Rack-Einschübe, IT-Schränke oder auch Rack Server gelten als erste Wahl für den Ser­ver­ein­satz im Re­chen­zen­trum. Ver­schie­de­ne Aus­füh­run­gen und Aus­stat­tun­gen von Rack Servern sorgen für starke, be­darfs­ge­rech­te Re­chen­leis­tung auf wenig Raum in einem stabilen und lang­le­bi­gem Rack-Gehäuse.

Was ist ein Rack Server?

Nur drei Jahre nach Ein­füh­rung des ersten Web­ser­vers im Jahr 1990 wurde die ProLiant Serie von Compaq als erster Rack Server ent­wi­ckelt. Die Bedeutung von Rack Servern für ef­fi­zi­en­te Re­chen­leis­tung und In­for­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung im Re­chen­zen­trum lässt sich seitdem kaum zu hoch einordnen. Sie sorgten dafür, dass in sicheren, schrank­ähn­li­chen Gehäusen wichtige Server und Ser­ver­kom­po­nen­ten auf wenig Raum un­ter­ka­men. Damit ein­her­ging die Ver­brei­tung der heute all­ge­gen­wär­ti­gen Ser­ver­räu­me.

Die Be­zeich­nung Rack Server be­schreibt den Aufbau der Hardware ebenso wie den Vorteil für die Software. Bei Rack Servern werden Server und Ser­ver­kom­po­nen­ten in einem meist genormten 19-Zoll-Rack als Einschübe montiert. Das Rack-Gehäuse bietet hierzu Be­fes­ti­gungs­schlit­ze (Rack Bays), die es er­mög­li­chen, Hard­ware­kom­po­nen­ten sicher und stabil zu ver­schrau­ben. Das Stapel-Prinzip sorgt für eine ein­fa­che­re Belüftung der Ser­ver­an­la­ge und eine höhere Dichte von Hardware auf weniger Raum.

Aufbau eines Rack Servers

Das als Rack be­zeich­ne­te Gehäuse und Mon­ta­ge­ras­ter dient als Gestell für die Un­ter­brin­gung der Server. Im Rack lassen sich Server-Hardware mit Server-Kom­po­nen­ten als ho­ri­zon­ta­le oder auch vertikale Einschübe montieren. Mit ihrer genormten Breite von 19 Zoll und ver­schie­de­nen Hö­hen­ein­hei­ten sind Rack Server effizient ne­ben­ein­an­der einbaubar. Die Ein­bau­tie­fe liegt bei 60, 80, 100 oder 120 Zen­ti­me­tern. Weitere wichtige Be­stand­tei­le sind Führungen, Schienen und Bügel für Kabel, Sensoren sowie Lüftungs- und Kühl­ein­hei­ten. Je nach Si­cher­heits­an­for­de­run­gen können sie auch Lösch­an­la­gen für eine Gas­lö­schung im Notfall enthalten.

Weitere wichtige Be­stand­teil von Rack Servern sind:

Wie wird ein Rack Server ein­ge­setzt?

Die An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten von Rack Servern sind viel­fäl­tig. Durch ihre Kon­fi­gu­rier­bar­keit sowie die einfache Ska­lie­rung und Er­wei­te­rung von Server-Kom­po­nen­ten eignen sie sich für kleine und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men ebenso wie für große Re­chen­zen­tren. Indem Server im Rack gestapelt werden, lassen sich Res­sour­cen effizient und platz­spa­rend kon­so­li­die­ren.

Zu den Haupt­auf­ga­ben, die Rack Server in der Regel erfüllen, zählen:

  • Vir­tua­li­sie­rung: Aufgrund viel­fäl­ti­ger Kon­fi­gu­ra­tio­nen und platz­spa­ren­der Montage eignen sich Rack Server für die Vir­tua­li­sie­rung von Hard­ware­res­sour­cen nach dem Prinzip XaaS (Anything-as-a-Service). Auf diese Weise lassen sich IT-In­fra­struk­tu­ren bei gleicher oder besserer Leis­tungs­fä­hig­keit effektiv re­du­zie­ren.
  • Kom­mu­ni­ka­ti­on: Rack Server steuern und verwalten interne und externe Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­se.
  • File­ser­ver: Häufig dienen Rack Server auch als File­ser­ver. Sie speichern Daten und or­ga­ni­sie­ren den Zugriff auf Spei­cher­res­sour­cen im Netzwerk.
  • Print­ser­ver: Für de­di­zier­te Druck­auf­trä­ge in einem Com­pu­ter­netz­werk sowie die Wei­ter­lei­tung von Aufträgen an Drucker und Plotter kommen ebenfalls Server-Racks zum Einsatz.
  • Network-Access-Server: Mit einem Rack-Mount-Server lässt sich der Zugriff auf Daten, Programme oder Netzwerke in Form eines Network-Access-Servers verwalten.
  • Speicher: Je nach Umfang und Aus­stat­tung von Rack Servern nutzen Sie mehr Spei­cher­res­sour­cen oder kon­so­li­die­ren diese mit anderen Kom­po­nen­ten

Weitere Ein­satz­be­rei­che umfassen die Anwendung als:

Was sind die Vor- und Nachteile eines Rack Servers?

