Auch wenn Google hier­zu­lan­de mit einem Markt­an­teil von über 90 Prozent eindeutig der Platz­hirsch unter den Such­ma­schi­nen ist, sollte man den Kon­kur­ren­ten Bing nicht un­ter­schät­zen. Möchten Sie Ihre Ziel­grup­pe möglichst flä­chen­de­ckend erreichen, ist es in vielen Fällen sinnvoll, auch bei der Microsoft-Such­ma­schi­ne Werbung zu schalten. Natürlich steht Google AdWords an erster Stelle, wenn es um Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA) geht, aber auch das Werben auf Bing macht po­ten­zi­el­le Kunden auf Sie bzw. Ihr Un­ter­neh­men auf­merk­sam.

Was sind Bing Ads?

Microsoft Bing Ads ist das Wer­be­pro­gramm des Such­ma­schi­nen­an­bie­ters. Ein we­sent­li­cher Vorteil: Die Such­ma­schi­ne ist Teil des Yahoo! Bing Networks. Daher er­schei­nen Wer­be­an­zei­gen des Microsoft-Angebots auch in den Such­tref­fern der Yahoo!-Such­ma­schi­ne.

Zunächst noch unter dem Namen adCenter ver­mark­tet, hat Bing Ads in­zwi­schen, wenn auch nicht hin­sicht­lich der Reich­wei­te, doch zumindest im Funk­ti­ons­um­fang mit dem Kon­kur­ren­ten Google gleich­ge­zo­gen. Das System basiert genau wie das von Google auf Pay-per-Click (PPC). Das heißt: Werbende zahlen erst dann, wenn Nutzer die Wer­be­an­zei­ge tat­säch­lich anklicken und nicht schon, wenn die Website eine Wer­be­ein­blen­dung anzeigt.

Bing Ads un­ter­schei­det zwischen Kampagnen, An­zei­gen­grup­pen, Anzeigen und Keywords. Diese stehen in einem hier­ar­chi­schen Ver­hält­nis zu­ein­an­der. Bei der Kampagne handelt es sich um eine Sammlung von An­zei­gen­grup­pen. Diese sind praktisch Container für Ihre Anzeigen und Keywords.

  • Kampagne: Wenn Sie eine Kampagne bei Bing Ads starten, überlegen Sie sich zunächst, was der Fokus der Aktion sein soll. Haben Sie ein neues Produkt im Sortiment oder möchten Sie eine bestimmte Rabatt-Aktion pushen? De­fi­nie­ren Sie Ihr Ziel für die Kampagne und richten Sie Ihre Anzeigen danach aus.
  • An­zei­gen­grup­pe: An­zei­gen­grup­pen sind dafür gedacht, Anzeigen zu verwalten. In den Gruppen werden Keywords fest­ge­legt und zu diesen passende Anzeigen erstellt. So entwerfen Sie ver­schie­de­ne Varianten von Anzeigen mit den gleichen Keywords.
  • Anzeige: Ihre Anzeige nutzt jene Keywords, die Sie in der An­zei­gen­grup­pe angelegt haben. Die Anzeigen innerhalb einer An­zei­gen­grup­pe haben folglich alle denselben Fokus und un­ter­schei­den sich vor allem in den Details.
  • Keywords: Mit Ihren An­zei­gen­grup­pen bzw. den Anzeigen darin bieten Sie in Auktionen auf Wer­be­plät­ze zu be­stimm­ten Keywords. Sie legen innerhalb Ihrer Kampagne fest, welche Keywords wichtig für Ihr Marketing sind.

Anmeldung bei Bing Ads

Wollen Sie sich bei Bing Ads anmelden, fordert das Re­gis­trie­rungs­for­mu­lar Sie zunächst auf, einen Account bei MSN zu kreieren, falls Sie noch keinen Zugang im Netzwerk von Microsoft haben. Auf der folgenden Seite geben Sie dann die üblichen In­for­ma­tio­nen zur Account-Er­stel­lung ein: Name, Anschrift und (da Sie ja planen, Geld in Mar­ke­ting­ak­tio­nen zu in­ves­tie­ren) die be­vor­zug­te Währung.

