Kom­mer­zi­el­le Online-Projekte erzielen Umsätze durch Trans­ak­tio­nen der Website-Besucher. Das Ziel eines Web­sei­ten­be­trei­bers ist es daher, Besucher zu ge­ne­rie­ren und diese im besten Fall als Kunden zu gewinnen. Dabei spielt die Such­ma­schi­ne als erste An­lauf­stel­le im Netz eine zentrale Rolle. Wollen Sie mit Ihrer Website er­folg­reich sein, sollten Sie also her­aus­fin­den, wie Nutzer im Internet nach Inhalten suchen und welche Intention sie dabei verfolgen. Diese In­for­ma­tio­nen gewinnen Sie durch Keyword-Re­cher­chen. Doch allein das Wissen darum, welche Begriffe wie oft gesucht werden, lässt die Umsätze noch nicht steigen. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, zu ermitteln, welche Keywords zu Leads und Con­ver­si­ons führen, und das eigene Web­pro­jekt im Rahmen einer Onpage-Op­ti­mie­rung auf eben diese Such­be­grif­fe aus­zu­rich­ten.

Was ist eine Keyword-Recherche?

Eine stra­te­gi­sche Keyword-Recherche ist die Basis einer jeden Maßnahme im Rahmen der Onpage-Op­ti­mie­rung. Web­sei­ten­be­trei­ber, die ihr Projekt prominent in der Such­ma­schi­ne plat­zie­ren möchten, benötigen de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen darüber, welche Such­be­grif­fe für ihr Online-Angebot relevant sind. Am Anfang einer jeden Keyword-Recherche stehen daher die Fragen:

  • Wonach sucht meine Ziel­grup­pe im Internet?
  • Welche Such­be­grif­fe werden mit den Produkten, Dienst­leis­tun­gen oder In­for­ma­tio­nen auf meiner Website as­so­zi­iert?
  • Und wie werden Fach­be­grif­fe und bran­chen­spe­zi­fi­sche Be­zeich­nun­gen von po­ten­zi­el­len Kunden um­schrie­ben.

Indem man relevante Such­be­grif­fe in Keyword-Listen sammelt und auswertet, lassen sich diese Fragen be­ant­wor­ten. Die Recherche von Such­be­grif­fen ist somit not­wen­di­ger Teil­schritt einer um­fas­sen­den Keywords-Strategie. Ziel dieser Maßnahme ist es, die re­le­van­ten Keywords mit dem größten Such­vo­lu­men zu ermitteln, damit man selbige zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) einzelner Un­ter­sei­ten nutzen kann. Während sich die klas­si­sche Keyword-Recherche auf ver­kaufs­för­dern­de Such­be­grif­fe zu den auf einer Website an­ge­bo­te­nen Produkten und Dienst­leis­tun­gen kon­zen­triert, werden bei einer ho­lis­ti­schen Keyword-Recherche sämtliche Such­be­grif­fe ermittelt, die man mit dem zu op­ti­mie­ren­den Projekt as­so­zi­iert. Dies er­mög­licht Content-Stra­te­gien, die nicht aus­schließ­lich auf die Kauf­ab­sicht po­ten­zi­el­ler Kunden abzielen, sondern die auch in­for­ma­ti­ons­su­chen­de User erreichen. Web­sei­ten­be­trei­ber erhoffen sich, dadurch das Kun­den­ver­trau­en zu stärken und sich einen Ruf als Experte zu einem be­stimm­ten The­men­ge­biet auf­zu­bau­en.

Keywords: Wie sucht meine Ziel­grup­pe im Internet?

