E-Mail-Black­lists schützen Nut­ze­rin­nen und Nutzer vor un­er­wünsch­ten Inhalten wie Spam. In­ter­net­pro­vi­der und externe Dienst­leis­ter greifen hierfür auf künst­li­che In­tel­li­genz zurück, die in der Lage ist, stets wie­der­keh­ren­de, ähnliche oder ge­fälsch­te Muster zu erkennen. Die daraus ge­ne­rier­ten Filter setzen Absender und Ab­sen­de­rin­nen auf die Sperr­lis­ten.

Hinweis

Der Begriff „Blacklist“ hat sich im tech­ni­schen Umfeld etabliert. Auch wenn er sprach­lich die Kon­no­ta­ti­on „Schwarz = schlecht“ enthält, ist sein Ursprung nicht ras­sis­tisch motiviert. Wir verwenden ihn hier im eta­blier­ten tech­ni­schen Sinne.

Was ist eine Blacklist?

Der Begriff „E-Mail-Black­lis­ting“ steht für einen Vorgang, bei dem Ab­sen­der­adres­sen von Spam iden­ti­fi­ziert und für die weitere Zu­stel­lung von In­for­ma­tio­nen gesperrt werden. Dazu werden sie au­to­ma­ti­siert in eine Spam-Blacklist ein­ge­tra­gen. Eine solche Blacklist besteht aus E-Mail-Adressen, Do­main­na­men oder IP-Adressen. Ab­sen­de­rin­nen und Absender mit einem Eintrag in der Blacklist können keine weiteren Nach­rich­ten an E-Mail-Konten schicken, die auf diese Liste zu­rück­grei­fen. Black­lists für E-Mails werden in Echtzeit geführt. Das Gegenteil von Black­lis­ting ist White­lis­ting. Eine weitere, effektive Methode zur Spam-Be­kämp­fung ist Grey­lis­ting.

Wie funk­tio­niert Black­lis­ting?

Black­lis­ting lässt sich – grob ver­ein­facht – mit einem Sieb ver­glei­chen: Zu große (also falsche) Teile des Me­di­en­stroms bleiben stecken. Was klein genug ist (also richtig), passt hindurch und kommt weiter unten an. Black­lists bedienen sich hierfür eines um­fang­rei­chen In­stru­men­ta­ri­ums, mit dem un­er­wünsch­te Zei­chen­fol­gen aus­sor­tiert werden. Diese Listen be­inhal­ten unter anderem die IP-Adresse eines Anbieters oder eines einzelnen Rechners, den Do­main­na­men oder auch Programme und Da­tei­endun­gen, die als nicht ver­trau­ens­wür­dig gelten oder so ein­ge­stuft werden.

Bild: E-Mail-Blacklists: automatisierter Prozess einer Blacklist
Bei­spiel­haf­ter Weg einer E-Mail von der ab­sen­den­den zur emp­fan­gen­den Person mit der Prüfung durch ver­schie­de­ne interne und externe Instanzen.

Die Funk­ti­ons­wei­se von Black­lists hat bei aller Si­cher­heit auch Nachteile: Sie bietet zum Beispiel nur dann einen zu­ver­läs­si­gen Schutz, wenn die ab­zu­leh­nen­den Inhalte bekannt und auch ein­ge­tra­gen sind. Be­dro­hun­gen sind erst un­ter­bun­den, wenn die Ak­tua­li­sie­rung der Blacklist statt­ge­fun­den hat. Anders als bei au­to­ma­ti­schen Er­ken­nungs­mus­tern für Spam-Mails ist dies mit War­tungs­auf­wand für die Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen und Ad­mi­nis­tra­to­ren verbunden.

Sichere E-Mail Adresse für digitale Pri­vat­sphä­re
  • Pro­fes­sio­nel­ler Daten- und Si­cher­heits­schutz
  • E-Mail-Ver­schlüs­se­lung mit SSL/TLS
  • Top-Vi­ren­schutz dank Firewalls und Spam­fil­ter
  • Tägliche Backups, tägliche Ab­si­che­rung

Welche Black­lists sind aus­sa­ge­kräf­tig?

Black­lists werden in den meisten Fällen von den E-Mail-Providern selbst erstellt. Neben den pro­vi­der­ei­ge­nen Me­cha­nis­men und Services gibt es eine große Zahl von öf­fent­li­chen Anbietern, die als „Spam­po­li­zei“ unterwegs sind. Sie pflegen Spam­fil­ter und Black­lists und in­for­mie­ren Sie mit ent­spre­chen­den Nach­rich­ten, wenn eine Ab­sen­der­adres­se auf einer Liste steht – bzw. sorgen dafür, dass die ent­spre­chen­den E-Mails blockiert werden.