Schon im nächsten Schritt könnten Sie mit der Er­stel­lung einer Wer­be­kam­pa­gne starten, wenn Sie denn möchten. Sie haben nämlich auch die Mög­lich­keit, eine bereits be­stehen­de Kampagne aus Google AdWords zu im­por­tie­ren oder diesen Schritt erst einmal zu über­sprin­gen und die Re­gis­trie­rung ab­zu­schlie­ßen. Im letzten Schritt („Ak­ti­vie­rung durch­füh­ren“) fragt Bing nach Ihren Zah­lungs­in­for­ma­tio­nen, aber auch diesen Schritt können Sie zunächst über­sprin­gen. Damit ist die Re­gis­trie­rung ab­ge­schlos­sen.

Funk­tio­nen von Bing: Werbung im Überblick

Bis zum 30. Juni 2017 hat Bing Ads noch zwischen so­ge­nann­ten Such­kam­pa­gnen und In­halts­kam­pa­gnen un­ter­schie­den. Letzt­ge­nann­te Gruppe waren Anzeigen, die nicht in den Such­ergeb­nis­sen von Bing auf­tauch­ten, sondern statt­des­sen als klas­si­sche Werbung in anderen Software-Angeboten von Microsoft. In­zwi­schen hat der Anbieter dieses Wer­be­for­mat al­ler­dings ein­ge­stellt. Such­kam­pa­gnen bestehen aus Wer­be­an­zei­gen, die bei einer Such­an­fra­ge in Bing auf­tau­chen. Die Such­ma­schi­ne prä­sen­tiert die Anzeigen entweder oberhalb der or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­se oder in einer Sei­ten­leis­te neben den Er­geb­nis­sen. Dafür gibt Bing die Po­si­tio­nen 1 bis 9 an: Die ersten 4 liegen direkt unter der Such­leis­te (Mainline) und der Rest benennt Plätze in der Sei­ten­leis­te (Sidebar).

Be­trei­bern eines On­line­shops ist es zudem möglich, Shop­ping­kam­pa­gnen zu erstellen. Dabei zeigt das System Ihre Produkte direkt – inklusive Bild und Preis – in den Such­ergeb­nis­sen. Dafür müssen Sie zuvor die Bing Web­mas­ter­tools und ein Account im Merchant Center ein­rich­ten. Dann ge­ne­rie­ren Sie mit den auf­fäl­li­gen Pro­duktan­zei­gen al­ler­dings zu­sätz­lich Auf­merk­sam­keit.

Such­ma­schi­nen-Marketing: Das Bing Ads-Tutorial

Wenn Sie in der Übersicht von Bing Ads eine neue Kampagne erstellen, fragt der Webdienst Sie zunächst nach Ihren Zielen: Möchten Sie bei­spiels­wei­se lieber mehr Traffic ge­ne­rie­ren oder mehr Con­ver­si­ons? Abhängig von Ihrer Auswahl schlägt das Microsoft-Angebot Ihnen passende Features vor. Dennoch haben Sie, egal für welche Option Sie sich ent­schei­den, den vollen Funk­ti­ons­um­fang von Bing Ads zur Verfügung. Die Frage nach den Zielen der Kampagne soll Ihnen nur als Ori­en­tie­rungs­hil­fe dienen.

Kampagne

Zunächst geben Sie Ihrer Kampagne einen Namen: Wählen Sie einen ein­deu­ti­gen Namen ein, sodass Sie auch künftig und bei mehreren parallel laufenden Kampagnen sofort wissen, um welche Kampagne es sich dabei handelt. Dann legen Sie fest, wie hoch ihr tägliches Budget für die Bing-Ads-die Aktion sein soll. Wie viel möchten Sie pro Tag für Ihre Kampagne ausgeben? Sie haben zu­sätz­lich die Wahl, ob Bing dieses Budget – und damit Ihre Wer­be­an­zei­gen – gleich­mä­ßig über den Tag verteilen soll oder so schnell wie möglich ausgibt. Die Stan­dard­op­ti­on (über den Tag verteilt) dürfte für die meisten Zwecke die ideale Wahl sein. Ein be­son­de­res Feature nennt sich „Ge­mein­sa­mes Budget“. Es erlaubt, dass mehrere Kampagnen sich ein Budget teilen. Das ist ver­ständ­li­cher­wei­se erst dann möglich, wenn Sie bereits weitere Kampagnen angelegt haben.