Fehlt einem In­ter­net­nut­zer die exakte Web­adres­se zum ge­wünsch­ten In­ter­net­an­ge­bot, bleibt nur der Weg über die Such­ma­schi­ne, um das Ziel zu erreichen. Diese gibt sich auch mit einer vagen Um­schrei­bung der ge­wünsch­ten Inhalte zufrieden und spuckt eine aus­führ­li­che Er­geb­nis­lis­te für die ver­wen­de­ten Such­be­grif­fe, so­ge­nann­te Keywords, aus. Keywords können aus einem einzelnen Wort oder einer Such­phra­se mit mehreren Wörtern bestehen. Nur wer versteht, welche Begriffe und For­mu­lie­run­gen Nutzer verwenden, um In­for­ma­tio­nen, Produkte oder Dienst­leis­tun­gen im Internet zu finden, kann dieses Wissen auch nutzen, um seine Website auf die ent­spre­chen­den Keywords zu op­ti­mie­ren – und so die oberen Ränge in den Such­ergeb­nis­sei­ten (SERPs) erobern. Bevor Web­sei­ten­be­trei­ber eine Keyword-Recherche fürs SEO starten, gilt es daher zu klären, wie die Keywords im Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting (SEM) klas­si­fi­ziert werden, welche Such­in­ten­tio­nen sich aus Such­be­grif­fen ableiten lassen und wie Keywords von der Such­ma­schi­ne ver­ar­bei­tet werden.

Defend vs. Conquer

Keywords lassen sich grund­sätz­lich danach un­ter­schei­den, ob sie einen Bezug zu einem be­stimm­ten Anbieter aufweisen oder generisch und somit ohne Mar­ken­be­zug verwendet werden. In der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung spricht man dies­be­züg­lich von Defend- und Conquer-Keywords.

  • Defend-Keywords sind typische Begriffe, die Suchende verwenden, um bei einem be­stimm­ten Anbieter zu landen. In der Regel kennt der Suchende dessen Produkte oder Dienst­leis­tun­gen bereits und verwendet Mar­ken­na­men, Pro­dukt­na­men, Wer­be­slo­gans oder Kom­bi­na­tio­nen dieser Elemente. Es sollte das Ziel eines jeden Anbieters sein, für Defend-Keywords des eigenen Un­ter­neh­mens den Spit­zen­platz in der Such­ma­schi­ne zu besetzen. Im Fall der Kon­zern­mar­ke ist das meist auch der Fall. Hin­sicht­lich einzelner Pro­dukt­mar­ken kon­kur­rie­ren Her­stel­ler hingegen oft mit Ver­triebs­part­nern und On­line­händ­lern, die diese Marken in ihren Shops anbieten.
  • Conquer-Keywords sind ge­ne­ri­sche Such­be­grif­fe, mit denen sich Suchende auf keinen spe­zi­el­len Anbieter festlegen. Für das On­line­mar­ke­ting sind Conquer-Keywords daher von zentraler Bedeutung für die Neu­kun­den­ge­ne­rie­rung, sofern sich mit ihnen gute Rankings erzielen lassen. Denn eine gute Plat­zie­rung eines Anbieters in der Such­ma­schi­ne sug­ge­riert po­ten­zi­el­len Kunden eine gewisse Autorität bzw. eine hohe Bedeutung hin­sicht­lich der gesuchten Produkte oder Dienst­leis­tun­gen. Wer auf Conquer-Keywords gut ranken will, muss sich al­ler­dings einem stetigen Kon­kur­renz­kampf um die Ran­king­po­si­tio­nen stellen.

Von Shorthead bis Longtail

Von einigen Ausnahmen abgesehen gilt: Je spe­zi­fi­scher eine Such­an­fra­ge, desto seltener wird sie verwendet. Das mo­nat­li­che Such­vo­lu­men von bürostuhl ist mit 40.500 Google-Anfragen deutlich höher als das von bürostuhl weiß ohne armlehne mit 20 mo­nat­li­chen Anfragen. Wie dieses Beispiel zeigt, handelt es sich bei spe­zi­fi­schen Anfragen in der Regel um längere Such­phra­sen aus mehreren Wörtern, die das Gesuchte kon­kre­ti­sie­ren. Im Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting spricht man daher auch von Longtail-Keywords (dem zentralen Such­be­griff folgt quasi ein langer Schwanz). Diesen stehen kurze und deutlich all­ge­mei­ne­re Shorthead-Keywords gegenüber. Für den Bereich im Übergang zwischen beiden Extremen wird der Begriff Midtail verwendet.

