Die Open-Source-Software Docker er­mög­licht auf Windows 11 con­tai­ner­ba­sier­te Vir­tua­li­sie­rung für Apps und An­wen­dun­gen – in der Cloud oder auf lokalen Computern. Der Vorteil: Im Gegensatz zu vir­tu­el­len Maschinen vir­tua­li­siert Docker einzelne An­wen­dun­gen mit allen er­for­der­li­chen Software-Kom­po­nen­ten und stellt diese dynamisch, un­ab­hän­gig und sys­tem­über­grei­fend bereit. Die In­stal­la­ti­on von Docker ist zudem auf Windows, Linux und macOS möglich.

Was ist Docker auf Windows 11?

Container-Vir­tua­li­sie­rung wie sie mit der Open-Source-Software Docker erstmals in großem Umfang zum Einsatz kam, krempelte Aufbau, Ver­tei­lung und Nutzung von Soft­ware­lö­sun­gen grund­le­gend um. Anders als virtuelle Maschinen vir­tua­li­sie­ren Docker-Container nicht ganze Be­triebs­sys­te­me, sondern lediglich aus­ge­wähl­te, isolierte An­wen­dun­gen in Form von Software-Con­tai­nern. Diese erweisen sich in ver­schie­de­nen Bereichen wie An­wen­dungs­ent­wick­lung, Hosting, PaaS, Staging oder Pro­duk­ti­on als besonders kompakt, kom­pa­ti­bel und ska­lier­bar.

Ähnlich wie bei phy­si­schen Con­tai­nern in der Trans­port­lo­gis­tik sind bei Docker-Con­tai­nern alle nötigen Software-Kom­po­nen­ten im je­wei­li­gen Container als so­ge­nann­tes Image enthalten. Auf diese Weise lassen sich isolierte An­wen­dun­gen ohne Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me zwischen Be­triebs­sys­te­men bewegen und ausführen. Docker weist hierzu je nach Be­triebs­sys­tem dem Container der laufenden Anwendung ent­spre­chen­de Sys­tem­res­sour­cen zu. Der Vorteil liegt in der leicht­ge­wich­ti­gen, mobilen und viel­sei­ti­gen Nutzung von An­wen­dun­gen. Das Programm lässt sich mittels stan­dar­di­sier­ter APIs, OS-Kernel, Hy­per­vi­sor oder VM auf ver­schie­de­nen Be­triebs­sys­te­men in­stal­lie­ren – nicht nur auf Windows 11.

Im Digital Guide finden Sie auch An­lei­tun­gen zu al­ter­na­ti­ven Be­triebs­sys­te­men:

Tipp

Pro­fi­tie­ren Sie von echten de­di­zier­ten Res­sour­cen mit voll­stän­di­ger Vir­tua­li­sie­rung. Mit dem VPS von IONOS stehen Ihnen virtuelle Server mit 100 Prozent SSD-SAN-Speicher sowie den kos­ten­lo­sen Plesk Web Host Editionen für Linux und Windows zur Verfügung.

Welche An­for­de­run­gen gibt es für Docker?

Docker überzeugt durch eine un­kom­pli­zier­te sys­tem­über­grei­fen­de Kom­pa­ti­bi­li­tät. Während virtuelle Maschinen bzw. klas­si­sche Hardware-Vir­tua­li­sie­rung ein kom­plet­tes Gast-Be­triebs­sys­tem nach­bil­den, teilen sich Docker-Container zwar den Kernel des Host­sys­tems, werden jedoch im User-Space als isolierte Prozesse aus­ge­führt. In der An­fangs­zeit von Docker kam die Anwendung aus­schließ­lich auf Linux-Systemen oder auf li­nux­ba­sier­ten Be­triebs­sys­te­men zum Einsatz. Heute zeichnet sich die Open-Source-Software durch um­fas­sen­de Platt­form­un­ab­hän­gig­keit aus. Während Docker auf Linux-Systemen in 64-Bit-Varianten den lokalen Linux-Kernel nutzt, kommt bei Nicht-Linux-Systemen einfach ein Linux-Sys­tem­ab­bild per Hy­per­vi­sor bzw. eine virtuelle Maschine zum Einsatz.

Un­ter­stütz­te Linux-Dis­tri­bu­tio­nen sind:

  • Debian
  • Fedora
  • Ubuntu
  • CentOS
  • Oracle Linux
  • Red Hat En­ter­pri­se Linux
  • openSUSE
  • SUSE Linux En­ter­pri­se

Für Windows, macOS oder Cloud-Dienste wie Azure oder AWS finden sich wiederum auf der Docker-Homepage ent­spre­chen­de In­stal­la­ti­ons­pa­ke­te.