Im folgenden Schritt wählen Sie Sprache und Standort. Zuerst stellen Sie die Sprache ein, in der Sie Ihre Anzeige verfassen – damit grenzen Sie bereits Ihre Ziel­grup­pe ein: Bei­spiels­wei­se sehen nur deutsch­spra­chi­ge Nutzer Anzeigen in deutscher Sprache. Ähnlich verhält es sich mit der Auswahl des Standorts. Hier spe­zi­fi­zie­ren Sie al­ler­dings, ob die Aktion solche Nutzer anvisiert, die an dem aus­ge­wähl­ten Standort leben, oder auch solche, die in der Such­ma­schi­ne nach ihm suchen. Diese Un­ter­schei­dung hilft dabei, Streu­ver­lus­te zu mindern.

An­zei­gen­grup­pen & Keywords

Im nächsten Schritt legen Sie An­zei­gen­grup­pen und Keywords fest: Eine Kampagne besteht aus mehreren An­zei­gen­grup­pen. Durch die un­ter­schied­li­chen Gruppen können Sie dafür sorgen, dass Ihre Anzeigen bei un­ter­schied­li­chen Such­be­grif­fen aus­ge­spielt werden: Damit das funk­tio­niert, müssen Sie den ver­schie­de­nen Gruppen al­ler­dings auch un­ter­schied­li­che Keywords zuordnen. Es wird empfohlen, pro An­zei­gen­grup­pe min­des­tens 20 Keywords anzugeben. Diese Schlüs­sel­be­grif­fe oder sind enorm wichtig für den Erfolg Ihrer Kampagne: Nur wenn ein Nutzer eines Ihrer gewählten Keywords eingibt, besteht die Chance, dass Bing Ihre Anzeigen prä­sen­tiert. Deshalb hilft Bing Ads Ihnen auch bei der Suche nach den richtigen Begriffen: Sie geben einfach die URL Ihrer Website und ein Produkt an, für das Sie werben möchten. Das System ana­ly­siert sowohl die Inhalte Ihrer Seite als auch die beworbene Pro­dukt­art oder an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen und schlägt daraufhin zahl­rei­che Keywords vor. Damit Sie so viel Kontrolle wie möglich darüber haben, unter welchen Be­din­gun­gen Ihre Anzeige aus­ge­spielt werden, gibt Bing Ihnen mit den Broad Match Modifier ein hilf­rei­ches Werkzeug an die Hand. Mit diesem ent­schei­den Sie, wie genau die Eingabe des Nutzers mit denen von Ihnen de­fi­nier­ten Keywords über­ein­stim­men muss, damit die Anzeige aus­ge­spielt wird:

  • Keyword: Wenn Sie ein Keyword ohne einen Modifier eingeben, löst eine ungefähre Über­ein­stim­mung des Begriffs die Anzeigen aus. Das bedeutet, dass Bing auch die Ein­bin­dung der Keywords in andere Wörter wertet.
  • +Keyword: Durch das Plus-Zeichen zeigen Sie an, dass auch Varianten (zum Beispiel die Plu­ral­form) des Wortes als Auslöser gelten.
  • „Keyword“: Schreiben Sie das Keyword in An­füh­rungs­zei­chen, drückt das eine Aus­drucks­über­ein­stim­mung aus: Damit die Nutzer der Such­ma­schi­ne Ihre Anzeige sehen, müssen die Wörter der Phrase in der von Ihnen an­ge­ge­be­nen Rei­hen­fol­ge auf­tau­chen. Suchende haben aber die Mög­lich­keit, zu­sätz­lich andere Wörter vor oder nach der Phrase ein­zu­ge­ben.
  • [Keyword]: Durch eckige Klammern legen Sie eine exakte Über­ein­stim­mung der Keyword-Phrase als Aus­lö­se­kri­te­ri­um fest. Das Keyword muss dann genauso vom Nutzer in die Such­leis­te ein­ge­tra­gen werden, damit Bing die Anzeige ausspielt.
Tipp

Die Keyword-Recherche ist einer der Grund­pfei­ler des On­line­mar­ke­tings und kom­pli­zier­ter, als man viel­leicht denken mag. Wichtig ist bei der Auswahl der Keywords stets, welche Ziele Sie mit Ihrer Mar­ke­ting­kam­pa­gne verfolgen. Möchten Sie Ihre Marke in den Such­ergeb­nis­sen ver­tei­di­gen oder auf ge­ne­ri­sche Such­be­grif­fe ranken? Mehr zur Keyword-Recherche erfahren Sie in unserem aus­führ­li­chen Artikel!