  • Shorthead-Keywords: Produkt- oder dienst­leis­tungs­na­he Shorthead-Keywords sind aufgrund des meist hohen Such­vo­lu­mens bei Wer­be­trei­ben­den besonders beliebt. Doch sind die Spit­zen­plät­ze in den or­ga­ni­schen Er­geb­nis­lis­ten, die Such­ma­schi­nen für eben diese Keywords ausgeben, auch hart umkämpft. Oft haben die fi­nanz­star­ken Markt­füh­rer der ent­spre­chen­den Branche die begehrten Plätze bereits besetzt. Soll eine Op­ti­mie­rung auf diese Keywords dennoch Erfolge zeigen, müssen hohe Budgets in­ves­tiert werden.
  • Longtail-Keywords: Ganz anders sieht das bei den Longtail-Keywords aus. Bei diesen ist die Kon­kur­renz­si­tua­ti­on aufgrund ihres nied­ri­ge­ren Such­vo­lu­mens weniger an­ge­spannt. Doch das ist nicht der einzige Vorteil langer Such­phra­sen. Nutzer, die Longtail-Keywords als Such­be­griff eingeben, haben in der Regel eine sehr genaue Vor­stel­lung davon, was sie suchen. Schafft man es, auf solche sehr spe­zi­fi­schen Keywords zu ranken, ist die Chance höher, Suchende mit konkreter Kauf­ab­sicht auf die eigene Seite zu locken, als dies bei den un­spe­zi­fi­sche­ren Shorthead-Keywords der Fall ist.

Such­in­ten­ti­on: Wer nutzt welches Keyword warum?

Neben der Häu­fig­keit, mit der Suchende bestimmte Keywords verwenden, spielt auch die Such­ab­sicht, die sich hinter diesem Keyword verbirgt, eine große Rolle. Im Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting un­ter­schei­det man drei Such­in­ten­tio­nen:

Na­vi­ga­tio­na­le Such­an­fra­gen

Bei na­vi­ga­tio­na­len Such­an­fra­gen hat ein In­ter­net­nut­zer in Regel eine konkrete Vor­stel­lung davon, welche Website er erreichen möchte. Viel­leicht hat er lediglich die genaue Web­adres­se vergessen oder ist schlicht zu bequem, diese komplett in die Such­leis­te des Browsers ein­zu­tip­pen. Solche Nutzer verwenden in der Regel Brands, Marken und Namen von Un­ter­neh­men, Ein­rich­tun­gen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen als Such­be­grif­fe, in der Hoffnung, dass Google und Co. die Start­sei­te der ge­wünsch­ten Website her­aus­su­chen. Beliebte na­vi­ga­tio­na­le Such­an­fra­gen sind bei­spiels­wei­se youtube, facebook oder gmail. Ist eine bestimmte Un­ter­sei­te das Suchziel, werden meist Zusätze wie agb, kontakt, anfahrt, öff­nungs­zei­ten oder jobs mit­ein­ge­tippt.

Such­an­fra­gen wie staats­bi­blio­thek oder bürgeramt termin lassen weder auf eine Kauf­ab­sicht schließen, noch möchten sich Nutzer über die gewählten Such­be­grif­fe in­for­mie­ren. Vielmehr dienen diese der bloßen Na­vi­ga­ti­on im Netz. Traffic und Con­ver­si­ons lassen sich über na­vi­ga­tio­na­le Keywords daher in der Regel nur dann gewinnen, wenn ein Inhaber SEO-Maßnahmen auf die eigene Brand bezieht. Ein Beispiel: Ein Web­sei­ten­be­trei­ber, der Mail­diens­te anbietet, kann noch so viel in die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung auf das Keyword gmail in­ves­tie­ren. Er wird dadurch kaum neue Kunden gewinnen, da ein Nutzer, der dieses na­vi­ga­tio­na­le Keyword eintippt, eben Gmail verwenden möchte und keinen anderen Mail­dienst, der auf dieses Keyword rankt.

In­for­ma­tio­na­le Keywords

Mit in­for­ma­tio­na­len Keywords sucht ein In­ter­net­nut­zer nach Antworten auf konkrete Fragen. Wer die Such­ma­schi­ne mit Such­phra­sen wie mann von angela merkel, brecht le­bens­lauf oder sind hummeln zu dick zum fliegen füttert, sucht nach Infos. Klas­si­sche In­di­ka­to­ren in­for­ma­tio­na­ler Such­an­fra­gen sind Elemente wie was ist, de­fi­ni­ti­on, how to, wie funk­tio­niert oder tutorial.

