Sprach­as­sis­ten­ten begegnen uns im Alltag immer häufiger: Sie lesen uns Rezepte vor, geben uns ein ganz per­sön­li­ches Tages-Briefing, lassen auf Anfrage YouTube-Videos über den Fernseher abspielen oder dimmen das Schlaf­zim­mer­licht. Sprach­tech­no­lo­gie ist heute digital, vernetzt und in­ter­ak­tiv. Das Besondere an Sprach­as­sis­ten­ten: Sie zielen darauf, alle ver­füg­ba­ren per­sön­li­chen Daten, digitalen Dienste und häus­li­chen Geräte in einem zentralen Steue­rungs­sys­tem zu vereinen. Die Sprache wird dabei zur neuen Schnitt­stel­le zwischen Mensch und Technik.

Während digitale As­sis­ten­ten wie Siri (Apple) oder Cortana (Microsoft) vor allem als Or­ga­ni­sa­ti­ons-Tools dienen, gehen „externe“ Sprach­as­sis­ten­ten einen Schritt weiter: Als ei­gen­stän­di­ge Geräte und primär für das Zuhause kon­zi­piert, vernetzen sie das digitalen Leben des Besitzers mit seiner Wohnung. Die Sprach­funk­ti­on macht diese Technik mensch­li­cher, die KI-Tech­no­lo­gie macht sie in­tel­li­gen­ter und die Smart-Home-Ver­net­zung kom­for­ta­bler. Dieser Markt wurde eröffnet von Amazon – doch nun zieht Google nach.

Google Home und Amazon Echo heißen die derzeit besten heim­ba­sier­ten Sprach­as­sis­ten­ten auf dem Markt. Als Google Home im Mai 2016 in den USA ein­ge­führt wurde, wirkte es fast wie eine Kopie von Amazons Echo. Dennoch konnte Google von Anfang an mit seiner riesigen Wis­sens­da­ten­bank punkten. Mit um­fang­rei­chen Updates etwa ein Jahr später rückte Google noch näher an seinen Kon­kur­ren­ten heran. Am 8. August 2017 wurde Google Home nun auch in Deutsch­land in den Handel gebracht – ein guter Anlass, sich die beiden Sprach­as­sis­ten­ten einmal genauer anzusehen. Wir erklären, worauf es beim Kauf ankommt und ver­glei­chen die je­wei­li­gen Ei­gen­schaf­ten und Features der As­sis­ten­ten im Detail.

Was macht einen guten Sprach­as­sis­ten­ten aus?

Was also sind die Funk­tio­nen, die einen guten Sprach­as­sis­ten­ten ausmachen? Worauf sollte man achten, wenn man den besten Sprach­as­sis­ten­ten für sich sucht?

Bei der Wahl eines guten Sprach­as­sis­ten­ten kommt es zunächst auf eine hohe Sound­qua­li­tät, eine leis­tungs­fä­hi­ge Sprach­tech­nik und auch auf ein an­spre­chen­des Design an. Schließ­lich bilden sie gemeinsam die Be­nut­zer­ober­flä­che des Geräts und be­ein­flus­sen, wie gerne man mit dem Gerät in­ter­agiert. Mit der Leis­tungs­fä­hig­keit steht und fällt jedoch die Qualität des gesamten Produkts.

Je nachdem, wofür man das Gerät gerne einsetzen möchte, ist vor allem seine Fähigkeit zur Be­ant­wor­tung von All­tags­fra­gen ent­schei­dend: Wie zu­ver­läs­sig reagiert der Assistent auf Fragen nach dem Wet­ter­be­richt, der Ver­kehrs­la­ge oder zu all­ge­mei­nem Fak­ten­wis­sen? Zumindest in der hei­mi­schen Nutzung könnten externe Sprach­as­sis­ten­ten län­ger­fris­tig das Smart­phones ersetzen: Eine auf­kom­men­de Frage wird bei Bedarf einfach laut aus­ge­spro­chen und vom stets mit­hö­ren­den As­sis­ten­ten prompt be­ant­wor­tet. Doch dafür sind eine gute Im­ple­men­tie­rung von Wis­sens­da­ten­ban­ken und eine zu­ver­läs­si­ge Sprach­er­ken­nung ent­schei­dend.

