Die Ver­mitt­lungs­schicht ist die dritte Ebene des OSI-Modells und vor allem für die korrekte Adres­sie­rung von Teil­neh­mern in einem Netzwerk zuständig. Auch das Routing, also die Suche nach dem kürzesten Weg durch ein Netzwerk, regelt die OSI-Ver­mitt­lungs­schicht.

Was ist die OSI-Ver­mitt­lungs­schicht?

Die Ver­mitt­lungs­schicht wird auch Netz­werk­schicht oder Network Layer genannt und ist die dritte Ebene im OSI-Modell. Sie ist zuständig für die korrekte Adres­sie­rung, die für den Ver­bin­dungs­auf­bau innerhalb eines Netzwerks wichtig ist. So er­mög­licht sie zwei Teil­neh­mern die sichere Ver­knüp­fung mit­ein­an­der, wobei die Kom­mu­ni­ka­ti­on auch über ver­schie­de­ne Netze verlaufen kann.

Welche Funk­tio­nen hat die Ver­mitt­lungs­schicht?

Die Vor­aus­set­zung dafür, dass zwei un­ter­schied­li­che Systeme in einem Netzwerk mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und Daten aus­tau­schen können, ist die korrekte Adres­sie­rung. Die Ver­mitt­lungs­schicht bietet zu diesem Zweck un­ter­schied­li­che Dienste und Funk­tio­nen an, die sie ins­be­son­de­re der Trans­port­schicht (Layer 4) zur Verfügung stellt.

Die Haupt­auf­ga­be des Network Layers besteht somit sowohl in der na­mens­ge­ben­den Ver­mitt­lung, als auch im Auf- und Abbau einer Ver­bin­dung. Dafür werden ge­si­cher­te Sys­tem­ver­bin­dun­gen mit­ein­an­der verknüpft, selbst wenn diese dafür über mehrere Netze geführt werden müssen. Die Ver­mitt­lungs­schicht trifft in diesem Fall eine Wegwahl und stellt den höheren Ebenen dann eine trans­pa­ren­te Ver­bin­dung zwischen Quelle und Ziel­sys­tem zur Verfügung.

Zu den weiteren Funk­tio­nen der Ver­mitt­lungs­schicht gehören Fluss­kon­trol­le, die Feh­ler­ana­ly­se und -behebung sowie die Über­wa­chung der phy­si­ka­li­schen Ver­bin­dung. Die Fluss­kon­trol­le erlaubt unter anderem die Pufferung der über­tra­ge­nen Daten, falls der Da­ten­fluss von Emp­fän­ger­sei­te un­ter­bro­chen wird. Dazu passt die OSI-Ver­mitt­lungs­schicht die Größe der Da­ten­pa­ke­te an die Ge­ge­ben­hei­ten des je­wei­li­gen Netzes an, um so eine möglichst rei­bungs­lo­se Über­tra­gung zu er­mög­li­chen.

Bei pa­ke­t­ori­en­tier­ten Diensten ist die Ver­mitt­lungs­schicht außerdem für die Stau­ver­mei­dung mit­ver­ant­wort­lich. Der Network Layer kann sowohl ver­bin­dungs­lo­se als auch ver­bin­dungs­ori­en­tier­te Netzwerke un­ter­stüt­zen, dabei al­ler­dings immer nur einen Typ gleich­zei­tig bedienen.

Welche Dienste führt die Ver­mitt­lungs­schicht aus?

Die Ver­mitt­lungs­schicht bietet zahl­rei­che un­ter­schied­li­che Dienste an. Ist keine direkte Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Sender und Empfänger möglich, sorgt die OSI-Ver­mitt­lungs­schicht dafür, dass die einzelnen Pakete zunächst an Kno­ten­punk­te wei­ter­ge­lei­tet werden, nicht aber in die höheren Ebenen gelangen.

Neben den Netz­ver­bin­dun­gen stellt die Ver­mitt­lungs­schicht auch die passenden Netz­adres­sen zur Verfügung. Diese Adressen sind ein­zig­ar­tig und hier­ar­chisch struk­tu­riert. Zu den weiteren Diensten gehören die ei­gent­li­che Über­tra­gung von Da­ten­ein­hei­ten und die Iden­ti­fi­zie­rung der re­le­van­ten Ver­bin­dungs­punk­te zwischen Sender und Empfänger. Im Gegensatz zur Si­che­rungs­schicht (Layer 2) können sich die In­for­ma­tio­nen der Ver­mitt­lungs­schicht über die Grenzen des lokalen Netzwerks bewegen.

Welche Pro­to­kol­le nutzen die Ver­mitt­lungs­schicht?

Zahl­rei­che Pro­to­kol­le nutzen oder nutzten die Ver­mitt­lungs­schicht. Dazu gehören unter anderem:

  • CLNS (Con­nec­tion­less-mode Network Service): Ein Netz­werk­pro­to­koll für den Einsatz in ad­mi­nis­trier­ten Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­zen.
  • DDP (Datagram Delivery Protocol): Ein Da­ten­über­tra­gungs­pro­to­koll von AppleTalk.
  • EGP (Exterior Gateway Protocol): Ein Protokoll, welches die Er­reich­bar­keit von Netzen aus zwei ver­schie­de­nen autonomen Systemen überprüft.
  • EIGRP (Enhanced Interior Gateway Routing Protocol): Ein Protokoll, welches Router und Routen zwischen zwei Netz­wer­ken speichert.
  • ICMP (Internet Control Message Protocol): Ein Protokoll zum Austausch von In­for­ma­tio­nen und Feh­ler­mel­dun­gen in Netz­wer­ken. Gehört zu IPv4.
  • IGMP (Internet Group Ma­nage­ment Protocol): Ein Netz­werk­pro­to­koll zur Or­ga­ni­sa­ti­on von Grup­pen­kom­mu­ni­ka­ti­on.
  • IPsec (Internet Protocol Security): Ein Pro­to­koll­sta­pel, der eine sichere Ver­bin­dung in po­ten­zi­ell un­si­che­ren Netzen er­mög­li­chen soll.
  • IPv4: Das Internet Protocol (IP) der Version 4 und der ehemalige Standard.
  • IPv6: Der neuere In­ter­net­stan­dard, der den Adress­raum von 32 auf 128 Bit ausweitet.
  • IPX (In­ter­net­work Packet Exchance): Ein Netz­werk­pro­to­koll, welches vor allem für das Be­triebs­sys­tem NetWare ein­ge­setzt wird.
  • OSPF (Open Shortest Path First): Ein Routing-Protokoll von IETF für den Einsatz in großen Un­ter­neh­mens­net­zen.
  • NetBEUI (NetBIOS Extended User Interface): Ein Netz­werk­pro­to­koll, welches durch TCP/IP mitt­ler­wei­le al­ler­dings überholt ist.
  • PIM (Protocol In­de­pen­dent Multicast): Ein Verfahren für dy­na­mi­sches Routing in der Grup­pen­kom­mu­ni­ka­ti­on.
  • RIP (Routing In­for­ma­ti­on Protocol): Ein Routing-Protokoll für den Einsatz innerhalb eines autonomen Systems.
  • X.25: Eine Pro­to­koll­fa­mi­lie für Wide Area Networks, die ebenfalls die Ver­mitt­lungs­schicht verwendet.
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