Autostart in Windows 10: So passen Sie den Autostart-Ordner an

Wenn Sie ein Betriebssystem hochfahren oder eine Benutzeranmeldung durchführen, werden standardmäßig einige Programme automatisch und ohne Ihr Zutun gestartet. Bei Microsoft-Systemen wie Windows 10 heißt dieser Prozess Autostart. Um welche Anwendungen es sich dabei handelt, ist teilweise von Microsoft vorgegeben, teilweise vom Nutzer selbst definierbar. Wir erklären Ihnen, welche Programme beim Systemstart auf jeden Fall fehlen aktiviert werden sollten und wie Sie die Programme Ihrer Wahl zum Windows-10-Autostart hinzufügen können – oder wie Sie Programme aus der Autostart-Liste ausschließen können.

Was steckt genau hinter dem Windows-10-Autostart?

Sobald Sie das System hochfahren bzw. sich auf diesem anmelden, startet Windows 10 automatisch alle Programme bzw. Dateien, die sich in der Autostart-Liste befinden. Diese war bis Windows 8 direkt über das Startmenü einsehbar und veränderbar – seit Version 8.1 und damit auch in Windows 10 ist der Autostart-Ordner jedoch nur noch in den persönlichen Nutzerdateien zu finden.

Zusätzlich zu dem benutzerspezifischen Ordner gibt es einen übergeordneten Autostart-Ordner, dessen Inhalt bei der Anmeldung aller Benutzer (All Users) ausgeführt wird. Seine Verwaltung obliegt in der Regel dem Administrator des Systems. Darüber hinaus kann auch Windows 10 selbst auf diesen Ordner zugreifen, falls dies beispielsweise im Rahmen einer Softwareinstallation erforderlich ist.

Tipp

Der Autostart sollte nichtmit einer Funktion ähnlichen Namens verwechselt werden: Autorun. Bei Autorun handelt es sich nämlich um eine Funktion, die es ermöglicht, das Betriebssystem eine bestimmte Aktion automatisch ausführen zu lassen, wenn Sie einen Wechseldatenträger wie eine CD oder einen USB-Stick einlegen bzw. einstecken.

Typischerweise befinden sich im Autostart-Ordner lediglich Verknüpfungen zu den Programmen, die automatisch gestartet werden sollen. Sie können dort prinzipiell aber auch jegliche anderen Dateien ablegen, die bei der Benutzeranmeldung ausgeführt werden sollen (wie z. B. Skripte). Abseits der Programme in den Autostart-Ordnern von Windows 10 existieren auch noch andere Dateien, die fest im Betriebssystem verankert sind und ebenfalls die Autostart-Eigenschaft besitzen. Hierzu zählen beispielsweise die Schlüssel „Run“, „RunOnce“, „RunServices“ und „RunServicesOnce“ in der Windows-Registry (Registrierungsdatenbank).

Hinweis

Der Großteil existierender Malware macht sich die Autostart-Eigenschaft der oben genannten Schlüssel zunutze, indem sich die jeweiligen Schadprogramme selbstständig an diesen Stellen in die Registry eintragen, um infolgedessen bei jedem Systemstart automatisch und vor den Augen des Nutzers verborgen ausgeführt zu werden.

Darum ist es sinnvoll, den Autostart von Windows 10 zu managen

Ein gutes Management der Autostart-Programme von Windows 10 ist gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. Der entscheidende Grund dafür, Anwendungen, Dienste oder Skripte für den automatischen Start einzutragen, liegt dabei auf der Hand: Wenn Sie mit Programmen bzw. Prozessen arbeiten, deren Start nach jeder Benutzeranmeldung erforderlich oder gewünscht ist, sparen Sie durch Autostart eine Menge Zeit und Aufwand. Administratoren können die jeweiligen Programme dank des gemeinsamen Ordners für den Autostart in Windows 10 sogar direkt für alle Benutzer hinzufügen.

