Längst haben sich Online-Be­zah­lungs­mit­tel als Al­ter­na­ti­ve zu Über­wei­sung, Last­schrift­ver­fah­ren und Kre­dit­kar­ten­ab­rech­nung im On­line­han­del etabliert. PayPal, Amazon Payments, Skrill und Co. stechen die klas­si­schen Zah­lungs­me­tho­den aus – vor allem in Bezug auf die Ge­schwin­dig­keit der Trans­ak­ti­ons­ab­wick­lung und die Ein­fach­heit trans­na­tio­na­ler Zahlungen. Außerdem erheben Online-Be­zahl­diens­te ins­be­son­de­re für kleinere Trans­ak­tio­nen we­sent­lich geringere Gebühren als Banken. Hinzu kommen Vorteile wie Käufer- und Ver­käu­fer­schutz oder der Schutz von Konto- bzw. Kre­dit­kar­ten­da­ten. Eines haben die ver­schie­de­nen Zah­lungs­ar­ten jedoch gemeinsam: Jede Trans­ak­ti­on wird über eine zentrale Stelle ab­ge­wi­ckelt, sei es die Bank oder der Anbieter des Online-Zah­lungs­diens­tes. Das 2009 ein­ge­führ­te Bitcoin-Netzwerk bricht mit diesem Grund­kon­zept kon­ven­tio­nel­ler Zah­lungs­ar­ten und verteilt seine gleich­na­mi­ge Währung sowie die Trans­ak­ti­ons-Datenbank auf alle teil­neh­men­den Nutzer, die über einen Client mit dem System verbunden sind. Dank dieser de­zen­tra­len Struktur ist Bitcoin ein Wäh­rungs­sys­tem ohne absolute Autorität, die sich vorbehält, aus­führ­li­che Nut­zer­in­for­ma­tio­nen zu sammeln und diese inklusive aller Zah­lungs­ab­wick­lun­gen in Ei­gen­re­gie zu speichern bzw. zu verwalten. Was – und wer – steckt hinter der digitalen Währung, die sich als Zah­lungs­mit­tel immer größerer Be­liebt­heit erfreut? Und wie bzw. wo kann man mit Bitcoins ei­gent­lich bezahlen?

Wer steckt hinter Bitcoin?

Am 1. November 2008 wurde in einer Mai­ling­lis­te über Kryp­to­gra­phie die Idee eines elek­tro­ni­schen Wäh­rungs­sys­tems auf Peer-to-Peer-Basis – einer Netz­werk­struk­tur, bei der alle Teil­neh­mer gleich­ge­stellt sind – vor­ge­stellt. Der Beitrag enthielt gleich­zei­tig ein White­pa­per, das als Grundlage für die im folgenden Jahr er­schie­ne­ne Open-Source-Software Bitcoin (heute Bitcoin Core) diente. Sowohl das White­pa­per als auch die Software wurden unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ ver­öf­fent­licht, dessen wahre Identität bis heute ungeklärt ist. Der Code der Client-Software ist seit jeher frei und somit für jeden einsehbar und ver­än­der­bar. Zahl­rei­che User haben Bitcoin seitdem gemeinsam wei­ter­ent­wi­ckelt.

So funk­tio­niert das Bitcoin-System

Wer Teil des Wäh­rungs­netz­werks werden möchte, in­stal­liert das erwähnte Bitcoin Core oder eine der mitt­ler­wei­le ver­füg­ba­ren Al­ter­na­ti­ven wie Bither, Armory oder mSIGNA. Der jeweilige Client fungiert als so­ge­nann­ter Bitcoin-Wallet, als eine Art vir­tu­el­ler Geld­beu­tel für die On­line­wäh­rung. Er er­mög­licht es, Bitcoins zu empfangen und zu versenden und syn­chro­ni­siert sich zu diesem Zweck mit dem Peer-to-Peer-Netzwerk. Für die erste Syn­chro­ni­sa­ti­on sollte aus­rei­chend Band­brei­te und Spei­cher­platz zur Verfügung stehen, denn bei dieser lädt der Client Daten in einer Ge­samt­grö­ße von über 65 GB herunter. Dabei handelt es sich um das ge­mein­sa­me öf­fent­li­che Bu­chungs­sys­tem, das den Kern des Bitcoin-Netzwerks bildet und auch als Block­chain (dt. „Block­ket­te“) be­zeich­net wird.

