Moderne Computer bieten eine Reihe von En­er­gie­spar­funk­tio­nen. Ins­be­son­de­re bei Laptops, die häufig nicht an das Stromnetz an­ge­schlos­sen, sondern lieber im Ak­ku­be­trieb genutzt werden, zahlen sich diese Funk­tio­nen schnell aus. Zu den be­kann­tes­ten Strom- und Akkuspar-Features zählt der so­ge­nann­te Ru­he­zu­stand bzw. -modus, der auch als Hi­ber­na­ti­on (dt. „Win­ter­schlaf“) oder Suspend to Disk (dt. Aussetzen auf Fest­plat­te) be­zeich­net wird und die Geräte in einen strom­lo­sen Zustand versetzt. Zuvor speichert das Be­triebs­sys­tem das aktuelle Benutzer-Setup auf der Fest­plat­te, sodass man – sobald der Ru­he­zu­stand auf­ge­ho­ben wird – genau dort wei­ter­ar­bei­ten kann, wo man zuvor aufgehört hat.

Microsoft-Systeme wie Windows 7, 8 oder 10 speichern diesen Ar­beits­zwi­schen­stand in der Datei hiberfil.sys, die je nach ver­wen­de­ter Software und Sys­tem­ver­si­on sowie abhängig vom Gerätetyp mehrere Gigabyte Spei­cher­platz einnehmen kann. Diese Zwi­schen­spei­che­rungs­da­tei legt Windows übrigens auch dann an, wenn Sie den Ru­he­zu­stand oder die Option „Energie sparen“, die ebenfalls auf die Hi­ber­na­ti­on-Technik zu­rück­greift, gar nicht nutzen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Datei hiberfil.sys löschen und das au­to­ma­ti­sche Anlegen einer neuen hiberfil.sys de­ak­ti­vie­ren können, falls Sie die Windows-En­er­gie­spar­funk­ti­on nicht benötigen.

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Was ist hiberfil.sys?

hiberfil.sys ist eine Sys­tem­da­tei in Windows-Be­triebs­sys­te­men, die eine Zwi­schen­spei­che­rung des aktuellen Sys­tem­zu­stands enthält und von den En­er­gie­spar­funk­tio­nen „Ru­he­zu­stand“ und „Energie sparen“ genutzt wird. Sie wird vom Be­triebs­sys­tem Windows selbst erstellt und verwaltet und kann mehrere Gigabyte groß sein (unter Windows 10 umfasst sie für ge­wöhn­lich zwischen drei und fünf Gigabyte). Wird das System wieder hoch­ge­fah­ren, nachdem es sich im Ruhe- bzw. Standby-Modus befunden hat, dient die hiberfil.sys-Datei dazu, den je­wei­li­gen Sys­tem­zu­stand wie­der­her­zu­stel­len.

Hinweis

Bei der En­er­gie­spar­funk­ti­on „Energie sparen“ handelt es sich um einen hybriden Modus, der den Ru­he­zu­stand mit dem Be­reit­schafts­be­trieb (Standby) kom­bi­niert, bei dem lediglich bestimmte Ge­rät­kom­po­nen­ten wie bei­spiels­wei­se die Fest­plat­ten her­un­ter­ge­fah­ren werden.

Windows legt die Ru­he­zu­stands­da­tei direkt im Aus­gangs­ver­zeich­nis der Sys­tem­par­ti­ti­on – ty­pi­scher­wei­se also direkt unter C:\ – ab. Al­ler­dings ist hiberfil.sys sowohl versteckt als auch mit einem spe­zi­el­len Sys­tem­da­tei­schutz versehen, sodass Sie die Datei stan­dard­mä­ßig nicht sehen können. Wollen Sie das ändern, um bei­spiels­wei­se die Größe der Datei in Erfahrung zu bringen, sind folgende Schritte er­for­der­lich:

  1. Rufen Sie den Tab „Ansicht“ auf und setzen Sie das Häkchen in der Checkbox „Aus­ge­blen­de­te Elemente“.
  2. Klicken Sie auf „Optionen“ und danach auf „Ordner- und Such­op­tio­nen ändern“.
  3. Wechseln Sie auch im neuen Fenster in den Reiter „Ansicht“ und entfernen Sie dann das Häkchen bei der Option „Ge­schütz­te Sys­tem­da­tei­en aus­blen­den (empfohlen)“.

