n8n vs. Make: Was ist besser?
Make eignet sich besonders für visuelle Cloud-Automatisierung mit vielen fertigen Integrationen und niedrigschwelligem Einstieg. n8n richtet sich stärker an technische Teams, die eigene Logik, APIs, Code und Self-Hosting nutzen möchten. Die wichtigsten Unterschiede liegen damit bei Flexibilität, Hosting, Datenhoheit, Kostenmodell und technischer Tiefe.
n8n vs. Make: Zwei Automatisierungs-Tools im direkten Vergleich
Sowohl n8n als auch Make haben sich im Bereich der Workflow-Automatisierung als führende Plattformen etabliert. Beide Tools verbinden Apps, verarbeiten Daten und stoßen automatisch Aktionen an – etwa wenn neue Leads eingehen, Datensätze zwischen Systemen synchronisiert werden oder Benachrichtigungen in Slack verschickt werden sollen.
Make ist vor allem auf visuelle, flexibel modellierbare Automatisierung in der Cloud ausgelegt. Das Tool eignet sich besonders, wenn Workflows ohne eigenes Hosting aufgebaut werden sollen, viele fertige App-Integrationen gefragt sind und Automatisierungen in einer sehr grafischen Oberfläche entstehen sollen. Make punktet dabei vor allem mit seinem Szenario-Builder, einer großen Integrationsauswahl und einem vergleichsweise zugänglichen Einstieg auch für nichttechnische Teams. Gleichzeitig ist Make inzwischen nicht mehr rein No-Code-orientiert: Mit Make Code lassen sich heute auch benutzerdefinierte JavaScript- und Python-Schritte direkt innerhalb von Szenarien ausführen.
n8n richtet sich stärker an technischere Teams, die mehr Kontrolle über Logik, Infrastruktur und Datenflüsse brauchen. Auf diese Lösung sollten Sie eher zurückgreifen, wenn eigene API-Aufrufe, Code-Schritte, tiefere Anpassungen oder Self-Hosting eine wichtige Rolle spielen. n8n bietet dafür sowohl eine Cloud-Variante als auch Self-Hosting an, weist aber selbst darauf hin, dass Self-Hosting technisches Know-how für Betrieb, Absicherung und Skalierung voraussetzt.
| Bereich | Make | n8n |
|---|---|---|
| Hosting | Gehosteter Cloud-Dienst | Als n8n Cloud und selbst gehostet nutzbar |
| Bedienung | Sehr visueller Szenario-Builder mit starker Low-Code-/No-Code-Ausrichtung | Visueller Node-Editor mit mehr technischer Tiefe und Freiraum |
| Kostenlogik | Rechnet über Credits bzw. Modulaktionen ab | Rechnet in der Cloud über Workflow-Ausführungen, Self-Hosting ist grundsätzlich möglich |
| Integrationen | Große Auswahl an fertigen Integrationen | Offizielle Core-Nodes plus Community-Nodes |
| Technik & Code | Visuelle Automatisierung mit inzwischen nativer JavaScript- und Python-Unterstützung durch Make Code | Stärker auf APIs, Code, Webhooks und technische Workflows ausgelegt |
| Datenhoheit | Cloud-basiert, keine vergleichbare Self-Hosting-Option | Deutlich mehr Kontrolle durch Self-Hosting |
- Maximale Effizienz ohne Mehraufwand
- Self-hosted Automation: Keine Task-Limits, volle Kostenkontrolle
- Über 500 Integrationen & Tools dank Open Source
Die Unterschiede im Detail
Voraussetzungen: Was brauche ich, um loszulegen?
Make ist für einen schnellen Start meist die unkompliziertere Lösung. Da es sich um einen rein gehosteten Cloud-Dienst handelt, reicht ein Konto im Browser aus, um erste Szenarien aufzubauen. Gerade für Teams, die ohne Serverbetrieb und ohne technische Einrichtung starten wollen, ist das ein klarer Vorteil.
Bei n8n hängt der Aufwand stärker davon ab, welche Betriebsform gewählt wird. Die Cloud-Version funktioniert ähnlich unkompliziert wie andere SaaS-Tools. Wer n8n dagegen selbst hosten möchte, braucht solides technisches Wissen zu Servern, Sicherheit, Skalierung und Konfiguration.
Funktionsweise: Wie werden Automatisierungen gebaut?
Beide Tools folgen demselben Grundprinzip: Ein Trigger startet einen Ablauf, danach werden eine oder mehrere Aktionen ausgeführt. Beispiel: „Wenn ein Formular abgesendet wird, speichere die Daten in einer Tabelle und informiere das Vertriebsteam.“ Der Unterschied liegt weniger im Prinzip als in der Art, wie flexibel und technisch diese Abläufe modelliert werden.