So praktisch der automatische Start von Prozessen, Services und Anwendungen prinzipiell auch ist, so nachteilhaft kann er sein, wenn durch ihn die Ressourcen des Computers zu stark ausgelastet sind und die Benutzeranmeldung und Systemnutzung dadurch zu viel Zeit kostet. Einen Zeitgewinn haben Sie also nur, wenn Ihr Computer über ausreichend Leistung verfügt, um alle angegebenen Anwendungen ohne Performance-Probleme zu starten. Haben Sie allerdings mit Performance-Problemen zu kämpfen, ist ein Blick in den Windows-10-Autostart-Ordner zu empfehlen: Unter Umständen führt Windows bei jeder Systemanmeldung zu viele oder zu rechenintensive Programme aus, obwohl dies eigentlich gar nicht von Nöten ist. Schließen Sie also überflüssige Anwendungen vom Autostart aus, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Tipp

Bei regelmäßigen Performance-Problemen sollten Sie außerdem überprüfen, ob sich eventuell noch Prozesse im Arbeitsspeicher befinden, die Sie eigentlich nicht brauchen. Im Zweifelsfall sollten Sie den Arbeitsspeicher dann leeren. Wie das funktioniert, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Arbeitsspeicher leeren.

Wo Sie die Windows-10-Autostart-Ordner finden

Wie bereits erwähnt, ist der Autostart-Ordner in Windows 10 nicht mehr direkt im Startmenü aufgelistet – obwohl sich sowohl der benutzerspezifische als auch der gemeinsame Ordner immer noch im Verzeichnis des Startmenüs befinden. Die genauen Pfade, über die Sie die beiden Folder öffnen können, sind folgende:

C:\Users\BENUTZERNAME\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Startup
C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Startup

Beide Ordner sind recht tief in den Verzeichnisstrukturen der Windows-10-Partition versteckt, weshalb das Betriebssystem auch die Möglichkeit bietet, beide Verzeichnisse via Shell-Kommando aufzurufen. Zu diesem Zweck öffnen Sie den Ausführen-Dialog über das Startmenü oder die Tastenkombination [Windows-Taste] + [R] und tippen anschließend wahlweise eine der folgenden Eingaben ein (je nachdem, ob Sie den benutzerindividuellen oder den gemeinsamen Ordner ansteuern wollen):

shell:startup
shell:common startup

Zum Schutz Ihrer Privatsphäre wird das Video erst nach dem Klick geladen

Programme zum Windows-10-Autostart hinzufügen – so funktioniert’s

Viele Programme bieten in den Einstellungen die Möglichkeit, den automatischen Start beim System-Boot zu aktivieren. Zunächst sollten Sie also überprüfen, ob die für Sie relevante Software eine solche Option beinhaltet. Ist dies der Fall, können Sie auf diese Möglichkeit zurückgreifen und sich die folgenden Schritte sparen.

Das manuelle Hinzufügen von installierten Programmen zum Windows-10-Autostart stellt keine allzu große Herausforderung dar. Sie müssen dazu lediglich eine Verknüpfung mit der ausführbaren Startdatei (durch Dateiendung .exe gekennzeichnet) erstellen und diese im Autostart-Ordnerabzuspeichern. Wissen Sie nicht, wo die jeweilige Startdatei zu finden ist, bemühen Sie zu diesem Zweck einfach die Windows-Suchfunktion: Tippen Sie den Namen der gewünschten Anwendung ein, klicken Sie per Rechtsklick auf das passende Suchergebnis und wählen Sie den Menüpunkt „Dateispeicherort öffnen“ aus:

Hinweis

Haben Sie die Suchfunktion von Windows 10 ausgeblendet, können Sie sich diese jederzeit wieder anzeigen lassen, indem Sie per Rechtsklick auf das Windows-Logo klicken und anschließend auf „Suchen“ drücken.

Anschließend wählen Sie die Datei – die automatisch von Windows markiert wird – per Rechtsklick an und drücken nacheinander auf „Senden an“ und „Desktop (Verknüpfung erstellen)“:

Die erstellte Verknüpfung, die Sie nun auf dem Desktop finden, kopieren Sie nun wahlweise per Copy-and-paste oder per Drag-and-drop in den bevorzugten Windows-10-Autostart-Ordner:

Zum Schutz Ihrer Privatsphäre wird das Video erst nach dem Klick geladen

Programme vom Windows-10-Autostart ausschließen – so funktioniert‘s

Selbstverständlich können Sie sämtliche Programme, die Sie zum Windows-10-Autostart hinzugefügt haben, auch wieder von diesem ausschließen. Hierfür löschen Sie einfach die Verknüpfungen aus dem jeweiligen Ordner – wobei Sie die Einträge im allgemeinen Ordner nur mit Administratorrechten entfernen können. Wenn Sie den automatischen Start in den Einstellungen eines Programmes festgelegt haben, können Sie diesen alternativ auch dort wieder deaktivieren.