In dieser Kette, deren In­te­gri­tät und chro­no­lo­gi­sche Rei­hen­fol­ge durch Kryp­to­gra­fie ge­währ­leis­tet ist, sind alle be­stä­tig­ten Buchungen ge­spei­chert. Auf Basis dieser In­for­ma­tio­nen berechnet der Client den Stand des Bitcoin-Kontos. Das Si­cher­heits­kon­zept des Open-Source-Systems zeichnet sich jedoch nicht nur durch eine Ver­schlüs­se­lung des Da­ten­be­stands aus: Jede einzelne Trans­ak­ti­on erfährt einen be­son­de­ren Schutz in Form einer digitalen Signatur. Diese wird au­to­ma­tisch beim Versenden von Bitcoins durch einen geheimen Da­ten­block – den privaten Schlüssel (auch Seed genannt) – erzeugt. Jeder Nutzer hat einen eigenen privaten Schlüssel, der sich im Wallet befindet. Ei­ner­seits liefert die Signatur den Beweis dafür, dass die getätigte Trans­ak­ti­on zur je­wei­li­gen Bitcoin-Adresse gehört. An­de­rer­seits stellt sie sicher, dass die Trans­ak­ti­on nach dem Absenden durch andere Nutzer mo­di­fi­ziert werden kann.

Damit eine Trans­ak­ti­on bestätigt und unter den Nutzern ver­brei­tet werden kann, bedarf es eines spe­zi­el­len Prozesses, der den Namen Mining (dt. „Abbau, Förderung“) trägt. Bei diesem Ver­ar­bei­tungs­pro­zess werden die Trans­ak­tio­nen signiert in einen Block gepackt und an­schlie­ßend in die Block­chain in­te­griert. Dies geschieht mithilfe spe­zi­el­ler Mining-Hardware und -Software, die zur Er­stel­lung der Signatur kryp­to­lo­gi­sche Hash­funk­tio­nen (SHA256) ausführen müssen und prin­zi­pi­ell von jedem Teil­neh­mer ein­ge­setzt werden können. Als Ge­gen­leis­tung für das Mining erhält der Ver­ar­bei­ter Bitcoins, was zunächst sehr lukrativ klingt. Die Hardware- und Be­triebs­kos­ten stehen jedoch in einem eher mäßigen Ver­hält­nis zu den Einnahmen des Mining-Geschäfts, was auch auf die sehr große Kon­kur­renz zu­rück­zu­füh­ren ist. Weitere In­for­ma­tio­nen zu dem dennoch in­ter­es­san­ten und für das Bitcoin-Netzwerk ele­men­ta­ren Thema bietet diese Anleitung auf we­us­e­co­ins.com.

Mit Bitcoins handeln: So erhalten Sie die digitale Währung

Das Mining ist die Quelle für neue Bitcoins und ein möglicher Weg, um Bitcoins zum Kaufen und Verkaufen zu erhalten. Ferner gelangen Sie an die digitale Währung, indem Sie Bitcoins als Zah­lungs­mit­tel zulassen, wenn Sie Waren oder Dienste zum Verkauf anbieten. Dafür müssen Sie dem Käufer lediglich eine Bitcoin-Adresse über­mit­teln. Sie können entweder auf die Adresse zu­rück­grei­fen, die au­to­ma­tisch bei der In­stal­la­ti­on des Wallets erzeugt wird oder al­ter­na­tiv (beliebig viele) neue Adress­codes, die Kurz­for­men des öf­fent­li­chen Schlüs­sels dar­stel­len, ge­ne­rie­ren. Die jeweilige Adresse senden Sie entweder in der stan­dard­mä­ßi­gen Form oder in einem QR-Code verpackt. Hat der Käufer den ver­ein­bar­ten Bitcoin-Betrag ver­schickt, dauert es in der Regel maximal zehn Minuten, bis Sie die digitalen Münzen auf Ihrem Konto haben.

Sie können auch Bitcoins kaufen, wobei es wiederum zwei mögliche Vor­ge­hens­wei­sen gibt: Bequem und ohne Anmeldung können Sie sich Bitcoins über Bitcoin-Treff.de besorgen. Über die Such­ma­schi­ne finden Sie Verkäufer der digitalen Münzen, ver­ein­ba­ren ein Treffen und bezahlen direkt vor Ort auf die ver­ein­bar­te Art und Weise. Al­ter­na­tiv können Sie auch eine Anzeige aufgeben und der Community des Web­diens­tes so mitteilen, dass Sie auf der Suche nach Coins sind. Eine Ver­mitt­lungs­ge­bühr erheben die Macher von Bitcoin-Treff nicht.