Wer sich den besten Sprach­as­sis­ten­ten zulegen möchte, achtet außerdem auf die Anzahl der Ko­ope­ra­tio­nen mit Dritt­an­bie­tern: Welche Mu­sik­strea­ming-Dienste werden un­ter­stützt? Exis­tie­ren Ko­ope­ra­tio­nen mit Lie­fer­ser­vices oder Shop­ping­por­ta­len? Es gibt eine lange Reihe von Service-Anbietern, die in Google Home und Amazon Echo viel­ver­spre­chen­de Platt­for­men sehen, um ihre eigenen An­wen­dun­gen populärer zu machen. Für den End­ver­brau­cher bedeuten solche Part­ner­schaf­ten weitere Skills des Geräts.

Für viele klingt es noch fu­tu­ris­tisch: das Smart Home bzw. das Internet der Dinge. Doch genau auf diese tech­ni­sche Ent­wick­lung unserer privaten Wohn- und Le­bens­wei­se zielen Produkte wie Echo oder Home. Deswegen ko­ope­rie­ren Google und Amazon mit zahl­rei­chen Anbietern aus dem Smart-Home-Sektor und vernetzen ihre As­sis­ten­ten mit Geräten wie der Heizung, der Spül­ma­schi­ne oder dem Fernseher. Auch dies prägt die Funk­ti­ons­viel­falt des je­wei­li­gen Produkts.

Fakt

Das so­ge­nann­te Internet der Dinge ist die Vision einer all­um­fas­sen­den Ver­net­zung von phy­si­schen und vir­tu­el­len Ge­gen­stän­den. Als Smart Home be­zeich­net man dieses Ziel in Bezug auf den privaten Wohnraum. Das Licht wird über Sprach­be­feh­le reguliert oder der Kühl­schrank mit einem Online-Le­bens­mit­tel­an­bie­ter vernetzt. Dies soll den Alltag er­leich­tern und die Le­bens­qua­li­tät erhöhen.

Nicht zuletzt ist es wichtig, wie gut das Gerät als per­sön­li­cher Assistent funk­tio­niert. Die Sprach­as­sis­ten­ten sind wie kleine Hein­zel­männ­chen in Sachen Or­ga­ni­sa­ti­on: Sie in­te­grie­ren Kalender, To-do-Listen und Er­in­ne­rungs­funk­tio­nen. Dabei sammeln sie viele Daten über ihre Nutzer, wodurch sie noch besser auf diese eingehen können. Bei­spiels­wei­se erkennen As­sis­ten­ten in den USA ihre User bereits an der Stimme: Ein Sprach­as­sis­tent kann un­ter­schied­li­che Fa­mi­li­en­mit­glie­der iden­ti­fi­zie­ren und au­to­ma­tisch ihre Lieb­lings­mu­sik abspielen oder ihnen ihr per­sön­li­ches Tages-Briefing mitteilen.

Sprach­as­sis­ten­ten im Vergleich: Google Home vs. Amazon Echo

Echo und Home sind die un­be­strit­te­nen Markt­füh­rer bei den Sprach­as­sis­ten­ten und stehen in direkter Kon­kur­renz zu­ein­an­der. Als erster heim­ba­sier­ter Sprach­as­sis­tent konnte sich Amazon Echo einen großen Markt­an­teil sichern. Diesen kann der Konzern auch deshalb ver­tei­di­gen, weil er sein Produkt bequem im eigenen Shop­ping­por­tal bewirbt.

Bedenkt man diesen Vorsprung Amazons, so ließ sich Google sowohl in den USA als auch in Deutsch­land mit der Markt­ein­füh­rung von Home er­staun­lich viel Zeit. Den wirt­schaft­li­chen Wett­be­werb um die Ver­brei­tung in Pri­vat­haus­hal­ten ent­schei­det Amazon Echo also bisher für sich. Doch ist es wirklich auch das bessere Produkt? Seit August 2017 sind nun sowohl Echo als auch Home in deutscher Sprache im Handel. Wir haben die wich­tigs­ten Funk­tio­nen der As­sis­ten­ten ver­gli­chen und ihre Stärken und Schwächen ermittelt.