Vorteile Nachteile
Ef­fi­zi­en­te Un­ter­brin­gung von Servern und Ser­ver­kom­po­nen­ten auf geringer Fläche Weniger kompakt und flexibel als Blade Server
Einfache Ska­lier­bar­keit von Ser­ver­kom­po­nen­ten und Ma­xi­mie­rung der Re­chen­leis­tung durch Rack-Funk­tio­na­li­tät Durch die Ser­ver­dich­te ist eine aktive Kühlung und Belüftung wichtig, um Über­hit­zung zu vermeiden
Re­du­zier­te Ver­ka­be­lung durch Ka­bel­ver­wal­tungs­sys­te­me Durch zu­sätz­li­che Be­triebs­sys­te­me, Ar­beits­spei­cher, Fest­plat­ten oder Hy­per­vi­sor zur Vir­tua­li­sie­rung können Kosten in die Höhe schnellen
Sichere, stabile Ein­rich­tung durch genormte Größen und in Gehäusen ver­schraub­te Server  
Viel­fäl­ti­ge Ein­satz­be­rei­che für Un­ter­neh­men und Re­chen­zen­tren  
Einfache Wartung, Reparatur oder schneller Hot-Swap-Austausch von Servern durch be­weg­li­che Rack-Schienen  
Hohe Aus­fall­si­cher­heit durch Redundanz von Servern, Lüf­tungs­ein­hei­ten, Netz­tei­len oder Fest­plat­ten  
Im Vergleich zu den kompakten Blade Servern günstiger in der An­schaf­fung  

Welche Typen von Rack Servern gibt es?

Rack Server un­ter­schei­den sich ins­be­son­de­re hin­sicht­lich Aus­stat­tung und Ab­mes­sun­gen. Racks mit der 19-Zoll-Normung kommen am häu­figs­ten zum Einsatz und teilen sich meist in 2-Säulen-Racks und 4-Säulen-Racks auf. In den Ein­schü­ben lassen sich je nach Breite mehrere Ser­ver­be­stand­tei­le ho­ri­zon­tal oder vertikal montieren. Eine weitere wichtige Un­ter­schei­dung bilden die ver­ti­ka­len Hö­hen­ein­hei­ten (Rack Units). Diese haben die stan­dar­di­sier­te Abmessung von 1,75 Zoll (4,445 Zen­ti­me­ter). Stan­dard­mä­ßig umfassen Racks 42 Hö­hen­ein­hei­ten.

Da nicht von Anfang an alle Einschübe bestückt werden, kommen auch Blind­pa­nels zum Einsatz, also Platz­hal­ter, die zum Beispiel für eine bessere Optik sorgen. Grund­sätz­lich hängt die Wahl des Rack Servers und der Kom­po­nen­ten von den in­di­vi­du­el­len Leistungs- und Raum­an­for­de­run­gen ab, denn dadurch bestimmt sich auch die benötigte Höhe und Ein­bau­tie­fe.

Al­ter­na­ti­ven zum Rack Server

Trends zu leis­tungs­stär­ke­ren, ef­fi­zi­en­te­ren Re­chen­zen­tren und der zu­neh­men­de Bedarf an Re­chen­leis­tung und Per­for­mance führen dazu, dass Server-Hardware kompakter und kleiner wird. Obwohl Rack Server weiterhin zu den am häu­figs­ten genutzten Ser­ver­tech­no­lo­gien gehören, holen auch Rack-Al­ter­na­ti­ven wie Blade Server und Cartridge Server auf. Diese bieten noch mehr Mobilität, sparen mehr Platz und Strom und er­mög­li­chen eine einfache Ska­lie­rung und Kon­fi­gu­ra­ti­on durch modulare Ser­ver­kom­po­nen­ten.

Auch Mi­cro­ser­ver, die in der Regel spe­zi­fi­sche Aufgaben erfüllen, kommen zunehmend als Al­ter­na­ti­ve in Frage. Für kleinere Un­ter­neh­men ohne eigenen Ser­ver­raum und ohne große An­for­de­run­gen an Re­chen­leis­tung bieten sich jedoch auch klas­si­sche Tower Server an.

Rack Server vs. Blade Server: Un­ter­schie­de erklärt

Der erste kom­mer­zi­el­le Blade Server kam 2001 auf den Markt und op­ti­mier­te die Ser­ver­tech­no­lo­gie von Rack Servern. Blade Server umgingen eine große Schwäche der Rack Server: Das Platz­pro­blem durch viele Ser­ver­kom­po­nen­ten in festen Rack-Mount-Rahmen. Statt­des­sen nutzen Blade Server ein modulares Chassis-System mit den wich­tigs­ten Be­stand­tei­len in Form von mehreren ul­tra­dün­nen Server-Blades. Auf diese Weise pro­fi­tie­ren Un­ter­neh­men von kleinerer Server-Hardware bei gleicher oder größerer Re­chen­leis­tung. Auch die Er­wei­te­rung und Wartung ist un­kom­pli­zier­ter, da neue Kom­po­nen­ten einfach aus dem Chassis heraus- oder her­ein­ge­scho­ben werden.

Dafür erweisen sich Blade Server jedoch in der An­schaf­fung, Erst­kon­fi­gu­ra­ti­on und im Setup als deutlich teurer. Auch der Austausch von Bauteilen kann durch einen Vendor Lock-in auf­wän­di­ger ausfallen. Im Vergleich zu Rack Servern bieten Blade Server, die meist für de­di­zier­te An­wen­dun­gen genutzt werden, zudem weniger Er­wei­te­run­gen. Grund dafür ist, dass auch die An­schlüs­se für weitere Fest­plat­ten oder PCI-Slots meist reduziert werden. Für viele Un­ter­neh­men zählen daher Rack Server aufgrund Ihres Preis-Leistungs-Ver­hält­nis­ses weiterhin zur ersten Wahl.

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