Anzeigen

Wenn Sie alle ge­wünsch­ten Keywords aus­ge­sucht und aus­rei­chend An­zei­gen­grup­pen angelegt haben, gehen Sie weiter zum nächsten Schritt: Erstellen Sie Ihre Anzeigen. Eine Anzeige bei Bing besteht grund­sätz­lich aus Titel, An­zei­gen­text und einer URL, auf die Sie wei­ter­lei­ten möchten. Der Titel setzt sich aus zwei separaten Teilen zusammen, für die Sie jeweils 30 Zeichen zur Verfügung haben. Beide Titel-Be­stand­tei­le sind durch einen Bin­de­strich getrennt. Es ist sinnvoll, im Title eines der wich­tigs­ten Keywords un­ter­zu­brin­gen. Für den Text haben Sie hingegen 80 Zeichen zur Verfügung. Generell gilt bei beidem: Ihr Text sollte relevant für die Leser sein und diese in­for­mie­ren, um was es in Ihrem Angebot geht.

Ein be­son­de­res Feature ist der dy­na­mi­sche Text, den Sie in Ihre Titel und An­zei­gen­tex­te einfügen: Dabei handelt es sich um einen Platz­hal­ter, den Bing abhängig von der Such­an­fra­ge des Nutzers ausfüllt. Es stehen Ihnen zwei ver­schie­de­ne Arten von Platz­hal­tern zur Verfügung

  • {KeyWord}: Wenn Sie diesen Platz­hal­ter nutzen, fügt das System jenes Keyword in den Text ein, nach dem der Nutzer gerade sucht. Das si­gna­li­siert dem Suchenden im Idealfall die Relevanz Ihrer Anzeige.
  • {param1}/{param2}/{param3}: Bing bietet Ihnen die Mög­lich­keit, bis zu drei ver­schie­de­ne be­nut­zer­de­fi­nier­te Texte ein­zu­ge­ben. Diese ordnen Sie Keywords zu. Damit machen Sie zum Beispiel auf un­ter­schied­li­che Rabatte für ver­schie­de­ne Produkte auf­merk­sam – ganz abhängig davon, nach was der Nutzer sucht.

Sie geben zwei ver­schie­de­ne Links zu Ihrer Website ein: die end­gül­ti­ge URL und den so­ge­nann­ten Pfad. Bei erst­ge­nann­ter handelt es sich um die URL, die direkt auf die richtige Webpage leitet, bei­spiel­wei­se die Pro­dukt­sei­te. Sie wird al­ler­dings über die Über­schrift verlinkt. Den Pfad sieht der Nutzer hingegen im genauen Wortlaut als Teil der Werbung: Er sollte deshalb be­nut­zer­freund­li­cher for­mu­liert sein als die wirkliche URL. Um dem Nutzer klarer zu machen, wohin er sich bewegt, fügen Sie bis zu zwei Un­ter­ver­zeich­nis­se in den Pfad ein. So machen Sie den zu­künf­ti­gen Besuchern Ihrer Website klar, zu welcher Un­ter­ka­te­go­rie die URL sie führt.

Tipp

Wenn Sie eine Anzeige bei Bing schalten, möchten Sie, dass Nutzer diese nicht nur wahr­neh­men sondern auch anklicken. Verfassen Sie Ihre Texte also so, dass sie zu einem Klick einladen. Dafür muss der Text der Such­in­ten­ti­on des Nutzers ent­ge­gen­kom­men und zudem Neugier wecken.

Während Sie Ihre Anzeige gestalten, lässt sich das vor­läu­fi­ge Ergebnis in drei ver­schie­de­nen Vor­schau­an­sich­ten kon­trol­lie­ren: Wie sieht die Ein­blen­dung direkt unter der Such­leis­te, wie in der Sei­ten­leis­te und wie in der mobilen Ansicht aus? Wenn Sie alles zu Ihrer Zu­frie­den­heit aus­ge­füllt haben, sollten Sie ab­spei­chern und die nächste Anzeige erstellen. Pro An­zei­gen­grup­pe können Sie 100 Einträge erzeugen.

An­zei­ge­n­er­wei­te­run­gen

Sie haben bei Bing auch die Mög­lich­keit, Ihre Werbung mit Ex­ten­si­ons auf­zu­wer­ten. Ver­schie­de­ne Er­wei­te­run­gen für Ihre Anzeige sollen den Nutzern zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen liefern und sie dadurch stärker zum Klicken animieren.

