Wer seine per­sön­li­chen Daten sicher und zentral speichern möchte, wird an Nextcloud kaum vor­bei­kom­men. Kom­bi­niert mit der Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form Proxmox lässt sich eine leis­tungs­star­ke und flexible Cloud-In­fra­struk­tur schaffen.

Was sind Proxmox und Nextcloud?

Bei Nextcloud handelt es sich um eine Open-Source-Cloud-Lösung, die es Ihnen er­mög­licht, Dateien, Kalender, Kontakte und vieles mehr sicher zu speichern und zu teilen. Proxmox hingegen ist eine leis­tungs­star­ke Plattform zur Vir­tua­li­sie­rung, mit der sich virtuelle Maschinen und Container effizient verwalten lassen. Die Kom­bi­na­ti­on von Nextcloud und Proxmox bietet eine flexible und sichere Mög­lich­keit, eine Cloud-In­fra­struk­tur für Ihre per­sön­li­chen Zwecke oder Ihr Un­ter­neh­men auf­zu­bau­en.

Nextcloud auf Proxmox in­stal­lie­ren: Vor­aus­set­zun­gen

Bevor Sie mit Nextcloud auf Proxmox in­stal­lie­ren können, müssen Sie einige grund­le­gen­de An­for­de­run­gen erfüllen. Zunächst benötigen Sie einen Proxmox-Server (Version 6 oder höher wird empfohlen) sowie Zugriff auf die Web­ober­flä­che von Proxmox.

Für die virtuelle Maschine oder den Container, in dem Nextcloud laufen soll, benötigen Sie außerdem min­des­tens 2 CPU-Kerne sowie 2 GB RAM. Bei größeren Be­nut­zer­grup­pen sind 4 GB RAM oder mehr emp­feh­lens­wert. Auch sollten Sie natürlich an genügend Fest­plat­ten­spei­cher für die Daten denken – die konkrete Menge hängt dabei stark vom in­di­vi­du­el­len An­wen­dungs­fall ab.

Hinweis

Nextcloud lässt sich nicht nur auf Proxmox in­stal­lie­ren. Auch auf anderen Wegen können Sie die Cloud nutzen. Werfen Sie hierzu einen Blick in unsere wei­ter­füh­ren­den Rat­ge­ber­ar­ti­kel:

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Nextcloud auf Proxmox in­stal­lie­ren

Es gibt diverse Mög­lich­keit, Nextcloud auf Proxmox zu in­stal­lie­ren. Die hier gezeigte Anleitung stellt nur eine dieser Methoden dar.

Proxmox Bare Metal Server
Mehr Kontrolle und Effizienz für Ihre IT-In­fra­struk­tur
  • Voll­in­te­grier­te Plattform für Vir­tua­li­sie­rung und Container
  • Ska­lier­bar & flexibel: VMs und Container nach Bedarf be­reit­stel­len
  • Open Source mit op­tio­na­lem En­ter­pri­se-Support
  • Da­ten­ho­heit durch den Betrieb in sou­ve­rä­nen Re­chen­zen­tren

Schritt 1: Virtuelle Maschine oder Container erstellen

Zunächst müssen Sie eine Umgebung für die In­stal­la­ti­on von Nextcloud schaffen. Sie können hierfür entweder einen Container mit LXC oder eine virtuelle Maschine erstellen.

LXC-Container

  1. Na­vi­gie­ren Sie in der Proxmox-Web­ober­flä­che zu “Create CT”.
  2. Geben Sie einen Container-Namen und die ge­wünsch­ten Res­sour­cen ein.
  3. Wählen Sie als Vorlage ein Debian- oder Ubuntu-Template aus (empfohlen: Ubuntu 22.04).
  4. Kon­fi­gu­rie­ren Sie den Netzwerk- und Fest­plat­ten­spei­cher. Planen Sie aus­rei­chend Speicher für die Nutzung von Nextcloud ein.

Virtuelle Maschine

  1. Na­vi­gie­ren Sie in der Proxmox-Web­ober­flä­che zu “Create VM”.
  2. Wählen Sie ein ISO-Image von Ubuntu Server oder Debian, das Sie vorher hoch­ge­la­den haben.
  3. Kon­fi­gu­rie­ren Sie CPU, RAM und Spei­cher­platz ent­spre­chend Ihren An­for­de­run­gen.
  4. In­stal­lie­ren Sie das Be­triebs­sys­tem in der VM.

