KI am Ar­beits­platz be­zeich­net den Einsatz soft­ware­ge­stütz­ter As­sis­tenz­sys­te­me, die Mit­ar­bei­ten­de bei Rou­ti­ne­auf­ga­ben wie Tex­terstel­lung, Recherche, Da­ten­ana­ly­se und Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter­stüt­zen. Solche An­wen­dun­gen be­schleu­ni­gen Ar­beits­ab­läu­fe, bereiten In­for­ma­tio­nen auf und entlasten Teams, ohne dass für die grund­le­gen­de Nutzung be­son­de­res IT-Fach­wis­sen oder eine auf­wen­di­ge tech­ni­sche In­te­gra­ti­on er­for­der­lich ist.

Ein­satz­be­rei­che: Was KI am Ar­beits­platz konkret übernimmt

Künst­li­che In­tel­li­genz eignet sich besonders für Aufgaben, die häufig wie­der­keh­ren, nach klaren Mustern ablaufen oder große Mengen an Texten und In­for­ma­tio­nen umfassen. Dabei übernimmt die KI in der Regel nicht die gesamte Tätigkeit. Sie liefert Entwürfe, Zu­sam­men­fas­sun­gen oder Analysen, die an­schlie­ßend von Mit­ar­bei­ten­den geprüft und wei­ter­be­ar­bei­tet werden.

Neben or­ga­ni­sa­to­ri­schen und ana­ly­ti­schen Tä­tig­kei­ten übernimmt KI in Un­ter­neh­men bereits in großem Umfang kun­den­na­he Aufgaben, wie re­gel­mä­ßi­ge Er­he­bun­gen des Bran­chen­ver­bands Bitkom ver­deut­li­chen: Unter den Betrieben, die auf künst­li­che In­tel­li­genz setzen, findet die Tech­no­lo­gie am häu­figs­ten im direkten Kun­den­kon­takt Anwendung. Ein ebenfalls sehr großer Teil der Un­ter­neh­men nutzt ent­spre­chen­de Werkzeuge gezielt zur Ent­las­tung im Marketing sowie in der externen und internen Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Künst­li­che In­tel­li­genz kann am Ar­beits­platz unter anderem in folgenden Bereichen un­ter­stüt­zen:

Auf­ga­ben­typ KI-Un­ter­stüt­zung Zeit­er­spar­nis-Beispiel
Texte schreiben und über­ar­bei­ten Erstellt Entwürfe, passt Ton und Länge an, kor­ri­giert Sprache und struk­tu­riert Inhalte Aus Stich­punk­ten entsteht eine Roh­fas­sung für ein Angebot, die nur noch fachlich ergänzt und geprüft werden muss
E-Mails und Dokumente zu­sam­men­fas­sen Filtert Kern­aus­sa­gen, Ent­schei­dun­gen, Fristen und offene Aufgaben heraus Statt einen langen E-Mail-Verlauf voll­stän­dig zu lesen, erhält das Team eine Übersicht der wich­tigs­ten Punkte
Recherche und Fak­ten­prü­fung Sammelt In­for­ma­tio­nen, ver­gleicht Po­si­tio­nen und nennt mögliche Quellen Eine erste Markt­über­sicht oder The­men­struk­tur entsteht schneller; Zahlen und Aussagen werden an­schlie­ßend an den Ori­gi­nal­quel­len geprüft
Einfache Da­ten­aus­wer­tung Sortiert Daten, erkennt Auf­fäl­lig­kei­ten, bildet Ka­te­go­rien und erklärt Tabellen Ver­kaufs­zah­len lassen sich nach Produkten, Zeit­räu­men oder Kun­den­grup­pen zu­sam­men­fas­sen, ohne jede Zeile manuell aus­zu­wer­ten
Ideen­fin­dung und Brain­stor­ming Erstellt The­men­vor­schlä­ge, Varianten, Argumente und mögliche Lö­sungs­we­ge Ein Mar­ke­ting­team erhält mehrere Kam­pa­gnen­an­sät­ze und ent­wi­ckelt die ge­eig­ne­ten Ideen weiter
Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on und Prozesse For­mu­liert Ant­wort­ent­wür­fe, klas­si­fi­ziert Anfragen und stößt stan­dar­di­sier­te Abläufe an Wie­der­keh­ren­de Fragen werden vor­be­rei­tet oder au­to­ma­tisch be­ant­wor­tet; Son­der­fäl­le gelangen an zu­stän­di­ge Mit­ar­bei­ten­de
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Vorteile von KI am Ar­beits­platz für KMUs

Kleine und mittlere Un­ter­neh­men verfügen häufig über weniger Personal und spe­zia­li­sier­te Fach­ab­tei­lun­gen als große Konzerne. KI kann deshalb besonders in KMUs dort einen prak­ti­schen Nutzen bieten, wo Rou­ti­ne­ar­beit knappe Ka­pa­zi­tä­ten bindet.

