Docker ist eine Open-Source-Plattform, mit der man An­wen­dun­gen in so­ge­nann­ten Con­tai­nern erstellen und ausführen kann. Container sind isolierte Um­ge­bun­gen, die alle not­wen­di­gen De­pen­den­ci­es einer Anwendung enthalten. Da Linux-basierte Be­triebs­sys­te­me wie CentOS sehr beliebte Ent­wick­lungs­platt­for­men sind, passt dieses System sehr gut mit Docker zusammen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie schnell und leicht Docker auf Ihrem CentOS 7 System in­stal­liert und zum Laufen bekommen.

Sys­tem­an­for­de­run­gen

Da Docker Stan­dard­soft­ware ist, stellt sie nicht allzu hohe Hardware-An­for­de­run­gen. Die Software-An­for­de­run­gen sind aber ein bisschen spe­zi­fi­scher, deshalb haben wir trotzdem alle Sys­tem­an­for­de­run­gen für Sie auf­ge­lis­tet:

  • 64-Bit CPU, die Vir­tua­li­sie­rung un­ter­stützt
  • 4 GB Ar­beits­spei­cher
  • Gnome, KDE oder MATE als Desktop-Umgebung
  • Un­ter­stüt­zung für KVM-Vir­tua­li­sie­rung
  • QEMU (min­des­tens Version 5.2)
  • systemd

Der passende Server

Je nach Anwendung kann es in manchen Fällen optimal sein, Docker auf einem Server laufen zu lassen, anstatt auf Ihrem lokalen Rechner. Dafür bieten sich ver­schie­de­ne Ser­ver­ty­pen an, die sich für un­ter­schied­li­che An­wen­dungs­sze­na­ri­en eignen.

Bei vir­tua­li­sier­ten Servern wie dem Cloud Server oder dem VPS (Virtual Private Server) von IONOS pro­fi­tie­ren Sie von jederzeit ska­lier­ba­ren Res­sour­cen. Das heißt, dass Sie bei der Besorgung eines Servers nicht mit einem Overhead rechnen müssen – Ihr Server hat immer genau so viele Res­sour­cen zur Verfügung, wie er in dem Moment braucht. Die beiden Ser­ver­ty­pen un­ter­schei­den sich in der Ab­rech­nung. Der Cloud Server bietet Ihnen eine mi­nu­ten­ge­naue Ab­rech­nung, bei einem VPS erfolgt die Ab­rech­nung zu einem mo­nat­li­chen Fixpreis.

Wenn ein vir­tua­li­sier­ter Server für Ihren Zwecken nicht ausreicht, bietet IONOS auch Dedicated Server an, deren Res­sour­cen rund um die Uhr für Sie re­ser­viert sind. Dazu laufen die Dedicated Server auf mo­derns­ter En­ter­pri­se-Hardware. So können Sie si­cher­stel­len, dass Ihre Anwendung immer die maximale Leistung zur Verfügung hat. Wie beim Cloud Server wird beim Dedicated Server mi­nu­ten­ge­nau ab­ge­rech­net.

Ein­satz­sze­na­rio Passender Servertyp
Server zur Ent­wick­lung Ihrer Anwendung; Sie zahlen nur für die Zeit, in der Sie den Server zur Testung der Anwendung tat­säch­lich nutzen. Cloud Server XL
Server zur Ent­wick­lung oder De­ploy­ment einer Anwendung, die sehr oft oder sogar durch­gän­gig online ist VPS Linux XL
En­ter­pri­se-Level Server zur De­ploy­ment einer Anwendung, die sehr viele Res­sour­cen braucht; stellen Sie sicher, dass Ihre Anwendung immer auf der si­chers­ten und per­for­man­tes­ten Hardware läuft und dass Sie diese Hardware nie teilen müssen. Dedicated Server

In­stal­la­ti­on per yum

Auf Linux, wie auch auf den meisten anderen Systemen, gibt es mehrere Wege, Software zu in­stal­lie­ren. Dabei ist die In­stal­la­ti­on über einen Paket-Manager oft die ein­fachs­te Methode. Der Standard-Paket-Manager für CentOS heißt yum. Um Docker per yum zu in­stal­lie­ren, müssen Sie nur wenige Schritte befolgen.