Zu den wich­tigs­ten E-Mail-Black­lists zählen:

Blacklist Betreiber Be­son­der­hei­ten
Spamhaus The Spamhaus Project Re­nom­mier­te, streng gepflegte Liste; „Quasi“-Standard, wer hier gelistet ist, hat spürbare Probleme bei der Mail­zu­stel­lung
Spamcop Cisco Systems Schnelle Reaktion auf Spam; häufig in Kom­bi­na­ti­on mit anderen Listen ein­ge­setzt
Cloudmark Sender In­tel­li­gence (CSI) Pro­of­point Ver­brei­tet bei großen ISPs wie Comcast oder AT&T; re­pu­ta­ti­ons­ba­siert, weniger trans­pa­rent
Inva­luement Inva­luement Kom­mer­zi­el­le Liste mit Fokus auf geringe Fehl­klas­si­fi­zie­run­gen; 7-tägige Testphase verfügbar
Passive Spam Block List (PSBL) PSBL-Community Schlanke Liste auf Basis von Spamikaze; gute Zu­stell­ra­ten und einfache Delisting-Mög­lich­kei­ten
Abusix Mail In­tel­li­gence Abusix Dy­na­mi­sche DNSBL mit wach­sen­der Relevanz; besonders bei ISPs und Hostern beliebt
Hinweis

Viele der genannten Anbieter von Black­lists bieten die Mög­lich­keit, zu über­prü­fen, ob die eigene E-Mail-Adresse in den je­wei­li­gen Listen vertreten ist.

Wie landet man auf einer Blacklist?

Spam­fil­ter bewerten die ein­ge­hen­den Inhalte nach einem Punk­te­sys­tem. Eine bestimmte, bei jedem Anbieter andere Punktzahl sorgt dann dafür, dass der Absender bzw. die Ab­sen­de­rin auf die Blacklist kommt. Einige Gründe, in einer E-Mail-Blacklist gelistet zu werden, sind:

  • Un­er­war­te­ter Versand von E-Mails an lange Zeit inaktive Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger oder an solche, die E-Mails von der Ab­sen­der­adres­se als Spam ge­kenn­zeich­net haben. Gleiches gilt, wenn die E-Mail zu­rück­kehrt – der so­ge­nann­te Bounce.
  • Schlag­ar­ti­ge Ver­grö­ße­rung der Menge an ver­sen­de­ten E-Mails, besonders wenn ka­len­da­ri­sche Anlässe wie Som­mer­schluss­ver­kauf, Feiertage, Black Friday und Ähnliches da­hin­ter­ste­hen.
  • Dras­ti­sche Zunahme der Ver­sand­fre­quenz ohne vorherige An­kün­di­gung. Eine große Anzahl von Spam-Be­schwer­den führt einen Versender ziemlich sicher auf eine Blacklist.
  • Versand von einer un­er­war­tet großen E-Mail-Mar­ke­ting­lis­te – der Spam­fil­ter vermutet eine gekaufte Liste. Gute und gepflegte Listen wachsen stetig, aber nicht sprung­haft.
  • Ma­ni­pu­lier­te Einträge in E-Mail-Headern, vor allem die „From“- und „Return-Path“-Zeilen zum Erzeugen von falschen Iden­ti­tä­ten der Spam­ver­sen­der.

8 Tipps, um nicht auf einer Blacklist zu landen

Beachtet man einige Regeln beim E-Mail-Versand, kann man einen Eintrag in einer E-Mail-Blacklist vermeiden. Besonders große Auf­merk­sam­keit hegt die „Spam­po­li­zei“ bei Mas­sen­ver­sen­dern von E-Mails, etwa News­let­ter-Dienst­leis­tern. Bei diesen muss die Auf­merk­sam­keit gegenüber spam­ver­däch­ti­gen Inhalten besonders sen­si­bi­li­siert sein.

Mit einigen prak­ti­schen Tipps können Sie vermeiden, auf eine Blacklist für E-Mails zu geraten:

  1. Ge­ne­rie­ren Sie ab­wechs­lungs­rei­che Inhalte. Wer immer gleiche For­mu­lie­run­gen benutzt, macht sich schnell als Spam­ro­bo­ter ver­däch­tig.
  2. Holen Sie sich das aus­drück­li­che Ein­ver­ständ­nis Ihrer Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger ein.
  3. Versenden Sie Ihre Marketing-E-Mails über sichere Server von zer­ti­fi­zier­ten Anbietern und benutzen Sie pro­fes­sio­nel­le Software.
  4. Verwenden Sie keine privaten E-Mail-Adressen, sondern Ihren Firmen- oder Mar­ken­na­men. Vor dem @-Zeichen sollten keine per­sön­li­chen Namen stehen, sondern Be­zeich­nun­gen wie „shop“, „news­let­ter“ oder „kontakt“.
  5. Lassen Sie sich in Al­low­lists – die das Gegenteil von Black­lists sind – eintragen, z. B. durch die Auf­for­de­rung „Speichern Sie unseren Kontakt in Ihrem Adress­buch“ oder ähnliche For­mu­lie­run­gen.
  6. Ver­schi­cken Sie keine E-Mails, die aus­schließ­lich aus Grafiken bestehen, denn diese werden von Spam­fil­tern als leer angesehen und gelistet.
  7. Vermeiden Sie For­mu­lie­run­gen, die Dring­lich­keit vorgeben, bei­spiels­wei­se „Nur noch drei Tage – jetzt sofort buchen“, oder Geld­zu­wen­dun­gen jeglicher Art anbieten.
  8. Ver­zich­ten Sie auf komplette Groß­schrei­bung, sonst landen Sie mit ziem­li­cher Si­cher­heit auf einer E-Mail-Blacklist. Viele Aus­ru­fe­zei­chen hin­ter­ein­an­der sind ebenfalls sehr spam­träch­tig, ebenso Inhalte im Zu­sam­men­hang mit Glücks­spie­len oder be­stimm­ten Me­di­ka­men­ten.
Hinweis

Besonders ge­werb­li­che Anbieter müssen beim E-Mail-Versand auch recht­li­che An­for­de­run­gen erfüllen. Dazu gehören ein Impressum und ein Link, mit dem sich Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger von der Ver­sand­lis­te abmelden können.

Was tun, wenn man auf einer Blacklist steht?

Ein Eintrag in eine Blacklist ist nicht in Stein gemeißelt. Es gibt sehr viele solcher Listen, weshalb es gar nicht so un­wahr­schein­lich ist, auf einer davon zu landen. Ein solcher Eintrag kann jedoch ein Fin­ger­zeig dafür sein, dass das E-Mail-Marketing Ver­bes­se­rungs­be­darf aufweist. Wenn es nur wenige Blacklist-Einträge für Ihre Domain gibt, wird der Mail­ver­kehr kaum ein­ge­schränkt sein. Erscheint Ihre Domain aber auf vielen solcher Black­lists, besteht Hand­lungs­be­darf. Wenn Ihre geprüfte Domain oder IP-Adresse auf einer Blacklist erscheint, ist dazu meist ein Link zum Anbieter zu finden, der dann In­for­ma­tio­nen be­reit­hält, wie Sie sich wieder von der Liste entfernen lassen können.

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Eigene E-Mail-Blacklist erstellen (am Beispiel von IONOS)

Wer eine eigene Domain besitzt, kann bei vielen Anbietern eine in­di­vi­du­el­le Blacklist für E-Mail-Kontakte anlegen und pflegen. Im Ver­wal­tungs­be­reich der E-Mail-Adresse lassen sich un­er­wünsch­te Ab­sen­de­rin­nen und Absender in eine Blacklist eintragen. Diese E-Mails werden dann au­to­ma­tisch in den Spam­ord­ner ver­scho­ben.

Bei IONOS können Sie eine Blacklist für das eigene E-Mail-Konto fol­gen­der­ma­ßen anlegen:

  1. Loggen Sie sich mit Ihren Daten in IONOS Webmail ein.
  2. Klicken Sie oben rechts auf das Zahnrad-Icon und danach auf „Alle Ein­stel­lun­gen“, um das Ein­stel­lungs­me­nü zu öffnen.
  3. Wechseln Sie im linken Sei­ten­me­nü in die Rubrik „Anti-SPAM“.
  4. Scrollen Sie bis zu dem Bereich „Per­sön­li­che Listen“ und tragen Sie unter „Blo­ckier­te Absender“ die E-Mail-Adressen ein, die Sie blo­ckie­ren möchten.
Bild: IONOS Blacklist Beispiel
Trennen Sie die einzelnen ein­ge­tra­ge­nen E-Mail-Adressen in der IONOS Blacklist ganz einfach per Komma
Hinweis

Sie können nicht nur einzelne Adressen, sondern auch komplette Adress­be­rei­che blo­ckie­ren. Wenn Sie z. B. alle E-Mails des Adress­be­rei­ches @domain.de auf Ihre IONOS Blacklist setzen möchten, tragen Sie einfach *@domain.de ein. Das Sternchen dient in diesem Fall als Platz­hal­ter.

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