We­sent­lich ver­brei­te­ter ist der Kauf auf spe­zi­el­len Bitcoin-Markt­plät­zen wie Bitcoin.de. Ausgehend von einem re­gel­mä­ßig ak­tua­li­sier­ten Aus­gangs­wert können Sie als an­ge­mel­de­ter Nutzer Bitcoins verkaufen bzw. kaufen. Laut den Angaben des Be­trei­bers wird der Markt­platz von über 260.000 Kunden in ganz Europa genutzt. Die Bezahlung erfolgt via SEPA-Über­wei­sung; erworbene Bitcoins werden dem Wallet für ge­wöhn­lich innerhalb von ein bis zwei Tagen gut­ge­schrie­ben – sobald der Eingang der Zahlung auf dem Bankkonto des Ver­käu­fers bestätigt ist. Nutzer mit einem Konto bei der FIDOR Bank pro­fi­tie­ren von den Vorteilen des Express-Handelns und erhalten gekaufte Coins sofort. Die Markt­plät­ze erheben für den Kauf bzw. Verkauf al­ler­dings (un­ter­schied­lich hohe) Gebühren. Auf Bitcoin.de ori­en­tiert sich die Gebühr – die Verkäufer und Käufer gemeinsam ent­rich­ten müssen – zum Beispiel an der Anzahl an Bitcoins, die gehandelt werden.

Die Vor- und Nachteile des elek­tro­ni­schen Geld­sys­tems

Damit das elek­tro­ni­sche Zah­lungs­netz­werk vor einer möglichen Inflation geschützt ist, baut es auf einer Ma­xi­mal­gren­ze von 21 Millionen Bitcoins, die gleich­zei­tig im Umlauf sein dürfen, auf. Diese Grenze kann aufgrund der Pro­gram­mie­rung nicht verändert werden. Derzeit liegt die Ge­samt­zahl laut block­chain.info bei knapp 16 Millionen Münzen (Stand: Oktober 2016) und ist damit noch ein gutes Stück von der Ober­gren­ze entfernt. Die Be­schrän­kung sorgt ei­ner­seits dafür, dass sich der Bitcoin-Markt auch lang­fris­tig durch Angebot und Nachfrage selbst reguliert, wie es bisher der Fall ist. An­de­rer­seits un­ter­liegt der Kurs der digitalen Münzen deswegen mitunter sehr starken Schwan­kun­gen, die auf Ver­käu­fer­sei­te schnell zum Problem werden können. Wir haben die Vor- und Nachteile von Bitcoin zu­sam­men­ge­fasst:

Die Vorteile von Bitcoin

  • In­fla­ti­ons­si­cher­heit: Die Bitcoin-Ma­xi­mal­gren­ze trägt wie erwähnt dazu bei, dass der Wert der digitalen Währung auch in Zukunft gesichert ist. Wird die Ma­xi­mal­zahl erreicht, ist die Pro­duk­ti­on neuer Münzen nicht mehr möglich – anders als bei ge­wöhn­li­chen, phy­si­ka­li­schen Währungen, bei denen jederzeit die Option besteht, neue Einheiten zu erzeugen.
  • Zah­lungs­frei­heit: Geld und Staat sind bei tra­di­tio­nel­len Wäh­rungs­sys­te­men eng mit­ein­an­der verknüpft. Bitcoin hingegen ist länder- und kon­ti­nen­tüber­grei­fend nutzbar, das Zah­lungs­mit­tel muss also nicht kom­pli­ziert um­ge­tauscht werden. Als de­zen­tra­les System gewährt es seinen Nutzern die voll­stän­di­ge Kontrolle über die Wäh­rungs­ein­hei­ten und bietet weder Ein­schrän­kun­gen in Bezug auf den Moment oder die Höhe der Zahlung noch bezüglich der geo­gra­fi­schen Distanz zwischen den han­deln­den Parteien.
  • Hoher Nut­zer­kom­fort: Mit Bitcoins zu bezahlen, erfordert keinen besonders großen Aufwand. Sie benötigen lediglich die Ziel­adres­se des Han­dels­part­ners, geben den je­wei­li­gen Betrag an und ver­schi­cken die Summe per Klick. Dabei ist es voll­kom­men egal, ob sich Ihr Wallet auf dem Desktop-Rechner, auf dem Smart­phone oder online in einer Cloud befindet und von welcher dieser Platt­for­men aus Sie eine Trans­ak­ti­on in Auftrag geben. Anders als bei anderen Zah­lungs­me­tho­den sind Sie als Käufer außerdem vor ver­steck­ten oder zu Unrecht erhobenen Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren sicher.
  • Ver­käu­fer­schutz: Als Verkäufer pro­fi­tie­ren Sie nicht nur vom niedrigen Kos­ten­auf­wand, der mit dem Bitcoin-Netzwerk verbunden ist. Das System bietet Ihnen auch einen ent­schei­den­den Vorteil gegenüber tra­di­tio­nel­len Zah­lungs­op­tio­nen. Dank der Prüfung durch die teil­neh­men­den Com­pu­ter­sys­te­me sind Bitcoin-Trans­ak­tio­nen nämlich nicht umkehrbar, was Rück­bu­chun­gen auf Seiten der Käufer unmöglich macht – ein Problem, mit dem ins­be­son­de­re am Anfang stehende On­line­shop-Anbieter immer wieder bei Zah­lungs­ar­ten wie Über­wei­sung oder Rechnung zu kämpfen haben.
  • Da­ten­si­cher­heit: Ge­wöhn­li­che Zah­lungs­ab­wick­lun­gen setzen die Angabe bzw. Wei­ter­ga­be per­sön­li­cher In­for­ma­tio­nen an Verkäufer und Be­zah­lungs­diens­te voraus. Benutzer von Bitcoin müssen keinerlei Angaben über ihre Person oder die ge­gen­wär­ti­ge Wohn­adres­se machen und haben darüber hinaus den Vorteil, dass keine zentrale Instanz In­for­ma­tio­nen über das Kauf­ver­hal­ten sammelt – anders als eine Bank oder ver­gleich­ba­re Services wie PayPal, die de­tail­ge­naue In­for­ma­tio­nen über die durch­ge­führ­ten Trans­ak­tio­nen anhäufen. Ferner ist die Si­cher­heit und Voll­stän­dig­keit der Trans­ak­ti­ons-In­for­ma­tio­nen durch die Block­chain gewährt. Den Wallet können Nutzer bei Bedarf zu­sätz­lich durch Back-ups und Ver­schlüs­se­lung schützen.

  • Geringer Kos­ten­auf­wand: Die Eröffnung eines Bitcoin-Kontos und die Nutzung des elek­tro­ni­schen Wäh­rungs­sys­tems sind mit keinerlei Kosten verbunden. Wer seine Trans­ak­tio­nen ohne die Hilfe von Ver­kaufs­ab­wick­lern durch­führt, zahlt selbst für diese nur dann eine Gebühr, wenn er eine schnel­le­re Ab­wick­lung erwirken möchte. In dem Fall fügt man frei­wil­lig Gebühren hinzu, damit das Netzwerk die jeweilige Trans­ak­ti­on schneller bestätigt. Die Kos­ten­vor­tei­le bei Über­wei­sun­gen von Bitcoins gegenüber tra­di­tio­nel­len Währungen fasst folgende In­fo­gra­fik zusammen:

Hier können Sie die In­fo­gra­fik zu den Bitcoin Über­wei­sungs­ge­büh­ren her­un­ter­la­den.