So können Sie die Windows-Datei hiberfil.sys löschen und de­ak­ti­vie­ren

Obwohl sie zu den ver­steck­ten und ge­schütz­ten Sys­tem­da­tei­en zählt, können Sie hiberfil.sys be­den­ken­los löschen, wenn Sie auf die en­er­gie­spa­ren­den Ab­mel­de­funk­tio­nen von Windows ver­zich­ten möchten. Für die all­ge­mei­ne Funk­tio­na­li­tät des Be­triebs­sys­tems ist die Ru­he­zu­stands­da­tei nämlich nicht von Bedeutung. Da Windows aktiv auf diese Datei zugreift, funk­tio­niert der typische Lösch­vor­gang (Rechts­klick und „Löschen“) al­ler­dings nicht – statt­des­sen erhalten Sie eine Be­nach­rich­ti­gung darüber, dass die hiberfil.sys-Datei in einem anderen Programm geöffnet ist.

Die Lösung liegt in diesem Fall darin, den Ruhemodus und damit auch die Nutzung der hiberfil.sys zu de­ak­ti­vie­ren, denn in­fol­ge­des­sen löscht Windows au­to­ma­tisch auch die Datei. Wie genau diese Ab­schal­tung in Windows 7, 8 und 10 funk­tio­niert, erklären wir Ihnen nach­fol­gend.

Hinweis

Für die De­ak­ti­vie­rung der Datei hiberfil.sys sind Ad­mi­nis­tra­tor-Rechte er­for­der­lich.

hiberfil.sys de­ak­ti­vie­ren in Windows 10 – so funk­tio­niert’s

Um die Zwi­schen­spei­che­rung in der Ru­he­zu­stands­da­tei aus­zu­schal­ten, gibt es zwei ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten: Entweder Sie de­ak­ti­vie­ren den Service über die Ein­ga­be­auf­for­de­rung oder Sie ändern den zur hiberfil.sys ge­hö­ren­den Eintrag in der Registry. In beiden Fällen müssen Sie natürlich über die er­for­der­li­chen Zu­griffs­rech­te verfügen, da es sich bei der Ru­he­zu­stands­da­tei wie bereits erwähnt um eine Sys­tem­da­tei handelt.

hiberfil.sys löschen via Windows-10-Ein­ga­be­auf­for­de­rung:

Um die Zwi­schen­spei­che­rung in der Sys­tem­da­tei über die Kom­man­do­zei­le aus­zu­schal­ten, benötigen Sie lediglich den passenden Befehl. Zunächst gilt es aber, die Ein­ga­be­auf­for­de­rung im Ad­mi­nis­tra­tor-Modus aus­zu­füh­ren, indem Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Windows]-Taste + [X] drücken oder al­ter­na­tiv per Rechts­klick auf das Windows-Symbol klicken und im Anschluss die Option „Ein­ga­be­auf­for­de­rung (Ad­mi­nis­tra­tor)“ bzw. „Windows Power­Shell (Ad­mi­nis­tra­tor)“ auswählen:

Sobald die Ein­ga­be­auf­for­de­rung gestartet ist (eventuell ist die Eingabe des Nut­zer­pass­worts von Nöten), geben Sie folgendes CMD-Kommando ein, um die Nutzung der hiberfil.sys zu de­ak­ti­vie­ren:

powercfg /hibernate off

Be­stä­ti­gen Sie den Befehl mit der Ein­ga­be­tas­te, wird der Ru­he­zu­stands­mo­dus de­ak­ti­viert und die hiberfil.sys au­to­ma­tisch gelöscht.

Hinweis

Wollen Sie den Ru­he­zu­stands­mo­dus zu einem späteren Zeitpunkt wieder ak­ti­vie­ren, können Sie dies ebenfalls mithilfe des powercfg-Kommandos erledigen. Es gilt lediglich, den Parameter „off“ durch „on“ zu ersetzen.

hiberfil.sys löschen via Windows-10-Registry:

Über die Registry sollten Sie die hiberfil.sys-Datei nur dann de­ak­ti­vie­ren, wenn Sie im Umgang mit der Re­gis­trie­rungs­da­ten­bank geübt sind. Falsche Einträge bzw. Än­de­run­gen an den Einträgen können nämlich schnell dafür sorgen, dass Windows 10 nicht mehr ord­nungs­ge­mäß funk­tio­niert.

Tipp

Die beste Lösung zur Anpassung der Registry ist der stan­dard­mä­ßig ver­füg­ba­re Re­gis­trie­rungs-Editor. Tippen Sie im „Ausführen“-Dialog ([Windows]-Taste + [R]) die Eingabe „regedit“ ein, um diesen zu öffnen. Mehr zum Editor für die Windows Registry finden Sie in unserem Artikel zum Thema Regedit.