Make arbeitet mit sogenannten Szenarien, die in einem sehr visuellen Builder aus Modulen zusammengesetzt werden. Diese Oberfläche ist eine der größten Stärken des Tools: Datenflüsse, Verzweigungen und Verarbeitungsschritte lassen sich sehr anschaulich aufbauen. Auch komplexere Funktionen wie Iteratoren, Aggregatoren, Datenumwandlungen oder Fehlerbehandlung sind möglich. Das macht Make besonders attraktiv für Teams, die Workflows visuell planen und ohne große technische Einstiegshürde auch anspruchsvollere Automatisierungen umsetzen möchten. Bei sehr umfangreichen Szenarien kann die Oberfläche allerdings unübersichtlich werden.
n8n setzt ebenfalls auf einen visuellen Editor, wirkt aber stärker wie ein technisches Workflow-Werkzeug. API-Aufrufe, Webhooks, eigener Code und individuelle Datenlogik lassen sich sehr natürlich integrieren. Das macht n8n besonders interessant für Teams, die bei komplexeren Abläufen mehr technische Kontrolle und tiefere Eingriffe in die Logik brauchen. Der Vorteil ist nicht, dass Make keine komplexen Szenarien bauen kann, sondern dass n8n bei technischen Spezialfällen oft mehr Kontrolle und Transparenz bietet.
Kosten
Make bietet einen kostenlosen Einstieg und kostenpflichtige Pläne mit wachsendem Nutzungsumfang. Die Abrechnung erfolgt über Credits. Bei vielen Standardfunktionen entspricht eine Aktion einem Credit, sodass die Kosten vor allem mit der Zahl der ausgeführten Modulschritte und verarbeiteten Bundles steigen. Bei einzelnen AI- und Spezialfunktionen kann der Verbrauch aber auch zusätzlich von Faktoren wie Tokens, Dateigröße, Seitenzahl oder Laufzeit abhängen. Gerade bei mehrstufigen oder datenintensiven Prozessen kann das Kostenmodell deshalb spürbar ins Gewicht fallen.
n8n lässt sich in mehreren Varianten nutzen:
- Community Edition: kostenloses Self-Hosting ohne Plattformkosten; dafür fallen Infrastruktur-, Betriebs- und Wartungsaufwände an
- n8n Cloud: gehostete Variante ohne eigenen Serverbetrieb; die Preislogik basiert auf monatlichen Workflow-Ausführungen, nicht auf einzelnen Schritten innerhalb eines Workflows
- Business: self-hosted Modell mit erweitertem Funktionsumfang für Teams; zusätzlich zu Infrastruktur und Betrieb fallen Lizenzkosten an
- Enterprise: je nach Bedarf self-hosted oder von n8n gehostet; ebenfalls mit erweiterten Funktionen, Governance-Möglichkeiten und entsprechenden Lizenzkosten
Funktionsumfang: Integrationen, Code und technische Möglichkeiten
Make bietet offiziell 3.000+ Integrationen und ist damit bei fertigen App-Anbindungen sehr breit aufgestellt. Das ist einer der größten Gründe, warum Make für viele Fachabteilungen attraktiv ist: Häufig ist die gewünschte Verbindung schon vorhanden, ohne dass eigene API-Arbeit nötig wird. Gleichzeitig baut Make seine Plattform stark in Richtung KI- und agentischer Automatisierung aus und unterstützt mit Make Code inzwischen auch native JavaScript- und Python-Ausführung direkt in Szenarien.
n8n spricht offiziell von 1.000+ Apps und Services. Das ist weniger als bei Make, wird aber durch technische Flexibilität ausgeglichen. Über HTTP-Requests, Webhooks, API-Zugriffe und Code-Schritte lässt sich sehr vieles auch dann anbinden, wenn noch keine fertige Integration existiert. Hinzu kommen Community- und Custom-Nodes, wobei der genaue Umfang je nach Betriebsmodell variiert. In der Praxis ist n8n deshalb für technische Teams häufig offener und anpassbarer, auch wenn Make bei Plug-and-play-Integrationen vorne liegt.
| Funktionsbereich | Make | n8n |
|---|---|---|
| Eigener Code | Nativ möglich über Make Code (JavaScript/Python), aber weiterhin visuell geprägt | Zentraler Bestandteil technischer Workflows, unter anderem über den Code Node |
| API- und HTTP-Anbindung | Ja, unter anderem über die HTTP-App | Ja, besonders flexibel über HTTP Request und Custom API Calls |
| Webhooks | Ja, inklusive Custom Webhooks | Ja, inklusive Webhook- und API-Endpoint-Use-Cases |
| Visuelle Modellierung | Sehr stark und besonders anschaulich | Ebenfalls stark, aber technischer geprägt |
| Eigene Infrastruktur | Kein klassisches Self-Hosting; für Enterprise mit On-prem Agent erweiterbar | Ja, via Self-Hosting |
| Erweiterbarkeit | Hoch über Plattformfunktionen, HTTP, Webhooks und Custom Apps | Hoch über Code, Community-/Custom-Nodes und technische Anpassungen |
Datenschutz und Datenhoheit
Make erfüllt zentrale Sicherheits- und Compliance-Standards wie GDPR, SOC 2 Type II und SOC 3. Für viele Unternehmen ist das eine solide Basis. Gleichzeitig bleibt Make eine SaaS-Plattform: Die direkte Kontrolle über Verarbeitungsort, Serverumgebung und Betriebsmodell liegt daher nicht in demselben Maß beim Unternehmen selbst wie bei einer selbst gehosteten Lösung.
