Der Da­tei­zu­griff und die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Geräten und Com­pu­ter­pro­zes­sen wird in Windows-Systemen seit Jahr­zehn­ten mithilfe des Netz­pro­to­kolls SMB (Server Message Block) geregelt. Heutige Be­triebs­sys­tem-Editionen wie Windows 10 un­ter­stüt­zen bei­spiels­wei­se immer noch SMBv1, die erste Version dieses Standards. Selbige ist in der jüngeren Ver­gan­gen­heit jedoch vor allem durch Si­cher­heits­lü­cken ins Ram­pen­licht gerückt, weshalb ein Verzicht auf die als veraltet ein­ge­stuf­te Protokoll-Edition ratsam ist. Erfahren Sie in diesem Rat­ge­ber­ar­ti­kel, wie sich der Support be­stimm­ter Varianten von SMB in Windows 10 aus­schal­ten und bei Bedarf wieder ak­ti­vie­ren lässt.

SMBv1 in Windows 10 an- und aus­schal­ten – so funk­tio­niert’s

In aktuellen Windows-10-In­stal­la­ti­on wird SMBv1 stan­dard­mä­ßig nicht mehr au­to­ma­tisch in­stal­liert. Wenn Sie das Protokoll aber manuell (bzw. durch eine externe Software) aktiviert oder ein Upgrade einer älteren Windows-Edition vor­ge­nom­men haben, ist es emp­feh­lens­wert, die Un­ter­stüt­zung der ver­al­te­ten Pro­to­koll­ver­si­on aus­zu­schal­ten. Wahlweise können Sie diesen Schritt über die Sys­tem­steue­rung, die Power­Shell oder die Windows-Registry erledigen. Inwiefern sich die jeweilige Vor­ge­hens­wei­se für die De­ak­ti­vie­rung bzw. Ak­ti­vie­rung des Pro­to­kolls un­ter­schei­det, ver­deut­li­chen die folgenden Schritt-für-Schritt-An­lei­tun­gen.

Support von SMB1 über die Windows-10-Sys­tem­steue­rung anpassen

Wollen Sie in Windows die SMB- bzw. CIFS-Un­ter­stüt­zung ohne die Zu­hil­fe­nah­me der Power­Shell an- bzw. aus­schal­ten, können Sie diesen Schritt über die Software-Ver­wal­tung des Be­triebs­sys­tems erledigen.

Schritt 1: „Programme und Features“ aufrufen

Zunächst rufen Sie also das „Programme und Features“-Center auf, über das sich in­stal­lier­te Software und Pro­to­kol­le wie SMBv1 in Microsoft-Systemen verwalten lassen. Öffnen Sie zu diesem Zweck das Startmenü (Windows-Icon) und an­schlie­ßend die Sys­tem­steue­rung. Dort finden Sie die Schalt­flä­che „Programme und Features“:

Schritt 2: Menü für Windows-Features öffnen

Im linken Sei­ten­me­nü klicken Sie nun auf „Windows-Features ak­ti­vie­ren oder de­ak­ti­vie­ren“, um das Menü für das Ma­nage­ment von Pro­to­kol­len und Co. auf­zu­ru­fen:

Schritt 3: Un­ter­stüt­zung für die SMB 1.0/CIFS-Da­tei­frei­ga­be de­ak­ti­vie­ren

Suchen Sie nach dem Eintrag für die SMB-Windows-10-Un­ter­stüt­zung und entfernen Sie den Haken in dem ent­spre­chen­den Kästchen. Die drei Un­ter­op­tio­nen werden in­fol­ge­des­sen ebenfalls de­ak­ti­viert, wobei es sich um einen SMB-Client, einen SMB-Server und eine au­to­ma­ti­sche Lö­schungs­funk­ti­on handelt. Letzt­ge­nann­te Option sorgt dafür, dass SMBv1 au­to­ma­tisch de­ak­ti­viert wird, wenn die alte Pro­to­koll­ver­si­on nicht zum Einsatz kommt, was in diesem Fall aber nicht mehr er­for­der­lich ist.

Schritt 4: Än­de­run­gen be­stä­ti­gen und Gerät neu starten

Klicken Sie ab­schlie­ßend auf „OK“, um SMB1 in Windows 10 zu de­ak­ti­vie­ren. Dieser Prozess nimmt einige Zeit in Anspruch, während der Sie das offene Fenster nicht schließen sollten. Sobald der Vorgang ab­ge­schlos­sen wurde, erhalten Sie die Auf­for­de­rung, das System neu zu starten. Dieser kommen Sie per Klick auf „Jetzt neu starten“ nach:

Hinweis

Wollen Sie SMBv1 zu einem späteren Zeitpunkt bzw. generell an­schal­ten, können Sie sich ebenfalls an unsere Anleitung halten. Statt die Option „Un­ter­stüt­zung für die SMB 1.0/CIFS-Da­tei­frei­ga­be“ im dritten Schritt ab­zu­wäh­len, setzen Sie dann einfach das Häkchen in der Checkbox. Die Ak­ti­vie­rung ist jedoch nur in absoluten Aus­nah­me­fäl­len zu empfehlen.

SMB in Windows 10 via Power­Shell de­ak­ti­vie­ren bzw. an­schal­ten

In Windows 10 können Sie Pro­to­kol­le wie Server Message Block außerdem auch – mit dem passenden Befehl – über die Power­Shell verwalten. Wie bei der Anpassung über die Sys­tem­steue­rung benötigen Sie hierfür aber in jedem Fall Ad­mi­nis­tra­to­ren-Rechte, da Windows Ihnen den Zugriff auf die ent­spre­chen­den Optionen an­dern­falls verwehrt.