Kern­funk­tio­nen im Vergleich

Ver­gleicht man die wich­tigs­ten Funk­tio­nen von Amazon Echo und Google Home mit­ein­an­der, stellt man fest, wie aus­ge­wo­gen ihre Vor- und Nachteile sind. Umso wichtiger ist es, die Produkte im Detail zu kennen. Nur so können Sie den besten Sprach­as­sis­ten­ten für sich auswählen.

Technik und Design

Der Sprach­as­sis­tent Echo hat die Form eines hohen Zylinders, mit einem grob­löch­ri­gen Laut­spre­cher an der unteren Hälfte des Geräts. Echo ist in den Farben Schwarz und Weiß er­hält­lich, bei aktiver Sprach­funk­ti­on leuchtet in der oberen Hälfte ein blauer Ring. Das Gerät hat zwei manuelle Be­dien­op­tio­nen: Mit einem Button lässt sich das Mikrofon aus­stel­len, ein anderer dient als Mul­ti­funk­ti­ons­knopf.

Home un­ter­schei­det sich im Design nicht we­sent­lich von Echo, ist al­ler­dings etwas ge­drun­ge­ner, bauchiger und hat un­auf­fäl­li­ge­re Laut­spre­cher. Außerdem wiegt Home nur etwa die Hälfte von Amazons Echo. Die untere Hälfte des Geräts gibt es in un­ter­schied­li­chen Farb- und Ma­te­ri­al­va­ri­an­ten (Schwarz, Grau, Kupfer), während der obere Teil immer aus weißem Hart­plas­tik gefertigt ist. Der einzige sichtbare Button bedient das Mikrofon, weitere manuelle Befehle werden über eine be­rüh­rungs­sen­si­ble Ober­flä­che auf­ge­nom­men.

Über Geschmack lässt sich be­kannt­lich streiten – doch der Tenor in IT-Magazinen und Er­fah­rungs­be­rich­ten fällt zugunsten von Google Home aus. Dieses Gerät ist kleiner, leichter und bietet mehr Design-Varianten. Insgesamt sind jedoch beide Produkte in ihrer Optik so zu­rück­hal­tend, dass sich sowohl Amazon Echo als auch Google Home pro­blem­los in jeden Haushalt in­te­grie­ren.

Sprach­funk­ti­on

Im Bereich der Sprach­funk­ti­on, dem tech­ni­schen Herzstück der Sprach­as­sis­ten­ten, treten kleinere, doch be­mer­kens­wer­te Un­ter­schie­de auf. So schon bei der tech­ni­schen Aus­stat­tung der As­sis­ten­ten: Während Home die Sprach­da­ten nur über zwei Mikrofone abnimmt, verfügt Echo gleich über sieben Schall­sen­so­ren – auch, um Stör­ge­räu­sche besser aus dem Input her­aus­zu­rech­nen.

Die Sprach­er­ken­nung funk­tio­niert bei Echo dem­entspre­chend etwas besser: Sind lautere Ne­ben­ge­räu­sche oder mehrere Stimmen zu hören, versteht Echo den Fragenden einen Tick zu­ver­läs­si­ger als Home. Bei neutraler Situation aber hören beide Geräte den Nutzer glei­cher­ma­ßen gut, reagieren beide zu­ver­läs­sig bei Ent­fer­nun­gen bis zu 15 Metern und antworten glei­cher­ma­ßen prompt auf Anfragen – „Denk­pau­sen“ der As­sis­ten­ten bleiben aus. Außerdem sind sowohl Home als auch Echo jederzeit bereit, mit ihrem Codewort – „OK Google“ oder „Echo“ – geweckt und aktiviert zu werden.

Auch bei der Sound­qua­li­tät gibt es feine Un­ter­schie­de im Vergleich Google Home vs. Amazon Echo:  Möchte man mit den Geräten ge­le­gent­lich direkt Musik abspielen, statt sie mit externen Laut­spre­chern zu verbinden, so bietet Google Home einen volleren, runderen Sound. Al­ler­dings klingt die Stimme der Google-KI etwas me­cha­ni­scher als die KI von Echo, und der Sound von Google Home bleibt insgesamt ein paar Dezibel leiser als der von Echo.

