Ein Debian 13-Upgrade ist ein Schritt, um Ihr System aktuell, sicher und zu­kunfts­fä­hig zu halten. Mit der neuen Version trixie bringt Debian zahl­rei­che Ver­bes­se­run­gen und ak­tua­li­sier­te Soft­ware­pa­ke­te, die sowohl für Server als auch für Desktop-Systeme relevant sind. Die sichere Ak­tua­li­sie­rung von Debian 12 (bookworm) ist dabei in wenigen Schritten erledigt.

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Schritt 1: Vor­be­rei­tung

Bevor Sie etwas an Ihrem System verändern, sollten Sie sich die of­fi­zi­el­len Release-Notes von Debian 13 (trixie) durch­le­sen. In diesen Hinweisen wird erklärt, welche bekannten Probleme es gibt, welche Pakete besondere Auf­merk­sam­keit erfordern und ob es Ein­schrän­kun­gen gibt, die für Ihre konkrete Situation relevant sein könnten. Es reicht, wenn Sie sich zunächst die Kapitel zum trixie-Upgrade durch­le­sen und dabei prüfen, ob Programme, die Sie nutzen, dort erwähnt werden. Dieser erste Schritt wirkt viel­leicht un­schein­bar, erspart Ihnen aber oft später große Schwie­rig­kei­ten.

Hinweis

Ein Debian 13-Upgrade funk­tio­niert nur von der direkten Vor­gän­ger­ver­si­on Debian 12. Wenn Sie eine andere Version bzw. Linux-Dis­tri­bu­ti­on nutzen, müssen Sie Debian 13 neu in­stal­lie­ren!

Schritt 2: Ein voll­stän­di­ges Backup erstellen

Das Al­ler­wich­tigs­te vor einem Upgrade auf Debian 13 ist eine Sicherung Ihrer Daten. Denn selbst wenn das Upgrade im Nor­mal­fall pro­blem­los funk­tio­niert, kann es durch Strom­aus­fäl­le, feh­ler­haf­te Fest­plat­ten oder Pa­ket­kon­flik­te passieren, dass Ihr System im Anschluss nicht mehr startet. Wenn Sie vorher eine Sicherung haben, können Sie Ihr System jederzeit wie­der­her­stel­len und verlieren keine Daten. Wichtig ist nicht nur, dass Sie eine Sicherung anlegen, sondern auch, dass Sie prüfen, ob sie funk­tio­niert. Es lohnt sich also, nach dem Backup zu kon­trol­lie­ren, ob die Dateien tat­säch­lich voll­stän­dig vorhanden sind.

Sichern sie min­des­tens /etc (Kon­fi­gu­ra­tio­nen), /home (Nut­zer­da­tei­en), Datenbank-Dumps (/var/lib/mysql bzw. mysqldump) und alle Web-/Ap­pli­ka­ti­ons­da­ten. Wenn Sie eine VM/Cloud nutzen, erstellen Sie zu­sätz­lich einen Snapshot oder ein Image. Speichern Sie außerdem die Ausgabe von folgendem Befehl:

dpkg --get-selections '*'
bash

Das Ergebnis ist eine ta­bel­la­ri­sche Liste aller Pakete, die auf Ihrem System bekannt sind, zusammen mit ihrem Status. Diese benötigen Sie, um sie nach dem Upgrade auf Debian 13 wie­der­her­zu­stel­len.

Schritt 3: Den aktuellen Zustand Ihres Systems prüfen

Bevor Sie mit dem Debian 13-Upgrade beginnen, sollten Sie si­cher­stel­len, dass Sie wirklich Debian 12, also bookworm, in­stal­liert haben. Dies können Sie einfach nach­prü­fen, indem Sie die Debian-Version mit folgendem Befehl einsehen:

cat /etc/debian_version
bash

In der Ausgabe sollte „bookworm“ oder „12“ stehen. Ebenso wichtig ist es, den ver­füg­ba­ren Spei­cher­platz zu kon­trol­lie­ren. Das Upgrade lädt sehr viele neue Pakete herunter, die temporär ge­spei­chert werden. Wenn Sie zu wenig Platz haben, kann das Upgrade abbrechen. Nutzen Sie den nach­fol­gen­den Ter­mi­nal­be­fehl, um zu über­prü­fen, ob aus­rei­chend Spei­cher­platz vorhanden ist:

apt -o APT::Get::Trivial-Only=true full-upgrade
bash

Wenn Sie in der Ausgabe folgende Warnung erhalten, fehlt Ihnen Spei­cher­platz für das Debian 13-Upgrade und Sie müssen freien Spei­cher­platz schaffen, bevor Sie fort­fah­ren:

