Wer Linux hört, denkt zunächst an ein Open-Source-Be­triebs­sys­tem als Al­ter­na­ti­ve zu Microsoft und Apple. Doch im Gegensatz zu den ge­rad­li­ni­gen Markt­gi­gan­ten, die auf­ein­an­der auf­bau­en­de, kom­mer­zi­el­le Be­triebs­sys­te­me her­aus­brin­gen, gibt es das eine Linux-Be­triebs­sys­tem an sich gar nicht.

Was es gibt, ist eine ganze Reihe kos­ten­lo­ser Open-Source-Be­triebs­sys­te­me, so­ge­nann­te Dis­tri­bu­tio­nen, die auf dem Linux-Kernel, also dem Linux-Kern­pro­gramm, aufbauen. Linux ist also lediglich die Basis für mögliche Be­triebs­sys­te­me, die erst durch eine Kom­bi­na­ti­on aus dem Kernel und weiteren Pro­gramm­be­stand­tei­len entstehen. Während Microsoft und Apple ge­schlos­se­ne Software-Produkte ver­öf­fent­li­chen, dient der Linux-Kernel für die Linux-Community als Grundlage für eigene An­wen­dun­gen und Be­triebs­sys­te­me, denn der Open-Source-Code ist frei zu­gäng­lich und kann nach Belieben verändert werden.

Weil es unzählige Linux-Versionen gibt, ist es bei tech­ni­schen Problemen, Fragen oder Updates besonders wichtig, die eigene Linux-Version und Dis­tri­bu­ti­ons­num­mer genau zu kennen. Es ist auch gar nicht schwer, sich die eigene Linux-Version anzeigen zu lassen. Wir erklären, wie das in wenigen Schritten funk­tio­niert.

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Linux-Version: Was sagen Dis­tri­bu­ti­on und Ver­si­ons­num­mer aus?

Mit Stand Juni 2020 gibt es über 500 ver­schie­de­ne, ei­gen­stän­di­ge Linux-Dis­tri­bu­tio­nen. Die be­kann­tes­ten auf dem Linux-Kernel ba­sie­ren­den Open-Source-Be­triebs­sys­te­me sind Ubuntu, Debian, Fedora, SUSE, Manjaro und Linux Mint.

Allein der Ent­wick­lungs­stamm­baum von Ubuntu besteht aktuell aus über 65 auf Ubuntu ba­sie­ren­den neuen Software-An­wen­dun­gen. Die aktuelle Ubuntu-Dis­tri­bu­ti­on erschien 2020 unter der Ver­si­ons­num­mer 20.04. Das erste Ubuntu erschien 2004 und baute auf der Linux-Version Debian auf.

Die Linux-Dis­tri­bu­tio­nen lassen sich grob in drei grund­le­gen­de Linux-Fa­mi­li­en­stamm­bäu­me und zahl­rei­che weitere kleinere Stamm­bäu­me oder ei­gen­stän­di­ge Versionen un­ter­tei­len. Auf Debian basiert bei­spiels­wei­se der gesamte Ubuntu-Stammbaum, Fedora geht auf Red Hat Linux zurück und SUSE Linux wiederum nutzte die Linux-Version Slackware.

Obwohl alle den Linux-Kernel gemeinsam haben, bilden die Linux-Versionen je nach Ein­satz­zweck, Software-Angebot und vor­han­de­ner Hardware ihre eigenen Be­triebs­sys­te­me aus GNU-Tools und gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­chen. Um sich auf der um­fas­sen­den Linux-Landkarte zu­recht­zu­fin­den, ist es wichtig, die eigene Linux-Version zu kennen und genau zu wissen, wie sie sich die Version des Linux-Kernels und die Dis­tri­bu­ti­ons­num­mer Ihrer Linux-Version anzeigen lassen.

Linux-Version im Terminal anzeigen lassen

Ganz gleich, ob Sie privat oder dienst­lich mit einer Linux-Version arbeiten, es ist immer gut, die aktuell in­stal­lier­te Version zu kennen. So wissen Sie auch, welchen Pa­ket­ma­na­ger Sie für den Download neuer Tools und Updates brauchen oder an welches Linux-Forum Sie sich bei Fragen oder tech­ni­schen Problemen wenden müssen.