Un­ter­su­chun­gen zur KI-Nutzung im Ar­beits­kon­text machen deutlich, dass der Einsatz im Bü­ro­all­tag klare, messbare Vorteile bietet. Be­schäf­tig­te nennen dabei am häu­figs­ten eine er­heb­li­che Zeit­er­spar­nis, gefolgt von spürbaren Kos­ten­sen­kun­gen und einer ef­fek­ti­ven Feh­ler­ver­mei­dung als die größten Po­ten­zia­le der Tech­no­lo­gie. Das mit Abstand wich­tigs­te und am häu­figs­ten genutzte An­wen­dungs­feld in der Praxis bleibt dabei die au­to­ma­ti­sier­te Tex­terstel­lung.

  • Höhere Pro­duk­ti­vi­tät: Entwürfe, Zu­sam­men­fas­sun­gen und erste Analysen entstehen schneller. Mit­ar­bei­ten­de können mehr Zeit für Beratung, Ent­schei­dun­gen und an­spruchs­vol­le Fach­auf­ga­ben einsetzen.
  • Bessere Er­reich­bar­keit: KI-gestützte Chatbots und Te­le­fon­as­sis­ten­ten können Stan­dard­an­fra­gen auch außerhalb der Ge­schäfts­zei­ten be­ar­bei­ten. Die 24/7-Ver­füg­bar­keit gilt dabei vor allem für klar de­fi­nier­te Ser­vice­pro­zes­se, nicht für komplexe oder kon­flikt­be­haf­te­te Anliegen.
  • Flexible Ska­lier­bar­keit: Bei einem stei­gen­den An­fra­ge­vo­lu­men kann ein KI-System zu­sätz­li­che Vorgänge be­ar­bei­ten, ohne dass die Per­so­nal­ka­pa­zi­tät im gleichen Ver­hält­nis wachsen muss. Fach­kräf­te bleiben dennoch für Kon­trol­len, Ausnahmen und per­sön­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on er­for­der­lich.
  • Weniger Fehler bei wie­der­keh­ren­den Aufgaben: Au­to­ma­ti­sche Klas­si­fi­zie­rung, Da­ten­über­tra­gung und stan­dar­di­sier­te Text­vor­la­gen können Über­tra­gungs- oder Flüch­tig­keits­feh­ler ver­rin­gern. Feh­ler­haf­te Aus­gangs­da­ten oder un­ge­eig­ne­te An­wei­sun­gen können al­ler­dings auch sys­te­ma­tisch falsche Er­geb­nis­se erzeugen.
  • Schnel­le­rer Zugriff auf Wissen: KI kann um­fang­rei­che Dokumente durch­su­chen, Zu­sam­men­hän­ge erklären und internes Wissen leichter auf­find­bar machen. Dadurch müssen In­for­ma­tio­nen nicht jedes Mal manuell aus ver­schie­de­nen Dateien zu­sam­men­ge­sucht werden.
  • Mehr Un­ter­stüt­zung bei kreativen Aufgaben: Brain­stor­ming, Glie­de­run­gen und Varianten lassen sich be­schleu­ni­gen. Die Auswahl, Bewertung und Wei­ter­ent­wick­lung der Vor­schlä­ge bleibt eine mensch­li­che Aufgabe.

Neben diesen Vorteilen bestehen in Teilen der Be­leg­schaf­ten auch Vor­be­hal­te: Umfragen zeigen re­gel­mä­ßig, dass sich ein re­le­van­ter Teil der Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land sorgt, der eigene Ar­beits­platz könnte durch die fort­schrei­ten­de Au­to­ma­ti­sie­rung gefährdet sein. Solche Sorgen sollten in der Un­ter­neh­mens­füh­rung ernst genommen werden. Gleich­zei­tig geht in diesem öf­fent­li­chen Diskurs häufig verloren, welche lang­fris­ti­gen Chancen und Ent­las­tun­gen für Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer entstehen können.