  • Stand­orter­wei­te­run­gen: Ihre Anzeige wird um eine Angabe zum Standort Ihres La­den­ge­schäfts oder Büros erweitert. Falls Sie mehrere Standorte haben, zeigt Bing Nutzern den Ort an, der ihnen am nächsten ist. Wenn al­ler­dings kein Geschäft oder Büro von Ihnen in un­mit­tel­ba­rer Nut­zer­nä­he liegt, zeigt Bing gar keine Adresse an. Zudem erscheint Ihre Te­le­fon­num­mer in der Wer­be­ein­blen­dung: Wenn Nutzer die Anzeige auf ihrem mobilen Endgerät aufrufen, können sie sogar mit einem Klick bei Ihnen anrufen.
  • Be­wer­tungs­er­wei­te­run­gen: Ihre Anzeige macht einen besonders guten Eindruck, wenn eine positive Bewertung zum an­ge­prie­se­nen Angebot ein­ge­blen­det wird. Diese Er­wei­te­rung erlaubt Ihnen, Be­wer­tun­gen von Review-Websites wie Yelp oder Tri­p­Ad­vi­sor ein­blen­den zu lassen. Sie selbst wählen das Feedback aus, dass Sie anzeigen lassen möchten.
  • Site­lin­ker­wei­te­run­gen: Mit diesen Er­wei­te­run­gen haben Sie die Mög­lich­keit, mehr Links in Ihrer Anzeige un­ter­zu­brin­gen. Durch bis zu 10 Links unter dem An­zei­gen­text, weisen Sie auf weitere Produkte oder Dienst­leis­tun­gen hin. Indem Sie zu­sätz­li­che Be­schrei­bun­gen für jeden Link eintragen, wird Ihre Anzeige auch größer und fällt dadurch besser auf.
  • An­ru­fer­wei­te­run­gen: Ei­gent­lich fügt Bing Ads schon über die Stand­orter­wei­te­rung eine Te­le­fon­num­mer in Ihre Anzeige ein. Wenn Sie aber eine von Ihrem Standort un­ab­hän­gi­ge Rufnummer angeben möchten, nutzen Sie einfach die Call-Extension. Mit dieser An­zei­ge­n­er­wei­te­rung erstellen Sie für Smart­phones zudem eine Call-only-Ad: Nutzer, denen Ihre Werbung nur mobil sehen, werden bei einem Klick auf den Link nicht auf eine Website wei­ter­ge­lei­tet, sondern rufen direkt bei Ihnen an.
  • App-Er­wei­te­run­gen: Wenn Sie zu­sätz­lich zu Ihrem Online-Auftritt auch eine App anbieten, haben Sie mit dieser Er­wei­te­rung die Mög­lich­keit, auch in Ihrer Anzeige auf diese App hin­zu­wei­sen. Bing erkennt selbst­stän­dig, mit welchem Gerät und Be­triebs­sys­tem die Nutzer auf die Anzeige zugreifen und leitet diese dann an den richtigen App Store weiter.
  • Le­gen­den­er­wei­te­run­gen: Mit dieser Er­wei­te­rung fügen Sie zu­sätz­li­chen Text in Ihre Anzeige ein. Dieser Text ist zwar nicht an­klick­bar, aber Sie können Ihre Werbung durch den zu­sätz­li­chen Text in­ter­es­san­ter für Nutzer gestalten.
  • Snippet-Er­wei­te­run­gen: Ähnlich funk­tio­nie­ren die Struc­tu­red Snippets. Hierbei geben Sie zu einer be­stimm­ten Kategorie (zum Beispiel „Waren“) min­des­tens drei Beispiele aus Ihrem Sortiment oder Spektrum an.
  • Bil­der­wei­te­run­gen: Fügen Sie Ihrer Anzeige ein passendes Bild hinzu. Dadurch fallen Sie besser in den Such­ergeb­nis­sen auf und liefern den Nutzern bereits einen Eindruck vom be­wor­be­nen Produkt.