Cloud Server
Leis­tungs­star­ke Kon­fi­gu­ra­tio­nen
  • On-Demand ska­lier­bar & Root-Zugriff inklusive
  • Hoch­ver­füg­ba­re Server-Plattform
  • ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren am Standort Deutsch­land

So wird Docker auf Windows 11 in­stal­liert

Die In­stal­la­ti­on von Docker auf Windows 11 erfolgt in wenigen Schritten. Hierzu erfordert es zunächst den Download der Docker-Software von der of­fi­zi­el­len Docker-Homepage. Hinweis: Die Nutzung von Docker auf Windows 11 eignet sich nicht für das Be­triebs­sys­tem Windows Server. Da Docker auf Linux-Systeme ausgelegt ist, benötigen Sie zudem eine Vir­tua­li­sie­rungs-Software wie WSL 2. Bei WSL 2 handelt es sich um ein kos­ten­lo­ses Windows-Subsystem für Linux, mit dem Sie Linux-An­wen­dun­gen auf Windows nutzen.

Schritt 1: Docker her­un­ter­la­den

Laden Sie die kos­ten­lo­se Docker-Software von der of­fi­zi­el­len Docker-Homepage herunter. Wählen Sie hierzu die Option Docker Desktop.

Bild: Abbildung der Docker-Website mit Download-Option für Docker Desktop
Docker auf Windows 11 laden Sie direkt über die Docker-Website mit der Option „Docker Desktop“ herunter. / Quelle: https://www.docker.com/get-started/

Schritt 2: Docker in­stal­lie­ren

Klicken Sie nun auf das In­stal­la­ti­ons­pa­ket und starten Sie die In­stal­la­ti­on. Docker empfiehlt Ihnen auf Windows 11 bereits beim ersten In­stal­la­ti­ons­schritt die Ver­wen­dung einer Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form wie WSL 2. Setzen Sie einen Haken bei „Use WSL 2 instead of Hyper-V“, um WSL 2 au­to­ma­tisch zu in­stal­lie­ren. Klicken Sie an­schlie­ßend auf „OK“, um die In­stal­la­ti­on zu starten. Starten Sie das System neu, sobald die In­stal­la­ti­on ab­ge­schlos­sen wurde. Nach dem Neustart stimmen Sie der Li­zenz­ver­ein­ba­rung zu. Sofern Sie Docker privat oder in kleinen Un­ter­neh­men verwenden, bleibt die Nutzung kostenlos. Große Un­ter­neh­men sollten im Voraus klären, inwiefern sich die Open-Source-Lizenz für die ge­wünsch­ten Zwecke eignet.

Schritt 3: WSL 2 in­stal­lie­ren

Nachdem Sie der Li­zenz­ver­ein­ba­rung zustimmen, weist Docker darauf hin, dass Sie noch die WSL-2-In­stal­la­ti­on ab­schlie­ßen müssen. Laden Sie WSL 2 über den ent­spre­chen­den Link im Docker-Me­nü­fens­ter herunter und laden Sie die aktuelle Version herunter. Öffnen Sie den In­stal­la­ti­ons­as­sis­ten­ten und folgen Sie den In­stal­la­ti­ons­schrit­ten. Nach der In­stal­la­ti­on starten Sie das System neu, um die In­stal­la­ti­on von Docker und WSL 2 ab­zu­schlie­ßen.

Tipp

De­di­zier­te Server ga­ran­tie­ren Ihnen selbst bei an­spruchs­vol­len, komplexen An­wen­dun­gen und Prozessen beste Leistung. Hierzu bietet Ihnen IONOS Dedicated Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren, 100 Prozent En­ter­pri­se-Hardware, Cloud-Funk­tio­nen und deutschem Standort.

Schritt 4: Docker Desktop starten und testen

Sollte Docker Desktop nicht au­to­ma­tisch starten, klicken Sie auf das ent­spre­chen­de Desktop-Symbol der Anwendung. Um zu prüfen, ob Docker pro­blem­los funk­tio­niert, können Sie das Hello-World-Docker-Image her­un­ter­la­den. Geben Sie hierzu folgenden Befehl in die Windows Power­Shell ein:

Docker run hello-world
shell

Docker lädt nun au­to­ma­tisch das Image hello-world herunter und führt es aus. Auf diese Weise prüfen Sie, ob sich mit Docker mühelos ge­wünsch­te Container bzw. Images zur Aus­füh­rung auf Ihrem System her­un­ter­la­den lassen.

Schritt 5: Docker nutzen

Um Docker effizient zu verwenden, empfehlen sich prak­ti­sche Docker-Befehle, mit denen Sie sich die Arbeit deutlich er­leich­tern. Dazu zählen:

  • docker: Listet alle ver­füg­ba­ren Befehle der Be­fehls­zei­len­schnit­tel­le von Docker auf
  • docker <BEFEHL> --help: Listet alle In­for­ma­tio­nen zum ent­spre­chen­den Befehl auf, wenn Sie den ge­wünsch­ten Befehl unter <BEFEHL> eintragen
  • docker image ls --all: Listet alle Docker-Images auf dem Host-System auf
  • docker container ls --alldocker ps -a: Listet alle ver­füg­ba­ren Docker-Container auf dem Computer auf
  • docker info: Listet alle In­for­ma­tio­nen zur Docker-In­stal­la­ti­on auf

Für die Nutzung von Docker unter Ubuntu und anderen Linux-Systemen beachten Sie auch unser Docker-Tutorial.

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