Beim Vergleich von Python und Java ent­schei­den vor allem Klei­nig­kei­ten. Während Python vor allem durch seine Be­nut­zer­freund­lich­keit überzeugt, stehen bei Java Si­cher­heit und Sta­bi­li­tät im Vor­der­grund.

Python und Java: Zwei viel­sei­ti­ge Sprachen

Python und Java gehören beide zu den viel­sei­tigs­ten und be­lieb­tes­ten Pro­gram­mier­spra­chen der Welt. Wenn Sie also darüber nach­den­ken, selbst das Pro­gram­mie­ren zu lernen, sollten beide Option in der engeren Auswahl landen. Zahl­rei­che Un­ter­neh­men und vor allem die jeweils großen Com­mu­ni­tys schwören auf eine der beiden Sprachen und erzielen her­vor­ra­gen­de Er­geb­nis­se bei der Arbeit an kleinen und großen Aufgaben. Zwar haben beide Kon­tra­hen­ten einige Ge­mein­sam­kei­ten – wenn Sie aber auf der Suche nach einer neuen Lern­mög­lich­keit oder der richtigen Lösung für Ihr Projekt sind, lohnt sich ein Blick auf die Un­ter­schie­de zwischen Python und Java.

Vor- und Nachteile von Python

Bevor wir Python und Java einander ge­gen­über­stel­len, erklären wir, was die beiden Sprachen aus­zeich­net und welche Vor- und Nachteile sie jeweils bieten. Python, 1991 von Guido van Rossum ent­wi­ckelt, legt den Fokus auf die Ein­fach­heit und Les­bar­keit des Codes. Dieser ist im Vergleich zu den meisten anderen Pro­gram­mier­spra­chen sehr über­sicht­lich und durch seine enge Bindung an die englische Sprache einfach zu erlernen und ab­zu­lei­ten. Python arbeitet ob­jekt­ori­en­tiert und platt­form­un­ab­hän­gig und wird vor allem in der Software-Ent­wick­lung, im Bereich KI und Machine Learning sowie für Web­an­wen­dun­gen benutzt. Die Pro­gram­mier­spra­che ist Open Source und wird von der Python Software Foun­da­ti­on stetig wei­ter­ent­wi­ckelt. Einen ersten Einblick in die Sprache erhalten Sie in unserem Python-Tutorial.

Vorteile von Python

  • Les­bar­keit: Python ist ver­gleichs­wei­se schnell zu erlernen und führt dadurch bereits nach kurzer Zeit zu ersten Er­folgs­er­leb­nis­sen. Möchten Sie ein kleines Projekt innerhalb kürzester Zeit und ohne Vorwissen selbst umsetzen, führt an Python ei­gent­lich kaum ein Weg vorbei. Zudem er­leich­tert die über­sicht­li­che Syntax die Zu­sam­men­ar­beit innerhalb eines Teams. Erfahrene Pro­gram­mie­rer und Pro­gram­mie­re­rin­nen können auch fremden Code schnell erfassen und umgehend mit ihm wei­ter­ar­bei­ten.
  • Fle­xi­bi­li­tät: Python ist sehr viel­sei­tig und flexibel ein­setz­bar. Haupt­grund hierfür ist der Aufbau der Sprache, der völlig un­ab­hän­gig von den un­ter­schied­li­chen Platt­for­men ist. So ist es pro­blem­los möglich, ein Projekt auf einem Be­triebs­sys­tem zu starten und die Er­geb­nis­se auf einem anderen wei­ter­zu­ver­wen­den. Auch der ob­jekt­ori­en­tier­te Ansatz und der Einsatz eines portablen In­ter­pre­ters tragen zu dieser Fle­xi­bi­li­tät bei.
  • Open Source: Der Open-Source-Gedanke wird bei Python seit jeher gelebt. Das bedeutet nicht nur, dass die Sprache kostenlos und quell­of­fen ist, sondern führt auch dazu, dass sie immer wei­ter­ent­wi­ckelt wird. So bleibt Python modern und wird immer wieder an aktuelle Ent­wick­lun­gen angepasst. Das bringt große Vorteile mit sich, sowohl für neue als auch für fort­lau­fen­de Projekte.
  • Community: Für diese Wei­ter­ent­wick­lung und die Op­ti­mie­rung der je­wei­li­gen Version sorgt auch die riesige Community. Diese stellt um­fang­rei­che Do­ku­men­ta­tio­nen zur Verfügung und steht Neulingen mit Rat und Tat zur Seite.
  • Un­ter­neh­men: Dieser Ansatz überzeugt nicht nur zahl­rei­che kleinere Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler, sondern auch viele große Un­ter­neh­men. Google, Spotify, Uber und Netflix setzen ganz oder teilweise auf Python. Zum einen spricht der Erfolg dieser Firmen für die Pro­gram­mier­spra­che. Zum anderen lässt sich aus diesem Vertrauen eine rosige Zu­kunfts­per­spek­ti­ve für Python ableiten.