Schritt 1: yum und alle Pakete ak­tua­li­sie­ren

Zuerst sollten Sie Ihren Paket-Manager, Ihre in­stal­lier­ten Pakete und Ihren Linux-Kern auf den neuesten Stand bringen. Dafür geben Sie in Ihrer Shell den folgenden Befehl ein:

sudo yum update
bash
Bild: Anzeige nach der Aktualisierung von yum
Ter­mi­nal­an­zei­ge nach yum-Update

Falls Sie Docker auf Ihrem System bereits genutzt haben, sollten Sie vor der In­stal­la­ti­on alle Docker-Kom­po­nen­ten entfernen. Geben Sie dafür den folgenden Befehl ein. Falls Sie noch nie Docker auf Ihrem System in­stal­liert hatten, können Sie diesen Schritt über­sprin­gen.

sudo yum remove docker docker-client docker-client-latest docker-common docker-latest docker-latest-logrotate docker-logrotate docker-selinux docker-engine-selinux docker-engine
bash

Schritt 2: De­pen­den­ci­es in­stal­lie­ren

Je nachdem, wie oft Sie Ihre Software ak­tua­li­sie­ren, kann die Ak­tua­li­sie­rung einige Minuten dauern. Nachdem die Ak­tua­li­sie­rung ab­ge­schlos­sen ist, sollten Sie den folgenden Befehl eingeben, um die von Docker be­nö­tig­ten De­pen­den­ci­es zu in­stal­lie­ren:

sudo yum install -y yum-utils device-mapper-persistent-data lvm2
bash
Bild: Anzeige, nachdem Dependencies installiert wurden
Ter­mi­nal­an­zei­ge, nachdem De­pen­den­ci­es in­stal­liert wurden

Schritt 3: Docker-Re­po­si­to­ry hin­zu­fü­gen

Nun müssen Sie die Docker-Re­po­si­to­ry Ihrem Paket-Manager hin­zu­fü­gen. Dafür geben Sie den folgenden Befehl ein:

sudo yum-config-manager --add-repo https://download.docker.com/linux/centos/docker-ce.repo
bash
Bild: Anzeige, nachdem Repository hinzugefügt wurde
Ter­mi­nal­an­zei­ge nach --add-repo
Hinweis

Der obige Befehl fügt die Re­po­si­to­ry Docker Community Edition (CE) Ihrem Paket-Manager zu. Falls Sie die Docker En­ter­pri­se Edition (EE) in­stal­lie­ren wollen, sollten Sie die obige URL durch die URL Ihrer Docker EE-Lizenz ersetzen.

Schritt 4: Docker in­stal­lie­ren

Nun ist es an der Zeit, Docker auf Ihrem CentOS-System zu in­stal­lie­ren. Um den In­stal­la­ti­ons­pro­zess ab­zu­schlie­ßen, nutzen Sie diesen Befehl:

sudo yum install docker-ce
bash
Bild: Anzeige nach der Installation von Docker auf CentOS
Ter­mi­nal­an­zei­ge nach install docker-ce
Tipp

Neben docker-ce (früher Docker Engine genannt) werden häufig auch andere Docker-Kom­po­nen­ten in­stal­liert, z. B. Docker Compose, con­tai­nerd und die CLI-Version von Docker CE. Wenn Sie diese Kom­po­nen­ten ebenfalls in­stal­lie­ren möchten, sollten Sie anstatt des obigen Shell-Befehls den folgenden eingeben: sudo yum install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin

Sie können nun mit den folgenden Befehlen testen, ob die In­stal­la­ti­on er­folg­reich war:

sudo systemctl start docker
sudo docker run hello-world
bash
Bild: Docker-Installation auf CentOS prüfen
Ter­mi­nal­an­zei­ge, nachdem Docker-In­stal­la­ti­on geprüft wurde

Manuelle In­stal­la­ti­on

Falls Sie die Docker-Re­po­si­to­ry nicht nutzen können oder wollen, können Sie das Docker-Paket auch manuell in­stal­lie­ren. Dabei ist wichtig zu beachten, dass Ihre Docker-In­stal­la­ti­on nicht au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert wird. Dies müssen Sie dann selbst tun. Bevor Sie mit der manuellen In­stal­la­ti­on fort­fah­ren, sollten Sie die Schritte 1 und 2 aus der obigen Anleitung nehmen.

Schritt 1: Docker her­un­ter­la­den

Gehen Sie zuerst auf die Docker-Webseite und laden Sie Ihre gesuchte Version herunter. Wir empfehlen die aktuelle Version, die mit docker-ce beginnt (nicht die cli- oder rootless-Versionen). Merken Sie sich, wo Sie diese .rpm-Datei ge­spei­chert haben.

Schritt 2: Paket in­stal­lie­ren

Führen Sie in Ihrer Shell den folgenden Befehl aus, wobei Sie /paket.rpm ersetzen durch den Pfad zum Docker-Paket, das Sie her­un­ter­ge­la­den haben.

sudo yum install /paket.rpm
bash
Bild: Manuelle Docker-Installation auf CentOS prüfen
Ter­mi­nal­an­zei­ge, nachdem die manuelle Docker-In­stal­la­ti­on geprüft wurde
Tipp

Die Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware Docker gibt es nicht nur für CentOS, sondern auch für viele andere Be­triebs­sys­te­me. Wir erklären Ihnen, wie Sie Docker auf Ubuntu 20.04 in­stal­lie­ren, Docker auf Debian 11 ein­rich­ten oder Docker unter Windows 11 in­stal­liert bekommen.

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