Bei der Sprach­in­tel­li­genz hat Google eindeutig die Nase vorne: Obwohl Home noch jung auf dem deutschen Markt ist, ist seine Sprach-KI schon jetzt deutlich kon­ver­sa­ti­ons­freu­di­ger: Sie erinnert sich an Ge­sprächs­the­men und lässt sich auch von mehreren An­schluss­fra­gen nicht aus dem Konzept bringen. Dagegen hat Echos deutscher Sprach­as­sis­tent selbst bei einfachen Fak­ten­fra­gen noch zwi­schen­durch Probleme beim Ver­ständ­nis. Außerdem gelingt es ihm nicht immer, die Antworten in gram­ma­tisch korrekten Sätzen zu for­mu­lie­ren. Dieser Vorsprung Googles gegenüber Echo ist kaum ver­wun­der­lich, da der Konzern auch bei den Al­go­rith­men von Google Search offensiv in ein besseres Ver­ständ­nis von ge­spro­che­ner Sprache (Natural Language Pro­ces­sing) in­ves­tiert.

Dennoch variiert die Sprach­in­tel­li­genz je nach Sach­ge­biet: Während Google Home all­ge­mei­ne Wis­sens­fra­gen und Auskünfte zu­ver­läs­si­ger be­ant­wor­tet, reagiert Echo ver­sier­ter auf Einkaufs- und Pro­dukt­an­fra­gen aller Art. Für beide As­sis­ten­ten gilt außerdem: Ihre Sprach­er­ken­nung wird kon­ti­nu­ier­lich über­ar­bei­tet und ver­bes­sert. Zu­sam­men­fas­send lässt sich sagen: Echo kann Sprache besser hören, Home kann sie besser verstehen.

Mul­ti­me­dia

Beide Geräte sind er­staun­lich kleine En­ter­tain­ment-Boxen, die auf Zuruf YouTube-Videos auf den Fern­seh­bild­schirm schicken oder die der­zei­ti­gen Lieb­lings­lie­der abspielen. Amazon Echo erlaubt die Nutzung von Musik-Streaming-Diensten wie Amazon Music, Prime Music, TuneIn oder Spotify. Echo aktiviert auf Anfrage den Ra­dio­sen­der der Wahl und greift per Bluetooth-Ver­bin­dung auf mobile Geräte oder private Mu­sik­da­ten­ban­ken zu. Des Weiteren ist das Gerät mit Amazon Fire-TV kom­pa­ti­bel und versteht An­wei­sun­gen an YouTube oder Netflix. Im Gegensatz zu Home spielt Echo außerdem Hörbücher auf Audible ab, wenn sein Nutzer danach fragt.

Google Home un­ter­schei­det sich in seinem Angebot nicht we­sent­lich von Echo, in­te­griert jedoch statt Amazons Streaming-Diensten Google Play Music und Google Cromecast. Wer bereits ein Google-Cromecast-Gerät besitzt, für den dürfte Googles Sprach­as­sis­tent die beste Wahl sein: Pro­blem­los kom­mu­ni­zie­ren diese Google-Dienste mit­ein­an­der und erweitern damit die Mul­ti­me­dia-Funk­tio­nen von Google Home erheblich.

Ein Nachteil von Google Home wiegt al­ler­dings schwer: Das Gerät ist nicht blue­tooth­fä­hig, weshalb Laut­spre­cher­bo­xen (oder andere mobile Geräte) nur über eine Ka­bel­ver­bin­dung an­ge­steu­ert werden können. Zwar hat die Ver­bin­dung via Au­dio­ka­bel den Vorteil der Zu­ver­läs­sig­keit, dennoch büßt das Gerät im Gegensatz zu Amazon Echo deutlich an Fle­xi­bi­li­tät ein. In puncto Mul­ti­me­dia hat Google Home im Vergleich zu Echo also noch etwas auf­zu­ho­len.