Sie ent­schei­den, ob Sie Er­wei­te­run­gen für ganze Kampagnen oder An­zei­gen­grup­pen ein­rich­ten. Es ist aber nicht gesichert, dass diese auch tat­säch­lich angezeigt werden. Genau wie die Anzeigen selbst gibt Bing auch die Ad Ex­ten­si­ons erst nach Prüfung frei. Damit das System die Er­wei­te­rung also tat­säch­lich anzeigt, sollten Sie sich an die ent­spre­chen­den Richt­li­ni­en halten. Doch selbst wenn Sie nicht gegen die Richt­li­ni­en verstoßen, ist es möglich, dass Bing Ads die Er­wei­te­run­gen nicht anzeigt: Teilweise sind solche Zusätze nur in spe­zi­el­len Si­tua­tio­nen sinnvoll (zum Beispiel wenn Nutzer Smart­phones verwenden) oder man sieht sie nicht, weil eine andere Extension sie aus­schließt. Generell sind Er­wei­te­run­gen al­ler­dings kostenlos und Sie zahlen nur – wie auch bei Anzeigen ohne Er­wei­te­run­gen – wenn Besucher der Such­ma­schi­ne diese anklicken.

Budget

Im letzten Schritt bevor Sie Ihre Kampagne live schalten, legen Sie den Fi­nanz­plan fest. Zwar haben Sie Ihr Budget schon im ersten Schritt ein­ge­tra­gen, haben aber nun noch einmal Ge­le­gen­heit, es an­zu­pas­sen. Als nächstes folgt die Ge­bots­stra­te­gie: Bei Bing Ads – genau wie bei Google AdWords – kauft man Wer­be­an­zei­gen nicht einfach, sondern gewinnt diese über Auktionen. Deshalb hängen bei Bing Ads die Kosten stark von der Wahl der Keywords ab und davon, wie hart diese umkämpft sind. Denn zu jedem Keyword wollen mehrere Un­ter­neh­men ihre Anzeigen prä­sen­tie­ren. Wenn ein Nutzer einen Such­be­griff bei Bing ein­ge­ge­ben hat, kon­kur­rie­ren daher mehrere Anzeigen um den ge­spon­ser­ten Platz in den Such­ergeb­nis­sen. Innerhalb von Mil­li­se­kun­den werden die Gebote mit­ein­an­der ver­gli­chen und Gewinner bestimmt.

Fakt

Es hängt nicht aus­schließ­lich von der Höhe Ihres Gebots ab, ob Ihre Anzeige den Zuschlag erhält oder nicht. Auch der so­ge­nann­te Quality Score spielt eine Rolle. Dieser Wert gibt an, wie hoch Bing die Qualität der Wer­be­an­zei­ge ein­schätzt.

Als Benutzer von Bing Ads ent­schei­den Sie, ob Sie ein be­stimm­tes Gebot selbst festlegen oder dieses von Bing anpassen lassen möchten. Wenn Sie die zweite Variante wählen, kann Bing Ihr Gebot bis zu 30 % erhöhen, um die Wahr­schein­lich­keit eines Ab­schlus­ses zu steigern. Dafür müssen Sie zuvor al­ler­dings eine Ab­schluss­ver­fol­gung ein­rich­ten, damit Bing weiß, welche Ziele Sie verfolgen und ob Sie diese erreichen werden (Hierfür müssen Sie einen UET-Tag auf Ihrer Website einfügen, damit Bing die Con­ver­si­ons erfassen kann.) Sie legen Gebote immer für eine An­zei­gen­grup­pe fest und bieten auf Klicks: Sie zahlen also lediglich für die Anzeige, wenn ein Nutzer diese auch anklickt, weshalb man auch von Pay-per-Click (PPC) spricht.

Während Sie die Höhe Ihres Gebots anpassen, prä­sen­tiert Bing Ihnen einige ge­schätz­te Werte, die mit Ihrer Anzeige in Ver­bin­dung stehen: Wie viele Klicks erhalten Sie wahr­schein­lich mit dem Gebot? Wie viele Menschen sehen Ihre Anzeige vor­aus­sicht­lich? Wie hoch sind mit Ihren bis­he­ri­gen Ein­stel­lun­gen für diese An­zei­gen­grup­pe die mo­nat­li­chen Kosten? Und schließ­lich: An welcher Position innerhalb der Such­ergeb­nis­se wird Ihre Anzeige wahr­schein­lich zu sehen sein? Passen Sie den Wert so lange an, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind (Denken Sie daran, dass es sich nur um ge­schätz­te Er­geb­nis­se handelt. Auch Bing kann nicht pro­phe­zei­en, gegen wen Sie konkret in einer Auktion antreten.).

