um­ständ­li­cher. Denn in den Kom­men­tar­bo­xen beziehen sich Gespräche meist nur auf das Video, das kom­men­tiert wird. Werden dort über längere Zeit andere Themen behandelt, empfindet die Community das meist als störend.

Wie funk­tio­nie­ren Stories auf YouTube?

Die YouTube-Stories sollen immer verfügbar sein und nicht nur für einen kurzen Zeitraum nach Ver­öf­fent­li­chung des Videos. Deswegen werden YouTube Stories im Gegensatz zu den Stories anderer Platt­for­men nicht zwangs­läu­fig nach 24 Stunden gelöscht. Es ist al­ler­dings möglich und auch nicht unüblich, eine Ab­lauf­zeit ein­zu­fü­gen. Auch manuell lassen sich die Stories jederzeit vom Uploader löschen. Lädt man das Kurzvideo bei YouTube hoch, kann man wie auch bei anderen Social-Media-Platt­for­men Filter, Musik, Text und Sticker hin­zu­fü­gen. YouTuber können beliebig viele Stories nach­ein­an­der erstellen, wodurch Vi­deo­künst­ler mehr Fle­xi­bi­li­tät gewinnen, um spontan kurze Bot­schaf­ten an ihre Follower zu senden.

In der Beta-Phase soll getestet werden, wie und für was YouTuber ihre Stories am häu­figs­ten verwenden. Die Beta-Phase soll außerdem aufzeigen, ob es an be­stimm­ten Stellen Probleme gibt und wie YouTuber sowie Besucher mit der Story-Funktion agieren.

Um die Stories von be­stimm­ten YouTubern sehen zu können, ist es übrigens nicht notwendig, diese zu abon­nie­ren. Es reicht voll­kom­men aus, lediglich den Kanal des YouTubers über die Mobile App zu besuchen – schon hat man Zugriff auf seine Stories.

YouTube Stories als Teil der Community-Strategie

Die Community-Funktion auf YouTube lässt sich nutzen, um kurze Videos, GIFs, Mu­sik­ver­lin­kun­gen oder Emp­feh­lun­gen zu pu­bli­zie­ren. Sie bildet also praktisch einen neuen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal auf der Vi­deo­platt­form.

Das Musik- und Comedy-Duo „Die Lochis“ verwenden die Community-Funktion auf Ihrem Kanal vor allem zur Ver­öf­fent­li­chung von Bildern, die auf zu­künf­ti­ge Videos hinweisen und po­ten­zi­el­le Zuschauer neugierig zu machen sollen.

Bild: Die Community-Funktion bei YouTube
Die Community-Funktion bei YouTube

YouTube Stories und die Community-Funktion sind Teil der Community-Strategie von YouTube. YouTube Stories ist das neuste Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fea­ture von YouTube und wird un­ab­hän­gig von der Community-Funktion verwendet. Die Kurz­vi­de­os er­schei­nen nach dem Anklicken in einem Extra-Tab auf dem Channel des YouTubers, so wie es auch bei der Community-Funktion der Fall ist. Aus Sicht der YouTube-Betreiber bietet das Anwendern den Anreiz, mehr auf der Vi­deo­platt­form zu posten, statt andere Social-Media-Kanäle dafür zu nutzen – bei­spiels­wei­se die der Kon­kur­ren­ten Instagram und Snapchat. Im Rahmen seiner Community-Strategie bietet YouTube folgende Features:

  • Teilen von Fotos und GIFs
  • Erstellen von Umfragen
  • Emp­feh­lung von Videos und YouTubern
  • Pro­dukt­plat­zie­rung
  • Erstellen, Be­ar­bei­ten und Teilen von Stories
  • Liken und Kom­men­tie­ren von Stories

YouTube ver­spricht sich davon mehr Traffic und Da­ten­in­put. Ziel der Strategie ist es außerdem, die User­ge­mein­schaft von YouTube zu ver­grö­ßern. Kritiker sehen in den YouTube Stories al­ler­dings ein weiteres Werkzeug, das es der Video-Plattform er­mög­licht, Nut­zer­da­ten zu sammeln.

In­zwi­schen ist die Community-Funktion für alle Kanäle mit mehr als 10.000 Abon­nen­ten verfügbar.

Fazit

Die Nutzung und Ent­wick­lung von YouTube wird vor­aus­sicht­lich durch die Stories mit­be­ein­flusst, sollten die dau­er­haf­ter Be­stand­teil der Plattform werden. Ob sich Stories aber tat­säch­lich auf YouTube durch­set­zen können, hängt vor allem davon ab, ob bzw. wie die Community das Feature annimmt und wie viele User damit in­ter­agie­ren.

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