Nachteile von Python

  • Ge­schwin­dig­keit: Python hat, gerade im Vergleich zur Kon­kur­renz, mitunter Ge­schwin­dig­keits­de­fi­zi­te. Diese fallen bei kleineren Projekten noch nicht so stark ins Gewicht, bei um­fang­rei­chen An­wen­dun­gen al­ler­dings schon.
  • Mobile Geräte: In der Ent­wick­lung für mobile Endgeräte hat Python merkliche Defizite. So ist es auch zu erklären, dass ver­gleichs­wei­se wenige mobile An­wen­dun­gen mit der Pro­gram­mier­spra­che ge­schrie­ben werden. Es gibt auch keine ur­sprüng­li­che Kom­pa­ti­bi­li­tät mit Android oder iOS.
  • Feh­ler­an­fäl­lig­keit: Zwar ist Python insgesamt sehr sicher, durch den dy­na­mi­schen Ansatz werden viele Fehler al­ler­dings erst in der Lauf­zeit­um­ge­bung entdeckt. Das sorgt dafür, dass in Python mehr getestet werden muss.
  • Umstieg: Keine andere Pro­gram­mier­spra­che ist so simpel aufgebaut wie Python. Das bedingt aber auch, dass Sie von Python nur wenige Rück­schlüs­se auf andere Sprachen ziehen können. Möchten oder müssen Sie also auf eine Al­ter­na­ti­ve umsteigen, beginnen Sie quasi von vorn.

Vor- und Nachteile von Java

Java ist ein klein wenig jünger als Python: 1995 wurde die ob­jekt­ori­en­tier­te und klas­sen­ba­sier­te Pro­gram­mier­spra­che zur Java-Tech­no­lo­gie hin­zu­ge­fügt. Vor allem im Bereich der mobilen An­wen­dun­gen, für Webserver und in ein­ge­bet­te­ten Systemen wird die Sprache gerne und häufig genutzt. Auch Java agiert un­ab­hän­gig von Platt­for­men und ist dadurch sehr flexibel. Dazu läuft die Sprache unter der GNU General Public License, ist somit frei er­hält­lich und darf be­ar­bei­tet werden. Sie ist eine ein­ge­tra­ge­ne Marke der Firmen Sun Mi­cro­sys­tems und Oracle.

Vorteile von Java

  • Por­ta­bi­li­tät: Java ist platt­form­un­ab­hän­gig und lässt sich dadurch sehr leicht portieren. Egal auf welcher Plattform Sie einen Code mit Java schreiben: Sie können ihn pro­blem­los auch auf anderen Systemen anwenden oder an andere Team­mit­glie­der wei­ter­ge­ben. Diese Un­ab­hän­gig­keit führt zu einem deutlich ef­fek­ti­ve­ren Workflow.
  • Bi­blio­the­ken: Es gibt zahl­rei­che Funk­tio­nen und Bi­blio­the­ken für Java, sodass Sie bei der Arbeit an einem Projekt häufig bereits auf be­stehen­de Lösungen zu­rück­grei­fen können. Diese sind getestet und bewährt, sodass ihr Einsatz die Arbeit deutlich ver­ein­facht.
  • Si­cher­heit: Si­cher­heit wird bei Java sehr groß­ge­schrie­ben. Die einzelnen Si­cher­heits­stu­fen sind frei kon­fi­gu­rier­bar und haben keinerlei negative Aus­wir­kun­gen auf die Per­for­mance insgesamt. Un­si­che­rer Code kann zunächst in einer ab­ge­schot­te­ten Umgebung getestet und überprüft werden, sodass eine Schä­di­gung einzelner Dateien oder des gesamten Host­sys­tems aus­ge­schlos­sen ist. Auch die Sta­bi­li­tät ist ein großer Pluspunkt der Sprache.
  • Community: Java hat ebenfalls eine große und be­geis­ter­te Community, die Do­ku­men­ta­tio­nen zur Verfügung stellt und hilft, wenn es irgendwo hakt. Außerdem werden Bugs und andere Probleme schnell iden­ti­fi­ziert und behoben.

Nachteile von Java

  • Wort­an­zahl: Im Vergleich zu vielen anderen Sprachen ist Java ein wenig einfacher. Die Pro­gram­mier­spra­che nutzt nämlich viele Be­griff­lich­kei­ten, die auch aus dem all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch bekannt sind. Das kann ein Vorteil sein, führt aber auch dazu, dass Code­zei­len mitunter sehr um­fang­reich und dadurch weit­schwei­fi­ger werden.
  • Leistung: Auch die Leistung ent­spricht nicht immer den Er­war­tun­gen. Das liegt daran, dass Java relativ spei­cher­in­ten­siv ist. Durch die au­to­ma­ti­sche Spei­cher­ver­wal­tung, die einsetzt, wenn kein Programm-Thread aus­ge­führt wird, sind die Ansprüche noch etwas größer. Andere Sprachen, die direkt in Ma­schi­nen­code übersetzt werden, sind schneller.
  • GUI für Desktops: Bei der Er­stel­lung gra­fi­scher Ober­flä­chen für den Desktop bietet Java nur wenige gute und wirklich emp­feh­lens­wer­te Tools. Die Sprache ist zwar sehr gut geeignet im mobilen Bereich, hat aber Nach­hol­be­darf, wenn es um Desk­top­um­ge­bun­gen geht.

