Wenn Sie einen eigenen Dedicated Server betreiben, können Sie selbst ent­schei­den, mit welchem Be­triebs­sys­tem Sie arbeiten möchten. Zwar sind Windows und Ubuntu als Server-Be­triebs­sys­te­me sehr beliebt, aber nicht zwingend für Ihre Zwecke passend. Erfahren Sie, wie Sie bei IONOS eine Be­triebs­sys­tem-Al­ter­na­ti­ve in­stal­lie­ren.

Be­triebs­sys­tem-Al­ter­na­ti­ve für den Server

Wenn Sie einen Dedicated Server mieten, müssen Sie sich bei der an­fäng­li­chen Kon­fi­gu­ra­ti­on des Angebots in der Regel für ein Be­triebs­sys­tem ent­schei­den. Meist stehen Ihnen hierfür eine Windows-Server-Version und ein oder mehrere Linux-Server-Dis­tri­bu­tio­nen zur Verfügung. Sie können oft das Be­triebs­sys­tem nach dem Aufsetzen des Servers noch ändern. In der Ver­wal­tungs­ober­flä­che finden Sie dafür eine ent­spre­chen­de Option. Auch hier wählen Sie nur aus den Systemen aus, die Ihnen im Server-Paket zur Verfügung stehen.

Möchten Sie darüber hinaus ein anderes Be­triebs­sys­tem in­stal­lie­ren, müssen Sie einen kleinen Umweg gehen. Mithilfe eines Emulators haben Sie die Mög­lich­keit, eine ISO-Datei Ihrer Wahl zu in­stal­lie­ren. Sobald die In­stal­la­ti­on ab­ge­schlos­sen ist, verhält sich das Be­triebs­sys­tem aber wie gewohnt, da es direkt auf der Hardware des Dedicated Servers in­stal­liert wurde.

Bedenken Sie dabei, dass das von Ihnen gewählte Be­triebs­sys­tem dann nicht offiziell für den Server un­ter­stützt wird. Der Support des Hosting-Un­ter­neh­mens kann Ihnen bei Problemen also eventuell nicht wei­ter­hel­fen. Sie sollten das Be­triebs­sys­tem auch nur dann wechseln, wenn Sie über aus­rei­chend Know-how verfügen, um den Server ab­zu­si­chern und korrekt zu kon­fi­gu­rie­ren.

Dedicated Server
De­di­zier­te Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren
  • 100 % En­ter­pri­se-Hardware
  • Kon­fi­gu­rier­ba­re Hardware-Aus­stat­tung
  • ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren

Schritt für Schritt: Eigenes Be­triebs­sys­tem auf einem IONOS Dedicated Server in­stal­lie­ren

Wenn Sie bei IONOS ein Be­triebs­sys­tem auf Ihrem Dedicated Server in­stal­lie­ren möchten, das nicht direkt un­ter­stützt wird, können Sie die folgenden Schritte ausführen. Wir verwenden dafür einen Server, auf dem bereits ein Linux-System in­stal­liert ist. Um dieser Anleitung zu folgen, benötigen Sie außerdem Zugang zum Cloud Panel von IONOS.

  1. Loggen Sie sich zunächst in Ihr Cloud Panel ein und starten Sie dann den Rescue Mode Ihres Linux-Servers.
  2. Nun loggen Sie sich per SSH in Ihren Server ein. (Sie können theo­re­tisch auch per VNC-Konsole Zugang zum Server aufbauen; dann haben Sie al­ler­dings nicht die Mög­lich­keit, die folgenden Befehle per Copy-and-Paste in die Kom­man­do­zei­le des Servers zu über­tra­gen.)
  3. Schaffen Sie etwas Platz auf Ihrer Fest­plat­te und in­stal­lie­ren Sie den QEMU-Emulator. Außerdem empfiehlt es sich, ca-certificates zu in­stal­lie­ren, um später HTTPS für den Download der ISO-Datei nutzen zu können. In folgendem Befehl sind bereits alle Schritte enthalten:
apt-get -y purge chkrootkit duplicity memtester smartmontools tcpdump bonnie++ samba-common samba-libs reiserfsprogs linux-libc-dev && apt-get -y autoremove && apt-get update ; apt-get -y install ca-certificates qemu-system-x86 && apt-get -y clean
shell
  1. Um die ISO-Datei speichern zu können, müssen Sie ein Ver­zeich­nis im RAM erstellen. Die Größe können Sie selbst anpassen. Um zu prüfen, wie viel Ar­beits­spei­cher Ihnen zur Verfügung steht, verwenden Sie free -h. Das Ver­zeich­nis erstellen Sie dann wie folgt:
mount -t tmpfs -o size=4G tmpfs /mnt
shell
  1. Na­vi­gie­ren Sie dann in das erstellte Ver­zeich­nis:
cd /mnt/
shell
  1. Jetzt laden Sie die ISO-Datei von Ihrem ge­wünsch­ten Be­triebs­sys­tem herunter. Tragen Sie dafür die korrekte URL in den Befehl ein:
wget 'INSERT_URL_HERE'
shell
  1. Nun erstellen Sie eine virtuelle Maschine, in der Sie die ISO-Datei starten können. Geben Sie dafür im folgenden Code den korrekten Namen Ihrer ISO-Datei an. Wir gehen in dieser Anleitung von zwei Lauf­wer­ken aus. Sie müssen also eventuell die Anzahl der Laufwerke anpassen. Außerdem geben wir der vir­tu­el­len Maschine 2 GB Ar­beits­spei­cher. Auch diesen Parameter können Sie ändern.
qemu-system-x86_64 -boot d -display curses -cdrom YOUR_OS.iso -drive file=/dev/sda,format=raw -drive file=/dev/sdb,format=raw -m 2G
shell
  1. Nun in­stal­lie­ren Sie das neue Be­triebs­sys­tem. Dafür folgen Sie den An­wei­sun­gen oder einer Anleitung des spe­zi­fi­schen Be­triebs­sys­tems.
  2. Danach beenden Sie die virtuelle Maschine. Das geht bei­spiels­wei­se direkt in QEMU, indem Sie [Alt] + [2] drücken und system_powerdown in die Konsole eintragen. Wenn Ihr System ACPI nicht un­ter­stützt, kann der Emulator auch per q beendet werden.
  3. Ab­schlie­ßend beenden Sie die SSH-Ver­bin­dung und wechseln wieder in das Cloud Panel. Starten Sie den Server nun neu, booten Sie ihn aber im „local“-Modus. Nun sollte der Dedicated Server mit dem neuen Be­triebs­sys­tem starten.

Achtung: Abhängig von Ihrem Be­triebs­sys­tem müssen Sie für die In­stal­la­ti­on eventuell ein GUI zur Verfügung haben. Hierfür ändern Sie Schritt 7 wie folgt ab:

  • Verbinden Sie sich per SSH mit dem Server. Geben Sie dafür die korrekte IP-Adresse an:
ssh -L localhost:5900:localhost:5900 root@[YOUR SERVER IP]
shell
  • Na­vi­gie­ren Sie in das korrekte Ver­zeich­nis: cd /mnt.
  • Nun erstellen Sie die virtuelle Maschine und fügen hierbei den -vnc-Parameter ein:
qemu-system-x86_64 -boot d -vnc :0 -cdrom YOUR_OS.iso -drive file=/dev/sda,format=raw -drive file=/dev/sdb,format=raw -m 2G
shell
  • Schließ­lich können Sie sich per VNC verbinden und bei Schritt 8 in der Anleitung wei­ter­ma­chen, also die In­stal­la­ti­on des Be­triebs­sys­tems starten.
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