n8n bietet hier mehr technische Eigenständigkeit. Wer die Plattform selbst hostet, kann Ort der Verarbeitung, Systemarchitektur und viele Sicherheitsmechanismen weitgehend selbst bestimmen. Das ist besonders für Unternehmen interessant, die mit sensiblen Daten arbeiten oder spezifische Compliance-Vorgaben erfüllen müssen. In der gehosteten Variante bietet n8n verschlüsselte Übertragung, verschlüsselte Datenspeicherung, sichere Credential-Verwaltung und eine Datenspeicherung in der EU. Darüber hinaus richtet auch n8n sein Sicherheitsprogramm an SOC 2 aus und stellt einen öffentlichen SOC-3-Report bereit. Gleichzeitig bedeutet mehr Datenhoheit durch Self-Hosting auch mehr eigene Verantwortung für Betrieb, Absicherung und Wartung.
Community und Support
Make ist klar als kommerzielle Plattform aufgestellt und bietet eine breite Anbieterstruktur mit Help Center, Academy, Community, Developer Hub, Webinaren und planabhängigem Support. Für Unternehmen, die Wert auf einen klassischen SaaS-Ansatz mit klaren Zuständigkeiten und ausbaubaren Support-Leistungen legen, ist das ein Pluspunkt. Je nach Plan reicht das Angebot von allgemeinem Kundensupport bis hin zu 24/7 Enterprise Support und zusätzlicher Begleitung für größere Organisationen.
n8n bietet eine besonders starke technische Community. Dazu kommen ein aktives Forum, Discord, die Community Edition auf GitHub und ein Netzwerk für externe Unterstützung. Neben der Community gibt es auch kommerzielle Modelle für Organisationen mit erweiterten Governance- und Support-Anforderungen. Der direkte Support unterscheidet sich jedoch je nach Plan: Viele User arbeiten primär mit Forum-Support, während Enterprise-Kunden dedizierten Support mit SLA erhalten.
Alternativen
| Tool | Kurzprofil | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Zapier | Stark verbreitete Cloud-Plattform für No-Code-Automatisierung mit sehr großer Integrationsbibliothek und geführtem Workflow-Aufbau. | Teams, die besonders schnell produktive Automatisierungen mit vielen Standard-Apps umsetzen möchten |
| Activepieces | Open-Source-Automatisierungsplattform mit Cloud- und Self-Hosting-Optionen, die sich als flexible und kontrollierbare Alternative positioniert. | Teams, die Wert auf Offenheit, Kontrolle über die Infrastruktur und moderne Automatisierung mit fairerem Kostenmodell legen. |
| Pipedream | Technisch orientierte Workflow-Plattform mit starkem API-Fokus, Code-Schritten und vielen Integrationen für individuelle Automatisierungen. | Entwickelnde und technische Teams, die APIs, Skripte und flexible Logik eng miteinander verbinden möchten. |
| Microsoft Power Automate | Automatisierungsplattform aus dem Microsoft-Ökosystem mit Cloud-Flows, Desktop-Automatisierung und starker Verzahnung mit Microsoft 365. | Unternehmen, die intensiv mit Microsoft 365, Teams, Outlook, Excel und Windows-basierten Prozessen arbeiten. |
| Workato | Enterprise-Automatisierungs- und Integrationsplattform mit Fokus auf skalierbare Geschäftsprozesse, Governance und unternehmensweite Orchestrierung. | Größere Unternehmen mit komplexen Integrationsanforderungen, Security-Vorgaben und starkem IT-/Business-Fokus. |
| Tray.ai | Enterprise-iPaaS mit Fokus auf Integrationen, Automatisierung, Governance und AI-gestützte Orchestrierung. | Unternehmen, die Prozesse zentral steuern, viele Systeme verbinden und Automatisierung stärker unter IT-Kontrolle skalieren möchten. |
| IFTTT | Einfache Automatisierungsplattform mit leicht verständlichem „If This Then That“-Prinzip und starkem Fokus auf unkomplizierte App- und Geräteverknüpfungen. | Einsteigende sowie einfache Produktivitäts-, Smart-Home- und Alltagsautomatisierungen. |