Welche Un­ter­schie­de gibt es?

Nachdem wir uns die beiden Sprachen einzeln angesehen haben, wird es Zeit für den direkten Vergleich zwischen Python und Java.

Die jeweilige Syntax

Der of­fen­sicht­lichs­te Un­ter­schied ist in der je­wei­li­gen Syntax zu finden. Python ist bekannt für seine besonders einfache und kurze Syntax. Viele Begriffe sind an die englische Sprache angelehnt und für den Code sind meistens nur wenige Zeilen notwendig. Java ist hingegen deutlich komplexer, typisiert und setzt Kennt­nis­se über Klassen und Schlüs­sel­wör­ter voraus. Die Regeln sind sehr strikt und selbst kleinste Fehler führen dazu, dass der Code nicht lesbar ist.

Hier zunächst ein Beispiel für die Syntax von Python:

>>> print("Guten Tag! Dies ist Python.")
python

Und dies ist die Ent­spre­chung in Java:

class Hallo {
	public static void main/String[] args) {
		System.out.println("Guten Tag! Dies ist Java.");
	}
}
java

Weitere Un­ter­schie­de zwischen Python und Java

Neben der un­ter­schied­li­chen Syntax gibt es al­ler­dings auch zahl­rei­che weitere Un­ter­schei­dungs­merk­ma­le zwischen Python vs. Java. Dies sind die wich­tigs­ten:

  • Per­for­mance: Zwar gibt es bei beiden Pro­gram­mier­spra­chen Vor­be­hal­te gegenüber der Leis­tungs­fä­hig­keit, insgesamt ist Java aber die schnel­le­re Variante. Das liegt ins­be­son­de­re daran, dass Java einen sta­ti­schen Ansatz verfolgt und Python dynamisch arbeitet. Java be­ar­bei­tet den Code im Vorfeld und liefert ihn als Bytecode aus, während Python ihn während der Aus­füh­rung erstellt.
  • Be­nut­zer­freund­lich­keit: Dieser Punkt geht ganz klar an Python. Von der ein­fa­che­ren Ein­rich­tung bis zur täglichen Arbeit punktet die Sprache durch ihren be­nut­zer­freund­li­chen und deutlich simpleren Ansatz. Java ist im Vergleich dazu sehr viel kom­pli­zier­ter und erfordert eine längere Ein­ar­bei­tung.
  • Umsetzung: Java ist eine so­ge­nann­te kom­pi­lier­te Sprache. Sie übersetzt Code also zunächst komplett in Ma­schi­nen­spra­che und führt ihn dann aus. Bei Python handelt es sich dagegen um eine in­ter­pre­tier­te Sprache. An­wei­sun­gen werden also übersetzt und direkt aus­ge­führt. Das macht die Sprache zwar über­sicht­li­cher, aber eben auch etwas langsamer.
  • Sta­bi­li­tät: Grund­sätz­lich sind beide Sprachen sehr stabil, Java hat sich jedoch im Laufe der Jahre auf diesem Gebiet einen besonders guten Ruf er­ar­bei­tet. Zahl­rei­che Si­cher­heits­fea­tures, Ana­ly­se­tools und eine Kom­pa­ti­bi­li­tät mit älteren Versionen sorgen dafür, dass Projekte in Java besonders gut geschützt und stabil laufen.

Python vs. Java: Welche Sprache gewinnt?

Das Duell Python vs. Java wird in­di­vi­du­ell und anhand von Klei­nig­kei­ten ent­schie­den. Für den schnellen Einsatz und umgehende Erfolge ist si­cher­lich Python die beste Wahl. Auch die Zu­sam­men­ar­beit in größeren Teams ist mit dieser Sprache einfacher. Java spricht al­ler­dings erfahrene Ent­wick­ler und Ent­wick­le­rin­nen an, die auf Sta­bi­li­tät setzen, mit der an­spruchs­vol­len Syntax zu­recht­kom­men und eventuell gerade im Bereich der mobilen Apps tätig sind.

Tipp

In unserem Digital Guide finden Sie zu­sätz­li­che Artikel, die Python mit anderen Sprachen ver­glei­chen. Sie finden hier u. a. die Ge­gen­über­stel­lun­gen Python vs. C++, Python vs. R, Python vs. Matlab und Python vs. PHP.

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