Da die neue Website oder App zu Beginn nicht viel mehr als ein Ge­dan­ken­kon­strukt ist, sind vi­sua­li­sier­te Ge­stal­tungs­kon­zep­te als Basis für die spätere tech­ni­sche Umsetzung un­ver­zicht­bar. Nur so können Sie einen Kunden von der geplanten Homepage bzw. Anwendung über­zeu­gen oder Pro­gram­mie­rern ver­mit­teln, wie das Web­pro­jekt später funk­tio­nie­ren und aussehen soll. Außerdem entdecken Sie unter Umständen bereits im Vorhinein Un­stim­mig­kei­ten, die Sie in der Folge be­sei­ti­gen können. Zwei Begriffe, die in diesem Zu­sam­men­hang immer wieder fallen, sind „Mock-up“ und „Wireframe“. Was steckt genau hinter diesen beiden ver­schie­de­nen Ent­wurfsty­pen?

Wireframe: Das funk­tio­na­le Grund­ge­rüst

Der Begriff Wireframe stammt aus dem Eng­li­schen und bedeutet so viel wie „Draht­ge­rüst“. Ein Web­an­wen­dungs- oder Website-Wireframe bietet die Mög­lich­keit, das zu­grun­de­lie­gen­de Konzept grafisch dar­zu­stel­len, noch bevor der ei­gent­li­che Quellcode pro­gram­miert wird. Es geht einzig darum, die Be­zie­hun­gen der ver­schie­de­nen Elemente und somit die Struktur des Web­pro­jekts greifbar zu machen. Wire­frames sind also im Prinzip Skizzen, die die Funk­tio­na­li­tät und das Layout be­schrei­ben. Sie stellen Entwürfe

  • der ein­ge­setz­ten Na­vi­ga­ti­ons­ele­men­te,
  • klas­si­scher We­b­ele­men­te wie Header, Body, For­mu­la­ren oder Links,
  • des Layouts der einzelnen Elemente
  • und der zum Einsatz kommenden In­halts­ty­pen

des geplanten Web­pro­jekts dar und sollen dazu beitragen, die Nut­zer­er­fah­rung des End­pro­dukts bereits zu diesem frühen Ent­wick­lungs­sta­di­um zu op­ti­mie­ren. Die grafische Dar­stel­lung und der geplante Content spielen in Wire­frames hingegen keinerlei Rolle, denn dieser Ent­wurfstyp setzt aus­schließ­lich den Rahmen für die spätere Aus­ar­bei­tung des Designs und enthält nur Platz­hal­ter für Texte und Bilder. Je nach Umfang und Ein­satz­zweck werden Wire­frames klassisch per Hand ge­zeich­net oder digital mithilfe von Prä­sen­ta­ti­ons- oder Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men erstellt.

Mock-up: Die vor­läu­fi­ge De­sign­vor­la­ge

Der Terminus Mock-up ent­springt ebenfalls der eng­li­schen Sprache und bedeutet so viel wie „Attrappe“ oder „Lehr­mo­dell“. Auch dieser Ent­wurfs­an­satz dient der Vi­sua­li­sie­rung des geplanten Web­pro­jekt-Konzepts und ergänzt Wire­frames durch De­sign­ele­men­te, weshalb sie häufig auch auf diesen aufbauen. Mit einem App- oder Website-Mock-up wird also nicht einfach nur das grund­le­gen­de Layout inklusive Be­schrei­bung der Funk­tio­nen und Platz­hal­ter für Inhalte prä­sen­tiert, sondern auch bereits die erste Fassung des späteren Designs. Zu diesem Zweck wird bei der Er­stel­lung eines Mock-ups mit

  • Farben,
  • Ty­po­gra­phie,
  • Bildern
  • und Gra­fik­ele­men­ten

ge­ar­bei­tet, die dem Layout Leben ein­hau­chen und einen guten Einblick ver­schaf­fen, wie das Web­pro­jekt am Ende im Browser bzw. auf den ver­schie­de­nen Displays aussehen könnte. Zur Er­stel­lung von Mock-ups dienen ge­wöhn­li­che Gra­fik­pro­gram­me wie Photoshop. Darüber hinaus gibt es auch spe­zi­fi­sche Mock-up-Tools wie Balsamiq, mit deren Hilfe Sie nicht nur un­kom­pli­ziert ver­schie­de­ne Seiten erzeugen, sondern auch mit Ver­lin­kun­gen versehen können. Solche komplexen Mock-ups ähneln stark den in­ter­ak­ti­ven Pro­to­ty­pen (Click-Dummies), die al­ler­dings bereits erste Co­die­run­gen auf Basis von HTML, CSS und Co. enthalten.

Wireframe oder Mock-up?