Denn künst­li­che In­tel­li­genz am Ar­beits­platz bedeutet nicht zwangs­läu­fig, dass Jobs grund­le­gend ab­ge­schafft werden, sondern primär, dass sie sich verändern. Künst­li­che In­tel­li­genz verändert Auf­ga­ben­pro­fi­le, au­to­ma­ti­siert einzelne Tä­tig­kei­ten und hilft Un­ter­neh­men sowie Mit­ar­bei­ten­den, mit tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen Schritt zu halten. Für Un­ter­neh­men und Be­schäf­tig­te bedeutet das, Ar­beits­ab­läu­fe neu zu gestalten und zu­sätz­li­che Kom­pe­ten­zen auf­zu­bau­en. Letztlich steigert das die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Un­ter­neh­mens und gleich­zei­tig die lang­fris­ti­gen be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven der Mit­ar­bei­ten­den.

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Da­ten­schutz und DSGVO: Worauf Un­ter­neh­men bei KI-Tools achten müssen

Sobald ein Un­ter­neh­men per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten mit einem KI-Tool ver­ar­bei­tet und die Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) anwendbar ist, muss es die ent­spre­chen­den Da­ten­schutz­vor­ga­ben einhalten. Das betrifft Un­ter­neh­men mit einer Nie­der­las­sung in der EU sowie unter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch Anbieter aus Dritt­staa­ten. Für deutsche KMUs sind dabei vor allem die Ver­trags­be­din­gun­gen, der Umgang mit Nut­zer­da­ten und die Da­ten­re­si­denz ent­schei­dend. Da­ten­re­si­denz be­zeich­net den geo­gra­fi­schen Ort, an dem Daten ge­spei­chert und ver­ar­bei­tet werden. Ein Ser­ver­stand­ort in der EU er­leich­tert die da­ten­schutz­kon­for­me Nutzung, reicht allein jedoch nicht aus, um die DSGVO-Kon­for­mi­tät eines Tools si­cher­zu­stel­len.

Neben dem Spei­cher­ort spielt auch eine Rolle, welchem Recht der KI-Anbieter un­ter­liegt und wie er mit den ver­ar­bei­te­ten Daten umgeht. Bei US-Cloud-Anbietern können zu­sätz­li­che Da­ten­schutz­ri­si­ken entstehen, etwa durch in­ter­na­tio­na­le Da­ten­trans­fers oder mögliche Be­hör­den­zu­grif­fe nach US-Recht, bei­spiels­wei­se auf Grundlage des US-CLOUD-Act.

Ob ein KI-Tool am Ar­beits­platz da­ten­schutz­kon­form ein­ge­setzt werden kann, hängt also von mehreren Faktoren ab. Die folgende Check­lis­te fasst die wich­tigs­ten Prüf­punk­te für einen DSGVO-konformen KI-Einsatz zusammen.

Check­lis­te für einen DSGVO-konformen KI-Einsatz:

  • Zweck und Da­ten­ar­ten festlegen: Vorab bestimmen, für welche Aufgaben das Tool genutzt wird und ob dabei per­so­nen­be­zo­ge­ne, ver­trau­li­che oder besonders schüt­zens­wer­te Daten ver­ar­bei­tet werden.
  • Ver­ar­bei­tungs­ver­zeich­nis ak­tua­li­sie­ren: Das KI-System, die be­trof­fe­nen Per­so­nen­grup­pen, Da­ten­ka­te­go­rien, Empfänger und Lösch­fris­ten do­ku­men­tie­ren.
  • Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag prüfen: Mit dem Anbieter muss bei einer Auf­trags­ver­ar­bei­tung grund­sätz­lich ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO bestehen. Un­ter­auf­trags­ver­ar­bei­ter und Dritt­land­trans­fers sollten daraus klar her­vor­ge­hen.
  • Ser­ver­stand­ort und An­bie­ter­ju­ris­dik­ti­on kon­trol­lie­ren: EU-Da­ten­re­si­denz be­vor­zu­gen und zu­sätz­lich prüfen, welchem na­tio­na­len Recht der Anbieter und seine Mut­ter­ge­sell­schaft un­ter­lie­gen.
  • Training auf Un­ter­neh­mens­da­ten aus­schlie­ßen: Ver­trag­lich oder über die Kon­to­ein­stel­lun­gen si­cher­stel­len, dass Eingaben, hoch­ge­la­de­ne Dokumente und Ausgaben nicht zur Ver­bes­se­rung all­ge­mei­ner KI-Modelle genutzt werden.
  • Daten mi­ni­mie­ren: Per­so­nen­be­zü­ge nach Mög­lich­keit entfernen oder pseud­ony­mi­sie­ren. Pass­wör­ter, Ge­schäfts­ge­heim­nis­se, Ge­sund­heits­da­ten und andere sensible In­for­ma­tio­nen nur in aus­drück­lich dafür frei­ge­ge­be­nen Systemen ver­ar­bei­ten.
  • Zugriffe be­schrän­ken: Be­nut­zer­kon­ten, Rollen und Be­rech­ti­gun­gen so kon­fi­gu­rie­ren, dass nur au­to­ri­sier­te Mit­ar­bei­ten­de auf Chats, Dateien und Un­ter­neh­mens­wis­sen zugreifen können.
  • Risiken und Ent­schei­dun­gen prüfen: Bei vor­aus­sicht­lich hohen Risiken kann eine Da­ten­schutz-Fol­gen­ab­schät­zung er­for­der­lich sein. Ent­schei­dun­gen mit er­heb­li­chen Aus­wir­kun­gen auf Personen dürfen nicht un­kon­trol­liert an ein KI-System delegiert werden.
Hinweis