Schritt 2: System vor­be­rei­ten

Nachdem Sie die Umgebung erstellt haben, können Sie sich per SSH oder die Proxmox-Konsole in das System einloggen. Bevor Sie Nextcloud in­stal­lie­ren, sollten Sie Ihr System ent­spre­chend vor­be­rei­ten. Bringen Sie dieses hierfür zunächst mit folgendem Ter­mi­nal­be­fehl auf den aktuellen Stand:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y
bash

Nachdem Sie Ihr System geupdated haben, müssen Sie Apache, MariaDB/MySQL, PHP und weitere Ab­hän­gig­kei­ten in­stal­lie­ren, wofür Sie folgenden Befehl nutzen können:

sudo apt install apache2 mariadb-server libapache2-mod-php php php-mysql php-curl php-xml php-mbstring php-zip unzip -y
bash

Als letzte vor­be­rei­ten­de Maßnahme können Sie nun Ihre MariaDB-Datenbank für Nextcloud ein­rich­ten. Starten Sie hierzu die Datenbank:

sudo systemctl start mariadb
bash

Nun können Sie die Datenbank mit folgenden Befehlen ein­rich­ten. Achten Sie darauf, sich Ihr gewähltes sicheres Passwort zu merken oder zu notieren:

sudo mysql -u root -p
CREATE DATABASE nextcloud;
CREATE USER 'nextclouduser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'sicherespasswort';
GRANT ALL PRIVILEGES ON nextcloud.* TO 'nextclouduser'@'localhost';
FLUSH PRIVILEGES;
EXIT;
bash

Schritt 3: Nextcloud in­stal­lie­ren

Nun können Sie mit der In­stal­la­ti­on von Nextcloud fort­fah­ren. Laden Sie hierzu zunächst die neueste Version von Nextcloud herunter:

wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.tar.bz2
bash

An­schlie­ßend entpacken Sie die her­un­ter­ge­la­de­nen Dateien mit dem tar-Befehl und ver­schie­ben diese:

tar -xjf latest.tar.bz2
sudo mv nextcloud /var/www/
bash

Nun sollten Sie die Zu­griffs­rech­te und Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se für die Nextcloud-Dateien korrekt ein­stel­len, damit die Webserver-Software (hier Apache) rei­bungs­los mit ihnen arbeiten kann:

sudo chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud
sudo chmod -R 750 /var/www/nextcloud
bash

Schritt 4: Apache kon­fi­gu­rie­ren

Damit Nextcloud auf Proxmox funk­tio­niert, benötigen Sie einen korrekt kon­fi­gu­rier­ten Apache-Webserver. Erstellen Sie zunächst eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei, die steuert, wie der Apache-Webserver Anfragen an Ihre Nextcloud-In­stal­la­ti­on behandelt.

sudo nano /etc/apache2/sites-available/nextcloud.conf
bash

Fügen Sie der soeben er­stell­ten Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei folgende Inhalte hinzu:

<VirtualHost *:80>
    ServerName ihre-domain.com
    DocumentRoot /var/www/nextcloud
    <Directory /var/www/nextcloud>
        Require all granted
        AllowOverride All
        Options FollowSymLinks MultiViews
    </Directory>
    ErrorLog ${APACHE_LOG_DIR}/nextcloud_error.log
    CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/nextcloud_access.log combined
</VirtualHost>
bash

Achten Sie darauf, die richtige Domain ein­zu­fü­gen, unter der Sie Ihre Nextcloud-In­stal­la­ti­on erreichen möchten. Ak­ti­vie­ren Sie nun die Kon­fi­gu­ra­ti­on und die er­for­der­li­chen Module durch folgende Ter­mi­nal­be­feh­le und einen Neustart von Apache:

sudo a2ensite nextcloud.conf
sudo a2enmod rewrite headers env dir mime
sudo systemctl restart apache2
bash

Schritt 5: Nextcloud ein­rich­ten

Nun können Sie Ihre Nextcloud ein­rich­ten. Besuchen Sie hierzu die in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei an­ge­ge­be­ne Adresse Ihrer Nextcloud-In­stal­la­ti­on in einem Browser Ihrer Wahl. Folgen Sie nun dem Setup-As­sis­ten­ten, um die Da­ten­bank­ver­bin­dung und den Admin-Be­nut­zen­den ein­zu­rich­ten.

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