Die „Element un­ter­su­chen“-Funktion des Web­brow­sers ist eines der grund­le­gen­den Werkzeuge bei der Arbeit mit Webseiten und Webapps. Die Funktion ist auch unter dem eng­li­schen Begriff „inspect element“ bekannt und ist Teil der Chrome Developer Tools.

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Was sind die (Chrome)-Developer Tools?

Die Funk­tio­na­li­tät „Element un­ter­su­chen“ ist eines der in den Web De­ve­lo­p­ment Tools des Web-Browsers ent­hal­te­nen Werkzeuge. Im Browser Chrome bekannt als „Developer Tools“, hat sich der ge­bräuch­li­che Name „Chrome DevTools“ etabliert. Die Chrome Developer Tools sind das Ergebnis einer langen Ent­wick­lungs­ge­schich­te, welche mit „Firebug“ in Firefox und dem „Web Inspector“ in Webkit (Safari) um das Jahr 2006 begann.

„Element un­ter­su­chen“ ist also keine ei­gen­stän­di­ge Funk­tio­na­li­tät, sondern dient lediglich als Ein­stiegs­punkt zum Öffnen der Chrome DevTools. In der Tat enthalten die Chrome-Ent­wick­ler­tools eine Sammlung es­sen­zi­el­ler Werkzeuge zum Arbeiten mit Webseiten. Dabei kommen die Chrome DevTools in den Gebieten Design, Ent­wick­lung, Analyse und Op­ti­mie­rung zum Einsatz. Andere Browser enthalten äqui­va­len­te Funk­tio­na­li­tät:

Hinweis

Als An­schau­ungs­bei­spiel verwenden wir im gesamten Text die Website https://de.wikipedia.org/wiki/Ent­wick­ler­werk­zeu­ge_in_Web­brow­sern.

Eine Webseite umfasst ein HTML-Dokument als Grund­ge­rüst. Darin ein­ge­bun­den werden die ei­gent­li­chen Inhalte, haupt­säch­lich Texte und Bilder, sowie weitere Res­sour­cen, wie Style­sheets, Scripte und Fonts. Die Ge­samt­heit der In­for­ma­tio­nen einer Webseite werden vom Browser zu einem visuellen Ganzen zu­sam­men­ge­fügt.

Das Nach­voll­zie­hen der Zu­sam­men­hän­ge zwischen den Be­stand­tei­len einer Webseite er­for­der­te tra­di­tio­nell die Analyse des HTML-Dokuments und der Quell­tex­te der weiteren Res­sour­cen. Der große Umfang von CSS und Ja­va­Script moderner Sites macht dies heut­zu­ta­ge praktisch unmöglich. Die Chrome-Ent­wick­ler­tools setzen hier an: möchte man eine Website un­ter­su­chen, eröffnen die DevTools den Blick hinter die Kulissen. Sie er­mög­li­chen das Un­ter­su­chen einer Webseite über sämtliche Aspekte hinweg:

Web-Aspekt Medium bzw. Sprache
Inhalte Text, Bilder, Mul­ti­me­dia, etc.
Struktur HTML
Prä­sen­ta­ti­on CSS
Verhalten Ja­va­Script

„Element un­ter­su­chen“ – die (Chrome)-DevTools-Funktion im Browser erklärt

Ein Browser ruft ein HTML-Dokument von einem Server ab und stellt dieses dar. HTML definiert die Struktur des Dokuments: welche Elemente gibt es und wie sind diese in­ein­an­der ver­schach­telt. Das Dokument liegt auf dem Server in Form von einem Quelltext. Doch dieser Quellcode ist lediglich die Grundlage.

Darauf aufbauend wird vom Browser das so­ge­nann­te Document Object Model (DOM) erzeugt. Schaut man nur auf den Quelltext sind nicht alle In­for­ma­tio­nen vorhanden, bzw. nicht ohne weiteres sichtbar. Leicht nach­voll­zie­hen lässt sich die HTML-Struktur der einzelnen Elemente bei Nutzung von Markdown-Editoren.

Tipp

Was ist der Nutzen der (Chrome)-DevTools?

Um den Nutzen der „Element un­ter­su­chen“-Funktion nach­zu­voll­zie­hen, lohnt der Vergleich mit der älteren Funktion „Quelltext anzeigen“. Diese Funktion existiert immer noch und öffnet den Quelltext eines HTML-Dokuments im Browser. Das ist weiterhin begrenzt nützlich, zeigt jedoch nur einen kleinen Aus­schnitt der In­for­ma­tio­nen einer Webseite. Bei­spiels­wei­se fehlen alle Elemente, welche dynamisch durch Ja­va­Script auf der Seite platziert werden.

