Top 3 CentOS-Alternativen: Diese Linux-Distributionen sind empfehlenswert
Da der CentOS-7-Support im Sommer 2024 eingestellt wurde, benötigen Nutzerinnen und Nutzer eine vergleichbare Alternative. Sinnvolle Ausweichlösungen sind z. B. RHEL und die beiden kostenlosen Optionen Rocky Linux und AlmaLinux. Alle drei Alternativen sind stabil, sicher und werden langfristig unterstützt.
CentOS 7: End of Support und die Folgen
Die Plattform CentOS wurde 2004 vom CentOS-Projekt als binärkompatibler Klon für das kommerzielle Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) veröffentlicht. Dafür nutzte CentOS RHEL-Quellpakete als Basis, um eine kostenlose Alternative zu entwickeln, die genauso wie die kostenpflichtige Plattform funktionierte.
Am 30. Juni 2024 endete mit CentOS 7 EOL jedoch der Support für Version 7 der beliebten Linux-Distribution. Für das Betriebssystem gibt es also keine weiteren Updates und Sicherheitspatches mehr. Nutzerinnen und Nutzer, die bisher auf CentOS gesetzt haben, sollten daher auf andere Distributionen wie RHEL, Rocky Linux oder AlmaLinux setzen. Im Folgenden erklären wir, welche Vor- und Nachteile die besten CentOS-Alternativen bieten.
- Kostengünstige vCPUs und leistungsstarke dedizierte Cores
- Höchste Flexibilität ohne Mindestvertragslaufzeit
- Inklusive 24/7 Experten-Support
RHEL: Die kommerzielle CentOS-Alternative
Die naheliegende Alternative zu CentOS ist natürlich das „Original“: Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Das Linux-Betriebssystem wurde 2002 auf Basis des Vorgängers Red Hat Linux als stabiles Linux-OS für Geschäftskunden und -kundinnen konzipiert. RHEL wird in vielfältigen Bereichen eingesetzt. Im Mai 2026 wurde RHEL 10.1 zusammen mit Red Hat UBI beispielsweise auf einem Space-Edge-Micro-Datacenter an Bord der Internationalen Raumstation ISS bereitgestellt. Laut Red Hat kommt das System außerdem bei der U.S. Air Force und dem US-Verteidigungsministerium zum Einsatz, um an militärischen KI-Fähigkeiten zu arbeiten.
Vorteile
- Stabilität und Sicherheit: RHEL gilt seit jeher als besonders stabile Linux-Distribution. Anwendungen und Updates werden gewissenhaft geprüft und durch eine starke Sicherheitsarchitektur geschützt. Hinzu kommen vergleichsweise lange Wartungszyklen, die das System über Jahre zuverlässig absichern. Seit April 2026 gibt es mit der kostenpflichtigen Extended Life Cycle Premium (ELCP)-Option sogar eine 14-jährige Unterstützung für eingeschränkte Sicherheitsfixes.
- Anwendungsbereiche: RHEL eignet sich für Desktop-Systeme, Server, Cloud-Computing und Container-Virtualisierung. Die Distribution bietet eine umfassende Plattform mit allen notwendigen Strukturen, Programmen und individuellem Support.
- Kompatibilität: Zahlreiche Entwicklerfirmen und führende Serverhersteller arbeiten eng mit RHEL zusammen, sodass Software- und Hardwareintegration reibungslos möglich ist.
- Paketverwaltung: RHEL nutzt RPM als Paketformat; für Installation, Updates und Paketverwaltung kommen YUM beziehungsweise in aktuellen Versionen DNF zum Einsatz.
- Benutzerfreundlichkeit: Von der ersten Einrichtung bis zur täglichen Nutzung funktioniert RHEL sehr intuitiv. Nutzerinnen und Nutzer können also ohne großes Vorwissen mit dem Betriebssystem arbeiten.
- Support: RHEL bietet umfangreiche Schulungen, Dokumentationen und professionelle Beratung. Es gibt einen regulären 10-jährigen Support oder den 14-jährigen Premium-Support.