Prin­zi­pi­ell lässt sich der Service aber auch auf diesem Wege relativ einfach aus­schal­ten – sobald man den ent­spre­chen­den Registry-Eintrag auf­ge­ru­fen hat. Dieser Eintrag, der den Namen „Hi­ber­na­teEn­ab­led“ trägt, ist dabei in folgendem Pfad zu finden:

\HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Power

Dop­pel­kli­cken Sie auf den genannten Eintrag und setzen Sie den Wert im „Wert“-Feld auf „0“, um den Ruhemodus zu de­ak­ti­vie­ren und die hiberfil.sys zu löschen:

hiberfil.sys de­ak­ti­vie­ren in Windows 7 und 8: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Auch als Nutzer von Windows 7 und Windows 8 können Sie die Ru­he­zu­stands­da­tei vom System entfernen, wobei Sie wie in Windows 10 die Wahl zwischen der Ein­ga­be­auf­for­de­rung und der Re­gis­trie­rungs­da­ten­bank haben. Die Vor­ge­hens­wei­se un­ter­schei­det sich dabei kaum von der in Mi­cro­softs aktuellem Be­triebs­sys­tem.

hiberfil.sys löschen via Ein­ga­be­auf­for­de­rung in Windows 7 und 8:

Zwar exis­tie­ren in den ver­schie­de­nen Versionen von Windows keinerlei Un­ter­schie­de hin­sicht­lich des er­for­der­li­chen Kommandos zur Ab­schal­tung der hiberfil.sys – der Aufruf der Kom­man­do­zei­le gelingt jedoch je nach Ver­si­ons­num­mer auf andere Art und Weise. In Windows 7 und Windows 8 fehlt bei­spiels­wei­se das Schnell­me­nü des neueren Windows 10, weshalb diese Mög­lich­keit für den Start der Ein­ga­be­auf­for­de­rung nicht zur Verfügung steht. Rufen Sie statt­des­sen das Windows-Startmenü auf und nutzen Sie die in­te­grier­te Such­funk­ti­on des Be­triebs­sys­tems. Tippen Sie dazu einfach folgenden Begriff in die Such­leis­te ein:

cmd

Windows schlägt Ihnen daraufhin die Ein­ga­be­auf­for­de­rung als passenden Treffer vor. Wählen Sie diese per Rechts­klick an und wählen Sie die Option „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“. Ab­schlie­ßend geben Sie den bereits bekannten CMD-Befehl ein und be­stä­ti­gen diesen per Ein­ga­be­tas­te, um die Zwi­schen­spei­che­rung für den Ru­he­zu­stand zu stoppen und die hiberfil.sys zu löschen:

powercfg /hibernate off

hiberfil.sys löschen via Registry in Windows 7 und 8:

Das Windows-Startmenü ist auch bei der De­ak­ti­vie­rung der hiberfil.sys über die Registry der erste An­lauf­punkt. Dort nutzen Sie in diesem Fall aber nicht die zuvor ein­ge­setz­te Such­funk­ti­on, sondern die Funktion „Ausführen“. Sollte diese in Ihrem Startmenü nicht sichtbar sein, können Sie sie auf folgendem Weg wieder ein­blen­den:

  1. Klicken Sie per Rechts­klick auf die Task­leis­te.
  2. Wählen Sie den Menüpunkt „Ei­gen­schaf­ten“ aus.
  3. Wechseln Sie in den Reiter „Startmenü“ und klicken Sie dort auf „Anpassen“.
  4. Setzen Sie neben dem Eintrag „Befehl Ausführen“ ein Häkchen und klicken Sie ab­schlie­ßend auf „OK“ und dann auf „Über­neh­men“, um die Änderung zu speichern.

Starten Sie den „Ausführen“-Dialog und geben den Start­be­fehl zum Öffnen des Re­gis­trie­rungs-Editors ein:

regedit

Nun heißt es, den Pfad zum Registry-Eintrag des Windows-Ru­he­zu­stands­mo­dus auf­zu­ru­fen:

\HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Power

Klicken Sie an­schlie­ßend auf „Hi­ber­na­teEn­ab­led“ und setzen Sie den Wert dieses Schlüs­sels auf „0“, um die hiberfil.sys-Datei zu entfernen. Sollte der Schlüssel wider Erwarten nicht exis­tie­ren, erstellen Sie ihn auf eigene Faust: Klicken Sie per Rechts­klick in das rechte Fenster und wählen Sie nach­ein­an­der „Neu“ und „DWORD-Wert“. Als Schlüs­sel­na­men geben Sie „Hi­ber­na­teEn­ab­led“ an:

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