E: You don't have enough free space in /var/cache/apt/archives/.
bash

Schritt 4: Das be­stehen­de System ak­tua­li­sie­ren

Bevor Sie Debian 12 in Debian 13 umwandeln, sollten Sie si­cher­stel­len, dass Ihr jetziges System voll­stän­dig auf dem neuesten Stand ist. Nutzen Sie hierzu folgende Befehle:

sudo apt update
sudo apt upgrade -y
sudo apt full-upgrade -y
sudo apt autoremove --purge -y
bash

Dieser Schritt ist wichtig, weil er even­tu­el­le kleine Fehler und Si­cher­heits­lü­cken behebt und somit die Grundlage für ein sauberes Upgrade schafft. Erst wenn Ihr bookworm-System aktuell ist, sollten Sie die Um­stel­lung auf trixie beginnen.

Schritt 5: Gehaltene Pakete über­prü­fen

Manchmal werden Pakete auf „Hold“ gesetzt. Das bedeutet, dass sie nicht au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert werden, selbst wenn neue Versionen verfügbar sind. Solche Pakete können beim Upgrade zu Problemen führen, weil sie ver­hin­dern, dass Ab­hän­gig­kei­ten korrekt aufgelöst werden. Mit einem einfachen Befehl können Sie prüfen, ob auf Ihrem System Pakete auf „Hold“ gesetzt sind:

apt-mark showhold
bash

Wenn das der Fall ist, sollten Sie diese Pakete freigeben, damit das Upgrade rei­bungs­los funk­tio­niert:

sudo apt-mark unhold paketname
bash

Schritt 6: Fremde Pa­ket­quel­len kon­trol­lie­ren

Viele User fügen ihrem System im Laufe der Zeit zu­sätz­li­che Pa­ket­quel­len hinzu, zum Beispiel für spezielle Software, die nicht im of­fi­zi­el­len Debian-Archiv enthalten ist. Solche Quellen sind häufig für Probleme bei einem Debian 13-Upgrade ver­ant­wort­lich. Sie sollten daher Ihre Liste der Pa­ket­quel­len über­prü­fen:

apt list '?narrow(?installed, ?not(?origin(Debian)))'
bash

De­ak­ti­vie­ren oder entfernen Sie alle Einträge, die nicht zu Debian gehören, vor­über­ge­hend. Am si­chers­ten ist es, wenn Ihr System während des Upgrades aus­schließ­lich of­fi­zi­el­le Debian-Pakete verwendet.

Schritt 7: Die Pa­ket­quel­len auf Debian 13 umstellen

Nachdem Ihr System vor­be­rei­tet ist, müssen Sie nun die Pa­ket­quel­len von Debian 12 auf Debian 13 umstellen. Die Pa­ket­quel­len befinden sich in der Datei /etc/apt/sources.list und teilweise auch in zu­sätz­li­chen Dateien im Ver­zeich­nis /etc/apt/sources.list.d/. Öffnen Sie die Dateien in einem Text­edi­tor und ersetzen Sie überall den Begriff „bookworm“ durch „trixie“. Achten Sie darauf, dass Sie wirklich alle Einträge ändern, damit alle Pakete aus den neuen Quellen geladen werden. Bevor Sie wei­ter­ma­chen, sichern Sie sich am besten die alte Version der Datei, damit Sie bei einem Fehler jederzeit zu­rück­wech­seln können.