Der Nutzer erwartet bei der Eingabe solcher Keywords, dass die Such­ergeb­nis­lis­te Webseiten enthält, deren Inhalte seine Fragen be­ant­wor­ten. Ent­spre­chend hoch ist die Ab­sprungra­te, wenn er statt­des­sen auf einer kom­mer­zi­ell aus­ge­rich­te­ten Website landet. Doch das heißt nicht, dass Webshop-Betreiber in­for­ma­tio­na­le Keywords bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung außen vor lassen sollten. Denn auch in­for­ma­ti­ons­ori­en­tier­te Such­an­fra­gen zu Produkten und Dienst­leis­tun­gen fallen in diese Kategorie. Der Wis­sens­durst eines Suchenden lässt sich durchaus auch mit Pro­dukt­be­schrei­bun­gen, Ratgebern und Test­be­rich­ten stillen. Ent­spre­chen­der Content bietet Webshop-Be­trei­bern die Mög­lich­keit, ihre Pro­dukt­ex­per­ti­se unter Beweis zu stellen. Und Kunden kaufen häufig vor allem dort, wo sie sich am besten beraten fühlen.

Trans­ak­tio­na­le Keywords

Am in­ter­es­san­tes­ten für Web­site­be­trei­ber sind solche Keywords, die eine Kauf­ab­sicht vermuten lassen. Wer Such­be­grif­fe mit In­di­ka­to­ren wie kaufen, bestellen, mieten oder down­loa­den kom­bi­niert, ist auf der Suche nach Websites, die die ge­wünsch­te Trans­ak­ti­on er­mög­li­chen. In der Regel weiß der Suchende schon, welches Produkt er kaufen oder welche Dienst­leis­tung er in Anspruch nehmen möchte. Über die Websuche will er nun den ge­eig­ne­ten Anbieter ausfindig zu machen. Trans­ak­tio­na­le Such­an­fra­gen be­inhal­ten oft Elemente wie günstig, billig, rabatt oder ver­sand­frei.

Das Vertrauen der Nutzer in die Re­le­vanz­be­wer­tung der Such­ma­schi­ne ist groß. Daher ent­schei­den sich Kunden oft für den Anbieter, der sich am besten in der Such­ma­schi­ne platziert. Durch eine Website-Op­ti­mie­rung auf relevante trans­ak­tio­na­le Keywords lassen sich daher besonders gut Con­ver­si­ons ge­ne­rie­ren. Doch das große Potenzial trans­ak­tio­na­ler Such­be­grif­fe ist unter Web­sei­ten­be­trei­bern kein Geheimnis. Ent­spre­chend stark ist die Kon­kur­renz bei Keywords mit hohem Such­vo­lu­men.

Wie ver­ar­bei­tet die Such­ma­schi­ne Keywords?