Nur via „Element un­ter­su­chen“, bzw. die Chrome DevTools bekommt man eine Dar­stel­lung aller DOM-Elemente, egal ob statisch in HTML definiert oder dynamisch per Ja­va­Script erzeugt. Ferner wird die tat­säch­li­che Struktur der Elemente samt Klassen und IDs ab­ge­bil­det. Die Chrome-Ent­wick­ler­tools erlauben eine Ma­ni­pu­la­ti­on der Elemente und machen die Aus­wir­kun­gen un­mit­tel­bar sichtbar.

Quelltext anzeigen Element un­ter­su­chen
Dar­stel­lung von Quelltext DOM
Ent­hal­te­ne Elemente nur statische statische und dy­na­mi­sche
Än­de­run­gen vornehmen Quelltext verändern Elemente ma­ni­pu­lie­ren
Än­de­run­gen anzeigen Seite neu laden sofort sichtbar

Die Chrome Ent­wick­ler­tools umfassen alle Be­stand­tei­le einer Webseite und stellen den zeit­li­chen Verlauf des Abrufens der Res­sour­cen dar. Auch der Prozess des Zu­sam­men­fü­gens und die Per­for­mance dabei, sowie die Spei­che­rung von Website-Daten in Cookies und Lo­cal­S­to­rage lassen sich auswerten.

Wie greift man auf die Chrome Ent­wick­ler­tools zu?

Die ei­gent­li­che „Element un­ter­su­chen“-Funktion ist Kontext-abhängig: man führt einen Rechts­klick auf ein Element aus und wählt den na­men­ge­ben­den Eintrag „Element un­ter­su­chen“ aus dem an­ge­zeig­ten Kon­text­me­nü. Hier dar­ge­stellt für die Browser Chrome und Firefox:

In Safari unter macOS Monterey sind die Developer Tools stan­dard­mä­ßig de­ak­ti­viert. Um „Inspect element“ nutzen zu können, ak­ti­vie­ren wir die Funktion in den Ein­stel­lun­gen unter „Erweitert“. An­schlie­ßend finden wir den „Inspect element“ Eintrag im Kon­text­me­nü:

Ferner existiert eine Reihe von Keyboard-Shortcuts zum Öffnen der Tools. Diese sind je nach Browser und Be­triebs­sys­tem un­ter­schied­lich; al­ler­dings haben sich einige Standards durch­ge­setzt. In jedem der drei ver­brei­te­ten Browser Chrome, Firefox und Safari funk­tio­niert der Shortcut [Cmd] + [Option] + [i] (Mac) bzw. [Ctrl] + [Shift] + [i] (Windows und Linux).

Mit der Ausnahme von Safari wird auch F12 als al­ter­na­ti­ver Shortcut un­ter­stützt. Beide Shortcuts sind so­ge­nann­te „Toggles“, welche bei wie­der­hol­ter Nutzung die Chrome DevTools öffnen und schließen.

Browser Windows + Linux Mac
Chrome F12 / Ctrl+Shift+i F12 / Cmd+Option+i
Firefox F12 / Ctrl+Shift+i F12 / Cmd+Option+i
Safari – Cmd+Option+i

Beim Öffnen der Chrome DevTools er­schei­nen diese zunächst angedockt im selben Fenster. Man kann zwischen der Dar­stel­lung rechts, links, oder unterhalb der Webseite wählen. Außerdem lassen sich die Chrome-Ent­wick­ler­tools in einem eigenen Fenster dar­stel­len. Dies ist praktisch für in­ten­si­ves Arbeiten: man po­si­tio­niert Webseite und Ent­wick­ler­tools ne­ben­ein­an­der, oder verteilt die Fenster auf mehrere Bild­schir­me.

Hinweis

Wir zeigen in den weiteren Screen­shots aus­schließ­lich die Chrome-Ent­wick­ler­tools.

Lässt sich mit den Chrome DevTool auf dem Smart­phone eine Website un­ter­su­chen?