Mit den er­wei­ter­ten Ziel­grup­pen­ein­stel­lun­gen passen Sie Ihre Bud­ge­tie­rung noch genauer an:

  • Standort: Erhöhen oder ver­rin­gern Sie Ihr Gebot für aus­ge­wähl­te Länder, abhängig davon, wie wichtig der lokale Markt für Sie ist.
  • An­zei­gen­zeit­plan: Unter dieser Ein­stel­lung planen Sie den Zeitraum, indem Ihre Anzeige läuft. Außerdem legen Sie hier einen täglichen Zeit­rah­men fest: Suchen Menschen nur während Ihrer Ar­beits­zeit oder viel­leicht nur nach Fei­er­abend nach Ihren Produkten und Dienst­leis­tun­gen? Mit dem An­zei­gen­plan reagieren Sie darauf.
  • Gerät: Wenn Sie ins­be­son­de­re Smart­phone-Nutzer an­spre­chen wollen, oder Ihre Ziel­grup­pe viel­leicht mehr am Desktop-Rechner sitzt, stellen Sie Ihre Gebote nach Geräten ein (Werbung für Apps dürfte bei­spiels­wei­se vor allem für Smart­phone-Nutzer in­ter­es­sant sein, hoch­wer­ti­ge Gaming-Gra­fik­kar­ten hingegen eher für PC-Nutzer).
  • An­zei­gen­ver­tei­lung: Das Netzwerk von Bing erstreckt sich nicht nur auf die eigene Such­ma­schi­ne. Möchten Sie nur Bing oder auch AOL und Yahoo oder Kon­sor­ti­als­such­part­ner (Websites, die die Bing-Suche in­te­griert haben) für Ihre An­zei­gen­wer­bung nutzen?

Mit einem letzten Klick auf „Speichern“ ist Ihre Anzeige bereit, on­line­zu­ge­hen.

Tools in Bing Ads

Neben dem Web­in­ter­face bietet Bing Ads noch weitere Werkzeuge, um Nutzern eine möglichst effektive Arbeit zu er­mög­li­chen. Mit diesen werden entweder Ar­beits­ab­läu­fe angepasst oder zu­sätz­li­che Funk­tio­nen be­reit­ge­stellt.

An­zei­gen­vor­schau- und Dia­gno­se­tool

Mit diesem Werkzeug zur Anzeigen-Analyse lassen Sie sich eine Vorschau der Bing-Er­geb­nis­se anzeigen. Dafür geben Sie ein be­lie­bi­ges Keyword in die Suche ein, stellen dann noch ein, für welchen Markt Sie sich gerade in­ter­es­sie­ren und lassen die Suche starten. Nun über­prü­fen Sie, ob und wo eine Anzeige von Ihnen bei diesem Keyword erscheint. Außerdem sehen Sie, wie die Werbung in den Such­ergeb­nis­sen aussieht.

Keyword-Planer

Der Keyword-Planer funk­tio­niert im ersten Schritt genau wie die Vor­schlä­ge, die Bing bei der Er­stel­lung einer Kampagne liefert. Sie geben zum Beispiel ein Produkt oder die In­ter­net­adres­se Ihrer Website ein, und der Keyword-Planer schlägt Ihnen passende Stich­wör­ter vor. Danach erhalten Sie Analysen zu den aus­ge­wähl­ten Keywords, die vor allem bei der Planung des Budgets sehr hilfreich sind. Sie sehen genau, bei welchem Gebot Sie mit welchen Er­geb­nis­sen rechnen können. Passen Sie das Gebot an und erstellen damit direkt eine neue Kampagne.

Bing Ads Editor

Mit der Software Bing Ads Editor können Sie sogar offline Kampagnen und Anzeigen planen und gestalten. Statt in einem Browser erstellen Sie Ihre Wer­be­ak­ti­on in dem kos­ten­lo­sen Editor. Dafür laden Sie die In­stal­la­ti­ons­da­tei runter (ist für Mac und Windows verfügbar) und verbinden sich mit Ihrem be­stehen­den Bing Ads-Konto. Im Anschluss lädt die Software Ihre Kampagnen aus dem Internet. Hin­sicht­lich Aufbau und der Funk­ti­ons­wei­se un­ter­schei­det sich die Desktop-App kaum von der Anwendung im Browser. Mit dem Editor fällt es besonders leicht, mehrere Än­de­run­gen auf einmal durch­zu­füh­ren und ver­schie­de­ne Kampagnen und An­zei­gen­grup­pen gleich­zei­tig zu verwalten. Da es sich um eine Offline-Anwendung handelt, dürfen Sie al­ler­dings nicht vergessen, alle vor­ge­nom­me­nen Än­de­run­gen online zu stellen.