Features über Dritt­an­bie­ter

Insgesamt bietet Amazon Echo weit mehr Features an als sein Kon­kur­rent von Google – und die Zahl von Amazons Part­ner­schaf­ten mit externen Anbietern wächst und wächst. Auch für den deutschen Markt konnte Amazon zahl­rei­che Partner gewinnen: Der Dienst stellt mitt­ler­wei­le mehr als 1.500 Skills in über 25 Ka­te­go­rien bereit, die man z. B. über die Amazon-Webseite aktiviert. Darunter befinden sich eine Auskunft der Deutschen Bahn, eine DHL-Pa­ket­ver­fol­gung oder auch Steue­run­gen zahl­rei­cher Smart-Home-An­wen­dun­gen.

Besonders im Smart-Home-Sektor hat sich Echo einen wichtigen Platz erstrit­ten: Im Gegensatz zum jüngeren Home konnte es über Jahre seine Ko­ope­ra­tio­nen ausbauen und verfügt nun über eine lange Reihe an Smart-Home-Diensten, mit denen das Amazon-Gerät Lichter aktiviert, die Heizung reguliert, den Staub­sauger­ro­bo­ter be­auf­tragt oder mit Funk­steck­do­sen und Spül­ma­schi­ne kom­mu­ni­ziert. Google Home in­te­griert zwar ebenfalls die wich­tigs­ten Smart-Home-Anbieter – darunter Phillips Hue, Nest und Samsung SmartT­hings –, doch ist Echo auf diesem Feld insgesamt noch kon­kur­renz­los.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass Google in diesem Bereich schnell nach­zie­hen wird. Und einen kleinen Trumpf hat Home noch: Hat man sein Google-Cromecast-Gerät an den hei­mi­schen Fernseher an­ge­schlos­sen, kann Home mit diesem kom­mu­ni­zie­ren. An­wei­sun­gen wie „Ok Google, spiele ‚Die Simpsons‘ auf dem Küchen-TV“ werden pro­blem­los aus­ge­führt.

Personal Assistent

Viele Funk­tio­nen des per­sön­li­chen As­sis­ten­ten ähneln sich bei Echo und Home: Beide legen Ka­len­der­ein­trä­ge und To-do-Listen an, lesen Nach­rich­ten vor und erstellen das per­sön­li­che Tages-Briefing. Al­ler­dings fehlen Google in der deutschen Version noch einige Skills, die bei seiner US-ame­ri­ka­ni­schen Variante bereits selbst­ver­ständ­lich sind. Das Vorlesen von Weg­be­schrei­bun­gen oder des aktuellen Ki­no­pro­gramms leistet das deutsche Google Home noch nicht – Amazon Echo hat diese Funk­tio­nen bereits in seinen deutschen As­sis­ten­ten auf­ge­nom­men.

Al­ler­dings kann Google durch seine riesigen Da­ten­sät­ze aus Google Search oder Google Mail ein kom­ple­xe­res Bild seiner Nutzer erstellen. Der Konzern ist außerdem bekannt für seine aus­ge­klü­gel­ten Such­al­go­rith­men und seinen tech­ni­schen Vorsprung in Sachen künst­li­cher In­tel­li­genz. Von diesem tech­no­lo­gi­schen Kapital pro­fi­tiert selbst­ver­ständ­lich auch Google Home. Aber: Im täglichen Gebrauch des Geräts macht sich dies bisher kaum bemerkbar. Fast alle Er­fah­rungs­be­rich­te stimmen überein, dass Amazon als per­sön­li­cher Assistent nicht we­sent­lich hinter Google zu­rück­bleibt.

Stärken und Schwächen der Sprach­as­sis­ten­ten

Beide IT-Giganten setzten auf das Know-how aus ihrem Kern­ge­schäft: Google Home punktet als in­tel­li­gen­ter Wis­sen­sas­sis­tent, Amazon Echo dagegen als viel­sei­ti­ger Kon­su­mas­sis­tent. Auf die eigenen Stärken zu setzen ist sinnvoll, denn schließ­lich vereinen Sprach­as­sis­ten­ten viele un­ter­schied­li­che Funk­tio­nen in einem einzigen Gerät. Die stärksten Tech­no­lo­gien von Amazon und Google sind auch die Stärken ihrer Sprach­as­sis­ten­ten Echo und Home.