Wenn Sie nach Details zu ihrer Version suchen, sind zwei Werte von be­son­de­rer Bedeutung:

  1. Ver­si­ons­num­mer der Dis­tri­bu­ti­on
  2. Version des Linux-Kernels

Die Arbeit mit Linux erfolgt über Linux-Kom­man­do­be­feh­le, die Sie wiederum über so­ge­nann­te Shells vornehmen, also Programme, die Schnitt­stel­len zwischen Systemen und Nutzern sind. Shells laufen über ein gra­fi­sches Terminal, das Befehle in der je­wei­li­gen Pro­gram­mier­spra­che ver­ar­bei­tet. Genau hier fangen Sie an, um sich in wenigen Schritten die Details zu Ihrer Linux-Version anzeigen zu lassen.

Schritt 1: Ver­si­ons­num­mer der Dis­tri­bu­ti­on

Öffnen Sie das Terminal Ihrer Linux-Version mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Strg] + [Alt] + [T] oder über die Such­funk­ti­on. Geben Sie in das Terminal folgenden Befehl ein und drücken Sie Enter:

cat /etc/*release

Das Sternchen im Code bewirkt, dass der Befehl alle Dis­tri­bu­tio­nen be­rück­sich­tigt und Ihnen somit die in­stal­lier­te Version ausgibt. Die Daten, die Sie nun sehen, sind zunächst viel­leicht un­über­sicht­lich, einige Zeilen er­schei­nen doppelt oder mehrere haben die Endung „release“. Beachten Sie auch, dass je nach Dis­tri­bu­ti­on die Datei mit Ver­si­ons­de­tails variieren kann.

Achten Sie in jedem Fall auf die Zei­len­an­ga­be „PRETTY_NAME=“. Diese Zeile nennt Ihnen die Linux-Version und die Dis­tri­bu­ti­ons­num­mer, die Sie aktuell verwenden.

Ein weiterer Befehl, der auf allen Dis­tri­bu­tio­nen ohne In­stal­la­ti­on eines spe­zi­el­len Tools funk­tio­niert, ist:

cat /etc/os-release

Wenn Sie nur die Angabe zur aktuellen Linux-Dis­tri­bu­ti­on und -Ver­si­ons­num­mer brauchen, genügt dieser Befehl:

lsb_release -d

In unserem Beispiel sehen Sie, dass die in­stal­lier­te Linux-Version Ubuntu 20.04 LTS für Desktop ist.

Weitere, um­fas­sen­de­re Ver­si­ons­de­tails liefert der Befehl:

lsb_release -a

Der lsb_release-Befehl sollte auf jeder Linux-Version funk­tio­nie­ren, wenn Sie das lsb-release-Paket in­stal­liert haben bzw. es Teil Ihrer Ubuntu-Version ist. Unter Debian/Ubuntu-Dis­tri­bu­tio­nen bei­spiel­wei­se in­stal­lie­ren Sie die Software mit diesem Befehl:

apt-get -y install lsb-core

Schritt 2: Version des Linux-Kernels anzeigen

Wenn Sie die Version Ihres Linux-Kernels wissen möchten, geben Sie über das Terminal folgenden Befehl ein und drücken Sie Enter:

uname -r

Sie erhalten nun die Details zu Ihrem Linux-Kernel. In unserem Beispiel sehen Sie Details zum Linux-Kernel für Ubuntu 20.04 LTS. Der Linux-Kernel hat die Nummer 5.4.0-26.

Zu­sätz­lich zur Kernel-Version erhalten Sie weitere In­for­ma­tio­nen (wie etwa zur Rech­ner­ar­chi­tek­tur) über folgenden Befehl:

uname -a

Schritt 3: Alles auf einen Blick mit Inxi-Tool

In­stal­lie­ren Sie unter Debian/Ubuntu das Inxi-Tool mit diesem Befehl:

apt-get -y install inxi

Mit dem Programm Inxi können Sie sich sehr einfach alle Angaben zur Hardware, zum Host, Ihrem Kernel, der Desktop-Umgebung und der aktuellen Linux-Version anzeigen lassen. Hierzu genügt der Befehl:

Inxi -Sz
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