Die Nachteile von Bitcoin

  • Geringer Ver­brei­tungs­grad: Auch wenn digitale Zah­lungs­me­tho­den wie PayPal oder Amazon Payments generell im E-Commerce an­ge­kom­men sind, fristet das Bitcoin-System derzeit noch ein Ni­schen­da­sein. Es fehlt sowohl an Händlern als auch an po­ten­zi­el­len Käufern, die über ein Bitcoin-Konto verfügen und die digitale Währung als Zah­lungs­mit­tel nutzen. Damit die Teil­neh­mer von den Mög­lich­kei­ten des Netzwerks optimal pro­fi­tie­ren und sich lang­fris­tig ein stabiler Bitcoin-Wert einstellt, ist ein Zuwachs an Clients er­for­der­lich.
  • Kom­pli­zier­te recht­li­che Situation: Bitcoin ist zwar in keinem Land illegal, al­ler­dings obliegt die Ent­schei­dung über die Nutz­bar­keit des Wäh­rungs­sys­tems den Ge­richts­stän­den der einzelnen Staaten. So dürfen die digitalen Münzen in Vietnam bei­spiels­wei­se nur privat gehandelt werden, während Kre­dit­in­sti­tu­tio­nen der Handel untersagt ist. Häufig müssen Bitcoin-Börsen – aufgrund ver­häng­ter Urteile – den Dienst für bestimmte Länder ein­stel­len. Die kom­pli­zier­te recht­li­che Aus­gangs­la­ge erschwert nicht nur die Zu­sam­men­ar­beit mit Banken, wenn es um den Umtausch der Coins geht, sondern sorgt auch re­gel­mä­ßig für schlag­ar­ti­ge Kurs­ein­brü­che.
  • Kein Plan B bei Schlüs­sel­ver­lust: Die de­zen­tra­le Struktur wird spä­tes­tens dann zum Problem, wenn Sie als Nutzer den privaten Key Ihres Wallets verlieren. Dieser ist nicht im Bitcoin-Netzwerk bzw. der Block­chain ge­spei­chert und somit auch nicht wie­der­her­stell­bar. Folglich können Sie nicht mehr auf die digitale Münz­samm­lung zugreifen, wodurch das gesamte Guthaben verloren ist und nicht mehr für Trans­ak­tio­nen genutzt werden kann.
  • De­fla­ti­ons­ge­fahr: Während die Zahl möglicher neuer Bitcoins stetig sinkt, steigt auf der anderen Seite der Bedarf und damit verbunden auch der Preis. Der na­tür­li­che Mün­zen­schwund, der aus dem Verlust per­sön­li­cher Wallet-Keys re­sul­tiert und den Verlust der ent­hal­te­nen Coins bedeutet, trägt seinen Teil zu diesem Anstieg bei. Dies ruft In­ves­to­ren auf den Plan, die Bitcoins kaufen, lang­fris­tig zu­rück­be­hal­ten und auf höhere Kurse spe­ku­lie­ren.
  • Stark schwan­ken­der Wert: Die geringe Anzahl in­vol­vier­ter Ein­zel­per­so­nen, Geschäfte und Un­ter­neh­men ist die ent­schei­den­de Ursache für den stark schwan­ken­den Bitcoin-Kurs. Bereits kleine Er­eig­nis­se, Ak­ti­vi­tä­ten oder Trans­ak­tio­nen können somit einen großen Einfluss auf den Preis haben, was das Netzwerk bis dato noch sehr un­be­re­chen­bar macht. Ein Einstieg auf un­ter­neh­me­ri­scher Ebene ist daher mit einem sehr großen Risiko behaftet.
  • An­dau­ern­der Ent­wick­lungs­pro­zess: Laut den Aussagen der ver­ant­wort­li­chen Ent­wick­ler befindet sich die Bitcoin-Software noch immer in der Betaphase. Neue, unfertige Funk­tio­nen, Werkzeuge und Dienste, die das Netzwerk noch sicherer und einer breiteren Masse zu­gäng­lich machen sollen, sind also keine Sel­ten­heit. Re­gel­mä­ßig tauchen auch ver­schie­de­ne kleinere Pro­gramm­feh­ler auf, die al­ler­dings dank der auf­merk­sa­men und en­ga­gier­ten Community schnell behoben sind.

Bitcoins als Zah­lungs­mit­tel anbieten – so funk­tio­niert’s

Damit die Kunden Ihres On­line­shops mit Bitcoins bezahlen können, benötigen Sie zunächst einen Wallet, den Sie durch die In­stal­la­ti­on der Software erhalten. Nach der Ein­rich­tung der digitalen Münz­samm­lung haben Sie zwei Mög­lich­kei­ten, an die Coins Ihrer Kund­schaft zu gelangen:

  1. Sie nutzen einen externen Händ­ler­ser­vice wie BitPay oder Coinbase, der als Bin­de­glied zwischen Ihnen und Ihren Kunden fungiert. In einigen Fällen bieten diese Dienst­leis­ter auch die Um­wand­lung der Bitcoins in andere Währungen an. Für den ge­leis­te­ten Service werden an­bie­ter­spe­zi­fi­sche Gebühren fällig.
  2. Sie über­mit­teln die Bitcoin-Adresse selbst und über­prü­fen auf eigene Faust, dass der Kunde den ent­spre­chen­den Betrag im Anschluss überweist. Das erfordert im Gegensatz zur In­an­spruch­nah­me eines Händ­ler­ser­vices ein hohes Maß an Aufwand und Ko­or­di­na­ti­on. Im Gegenzug sparen Sie sich al­ler­dings die zu­sätz­li­chen Kosten, die für die externe Be­ar­bei­tung der Trans­ak­tio­nen anfallen.