Darüber hinaus ist es auch möglich, festgelegte Autostart-Konfigurationen über den Task-Manager zu löschen, wobei an dieser Stelle sogar Programme und Services aufgelistet werden, die nicht in den Autostart-Ordnern zu finden sind. Um den Task-Manager zu öffnen, halten Sie einfach die [Strg]- und die [Umschalt/Shift]-Taste gedrückt und drücken dann zusätzlich auf [Esc]. Wechseln Sie anschließend in den Tab „Autostart“:

Sie erhalten daraufhin eine Auflistung der Autostart-Programme Ihrer Windows-10-Installation – inklusive der Angaben über den Herausgeber, den aktuellen Status (aktiviert/deaktiviert) sowie über die Auswirkungen des jeweiligen Programms auf den Systemstart (niedrig/hoch/nicht gemessen). Administratoren erhalten darüber hinaus zusätzliche Informationen darüber, ob es sich um Autostart-Einträge im Ordner oder in der Registry handelt, und darüber, wo das jeweilige Programm genau gespeichert ist.

Um ein Programm zu entfernen, klicken Sie die entsprechende Zeile im Task-Manager per Rechtsklick an und wählen „Deaktivieren“:

Zum Schutz Ihrer Privatsphäre wird das Video erst nach dem Klick geladen

Welche Programme sollten Teil des Windows-10-Autostarts sein?

Die zentralen Services, die Windows 10 für seinen ordnungsgemäßen Betrieb benötigt, lädt das Microsoft-System im Rahmen des Bootprozesses automatisch, ohne dass Sie sich um das Management dieser Prozesse kümmern müssen bzw. können. Wenn es um die Verwaltung installierter Benutzersoftware geht, haben Sie auf Ihrem privaten PC bzw. als Systemadministrator hingegen freie Hand.

Zu den Programmen, bei denen ein automatischer Start unverzichtbar oder in jedem Fall empfehlenswert ist, zählen die folgenden:

  • Sicherheitssoftware (Antivirenprogramm, Firewall etc.): Windows 10 bietet ein eigenes Arsenal an Software, die das System gegen Angriffe von außen schützt. Sollten Sie diese Anwendungen jedoch ausgeschaltet haben und eigene Software nutzen, ist es wichtig, dass diese ab dem Moment der Benutzeranmeldung aktiv ist – was sich mit dem Windows-10-Autostart optimal umsetzen lässt.
     
  • Back-up-Software: Sofern Sie eine Back-up-Lösung zum Anfertigen von Sicherheitskopien Ihrer Daten nutzen, sollten Sie diese ebenfalls zum Windows-10-Autostart hinzufügen. Auf diese Weise vergessen Sie nie mehr, die Dateiensicherung anzuschalten.
     
  • Regelmäßig verwendete Software: Weitere Kandidaten für den Autostart von Windows 10 sind solche Programme, die Sie sehr häufig nutzen. Dazu zählen beispielsweise Clipboard-Manager oder VPN-Programme, aber auch Cloud-Storage-Lösungen oder E-Mail-Clients.

Um den Autostart von Programmen in Windows 10 so effizient wie möglich zu gestalten, sollten Sie auf der anderen Seite alle unwichtigen Anwendungen, Skripte und Dienste ausschließen. Typische Vertreter, die oft bei jeder Systemanmeldung geladen werden, obwohl dies nicht unbedingt notwendig ist, sind Spiele- und Chatclients, Apple- und Adobe-Anwendungen wie QuickTime oder Adobe Reader und Utility-Tools wie Registry-Cleaner oder Toolbars.


Auf dem Laufenden bleiben?

Jetzt für unseren Newsletter anmelden und gratis Online-Marketing Whitepaper für lokale Anbieter sichern!