Amazon Echo: Kon­sum­ori­en­tiert und er­wei­te­rungs­freu­dig

Amazon ori­en­tiert sich mit seinem Sprach­as­sis­ten­ten am On­lin­ever­trieb von Kon­sum­gü­tern. Als globales Shopping-Imperium verfügt Amazon über ein starkes Dis­tri­bu­ti­ons­netz­werk und weiß den Kon­sum­be­dürf­nis­sen seiner Nutzer besonders gut entgegen zu kommen. Diese Expertise nutzt Amazon für Echo optimal: Alle Test­ergeb­nis­se be­stä­ti­gen es – Amazon Echo reagiert besonders gewandt auf Shop­ping­an­fra­gen und Pro­dukt­aus­künf­te. In den USA, in denen auch all­täg­li­che Güter gerne online bestellt werden, ist dies ein deut­li­cher Wett­be­werbs­vor­teil.

Seine Expertise aus dem On­lin­ever­trieb weiß Amazon noch anderswo ein­zu­set­zen: Von Anfang an verfolgte der Konzern die Strategie, seinen Sprach­as­sis­ten­ten zu öffnen und mit einer möglichst großen Anzahl von Dritt­an­bie­tern zu vernetzen. Amazon Echo ori­en­tiert sich ent­schie­den nach außen und häuft eine stetig wachsende Anzahl von Part­ner­schaf­ten und Skills an, die den As­sis­ten­ten für Ver­brau­cher attraktiv machen. Darunter befinden sich zahl­rei­che populäre Mul­ti­me­dia­platt­for­men, Bestell- oder Auskunfts-Services. Aufgrund des großen Erfolgs von Echo wird diese Liste der Dritt­an­bie­ter und externen Features stetig länger.

Besonders im Smart-Home-Sektor macht sich dies bemerkbar. Für diesen spielt Echo bereits eine wichtige Rolle: Die Geräte werden über den Amazon-Shop angeboten und erworben – und einmal im Zuhause ein­ge­rich­tet, funk­tio­niert Echo als das zentrale Steue­rungs­sys­tem dieser un­ter­schied­li­chen Smart-Home-Funk­tio­nen.

Vorteile:

  • Zu­ver­läs­si­ge Sprach­er­ken­nung auch bei Ne­ben­ge­räu­schen
  • Spricht flüssig und mit na­tür­li­chem Stimm­klang
  • Bluetooth-Ver­bin­dung mit Boxen oder mobilen Geräten möglich
  • Gute Im­ple­men­tie­rung von Shop­ping­an­bie­tern
  • Zu­ver­läs­si­ge Einkaufs- und Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen
  • Viele Ko­ope­ra­tio­nen mit Dritt­an­bie­tern und eine große Auswahl an Skills
  • Viel­sei­ti­ges Produkt für das Smart Home

Nachteile:

  • Ein­schrän­kun­gen bei der Im­ple­men­tie­rung von Such­al­go­rith­men: Fragen nach all­ge­mei­nen Fakten oder Auskünfte werden nicht immer zu­ver­läs­sig be­ant­wor­tet
  • Ein­schrän­kun­gen bei der Sprach­in­tel­li­genz: Reaktion auf An­schluss­fra­gen oder For­mu­lie­rung gram­ma­tisch korrekter Sätze teils noch pro­ble­ma­tisch
Fazit

Amazon Echo punktet vor allem durch seine Vielfalt der Funk­tio­nen und Features. Die Ver­net­zung mit anderen Diensten und seine vielen Skills machen ihn attraktiv. Außerdem ist der Assistent bei In­for­ma­tio­nen über Produkte und bei ihrem On­lin­ever­trieb besonders hilfreich.

Google Home: Per­sön­lich und wis­sens­ba­siert

Google Home setzt ganz andere Schwer­punk­te als Amazon Echo: Das Produkt zielt auf eine möglichst na­tür­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on und die per­sön­li­chen Vorlieben seiner Nutzer ab. Bereits Google Assistent – die tech­ni­sche Grundlage für Google Home – war dafür designt, mithilfe von KI-Tech­no­lo­gie ein ganz und gar in­di­vi­du­el­les User-Erlebnis zu bieten. Die besondere Expertise von Google, die Antworten seines As­sis­ten­ten zu in­di­vi­dua­li­sie­ren, wird für Google Home auf Dauer von Vorteil sein – schließ­lich wünscht man sich als Nutzer eine möglichst na­tür­li­che und per­sön­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem As­sis­ten­ten.

