Rocky Linux: Wie gut ist der Nachfolger von CentOS?

Rocky Linux ist eine freie Distribution für Linux, die auf Red Hat Enterprise Linux basiert und CentOS ersetzen soll. Das Betriebssystem ist sehr stabil und benutzerfreundlich – ob es allerdings ein würdiger Nachfolger für das beliebte CentOS werden kann, lässt sich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen.

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Was ist Rocky Linux?

Rocky Linux ist eine HPC-fähige Linux-Distribution, die insbesondere für Server und Desktop-Anwendungen geeignet ist. Das Betriebssystem ist Open Source und binärkompatibel mit dem kommerziellen Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Rocky Linux gilt als inoffizieller Nachfolger von CentOS, einem Fork von RHEL. Das Betriebssystem eignet sich für eine Vielzahl unterschiedlicher Einsatzzwecke und ist eine stabile und benutzerfreundliche Lösung für Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Verantwortlich für diese Linux-Distribution ist die Rocky Enterprise Software Foundation.

Die Geschichte von Rocky Linux

Die Notwendigkeit einer neuen freien Linux-Distribution auf der Basis von RHEL entstand, weil Red Hat das Ende des Supports für CentOS ankündigte. Statt der offenen und binärkompatiblen Fork von RHEL soll es ab 2021 mit CentOS Stream lediglich ein Rolling Release geben, das zwar zahlreiche Updates erhält, die notwendige Sicherheit allerdings teilweise vermissen lässt. CentOS Stream fungiert dabei in erster Linie als Testumfeld für Neuerungen, die zu einem späteren Zeitpunkt dann auch Teil der kommerziellen Distribution werden können. Für CentOS-Nutzer entstand so allerdings eine Lücke, die gleich zwei neue Betriebssysteme füllen sollen.

Nach dem wenige Monate älteren AlmaLinux wurde 2021 Rocky Linux erstmals veröffentlicht. Verantwortlich für die neue Linux-Variante ist der CentOS-Mitgründer Gregory Kurtzer, Namensgeber ist dessen verstorbener Kollege Rocky McGaugh. Die erste stabile Variante von Rocky Linux wurde am 21. Juni 2021 als Version 8.4 veröffentlicht. Die hohe Versionennummer basiert auf der Bezeichnung für RHEL. Rocky Linux ist ein Klon von RHEL, der ebenfalls binärkompatibel ist und bereits jetzt von zahlreichen großen, finanzkräftigen Sponsoren unterstützt wird. Wie und ob es mit Rocky Linux weitergeht, wird davon abhängen, ob die bisherigen CentOS-Nutzer das neue System annehmen. Der Anfang ist allerdings vielversprechend.

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Welche Vor- und Nachteile hat Rocky Linux?

Da Rocky Linux noch nicht so lange aktiv ist, werden viele Vor- und Nachteile erst zu einem späteren Zeitpunkt vollends bewertet werden können. Bereits die ersten Monate zeigen allerdings, dass das System durchaus das Potenzial hat, CentOS nachzufolgen. Um besser zu verstehen, was für und eventuell gegen die Linux-Distribution spricht, lohnt ein näherer Blick auf ihre Besonderheiten.

Vorteile

  • Team: Das Team hinter Rocky Linux sorgt für die nötige Akzeptanz und war vor dem Release der Grund für vorsichtigen Optimismus. Gregory Kurtzer weiß als Mitbegründer von CentOS genau, was die Nutzer der beliebten Distribution schätzen und schätzten und kann dieses Wissen nun auch für den Nachfolger berücksichtigen. So hatte Rocky Linux von Anfang an das Potenzial, ein würdiger Nachfolger zu werden.
  • Stabilität: Zu den Vorzügen von CentOS gehörte immer die Stabilität und diese steht nun auch bei Rocky Linux im Vordergrund. Statt auf vielen neuen Updates liegt der Fokus auf einem System, das reibungslos funktioniert und ohne unliebsame Überraschungen auskommt.
  • Kompatibilität: Rocky Linux ist binärkompatibel mit Red Hat Enterprise Linux und so eine durchaus lohnende Alternative. Auch die Migration von CentOS, AlmaLinux und anderen Distributionen ist durch das Tool migrate2rocky sehr einfach möglich. Außerdem sind Container-Images und cloudbasierte Angebote für Rocky Linux kein Problem.
  • Open Source: Nicht nur hinsichtlich der binären Kompatibilität führt Rocky Linux den Weg fort, den CentOS einst geebnet hat. Auch der Open-Source-Gedanke wird weitergeführt, wovon am Ende alle Nutzer profitieren. Schafft es die neue Linux-Variante, eine ähnlich große und engagierte Community zu vereinen, steht einer nahtlosen Dokumentation, einem gewissenhaften Sicherheitsmanagement und natürlich regelmäßigen Updates sowie Fixes im Sinne der eigentlichen Nutzer nichts im Wege. Bereits der Vorgänger war nahe an den Bedürfnissen seiner Nutzer – diese hoffen nun, dass der Nachfolger dort weitermachen kann.