In­ter­net­nut­zer tippen Keywords so in die Such­ma­schi­ne, wie sie ihnen durch den Kopf schießen und halten sich dabei weder an stan­dar­di­sier­te Mar­ke­ting­be­grif­fe noch an eine ein­heit­li­che Schreib­wei­se – und oft auch nicht an die korrekte gram­ma­ti­ka­li­sche Abfolge. Web­sei­ten­be­trei­ber sollten im Rahmen einer Keyword-Recherche daher mehrere Varianten eines Such­be­griffs be­rück­sich­ti­gen. Dies gilt ins­be­son­de­re für Synonyme, die von Such­ma­schi­nen zwar als solche erkannt, aber als ei­gen­stän­di­ge Keywords gewertet werden. Auch Wort­kom­bi­na­tio­nen bieten Suchenden einen großen Spielraum ihre Such­ab­fra­ge zu gestalten. Im Rahmen einer Keyword-Recherche stoßen Web­sei­ten­be­trei­ber immer wieder auf Begriffe, die von Suchenden sowohl getrennt als auch zu­sam­men­ge­schrie­ben verwendet werden und auch in der Such­ma­schi­ne zu un­ter­schied­li­chen Er­geb­nis­sen führen. Der Markt­füh­rer Google un­ter­schei­det bei­spiels­wei­se zwischen lap­top­ta­sche (9.900 Anfragen/Monat) und laptop tasche (1.900 Anfragen/Monat). Hierbei ist zu beachten, dass auch Bin­de­stri­che als Leer­zei­chen gewertet werden. Ob ein Suchender Laptop Tasche oder Laptop-Tasche in die Such­leis­te des Browsers eintippt, macht somit keinen Un­ter­schied. Ob es sinnvoll ist, mehrere Varianten einer Wort­kom­bi­na­ti­on in die Keyword-Liste auf­zu­neh­men, lässt sich nicht pauschal be­ant­wor­ten und ist von Fall zu Fall zu ent­schie­den. Generell sollten Sie jedoch nur Keywords in korrekter Schreib­wei­se in die Keyword-Recherche ein­be­zie­hen. Ir­rele­vant für die Such­ma­schi­ne ist, ob ein Keyword klein oder groß ge­schrie­ben wird. Und auch un­ter­schied­li­che Keyword-Varianten aufgrund der Flexion eines Such­be­griffs (Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus, Kasus und Kom­pa­ra­ti­on) verlieren zunehmend an Bedeutung. Das Keyword „Schuh“ führt bei Google zwar zu einer anderen Er­geb­nis­lis­te als das Keyword „Schuhe“, doch in der Regel lassen sich ver­schie­de­ne gram­ma­ti­sche Varianten eines Keywords über den Website-Content abdecken. Separate Landing­pa­ges für einzelne Fle­xi­ons­for­men von Keywords zu de­fi­nie­ren, ist nicht ziel­füh­rend. Tipp­feh­ler-Keywords spielen bei einer zeit­ge­mä­ßen Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ebenfalls kaum noch eine Rolle. Der Grund dafür ist die Au­tor­kor­rek­tur der Such­ma­schi­ne. Google erkennt bei­spiels­wei­se falsch ge­schrie­be­ne Such­be­grif­fe und liefert au­to­ma­tisch die Er­geb­nis­se für die korrekte Schreib­wei­se. Gegen eine Op­ti­mie­rung von Websites auf Vertipper-Keywords spricht außerdem, dass solche falsch­ge­schrie­be­nen Keywords dann auch im Content auf­tau­chen müssten, was Such­ma­schi­nen-Crawler negativ werten und ins­be­son­de­re bei den mensch­li­chen Lesern einen sehr schlech­ten Eindruck hin­ter­lie­ße. Sollen such­vo­lu­men­star­ke Tipp­feh­ler-Keywords im Rahmen des Such­ma­schi­nen­mar­ke­tings dennoch be­rück­sich­tigt werden, sollte man solche Such­be­grif­fe besser im Rahmen der Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA) nutzen.

Keyword-Recherche: Wie Web­sei­ten­be­trei­ber gute Keywords finden

Ziel einer Keyword-Recherche für Google und andere große Such­ma­schi­nen ist es, eine möglichst um­fas­sen­de Liste aller Keywords zu er­ar­bei­ten, die für das eigene Online-Projekt relevant sind und die von In­ter­net­nut­zern verwendet werden, um Produkte, Dienst­leis­tun­gen oder In­for­ma­tio­nen zu finden, die mit dem Projekt im Zu­sam­men­hang stehen. Diese Aufgabe lässt sich nicht ohne ent­spre­chen­de Programme be­wäl­ti­gen. Web­sei­ten­be­trei­ber und SEO-Experten greifen bei der Keyword-Recherche daher auf diverse Tools zurück, mit denen sich die Erhebung re­le­van­ter Such­be­grif­fe au­to­ma­ti­sie­ren lässt. Doch auch das beste Re­cher­che­pro­gramm braucht Input, um seine Arbeit ver­rich­ten zu können. Am Anfang einer jeden Keyword-Recherche stehen daher freie As­so­zia­ti­ons­ver­fah­ren.