Während „Inspect element“ auf dem Desktop in jedem Browser Standard ist, ist die Funktion auf dem Smart­phone leider nicht ohne weiteres verfügbar. Zunächst steht aufgrund des kleineren Bild­schirms nicht aus­rei­chend Platz zur Anzeige der DevTools bereit; ferner fehlt die Maus als präzises Ein­ga­be­ge­rät. In iOS ist die Situation weiterhin schwierig, da alle Browser auf Apples WebKit Browser-Engine be­schränkt sind.

Anstatt die Chrome DevTools auf dem Smart­phone zu nutzen, kommen Emu­la­to­ren zum Einsatz; d.h. es wird im Desktop-Browser ein Mo­bil­ge­rät nach­ge­ahmt. Vor allem der Re­spon­si­ve Mode der Chrome-Ent­wick­ler­tools ist aus­ge­spro­chen praktisch. Ferner gibt es für iOS und Android die Mög­lich­keit, ein phy­si­sches Smart­phone mit dem Desktop-Rechner zu verbinden. Wiederum wird die geladene Website zum Un­ter­su­chen im Desktop-Browser in­spi­ziert. Für iOS benötigt dies einen Mac und dasselbe iCloud-Konto auf beiden Geräten.

Wie werden die (Chrome)-Ent­wick­ler­tools ein­ge­setzt?

Die Chrome Developer Tools funk­tio­nie­ren für alle im Browser dar­ge­stell­ten Inhalte und finden viel­fäl­ti­ge Anwendung in den Bereichen Ent­wick­lung, Design und SEO. Aufgrund der starken Ver­brei­tung der Web-Tech­no­lo­gie haben sich weitere Ein­satz­mög­lich­kei­ten etabliert. Wir geben im Folgenden einen Überblick der Funk­tio­nen und An­wen­dun­gen.

Web­ent­wick­lung

Die Chrome Developer Tools finden in der Web­ent­wick­lung zum Pro­to­ty­pi­sie­ren und Testen, sowie bei der Feh­ler­su­che Ver­wen­dung. Ein häufiger Nutzen besteht darin, eine neue CSS-Style-Regel zu de­fi­nie­ren und auf Elemente an­zu­wen­den. Wir zeigen dies am Beispiel einer Debug-Klasse. Weisen wir einem Element die Klasse zu, werden alle Kind-Elemente in roter Schrift dar­ge­stellt. Ferner werden die Elemente mit einem goldenen Rand versehen. So lassen sich Layout-Fehler dia­gnos­ti­zie­ren. Hier der zum Einsatz kommende CSS-Code:

.debug * {
    color: red !important;
    outline: 1px solid gold;
}
css

Um die Chrome-Ent­wick­ler­tools für Feh­ler­su­che und Analyse zu nutzen, sollten Sie unbedingt den Browser-Cache de­ak­ti­vie­ren. Ansonsten werden eventuell Res­sour­cen aus dem lokalen Cache geladen, so dass die an­ge­zeig­ten Elemente nicht die tat­säch­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten wi­der­spie­geln. Die Ein­stel­lung zum De­ak­ti­vie­ren des Cache findet sich im Netzwerk-Tab, welches sich auch eignet, um Fehler des Typs ERR_SSL_PROTOCOL_ERROR zu ana­ly­sie­ren.

Oft ist es nützlich, in der Ja­va­Script-Konsole der Chrome Developer Tools auf das un­ter­such­te Element zu­zu­grei­fen. Prak­ti­scher­wei­se stellt der Browser die Variable $0 bereit, welche das un­ter­such­te Element re­fe­ren­ziert. Es handelt sich um ein ganz normales DOM-Objekt, auf dessen Ei­gen­schaf­ten und Methoden wir zugreifen können. Hier ein paar Beispiele für nützliche In­ter­ak­tio­nen mit dem un­ter­such­ten Element:

# currently inspected element
$0
# get classes of inspected element
$0.classList
# get ID of inspected element
$0.getAttribute('id')
ja­va­script
Tipp

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Webdesign

Die Chrome Developer Tools finden breite Ver­wen­dung im Webdesign. Gerade für die Er­stel­lung von Re­spon­si­ve Designs mit Utility-Frame­works wie Tailwind CSS sind die Chrome DevTools un­er­läss­lich. Sie erlauben das schnelle An- und Aus­schal­ten von Klassen eines Elements und stellen die Aus­wir­kun­gen sofort dar. Ferner lassen sich die be­rech­ne­ten CSS-Werte des un­ter­such­ten Elements auslesen.