Ent­schei­den Sie sich für letztere Option, sollten Sie für jede Trans­ak­ti­on eine eigene Bitcoin-Adresse erstellen, um Kom­pli­ka­tio­nen bei der späteren Zuordnung ein­ge­gan­ge­ner Beträge zu vermeiden. Den Rech­nun­gen fügen Sie an­schlie­ßend einfach die jeweilige Adresse hinzu. Hier bietet sich auch eine separate In­for­ma­ti­ons­sei­te an, auf der die Bitcoin-Adressen, die zu den einzelnen Rech­nungs­num­mern gehören, auf­ge­lis­tet sind. So können Käufer diese einfach kopieren und in Ihren Client einfügen. Ferner gehört es zu Ihren Aufgaben, den Bitcoin-Preis für die an­ge­bo­te­ne Ware fest­zu­le­gen. In der Regel ist es sinnvoll, sich an den aktuellen Wech­sel­kur­sen zu ori­en­tie­ren. Al­ler­dings sollten Sie eine Ex­tra­klau­sel im Kauf­ver­trag fest­hal­ten, die eine Anpassung des Preises bei sehr starken Kurs­schwan­kun­gen erlaubt, und klar de­fi­nie­ren, wer für die Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren aufkommt (für ge­wöhn­lich der Käufer). Den Eingang einer Zahlung können Sie entweder in Ihrem Wallet oder auf block­ex­plo­rer.com über­prü­fen. Da Bitcoin nicht über einen in­te­grier­ten Käu­fer­schutz verfügt, sollten Sie außerdem anbieten, größere Trans­ak­tio­nen über einen Treu­hand­ser­vice laufen zu lassen.

Mit Bitcoins handeln – so sehen die Zu­kunfts­chan­cen aus

Das Grund­prin­zip jeder Währung ist das Vertrauen darin, dass jemand anderes sie haben möchte. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Pa­pier­geld, Gold­bar­ren oder digitale Münzen handelt. Die ent­schei­den­de Frage bei der Zu­kunfts­klä­rung der Bitcoins ist fol­ge­rich­tig vor allem die nach der Akzeptanz.

Zwei Punkte spielen bei der zö­ger­li­chen Haltung vieler po­ten­zi­el­ler Bitcoin-Nutzer eine ent­schei­den­de Rolle: Ei­ner­seits fehlt das Vertrauen in die Si­cher­heit und die Konstanz des Zah­lungs­netz­werks. Eta­blier­te Tausch­bör­sen waren in der jüngsten Ver­gan­gen­heit immer wieder Opfer von Cy­ber­an­grif­fen, bei denen Coins im Wert von mehreren Millionen Euro erbeutet wurden – und diese Attacken sind nur einer der Gründe für den schwan­ken­den Kurs der digitalen Währung. An­de­rer­seits üben sich viele auch aufgrund des geringen Ver­brei­tungs­grads, der un­ge­wis­sen recht­li­chen Situation und des noch nicht ab­ge­schlos­se­nen Ent­wick­lungs­pro­zes­ses in Zu­rück­hal­tung.

Die Bitcoin-Software selbst gilt al­ler­dings als sehr sicher. Jegliche Än­de­run­gen an dem zu­grun­de­lie­gen­den Protokoll sind nur mit der Zu­stim­mung aller Nutzer rea­li­sier­bar. Zudem dürfte sich der stetige Anstieg an ver­füg­ba­ren Coins auf lange Sicht gesehen be­ru­hi­gend auf den Preis auswirken und extreme Schwan­kun­gen in der Zukunft ver­hin­dern. Wer die auf­stre­ben­de Zah­lungs­art seinem On­line­shop hinzufügt, geht also nur ein Risiko ein, wenn ein Großteil des Ge­samt­um­sat­zes von heute auf morgen über Bitcoin läuft. Für ver­ein­zel­te kleinere Trans­ak­tio­nen bedeutet Bitcoin zwar einen zu­sätz­li­chen Aufwand, gleich­zei­tig aber auch die Chance, einen neuen Kun­den­kreis an­zu­spre­chen.

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