Schon jetzt pro­fi­tiert Google Home von der hohen Sprach­in­tel­li­genz, die vor allem für die Google-Suche ständig wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Die In­tel­li­genz der Sprach­funk­ti­on ist Homes großer Vorteil gegenüber Echo.

Außerdem setzt Google Home auf sein All­ge­mein­wis­sen – und nutzt auch hier das Know-how aus seinem Kern­ge­schäft als Such­ma­schi­ne. Bei Wis­sens­fra­gen und all­ge­mei­nen Aus­künf­ten beweist Home besondere Stärke: Ein Test mit 45 Fragen, durch­ge­führt von Forbes, brachte den As­sis­ten­ten von Google als den klaren Gewinner hervor. In jüngeren Tests scheint sich dieser Vorsprung eher noch zu ver­grö­ßern. Wer also von der Couch aus re­gel­mä­ßig in­for­miert werden und mit seinem As­sis­ten­ten kleine Kon­ver­sa­tio­nen führen möchte, der wird mit Googles Produkt zufrieden sein.

Vorteile:

  • Niedriger Kaufpreis
  • Auswahl an Design-Optionen
  • Voller Klang des in­te­grier­ten Laut­spre­chers
  • Hohe Sprach­in­tel­li­genz und sichere Reaktion auf An­schluss­fra­gen
  • Komplexe KI-Tech­no­lo­gie und effektive Aus­wer­tung von Nut­zer­vor­lie­ben
  • Gute Im­ple­men­tie­rung von Wis­sens­da­ten­ban­ken, zu­ver­läs­si­ge In­for­ma­ti­ons­aus­künf­te

Nachteile:

  • Begrenzte Auswahl an Skills und Features
  • Ko­ope­riert nur mit den wich­tigs­ten Smart-Home-Anbietern
  • Keine Bluetooth-Ver­bin­dung möglich
  • Höheres Risiko beim Da­ten­schutz, durch Ver­net­zung mit weiteren Google-Diensten
Fazit

Google Home punktet vor allem durch seine in­tel­li­gen­te Sprach­er­ken­nung und gute Im­ple­men­tie­rung anderer Google-Dienste. Er ist ein besonders in­tel­li­gen­ter Kon­ver­sa­ti­ons­part­ner und In­for­ma­ti­ons­lie­fe­rant.

Ei­gen­schaf­ten im Überblick

Google Home vs. Amazon Echo – letztlich ent­schei­den Sie selbst, welche Funk­tio­nen eines Sprach­as­sis­ten­ten Ihnen besonders wichtig sind. Nur so finden Sie heraus, welches der für Sie per­sön­lich beste Sprach­as­sis­tent ist. Zum Schluss hier noch einmal die wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten von Echo und Home im ta­bel­la­ri­schen Überblick:

Amazon Echo Google Home
Preis ca. 180 Euro ca. 149 Euro
Startwort Alexa, Echo, Amazon, Computer OK Google, hey Google
Immer an­sprech­bar? Ja Ja
Mul­ti­me­dia-Dienste Amazon Music, Prime Music, TuneIn, Audible, Spotify, Amazon Fire-TV, Deezer, YouTube, Netflix Google Play Music, Google Cromecast, Spotify, TuneIn, Deezer, YouTube, Netflix
Smart-Home-Ko­ope­ra­tio­nen Samsung SmartT­hings, Insteon, Ecobee, Phillips Hue, August Smart Lock u.v.m. Phillips Hue, Samsung SmartT­hings, Nest u.a.
Qua­li­tä­ten des per­sön­li­chen As­sis­ten­ten Termine erstellen, To-do-Listen erstellen, per­sön­li­ches Briefing, Wecker, News­be­rich­te u.v.m. Termine erstellen, To-do-Listen erstellen, per­sön­li­ches Briefing, Wecker, News­be­rich­te u.v.m.
Design-Optionen Schwarz, Weiß Schiefer (Hellgrau), Karbon (Schwarz), Kupfer
Blue­tooth­fä­hig Ja Nein
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