Brain­stor­ming

Aus­gangs­punkt der Keyword-Recherche ist in jedem Fall der Status quo der zu op­ti­mie­ren­den Website – es sei denn, es handelt sich um ein komplett neues Online-Projekt. Der erste Schritt zu einer möglichst um­fas­sen­den Liste aller re­le­van­ten Keywords ist daher die Analyse be­stehen­der Un­ter­neh­mens­da­ten und ein darauf auf­bau­en­des Brain­stor­ming. Dabei stehen folgende Fragen im Mit­tel­punkt:

  • In welcher Branche bewegt sich das Projekt?
  • Welche Produkte, Dienst­leis­tun­gen oder In­for­ma­tio­nen werden angeboten?
  • An welche Ziel­grup­pe richtet sich das Angebot?
  • Welchen Nutzen können Besucher oder Kunden aus dem Angebot ziehen?
  • Wie ist die Website aufgebaut?
  • Liefern die Na­vi­ga­ti­ons­struk­tur oder Pro­dukt­ka­te­go­rien An­halts­punk­te für Keywords?
  • Be­inhal­tet die Website Such­be­grif­fe, auf die bereits gute Rankings erzielt werden?

Das initiale Brain­stor­ming einer SEO-Keyword-Recherche ist ein Prozess, der sich in zwei Phasen un­ter­tei­len lässt: Ideen­fin­dung und Struk­tu­rie­rung.

  • Ideen­fin­dung: In der ersten Phase des Brain­stor­mings steht die freie As­so­zia­ti­on im Mit­tel­punkt. Wird die Keyword-Recherche nicht an externe Anbieter aus­ge­la­gert, sollten Sie für ein möglichst er­trag­rei­ches Brain­stor­ming auf Teil­neh­mer zu­rück­grei­fen, die aus allen Bereichen Ihres Un­ter­neh­mens stammen. Diese nennen spontan sämtliche Begriffe, die sie mit dem Online-Projekt, der Brand, den Marken des Un­ter­neh­mens und den Produkten und Dienst­leis­tun­gen ver­knüp­fen.
  • Struk­tu­rie­rung: In der zweiten Phase des Brain­stor­mings werden die ge­sam­mel­ten Keyword-Vor­schlä­ge in Hinblick auf die Website-Struktur sortiert. Das Ergebnis eines Keyword-Brain­stor­mings ist somit eine struk­tu­rier­te Liste mit Such­be­grif­fen, die den ver­schie­de­nen Un­ter­sei­ten eines Online-Projekts the­ma­tisch zu­ge­ord­net wurden. Unter Umständen ergeben sich dabei auch neue Bereiche, die in der Website-Struktur bisher noch nicht be­rück­sich­tigt wurden.

Keyword-Recherche-Tools und Syn­onym­da­ten­ban­ken

Um eine ziel­ge­rich­te­te Keyword-Strategie ent­wi­ckeln zu können, reicht eine Liste mit Such­be­grif­fen allein nicht aus. Ins­be­son­de­re, da Keyword-Listen, die lediglich aus einem Brain­stor­ming her­vor­ge­hen, in der Regel lü­cken­haft sind. Hier kommen Recherche-Tools ins Spiel, die es er­mög­li­chen, die Keyword-Liste sys­te­ma­tisch zu ergänzen und das SEO-Potenzial der einzelnen Begriffe zu ermitteln. Drei beliebte Keyword-Recherche-Tools, die kostenlos zur Verfügung stehen, sind der Google Keyword-Planer, Über­sug­gest und mer­ge­words.

Eine de­tail­lier­te Vor­stel­lung dieser Tools sowie anderer Keyword-Recherche- und Ana­ly­se­pro­gram­me bietet der zweite Teil unserer Rat­ge­ber­rei­he zur Keyword-Recherche: "Keyword Tools".

