Kompaktes Gehäuse, modularer Aufbau und hohe Ser­ver­dich­te bei wenig Platz­be­darf – diese Vorteile bieten Blade Server. Dafür nutzen sie ul­tra­dün­ne Server-Blades in kompakten Gehäuse und bieten hohe Ser­ver­dich­te für optimale Aus­las­tung, flexible IT-Ad­mi­nis­tra­ti­on und re­du­zier­ten En­er­gie­ver­brauch.

Was ist ein Blade Server?

Die Ge­schich­te von Blade Servern reicht bis in die 2000er Jahre zurück. Damals erfanden RLX Tech­no­lo­gies die neue Ser­ver­tech­no­lo­gie in Houston. Der erste kom­mer­zi­el­le Blade Server wurde 2001 von Chris­to­pher Hipp, dem „Vater der Blade-Tech­no­lo­gie“ und David Kirkeby ent­wi­ckelt. Als kompakte, ska­lier­ba­re Server mit modularem Aufbau deckten sie die Nachfrage nach platz­spa­ren­den und zugleich leis­tungs­star­ken Servern für de­di­zier­te Aufgaben.

Durch ihre Ser­ver­dich­te, die re­du­zier­te Ver­ka­be­lung und den ef­fi­zi­en­ten En­er­gie­ver­brauch gelten Blade Server als eine der kom­pak­tes­ten Ser­ver­tech­no­lo­gien auf dem Markt. Damit eignen sie sich für die optimale Ver­ar­bei­tung und Ver­tei­lung von Workloads, die Kon­so­li­die­rung von Netzwerk- und Spei­cher­ge­rä­ten und den de­di­zier­ten Einsatz für spe­zi­fi­sche, ge­schäfts­kri­ti­sche An­wen­dun­gen. Ob im räumlich be­grenz­ten oder im groß an­ge­leg­ten Re­chen­zen­trum mit hohem En­er­gie­be­darf – Blade Server bieten durch ihre hohe, modulare Ser­ver­dich­te flexible Ska­lier­bar­keit der Re­chen­ka­pa­zi­tät.

Aufbau eines Blade Servers

Herz­stü­cke eines Blade Servers sind das Gehäuse, auch Chassis genannt, sowie die na­mens­ge­ben­den Blades. Beim Chassis handelt es sich um ein meist läng­li­ches, kas­ten­ar­ti­ges Gehäuse, in dem sich die äußerst dünnen Blades befinden. Blades sind Lei­ter­plat­ten, die als Server fungieren und in der Regel ent­spre­chen­de Spei­cher­sys­te­me, Pro­zes­so­ren, Netzwerk-Con­trol­ler sowie Input/Output-Ports und Hot-Bus-Adapter enthalten.

Der konkrete Aufbau eines Blade Servers sieht wie folgt aus:

  • Chassis: Kas­ten­för­mi­ges, kleines Gehäuse, das alle elek­tro­ni­schen Bauteile inklusive Server und Racks enthält
  • Blades: Trä­ger­ein­hei­ten, die Server samt Ser­ver­be­stand­tei­len enthalten
  • Server: Sind in den einzelnen, modularen Blades un­ter­ge­bracht und umfassen die Server inklusive Be­stand­tei­le wie Pro­zes­so­ren, de­di­zier­te Programme und Input/Output-Ports
  • Racks: Dienen als externe Gestelle, mit denen sich Blade Server in einem Ser­ver­raum zu einer Einheit zu­sam­men­fas­sen und un­ter­brin­gen lassen
  • Backplane: Ein Be­stand­teil der Racks, über das sich die modularen Blade Server über Ver­ka­be­lung, Strom­quel­len oder Lei­ter­plat­ten verbinden lassen

Wie wird ein Blade Server ein­ge­setzt?

Die Ein­satz­be­rei­che von Blade Servern sind durch ihre platz- und en­er­gie­spa­ren­de Funk­ti­ons­wei­se viel­fäl­tig. Da sich Blade Server durch ihren modularen Aufbau für de­di­zier­te Aufgaben re­ser­vie­ren lassen, kommen sie häufig für die Ver­tei­lung von vielen Workloads oder für ge­schäfts­kri­ti­sche An­wen­dun­gen zum Einsatz.

Häufige An­wen­dungs­be­rei­che zudem:

  • Vir­tua­li­sie­rung: Durch die Vir­tua­li­sie­rung von An­wen­dun­gen und Hardware lassen sich physische IT-In­fra­struk­tu­ren re­du­zie­ren. Blade Server eignen sich daher durch ihren kompakten, flexiblen Aufbau für die Abs­trak­ti­on von Soft- und Hardware, um IT-Res­sour­cen effizient aus­zu­las­ten.
  • Freigabe von Dateien: Blade Server erfüllen klas­si­sche Server-Aufgaben wie die Sicherung, Wie­der­her­stel­lung und Über­tra­gung von Dateien zwischen End­ge­rä­ten und digitalen Knoten.
  • Cluster-Computing und Load Balancing: Blade Server dienen häufig als Be­stand­tei­le im Cluster-Computing und Server-Clus­te­ring, um hohe Ver­füg­bar­keit, Ska­lier­bar­keit, Last­aus­gleich und Failover-Dienste be­reit­zu­stel­len.
  • Web-Hosting: Für Web­hos­ting bieten die modularen Ser­ver­ein­hei­ten flexible Ska­lier­bar­keit und Hoch­ver­füg­bar­keit für Hosts.
  • File-Sharing: Für de­di­zier­te Aufgaben wie File-Sharing-Dienste bieten Blade Server im Rahmen von Computer-Clustern eine hohe Ver­füg­bar­keit und re­du­zier­te Aus­fall­zei­ten.
  • Webpage-Caching: War­te­zei­ten und Still­stand beim Zwi­schen­spei­chern und Aus­lie­fern von Websites lassen sich durch Blade Server deutlich re­du­zie­ren.
  • SSL-Ver­schlüs­se­lung und Malware-Schutz: De­di­zier­te Blade Server sind in der Lage, einen sicheren, ver­schlüs­sel­ten Da­ten­aus­tausch zu ge­währ­leis­ten und Schad­soft­ware ab­zu­weh­ren.
  • Streaming: Da es bei Streaming von Audio- und Vi­deo­in­hal­ten auf un­un­ter­bro­che­nen Da­ten­aus­tausch ankommt, op­ti­mie­ren Blade Server das Echtzeit-Streaming.
  • Speicher: Durch mehr Server auf weniger Raum bieten Blade Server viel Spei­cher­platz und ver­brau­chen zugleich weniger Strom.
  • Website-Trans­ko­die­rung: Für die pro­blem­lo­se Dar­stel­lung von Website-Inhalten auf ver­schie­de­nen End­ge­rä­ten, eignen sich Blade Server für die Code-Kon­ver­tie­rung von Website-Elementen und somit auch für Mobile SEO.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Blade Servers?

Vorteile Nachteile
Sta­pel­bar­keit er­mög­licht die Kühlung einzelner Server bzw. die Kühlung für separate Sever-Bereiche Bei Modellen mit un­zu­rei­chen­der Kühlung bzw. un­zu­rei­chen­der Kühlung in Re­chen­zen­tren kann die hohe Kom­po­nen­ten­dich­te zu Über­hit­zung führen
Durch geringe Größe und Sta­pel­bar­keit weniger Platz­be­darf Je nach Modell kann es zu einem Vendor Lock-in durch die Ab­hän­gig­keit von her­stel­ler­spe­zi­fi­schen Bauteilen kommen
Minimale Ver­ka­be­lung bei zu­ver­läs­si­ger Hoch­ver­füg­bar­keit Erst­kon­fi­gu­ra­ti­on und Setup kann bei komplexen Anlagen mit hohen Kosten verbunden sein
Einfache Kon­fi­gu­rier­bar­keit und Be­weg­lich­keit ganzer Blade Server
Zentrales Server-Ma­nage­ment für die Steuerung und Ver­wal­tung von Ser­ver­ein­hei­ten im Netzwerk bzw. Re­chen­zen­trum
Re­du­zier­ter Strom­ver­brauch, da sich Server im Blade-Server-Stack eine Strom­quel­le teilen
Ef­fi­zi­en­te Kon­so­li­die­rung von Ser­ver­res­sour­cen und Anschluss an Spei­cher­pools für mehr Speicher
Höhere Si­cher­heit für ge­schäfts­kri­ti­sche Programme durch die Spe­zia­li­sie­rung einzelner Server Blades auf de­di­zier­te Aufgaben

Welche Typen von Blade Servern gibt es?

Blade Server un­ter­schei­den sich je nach Aus­stat­tung und Her­stel­ler. Zu den Markt­füh­rern zählen bekannte Namen wie Cisco Systems, Su­per­mi­cro, Dell und HPE. Die wich­tigs­ten Un­ter­schei­dungs­merk­ma­le hin­sicht­lich Aus­stat­tung sind:

  • Leis­tungs­fä­hig­keit der CPU: Häufig finden sich in Blade Servern Pro­zes­so­ren und Ver­ar­bei­tungs­ein­hei­ten von Her­stel­lern wie Intel, Sun Mi­cro­sys­tems, Advanced Micro Devices und Motorola. Diese bestimmen wiederum, wie leis­tungs­fä­hig die Ser­ver­ein­hei­ten sind.
  • Spei­cher­me­di­um und Ar­beits­spei­cher: Für die In­for­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung in Echtzeit kommt es bei Blade Servern auf aus­rei­chend Speicher in Form von SSD bzw. HDD sowie einem guten Ar­beits­spei­cher (RAM) an. In Blade Servern finden sich ver­schie­de­ne Ar­beits­spei­cher­sys­te­me wie sta­ti­scher RAM, der Daten im Ori­gi­nal­zu­stand speichert oder dy­na­mi­scher RAM, der Ak­tua­li­sie­run­gen während des laufenden Betriebs er­mög­licht. Für Server, die auf die Ver­ar­bei­tung visueller Daten an­ge­wie­sen sind, kommt in der Regel der DDR-SDRAM als dy­na­mi­scher Speicher mit dy­na­mi­schem Di­rekt­zu­griff und ver­dop­pel­ter Datenrate zum Einsatz.
  • An­schluss­mög­lich­kei­ten: Durch ver­schie­de­ne An­schluss­mög­lich­kei­ten am Blade Server lassen sich Ver­bin­dun­gen über einen Token-Ring, einen Ethernet-Ausgang, über Glas­fa­ser­ka­nä­le oder über ein Feldbus-Netz­werk­pro­to­koll her­stel­len.
  • Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten zu Spei­cher­sys­te­men: Blade-Server-Typen sind über ver­schie­de­ne An­schluss­ty­pen an Speicher an­schließ­bar – dazu zählen unter anderem FireWire, SATA, SCSI, DAT, FC und iSCSI.

Al­ter­na­ti­ven zum Blade Server

Moderne Al­ter­na­ti­ven zu Blade Servern fo­kus­sie­ren sich ebenfalls auf die leis­tungs­fä­hi­ge Kom­pakt­heit und gehen noch einen Schritt weiter. Hierzu zählen zum Beispiel Brick Server, die ganz ohne Gehäuse auskommen und somit noch weniger Raum erfordern. Weitere Server-Al­ter­na­ti­ven sind Cartridge Server, die in ihrer Größe einer Dru­cker­pa­tro­ne ähneln. Eng verknüpft sind diese mit Mi­cro­ser­vern, die meist für spe­zi­fi­sche Ein­satz­zwe­cke vor­ge­se­hen sind und auch modulare Server Cart­dri­ges enthalten.

In einem Aspekt gleichen sich Blade Server und ihre Al­ter­na­ti­ven jedoch: Sie bemühen sich, möglichst platz- und en­er­gie­spa­rend eine hohe und leis­tungs­star­ke Ser­ver­dich­te in Form von Cluster Computing zu erreichen. Grund­sätz­lich lässt sich absehen, dass Ser­ver­tech­no­lo­gie zunehmend kleiner und ef­fi­zi­en­ter wird und modulare Modelle hin­sicht­lich Wartung, Pflege und Ska­lie­rung gegenüber sta­ti­schen Ser­ver­an­la­gen mehr Vorteile bieten.

Blade Server vs. Rack Server: Un­ter­schie­de erklärt

Bei der Wahl der Ser­ver­tech­no­lo­gie kommen neben Blade Servern häufig auch Rack Server zum Einsatz. Diese bieten einen ähnlich platz­spa­ren­den Aufbau für hohe Re­chen­leis­tun­gen, un­ter­schei­den sich jedoch in we­sent­li­chen Aspekten. Rack Server werden meist vertikal in Struk­tu­ren montiert, die an Regale erinnern. Ähnlich wie bei Blade Servern lässt sich die Anzahl der ge­sta­pel­ten Rack Server erweitern oder re­du­zie­ren. Auf diese Weise bieten sie eine Ser­ver­leis­tung, die sich den An­for­de­run­gen an CPU, ver­füg­ba­ren Platz und an in­di­vi­du­el­le Projekte anpasst. Es handelt sich somit ebenfalls um modular kon­zi­pier­te und kon­fi­gu­rier­ba­re Systeme, die jedoch sta­ti­scher angelegt sind als Blade Server.

Blade Server kommen eher für Projekte mit hohem Strom­be­darf und de­di­zier­ten An­wen­dun­gen zum Einsatz. Genau hier liegt der we­sent­li­che Un­ter­schied zwischen Blade Servern und Rack Servern, denn Blade Server bestehen meist aus Servern, die spe­zi­fi­schen An­wen­dun­gen vor­be­hal­ten sind. Die Server Blades im Chassis sind meist ho­ri­zon­tal gestapelt und können pro Blade für eine de­di­zier­te Aufgabe ein­ge­setzt werden. Zudem fungieren einzelne Blade Server im Gegensatz zu Rack Servern in der Regel nicht als Haupt­ser­ver, sondern sind als kom­bi­nier­te Blade-Server-Stacks aktiv.

Ein großer Vorteil von Blade Servern gegenüber den etwas größeren Rack Servern ist zudem die einfache Wartung und Reparatur. Server Blades lassen sich un­kom­pli­ziert im laufenden Betrieb aus­tau­schen und modular warten. Der Nachteil ist, dass Un­ter­neh­men hierbei auf die Bauteile eines bestimmen Her­stel­lers an­ge­wie­sen sein können und somit unter einem Vendor Lock-in leiden. Dennoch ersparen Sie sich mit Blade Servern eine auf­wän­di­ge Ver­ka­be­lung und pro­fi­tie­ren von einer platz­spa­ren­den, flexiblen und ef­fi­zi­en­ten Ser­ver­tech­no­lo­gie.

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