Schritt 1: Power­Shell als Ad­mi­nis­tra­tor starten

Im ersten Schritt öffnen Sie Power­Shell mit Ad­mi­nis­tra­to­ren-Rechten, wozu Ihnen prin­zi­pi­ell zwei ver­schie­de­ne Wege zur Verfügung stehen: Insofern er in Ihrer Windows-10-In­stal­la­ti­on verfügbar ist, finden Sie im Schnell­me­nü (Rechts­klick auf das Windows-Icon) den Menüpunkt „Windows Power­Shell (Ad­mi­nis­tra­tor)“. Ein einfacher Klick auf diese Option startet das prak­ti­sche Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Framework. Al­ter­na­tiv tippen Sie den Begriff „Power­Shell“ in die Windows-Suche ein, wählen den an­ge­zeig­ten Treffer per Rechts­klick aus und klicken auf „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“:

Schritt 2: Aktuellen Status von SMB1 in Windows 10 abrufen

Nachdem Sie die Power­Shell gestartet haben, über­prü­fen Sie zunächst, ob Ihre Windows-In­stal­la­ti­on Kom­mu­ni­ka­tio­nen über die alte Pro­to­koll­ver­si­on zum aktuellen Zeitpunkt un­ter­stützt oder nicht. Hierfür tippen Sie folgenden Befehl ein und be­stä­ti­gen diesen mit der Ein­ga­be­tas­te:

Get-SmbServerConfiguration | Format-List EnableSMB1Protocol

Nach einer kurzen Ver­ar­bei­tungs­zeit erhalten Sie einen von zwei möglichen Aus­ga­be­wer­ten: Zeigt Power­Shell für „EnableSMB1Protocol“ den Wert „False“, ist SMBv1 de­ak­ti­viert. Ist die Un­ter­stüt­zung aktiviert, steht an gleicher Stelle „True“.

Schritt 3: SMBv1 aus- bzw. an­schal­ten

Falls die veraltete SMB-Version von Ihrem System aktuell un­ter­stützt wird, sollten Sie diese de­ak­ti­vie­ren. Der passende Befehl lautet fol­gen­der­ma­ßen:

Set-SmbServerConfiguration -EnableSMB1Protocol 0

Power­Shell stellt Ihnen daraufhin die Frage, ob Sie diese Aktion tat­säch­lich ausführen möchten. Bejahen Sie den Dialog, indem Sie „J“ eintippen und mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­ti­gen:

Starten Sie Windows 10 im Anschluss neu, damit das System die Än­de­run­gen übernimmt.

Hinweis

Für die Ak­ti­vie­rung der ver­al­te­ten Pro­to­koll­ver­si­on in der Power­Shell-Variante hängen Sie dem Befehl „Set-Smb­Ser­ver­Con­fi­gu­ra­ti­on -EnableSMB1Protocol“ den Wert „1“ an.

SMB1 in der Windows-10-Registry de­ak­ti­vie­ren bzw. ak­ti­vie­ren

Die dritte Option für die Anpassung des Supports von SMB1 in Windows 10 führt über die Re­gis­trie­rungs­da­ten­bank des Systems – besser bekannt als Registry. Mithilfe des Stan­dard­edi­tors Regedit über­ar­bei­ten Sie dort den Eintrag für das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­to­koll. Dafür benötigen Sie – wie in den beiden vor­an­ge­gan­ge­nen Fällen auch – Ad­mi­nis­tra­to­ren-Rechte.

Schritt 1: Windows-10-Registry als Ad­mi­nis­tra­tor starten

Der ein­fachs­te Weg, den Re­gis­trie­rungs-Editor von Windows 10 als Ad­mi­nis­tra­tor zu öffnen, führt über die Windows-Suche. Starten Sie den Service – bei­spiels­wei­se über den Eintrag „Suchen“ im Schnell­me­nü (Rechts­klick auf das Windows-Icon) – und tippen Sie den Such­be­griff „regedit“ ein. Den daraufhin an­ge­zeig­ten Treffer wählen Sie mit der rechten Maustaste an, um an­schlie­ßen auf „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“ zu klicken:

Schritt 2: Re­gis­trie­rungs­schlüs­sel aufrufen

Wenn Sie den Editor geöffnet haben, besteht der nächste Schritt im Aufruf des passenden Re­gis­trie­rungs­schlüs­sels. Geben Sie hierfür den folgenden Pfad in die Adress­zei­le unter der Me­nü­leis­te ein oder klicken Sie sich durch die Ord­ner­struk­tur bis zur besagten Stelle:

Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\LanmanServer\Parameters

Schritt 3: Wert für „SMB1“ ändern

Dop­pel­kli­cken Sie in dem auf­ge­ru­fe­nen Schlüssel auf „SMB1“ und tragen Sie den Wert „0“ ein, um SMB1 in Windows 10 zu de­ak­ti­vie­ren. Im Anschluss be­stä­ti­gen Sie den neuen Wert via „OK“:

Schließen Sie den Editor und starten Sie Windows 10 dann neu, um die Än­de­run­gen für Server Message Block zu über­neh­men.

Hinweis

Zur Ak­ti­vie­rung von SMB1 tragen Sie in dem auf­ge­zeig­ten Feld den Wert „1“ ein.

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