Ein weiteres Hilfs­mit­tel bei der SEO-Keyword-Recherche bilden Syn­onym­da­ten­ban­ken. Mit ihnen lassen sich für viele Begriffe regionale, sti­lis­ti­sche und so­zio­kul­tu­rel­le Va­rie­tä­ten finden. Und nur Web­sei­ten­be­trei­ber, die sorg­fäl­tig re­cher­chie­ren, welche Begriffe ihre Ziel­grup­pe verwendet, um nach zentralen Produkten, Dienst­leis­tun­gen oder In­for­ma­ti­ons­an­ge­bo­ten des zu op­ti­mie­ren­den Projekts zu suchen, können diese auch in ihre Keyword-Listen aufnehmen und auf ihr Potenzial für eine Onpage-Op­ti­mie­rung hin ana­ly­sie­ren. Eine kos­ten­lo­se Suche nach Synonymen er­mög­li­chen folgende Websites:

Wett­be­werbs­ana­ly­se

Auch die Analyse der Wett­be­wer­ber bietet einen guten Einstieg in die Keyword-Recherche. Gerade wenn neue Branchen, Ge­schäfts­zwei­ge oder Märkte er­schlos­sen werden sollen, sollte man über­prü­fen, inwieweit die Wett­be­wer­ber in Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung in­ves­tie­ren, in welche Keywords sie in­ves­tie­ren und wie er­folg­reich ihre Be­mü­hun­gen sind.

Po­ten­zi­el­le Kon­kur­ren­ten ermitteln Web­sei­ten­be­trei­ber ganz einfach, indem sie zentrale Keywords der eigenen Produkt- oder Dienst­leis­tungs­pa­let­te in die Such­ma­schi­ne eingeben und schauen, welche Un­ter­neh­men die Spit­zen­plät­ze in den SERPs besetzen. Besonders ergiebig ist dabei vor allem die Analyse spe­zia­li­sier­ter Mit­be­wer­ber. Eine Analyse großer Online-Ver­sand­händ­ler und Markt­plät­ze wie Amazon oder eBay ist hingegen nur in Aus­nah­me­fäl­len ziel­füh­rend (bei­spiels­wei­se, wenn man selbst einen breit­ge­fä­cher­ten On­line­shop führt): Diese Un­ter­neh­men sind in nahezu allen Märkten aktiv und decken mit ihren Op­ti­mie­rungs­maß­nah­men diverse The­men­fel­der und Such­be­grif­fe ab.

Auch die Wett­be­werbs­ana­ly­se lässt sich au­to­ma­ti­sie­ren. Die SISTRIX Toolbox bietet Web­sei­ten­be­trei­bern, die bereits erste Rankings erzielen, im Rahmen der Kon­kur­renz­ana­ly­se die Mög­lich­keit, das eigene Keyword-Set mit dem einer kon­kur­rie­ren­der Website zu ver­glei­chen und so neue relevante Such­be­grif­fe zu gewinnen.

Aus­wer­tung der Keyword-Recherche

An eine aus­führ­li­che Keyword-Recherche schließt sich eine de­tail­lier­te Analyse der er­mit­tel­ten Such­be­grif­fe an. Dabei gilt es, die Keywords nach be­stimm­ten Be­wer­tungs­kri­te­ri­en zu prio­ri­sie­ren, in Form von Keyword-Sets einzelnen Un­ter­sei­ten der Website zu­zu­ord­nen (Keyword-Mapping) und ggf. neue Web­sei­ten­be­rei­che ein­zu­rich­ten. Wie Sie bei der Keyword-Strategie am besten vorgehen, ist das Thema des dritten Teils der Rat­ge­ber­rei­he zur SEO-Keyword-Recherche.


Zum Autor

Die un­ter­neh­me­ri­sche Tätigkeit von Andre Alpar im Online Marketing Bereich begann 1998 während seines Wirt­schafts­in­for­ma­tik Studiums an der TU Darmstadt. Nach dem Aufbau mehrerer Un­ter­neh­men war er über drei Jahre lang stra­te­gi­scher Online Marketing Berater in leitender Funktion bei Rocket Internet. Parallel zu seiner be­ruf­li­chen Karriere engagiert er sich als Business Angel bei über 40 Internet Start-Ups. Als Ver­an­stal­ter rief er die Online Marketing Kon­fe­ren­zen OMCap, PPC Masters sowie Content Marketing Masters ins Leben. Er ist CEO der 170-köpfigen Search und Content Marketing Agentur Per­for­mics am Standort Berlin. Per­for­mics ist mit über 2200 Mit­ar­bei­tern weltweit eine der größten global tätigen Per­for­mance Marketing Agenturen.

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