Bing Ads In­tel­li­gence

Bei Bing Ads In­tel­li­gence handelt es sich um eine Er­wei­te­rung für Mi­cro­softs Excel. Diese soll Ihnen bei der Ver­wal­tung von Keywords helfen. Die In­stal­la­ti­ons­da­tei steht kostenlos zur Verfügung. Nach dem Ausführen erhalten Sie einen neuen Reiter in Ihrem Excel-Interface. Auch bei diesem Tool verbinden Sie das Programm mit Ihrem Account. Geben Sie jetzt Keywords in das Excel-Sheet ein, erhalten Sie einige Vor­schlä­ge für verwandte Begriffe. Alle Keywords lassen sich unter ver­schie­de­nen Ge­sichts­punk­ten ana­ly­sie­ren – direkt innerhalb der Da­ten­ver­ar­bei­tung. Die Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on erlaubt es dabei, auch große Mengen an Begriffen zu verwalten. Wählen Sie schließ­lich passende Keywords aus und ex­por­tie­ren Sie die Daten, um sie für Ihre Kampagnen zu nutzen.

Bing vs. Google Ad­ver­ti­sing

Bing versucht seit langem, den Markt­füh­rer Google vom ersten Platz der Such­ma­schi­nen zu ver­drän­gen. Die Such­ma­schi­ne ist al­ler­dings noch weit davon entfernt, Google in ir­gend­ei­ner Weise ge­fähr­lich zu werden. Aber für Marketer und Un­ter­neh­mer hat Bing dennoch – be­zie­hungs­wei­se genau deshalb – einige Vorteile:

Reich­wei­te

Der größte Vorteil von Google ist ganz klar die immense Reich­wei­te: Sowohl weltweit als auch in Deutsch­land liegt die Such­ma­schi­ne bei einem Markt­an­teil von über 90 %. Das Angebot von Microsoft liegt zwar auf Platz 2, ist aber selbst­ver­ständ­lich weit ab­ge­schla­gen. Für Wer­be­trei­ben­de ist jedoch vor allem in­ter­es­sant, dass sie bei Bing Ads nicht nur auf Anzeigen in einer Such­ma­schi­ne bieten: Dank des Yahoo! Bing Networks erscheint Ihre Werbung auch bei der dritt­größ­ten Such­ma­schi­ne. Bing hat in den ver­gan­ge­nen Jahren etwas Aufwind erhalten, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Such­ma­schi­ne zur Stan­dard­ein­stel­lung von jedem Microsoft-Produkt gehört.

Aufwand

Bing macht es seinen Nutzern besonders einfach, Kampagnen aus Google AdWords zu im­ple­men­tie­ren. Da Sie höchst­wahr­schein­lich nicht auf Anzeigen bei Google ver­zich­ten, entsteht Ihnen bei der Kom­bi­na­ti­on beider Such­ma­schi­nen nur wenig Mehr­auf­wand (Ein paar wenige Ein­stel­lun­gen müssen Sie manuell anpassen). Wer bisher mit Google AdWords ge­ar­bei­tet hat, wird sich auch bei Bing schnell zu­recht­fin­den: Ar­beits­wei­se und Aufbau ähneln sich bei beiden Anbietern.

Kosten

Bei beiden Wer­be­mög­lich­kei­ten setzen Sie selbst Ihre Budgets und Gebote fest. Deshalb ist kein direkter Kos­ten­ver­gleich möglich. Hin­sicht­lich des Auk­ti­ons­sys­tem könnte man den geringen Markt­an­teil von Bing als Vorteil werten: Während bei Google unzählige Un­ter­neh­men auf ein Keyword bieten, ist die Kon­kur­renz bei Bing schließ­lich viel kleiner. Daher sollten auch die er­folg­rei­chen Gebote auf Keyword bei Bing sehr viel geringer ausfallen als bei Google.

Funk­tio­nen

Die Funk­ti­ons­wei­se der beiden Anbieter ist nahezu identisch. In­zwi­schen un­ter­schei­det sich al­ler­dings die Aus­lie­fe­rung der Wer­be­an­zei­gen: Seit einiger Zeit hat Google die Plat­zie­rung von klas­si­schen Anzeigen in der Sei­ten­leis­te ein­ge­stellt. Bei Bing ist dies immer noch möglich und so bietet der kleinere Kon­kur­rent zu­sätz­li­che Po­si­tio­nen für Ihr Marketing.

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