Tipp

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Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO)

Auch zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung werden die Chrome De­ve­lo­p­ment Tools ein­ge­setzt. Ein wichtiges Onpage-SEO-Merkmal ist die se­man­tisch korrekte Aus­zeich­nung der Über­schrif­ten. Wir nutzen die „Element un­ter­su­chen“-Funktion, um die Heading-Struktur zu ana­ly­sie­ren:

Die Per­for­mance beim Laden einer Seite ist ein aus­schlag­ge­ben­der Faktor für Such­ma­schi­nen­ran­king und Nut­zer­er­fah­rung. Wir nutzen das Netzwerk-Tab der Chrome-Ent­wick­ler­tools, um die geladenen Res­sour­cen samt Größe und Ladezeit zu ana­ly­sie­ren:

In die Chrome DevTools in­te­griert ist ferner das Google-Tool Light­house, welches eine Seite mehreren SEO-re­le­van­ten Audits un­ter­zieht. Die Desktop- und Mo­bil­ver­si­on der Seite lassen sich getrennt ana­ly­sie­ren:

Seite anpassen

Neben den bereits vor­ge­stell­ten, pro­fes­sio­nel­len An­wen­dun­gen der Chrome-Ent­wick­ler­tools eignen sich diese auch zum Anpassen einer im Browser dar­ge­stell­ten Webseite. Dies ist ins­be­son­de­re praktisch, um Seiten zum Drucken oder für Screen­shots vor­zu­be­rei­ten. Einer der häu­figs­ten Tricks besteht darin, mit „Element un­ter­su­chen“ bestimmte Elemente auf­zu­spü­ren und aus­zu­blen­den. So lassen sich nervige Werbe- oder Cookie-Banner verbergen.

Der ein­fachs­te Ansatz besteht darin, dem zu ver­ber­gen­den Element die folgende CSS-Ei­gen­schaft zu­zu­wei­sen:

display: none;
ja­va­script
Hinweis

Um eine Änderung am DOM rück­gän­gig zu machen, nutzen Sie wie gewohnt die Undo-Funktion mit den Shortcuts Strg+Z (Windows + Linux) bzw. Cmd+Z (Mac). Al­ter­na­tiv laden Sie die Seite neu; alle lokalen Än­de­run­gen am DOM gehen dabei verloren.

Al­ter­na­tiv wählt man das aus­zu­blen­den­de Element mit „Element un­ter­su­chen“ aus und nutzt Ja­va­Script, um die CSS-Ei­gen­schaft zu­zu­wei­sen. Wir nutzen hier die in­ter­ak­ti­ve Variante von „Inspect element“:

# hide inspected element
$0.style.display = 'none'
# undo changes to inspected element
$0.style.display = 'revert'
ja­va­script

Ebenfalls über Ja­va­Script lässt sich der Design Mode an­schal­ten. Dieser erlaubt das Be­ar­bei­ten des Seiten-Textes wie aus Word gewöhnt:

document.designMode = "on"
ja­va­script

Inhalte ex­tra­hie­ren

Webseiten enthalten viele nützliche Inhalte, auf die man als Nutzer oder Nutzerin prin­zi­pi­ell Zugriff hat. Texte lassen sich kopieren, Bilder her­un­ter­la­den. Manchmal ist das nicht aus­rei­chend, zum Beispiel wenn man eine um­fang­rei­che Liste oder Tabelle mit In­for­ma­tio­nen ex­tra­hie­ren möchte. Über die Funktion „Copy element“ lässt sich Inhalt und Struktur eines Elements samt Un­ter­ele­men­ten zum Be­ar­bei­ten in Code-Editoren ex­por­tie­ren. Auch zum Befüllen von Google Tabellen mit ImportXML kommen die Chrome DevTools zum Einsatz.

Die Chrome DevTool er­mög­li­chen auch das Anlegen von Screen­shots. So lassen sich der jeweilige Viewport, die gesamte Seite, oder ein einzelnes Element als Grafik ex­por­tie­ren. Ins­be­son­de­re in Kom­bi­na­ti­on mit dem Re­spon­si­ve Mode wird so die Dar­stel­lung auf ver­schie­de­nen End­ge­rä­ten ab­ge­bil­det.

Fazit

Die Chrome DevTool mit der „Element un­ter­su­chen“-Funktion sind aus den modernen Workflows für die Arbeiten mit Website nicht mehr weg­zu­den­ken. Es lohnt sich, den Umgang mit den ver­schie­de­nen Werk­zeu­gen zu erlernen.

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