Schritt 8: Eine stabile Ar­beits­um­ge­bung schaffen

Wenn Sie das Upgrade auf einem ent­fern­ten Server über SSH durch­füh­ren, besteht immer die Gefahr, dass Ihre Ver­bin­dung während des Prozesses abbricht. Das könnte im schlimms­ten Fall dazu führen, dass das Upgrade un­voll­stän­dig bleibt. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollten Sie Programme wie screen oder tmux verwenden. Diese Programme eröffnen eine Art zweite Sitzung, die im Hin­ter­grund wei­ter­läuft, selbst wenn Ihre SSH-Ver­bin­dung un­ter­bro­chen wird. In unserem Beispiel nutzen wir screen und die er­for­der­li­chen Befehle sehen wie folgt aus:

sudo apt install screen -y
screen -S upgrade-session
bash

Schritt 9: Minimales Debian 13-Upgrade starten

Nachdem Sie die Vor­be­rei­tun­gen ab­ge­schlos­sen haben, führen Sie in einem nächsten Schritt ein so­ge­nann­tes minimales Upgrade durch. Dabei werden nur die Pakete ak­tua­li­siert, die sich ohne größere Konflikte ersetzen lassen. Dieser Zwi­schen­schritt reduziert das Risiko, dass wichtige Dienste plötzlich nicht mehr funk­tio­nie­ren. Erst wenn dieses erste Upgrade er­folg­reich ab­ge­schlos­sen ist, sollten Sie mit dem ei­gent­li­chen großen Upgrade fort­fah­ren. Um das minimale Debian 13-Upgrade zu starten, nutzen Sie folgenden Befehl:

apt upgrade --without-new-pkgs
bash

Schritt 10: Das voll­stän­di­ge Upgrade durch­füh­ren

Nun können Sie das voll­stän­di­ge Upgrade starten. Dies ist der zentrale Schritt, bei dem Ihr Debian-System von Version 12 auf Version 13 um­ge­stellt wird. Während dieses Vorgangs werden viele Pakete her­un­ter­ge­la­den, entpackt und in­stal­liert. Es kann sein, dass das System Sie mehrfach fragt, wie mit be­stimm­ten Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en verfahren werden soll. In der Regel ist es sicher, die neue Version der Datei zu über­neh­men, die vor­ge­schla­gen wird. Mit folgendem Befehl starten Sie das Debian 13-Upgrade:

apt full-upgrade
bash

Seien Sie geduldig: Dieser Schritt kann je nach Ge­schwin­dig­keit Ihrer Hardware und Ihrer In­ter­net­ver­bin­dung einige Zeit dauern.

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Schritt 11: Neustart mit neuem Kernel

Das Upgrade auf trixie be­inhal­tet nor­ma­ler­wei­se auch ein Kernel-Upgrade. Es ist stark empfohlen, ein linux-image- *-Metapaket in­stal­liert zu haben (z. B. linux-image-amd64 bei einer AMD64-Ar­chi­tek­tur), damit* künftige Kernel-Updates au­to­ma­tisch nach­in­stal­liert* werden. Prüfen Sie das Vor­han­den­sein eines Me­ta­pa­kets mit folgendem Befehl:

dpkg -l 'linux-image*' | grep ^ii | grep -i meta
bash

Falls kein Metapaket vorhanden sein sollte, können Sie mit folgendem Befehl eins in­stal­lie­ren:

apt install linux-image-amd64
bash

Nach einem Kernel-Upgrade ist ein Reboot notwendig, damit der neue Kernel läuft. Die Release-Notes weisen aus­drück­lich darauf hin, dass ein Neustart in der Regel nötig ist.

Schritt 12: Nach­ar­bei­ten und Aufräumen

Auch wenn das System nach dem Neustart läuft, gilt es noch ein paar Auf­räum­ar­bei­ten zu erledigen. Es ist sinnvoll, nicht mehr benötigte Pakete und alte Ab­hän­gig­kei­ten zu entfernen, damit Ihr System schlank und sauber bleibt. Dafür können Sie apt autoremove verwenden. Auch veraltete Pakete, die nach dem Debian 13-Upgrade nicht mehr benötigt werden, sollten aus Ihrem System entfernt werden. Lassen Sie sich diese auflisten und löschen Sie sie mit folgenden Ter­mi­nal­be­feh­len:

apt list '?obsolete'
apt purge '?obsolete'
bash

Auch die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en der ver­al­te­ten Pakete benötigen Sie nicht mehr:

apt list '?config-files'
apt purge '?config-files'
bash

Damit ist Ihr System er­folg­reich auf Debian 13 (trixie) ak­tua­li­siert und Sie können das Be­triebs­sys­tem wie gewohnt nutzen. In­stal­lie­ren Sie bei­spiels­wei­se Da­ten­bank­ma­nage­ment­sys­te­me wie Post­greS­QL auf Debian 13 oder laden Sie andere Programme wie gewohnt herunter.

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