Nachteile

  • Geringe Erfahrungswerte: Rocky Linux ist aktuell noch ein Neuling, weswegen es nur wenige Erfahrungswerte gibt. Berichte von Nutzern oder eine ausführliche Dokumentation sind daher noch Mangelware. Wie gut die neue Linux-Distribution wirklich ist, kann also noch nicht abschließend bewertet werden. Das ist gerade für Unternehmen aktuell noch ein großer Wermutstropfen. Diese sind darauf angewiesen, dass das Betriebssystem wirklich so sicher und problemlos läuft, wie es bisher vermutet wird.
  • Ungewisse Zukunft: Auch der zweite Nachteil geht in eine ähnliche Richtung. Rocky Linux steht noch ganz am Anfang, plant allerdings bereits für die Zukunft. Wie pünktlich und regelmäßig Updates kommen und ob auch mögliche Nachfolger mit der nötigen Sorgfalt entwickelt und betreut werden können, hängt nicht nur von einer engagierten Community, sondern auch vomnötigen Geld ab. Bereits jetzt fungieren große Unternehmen als Sponsoren; wie lange die Unterstützung allerdings bestehen bleibt und ob das bisher gesammelte Geld reicht, wird sich erst noch zeigen müssen.
  • Aktualität: Die oben angesprochene Verlässlichkeit werden einige Nutzer möglicherweise auch als Nachteil ansehen. Zwar scheint auch Rocky Linux in der Tradition von CentOS sehr stabil zu laufen, die neuesten Anwendungen brauchen allerdings ihre Zeit, bis sie verfügbar sind. Wer immer auf dem allerneuesten Stand sein möchte, wird eher zu CentOS Stream greifen; bei dem Rolling Release gibt es schließlich häufige Updates. Rocky Linux wird im Vergleich deutlich gemächlicher arbeiten. Das ist für Nutzer, die auf Beständigkeit setzen, begrüßenswert. Entwickler und Power-Nutzer werden sich allerdings eher einer anderen Linux-Distribution zuwenden.

Für wen ist das Betriebssystem geeignet?

Damit hat man die Zielgruppe für Rocky Linux auch bereits gut umrissen: Firmen und private Nutzer, die auf eine verlässliche, nutzerfreundliche und kostenlose Linux-Variante setzen, könnten mit dem Nachfolger von CentOS ihre Freude haben. Die Schlüsselfunktionen von Enterprise-, Hyperscale-, Cloud- und High-Performance-Computing werden integriert, und so gehört Rocky Linux zu den empfehlenswerten Linux-Server-Distributionen und könnte seine Fans finden. Gerade für Unternehmen ist der RHEL-Klon eine Überlegung wert. Sie bekommen hiermit eine beinahe gleichwertige und binärkompatible Alternative, die allerdings frei verfügbar ist.

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Welche Alternativen zu Rocky Linux gibt es?

Falls Sie nicht von Rocky Linux überzeugt sind, gibt es zahlreiche andere Linux-Distributionen, auf die Sie zurückgreifen können.

Ubuntu

Ubuntu gehört zu den beliebtesten Betriebssystemen für Linux weltweit. Es ist ebenfalls kostenlos, Open Source und wird von einer großen Community betreut. Ein Vorteil der Distribution ist ihre Benutzerfreundlichkeit. Das System gilt außerdem als sehr sicher und stabil.

openSUSE Leap

openSUSE Leap ist seit 2015 erhältlich und wird von dem Nürnberger Unternehmen SUSE Software Solutions Germany GmbH in enger Zusammenarbeit mit einer Entwickler-Community veröffentlicht. Das System verwendet zahlreiche Komponenten der kostenpflichtigen Enterpreise-Lösung SUSE Linux, ist selbst aber Open Source und kostenlos.

AlmaLinux

Nach dem angekündigten Ende für CentOS wurde nicht nur Rocky Linux als Nachfolger präsentiert. Auch AlmaLinux ist binärkompatibel mit Red Hat Enterprise Linux, wird von einer Community entwickelt und ist frei erhältlich. Ob nun AlmaLinux oder Rocky Linux der bessere Nachfolger von CentOS ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.