Wie Sie ein Programm „Hello World“ sagen lässt, zählt zu den ersten Fä­hig­kei­ten, die Pro­gram­mie­re­rin­nen und Pro­gram­mie­rer erlernen. Der Sinn hinter einem einfachen Hallo-Welt-Programm ist ebenfalls simpel: Durch einen schlich­ten Hello-World-Code lässt sich die Syntax sowie die Funk­ti­ons­wei­se einer Pro­gram­mier­spra­che auf ein­fachs­te Weise ver­an­schau­li­chen.

Was ist ein Hello-World-Programm?

Zu den ersten Codes, die Pro­gram­mie­re­rin­nen und Pro­gram­mie­rer schreiben, zählt der Text „Hallo Welt!“. Spä­tes­tens seit der US-Serie „Mr. Robot“ hat der so einfache wie rät­sel­haf­te Satz Kult­sta­tus erreicht. In der Pro­gram­mier-Community zählt er ohnehin seit Langem zum festen Kulturgut. Was aber verbirgt sich hinter diesen zwei Worten und warum zählen Sie für alle, die Pro­gram­mie­ren lernen, zur tra­di­tio­nel­len Pflicht?

Auf den Punkt gebracht, handelt es sich bei einem Hello-World-Programm um einen simplen Code mit der Aufgabe, den Text „Hello World“ oder „Hallo Welt“ aus­zu­ge­ben. Nichts ist einfacher, als ein Hello-World-Programm zu erstellen und sofort das Ergebnis vor sich zu sehen. Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger sehen somit auf den ersten Blick, wie ver­ständ­lich oder wie komplex sich die Syntax von Internet-Pro­gram­mier­spra­chen prä­sen­tiert. Wer z. B. Python lernen möchte, sieht somit sofort, wie schlank der Hello-World-Code aussieht:

print ("Hallo, Welt!")

In Java sieht der einfache Text schon deutlich kom­pli­zier­ter aus:

class Hallo {
    public static void main( String[] args ) {
        System.out.println("Hallo, Welt!");
    }
}

Auf den ersten Blick erkennen Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger somit, wie sich die Syntax zwischen Pro­gram­mier­spra­chen un­ter­schei­det und wie an­spruchs­voll Pro­gram­mier­pa­ra­dig­men sind, wenn es ans komplexe Pro­gram­mie­ren geht.

Welche Funktion erfüllt ein Hello-World-Programm?

Ein Hallo-Welt-Programm bietet grund­sätz­lich keinen tieferen Einblick in eine Pro­gram­mier­spra­che. Sie erlenen damit auch keine Funk­tio­nen, die über den berühmten Gruß an die Welt hin­aus­ge­hen. Dennoch zählt das kurze „Hallo Welt!“ zu den un­aus­ge­spro­che­nen Ritualen, die selbst erfahrene Pro­gram­mie­rin­nen und Pro­gram­mie­rer befolgen, wenn sie eine neue Sprache lernen. Beim Pro­gram­mie­ren für Kinder wiederum bietet ein Hallo-Welt-Programm den Vorteil, dass die Kleinen den Umgang mit Code-Editoren und die Vielfalt an in­ter­es­san­ten Code­spra­chen spie­le­risch erlernen.

Ob nun Kult, Tradition oder simples Lehr­mit­tel, eines steht fest: Es macht einfach Spaß, in kürzester Zeit ein kleines Programm zu basteln, das genau das macht, worum man es bittet. Die Pro­gram­mie­re­rin Erin Spiceland umschrieb die Fas­zi­na­ti­on, die vom Prozess des Pro­gram­mie­rens ausgeht, mit „telling rocks what to think“. Nichts ver­an­schau­licht die Magie, mit wenigen Code­bau­stei­nen ein lesbares, funk­tio­nie­ren­des Programm zu kreieren, so einfach wie ein simples „Hallo, Welt!“.

Woher kommt der Name?

Was sich viele fragen, die zum ersten Mal „Hallo Welt!“ pro­gram­mie­ren: Wer ist überhaupt auf die Idee gekommen? Der Ursprung der Tradition liegt in den Jahren 1972 und 1974. Damals schrieb Brian Kernighan, ka­na­di­scher Com­pu­ter­wis­sen­schaft­ler und Mit­ent­wick­ler der Pro­gram­mier­spra­chen B und C, an internen Hand­bü­chern für B und C. Seinen eigenen Worten zufolge wollte er aufzeigen, wie sich einzelne Wörter mit den Code­spra­chen B und C sinnvoll anordnen lassen. Die In­spi­ra­ti­on zum berühmten Grußwort soll aus einem Cartoon stammen, den Kernighan zuvor im Fernsehen sah.

Den „Durch­bruch“ schaffte das in­zwi­schen ge­flü­gel­te Wort durch das bekannte Lehrbuch der Bell La­bo­ra­to­ries „The C Pro­gramming Language“, das Kernighan gemeinsam mit dem ame­ri­ka­ni­schen In­for­ma­ti­ker Dennis Ritchie verfasste. Als erstes ver­öf­fent­lich­tes Buch zur C-Pro­gram­mier­spra­che erlangte es schnell Be­rühmt­heit und gilt mitt­ler­wei­le als Stan­dard­werk. Sowohl in Ker­nig­hans internen An­lei­tun­gen als auch in „The C Pro­gramming Language“ schrieb sich der Text noch „hello, world“, bürgerte sich jedoch in der Pro­gram­mier-Community in den Schreib­wei­sen „Hello, World!“, „Hello World“ oder zu Deutsch „Hallo, Welt!“ und „Hallo Welt“ ein.

Beispiele für Hello World in ver­schie­de­nen Pro­gram­mier­spra­chen

Wie viele Pro­gram­mier­spra­chen es derzeit weltweit gibt, lässt sich nur schwer sagen. Schät­zun­gen reichen von 700 bis hin zu über 1.000 Aus­zeich­nungs­spra­chen. Für einen möglichst schnellen und über­sicht­li­chen Eindruck der je­wei­li­gen Syntax lässt sich daher die einfache Pro­gram­mier­auf­ga­be „Hello World!“ her­an­zie­hen.

Anhand folgender Beispiele für Hello-World-Programme können Sie die Kom­ple­xi­tät oder auch Schlank­heit und Effizienz ver­schie­de­ner Pro­gram­mier­spra­chen erkennen:

B:

main() {
    printf("Hallo, Welt!");
}

C:

#include <stdio.h>
int main() {
    puts("Hallo, Welt!");
    return 0;
}

C++:

#include <iostream>
int main()
{
    std::cout << "Hallo, Welt!" << std::endl;
}

D:

import std.stdio;
void main() {
    writeln("Hallo, Welt!");
}

Ja­va­Script (im Browser):

document.write("Hallo, Welt!");
ja­va­script

PEARL:

MODULE (HALLOWELT);
     SYSTEM;
          TERMINAL:DIS<->SDVLS(2);
     PROBLEM;
          SPC TERMINAL DATION OUT ALPHIC DIM(,) TFU MAX FORWARD CONTROL (ALL);
     MAIN:TASK;
         OPEN TERMINAL;
         PUT 'Hallo, Welt!' TO TERMINAL;
         CLOSE TERMINAL;
    END;
MODEND;

PHP:

<?php
    print "Hallo, Welt!";
?>

QBasic:

<?php
    print "Hallo, Welt!";
?>

SQL:

SELECT 'Hallo, Welt!' AS message;

Unix-Shell:

echo 'Hallo, Welt!'
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