Indem Sie bereits zu einem frühen Stadium der Web­pro­jekt-Kon­zep­tio­nie­rung zu Vi­sua­li­sie­rungs­mit­teln greifen, steigern Sie Ihre Er­folgs­aus­sich­ten enorm. Arbeiten Sie im Team, kommen Sie so we­sent­lich schneller auf einen ge­mein­sa­men Nenner. Haben Sie einen externen Web­ent­wick­ler mit der Pro­gram­mie­rung be­auf­tragt, können Sie Ihre Vor­stel­lun­gen kaum besser prä­sen­tie­ren. Ferner wird er Ihnen schneller sagen können, welche Funk­tio­nen rea­li­sier­bar sind oder Probleme aufwerfen und wo es in Sachen Usability der geplanten Web­prä­senz hakt. Zuletzt sind die zu Papier ge­brach­ten Entwürfe auch die beste Mög­lich­keit, Ihre App oder Website Kunden und In­ves­to­ren vor­zu­stel­len.

Im Übrigen muss der Weg von der Idee über die Vi­sua­li­sie­rung bis hin zur Pro­gram­mie­rung nicht immer über beide Ent­wurfsty­pen führen. Es gibt einige Szenarien, in denen ein Wireframe bereits ausreicht: Planen Sie bei­spiels­wei­se nur eine neue in­ter­ak­ti­ve Un­ter­sei­te eines be­stehen­den Web­pro­jekts, ist die An­fer­ti­gung eines Mock-ups über­flüs­sig, da das Design ja zum Großteil bereits vor­ge­ge­ben ist. Ähnlich verhält es sich bei der Er­wei­te­rung von Web­ap­pli­ka­tio­nen. Ein Wireframe ist außerdem die beste Vi­sua­li­sie­rungs­form, wenn Sie einen Grafiker damit be­auf­tragt haben, das Design zu erstellen und ihm dabei maximalen Freiraum gewähren möchten.

Spä­tes­tens wenn es darauf ankommt, die eigenen Vor­stel­lun­gen der gra­fi­schen Elemente zu prä­sen­tie­ren, kommen Sie an einem Mock-up al­ler­dings nicht vorbei. Je tiefer Sie zuvor bei Ihrem Wireframe-Entwurf ins Detail gegangen sind, desto einfacher haben Sie es bei der Er­stel­lung dieser vor­läu­fi­gen De­sign­vor­la­ge. Ein we­sent­lich größerer Aufwand und höhere Kosten sind lo­gi­scher­wei­se mit den mehr­tei­li­gen, in­ter­ak­ti­ven Mock-ups samt Seiten- und Link­struk­tur verbunden. In be­stimm­ten Fällen können diese al­ler­dings die Not­wen­dig­keit code­ba­sier­ten Pro­to­ty­pen erübrigen.

Welche Rolle Re­spon­si­ve Webdesign bei der Ent­wurfs­er­stel­lung spielt

Mit dem immer stärker in den Fokus tretenden Re­spon­si­ve Webdesign hat sich auch die Kom­ple­xi­tät von Wire­frames und Mock-ups grund­sätz­lich erhöht. War früher eine einzige Skizze absolut aus­rei­chend, gehört heute die An­fer­ti­gung mehrerer Versionen für die un­ter­schied­li­chen Dis­play­grö­ßen quasi zum Pflicht­pro­gramm. Hinzu kommen funk­tio­na­le Un­ter­schie­de wie Ein­ga­be­mit­tel (Maus, Tastatur, Touch­screen) und ver­schie­de­ne tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen (Da­ten­über­tra­gung etc.), die ebenfalls bei der Konzept-Vi­sua­li­sie­rung be­rück­sich­tigt werden müssen.

Die ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen haben dazu geführt, dass heute we­sent­lich häufiger auf ein Mock-up ver­zich­tet und lieber sofort ein re­spon­si­ver Prototyp erstellt wird, der au­to­ma­tisch die Ei­gen­hei­ten mehrerer Geräte abdeckt. Al­ler­dings haben auch die Software-Ent­wick­ler von Wireframe- und Mock-up-Tools auf die Ver­än­de­run­gen des Marktes reagiert und die Er­stel­lung ver­schie­de­ner Versionen eines Entwurfs ver­ein­facht. Wer sein Wireframe per Hand zeichnen möchte, dem bleibt al­ler­dings nichts anderes übrig, als Entwurf um Entwurf einzeln zu erstellen. In unserem Ratgeber haben wir die besten Mock-up- und Wireframe-Tools auf­ge­lis­tet.

Tipp

Ihnen fehlt noch ein Favicon für Ihre Website? Mit dem kos­ten­lo­sen Favicon-Generator von IONOS können Sie sich im Hand­um­dre­hen ein eigenes Homepage-Logo ge­ne­rie­ren!

Zum Hauptmenü