Nachteile
- Lizenzierung: Im Gegensatz zu CentOS ist RHEL kostenpflichtig und kann ausschließlich mit entsprechenden Supportverträgen verwendet werden.
Rocky Linux: Der inoffizielle Nachfolger
Als das Ende der beliebten Open-Source-Plattform angekündigt wurde, gründete CentOS-Mitgründer Gregory Kurtzer eine Alternative, die ähnlich wie die bekannte Linux-Distribution funktionieren sollte. Dieser inoffizielle Nachfolger heißt Rocky Linux.
Vorteile
- Open-Source: Rocky Linux ist komplett frei und wird von einer engagierten Community weiterentwickelt. Teile des ursprünglichen CentOS-Teams sind aktiv daran beteiligt und sichern so den langfristigen Entwicklungsweg.
- Kompatibilität: Rocky Linux ist ein Bug-for-Bug-kompatibler RHEL-Klon. Es nutzt Red Hat-Quellpakete (SRPMs), um 1:1-kompatible Releases zu liefern.
- Stabilität: Rocky Linux legt großen Wert auf Stabilität. Updates werden sorgfältig geprüft, sodass Systeme stabil und ausfallsicher betrieben werden können. Version 9 erhält Sicherheitsupdates bis 2032, Version 10 bis 2035.
Nachteile
- Junges Projekt: Rocky Linux ist eine vergleichsweise junge Distribution, sodass es weniger Dokumentationen gibt. Der anfängliche Engpass bei der Bereitstellung von RHEL-Quellen im Sommer 2023 wurde überwunden, sodass künftige Updates zuverlässig geliefert werden.
- Migration: Das Skript „migrate2rocky“ unterstützt zwar die Konvertierung ausgewählter Enterprise-Linux-Systeme wie CentOS (8 und 9), AlmaLinux oder RHEL zu Rocky Linux. Die Migration von CentOS 7 ist jedoch nicht vorgesehen.
AlmaLinux: Einfache Migration, ABI-kompatibler Ansatz
Die Geschichte von AlmaLinux ähnelt der von Rocky Linux. Nach der Ankündigung von Red Hat, CentOS einzustellen, begann CloudLinux mit der Entwicklung einer CentOS-Alternative. Diese wurde 2021 erstmals in einer stabilen Version veröffentlicht und wird mittlerweile von der gemeinnützigen AlmaLinux OS Foundation betreut.
Vorteile
- Open Source: Ebenso wie CentOS ist auch AlmaLinux komplett frei und Open Source. Eine engagierte Community entwickelt die Distribution kontinuierlich weiter und stellt alle Pakete und Sicherheitsupdates kostenlos bereit.
- Kompatibilität: Seit Juli 2023 verfolgt AlmaLinux anstelle einer 1:1-Klonierung explizit ABI-Kompatibilität zu RHEL, sodass Anwendungen für RHEL ohne Anpassungen laufen.
- Migration: Mit dem ELevate-Projekt lassen sich CentOS-7-Systeme per In-Place-Upgrade zunächst auf AlmaLinux 8 migrieren. Anschließend sind weitere Versionssprünge innerhalb von AlmaLinux möglich, etwa von AlmaLinux 8 auf 9 und von 9 auf 10.
- Stabilität: Auch AlmaLinux zeichnet sich durch hohe Stabilität aus. Updates werden erst nach gründlicher Prüfung ausgespielt. Sicherheitsupdates liefert die AlmaLinux-Foundation zuverlässig. Version 9 erhält Sicherheitsupdates bis 2032, Version 10 bis 2035.
Nachteile
- ABI-Flexibilität: Aufgrund der bewussten ABI-Kompatibilität können einzelne Patches von RHEL abweichen. Es können Fehler auftreten, die in RHEL nicht vorhanden sind, was jedoch der schnelleren Fehlerbehebung zugutekommt.