Neben der DSGVO sollten Un­ter­neh­men auch die eu­ro­päi­sche KI-Ver­ord­nung be­rück­sich­ti­gen. Sie ver­pflich­tet Un­ter­neh­men unter anderem dazu, Mit­ar­bei­ten­de beim Einsatz von KI-Systemen an­ge­mes­sen zu schulen und sieht ab dem 2. August 2026 zu­sätz­li­che Trans­pa­renz­pflich­ten für bestimmte KI-An­wen­dun­gen vor.

KI-Tools für den Ar­beits­platz im Vergleich

Welches KI-Tool sich für ein KMU eignet, hängt nicht nur von der Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­wen­de­ten Modelle ab. Ebenso wichtig sind Da­ten­schutz, Office-In­te­gra­ti­on und Ein­satz­fle­xi­bi­li­tät. Un­ter­neh­men sollten deshalb prüfen, ob ein Tool zur vor­han­de­nen Soft­ware­um­ge­bung passt, wie schnell es ein­satz­be­reit ist und wo Un­ter­neh­mens­da­ten ver­ar­bei­tet werden.

Tool Da­ten­schutz Office-In­te­gra­ti­on Geeignet für
ChatGPT Business Ein- und Ausgaben werden stan­dard­mä­ßig nicht zum Mo­dell­trai­ning verwendet; ein Data Pro­ces­sing Addendum ist verfügbar. Eine eu­ro­päi­sche Da­ten­re­si­denz ist derzeit nicht stan­dard­mä­ßig im Business-Tarif enthalten. Ei­gen­stän­di­ge Plattform mit Apps und An­bin­dun­gen, jedoch keine native In­te­gra­ti­on in eine Office-Suite Teams, die einen flexiblen All­zweck­as­sis­ten­ten für Text, Analyse, Recherche und un­ter­schied­li­che Da­tei­for­ma­te suchen
Microsoft 365 Copilot Prompts, Antworten und Daten aus Microsoft Graph werden nicht zum Training der Ba­sis­mo­del­le genutzt. EU Data Boundary gilt grund­sätz­lich, Admins sollten jedoch Anthropic-Modelle und Flex Routing prüfen, da Ver­ar­bei­tung außerhalb der EU möglich ist. Direkt in Word, Excel, Power­Point, Outlook und Teams in­te­griert Un­ter­neh­men, die bereits umfassend mit Microsoft 365 arbeiten
Google Gemini für Workspace Workspace-Inhalte werden ohne Zu­stim­mung nicht außerhalb der eigenen Domain zum Mo­dell­trai­ning verwendet. Abhängig vom Tarif lässt sich die Ver­ar­bei­tung be­stimm­ter Gemini-Daten auf die EU be­schrän­ken. Native In­te­gra­ti­on in Gmail, Docs, Sheets, Slides, Drive und Meet KMUs und Teams, deren Arbeit bereits in Google Workspace statt­fin­det
IONOS GPT DSGVO-konforme Ver­ar­bei­tung aus­schließ­lich in EU-Re­chen­zen­tren; Nut­zer­da­ten und hoch­ge­la­de­ne Dateien fließen nicht in das Mo­dell­trai­ning ein. Brow­ser­ba­sier­te Anwendung ohne Bindung an Microsoft 365 oder Google Workspace; keine native Office-In­te­gra­ti­on KMUs, Selbst­stän­di­ge und da­ten­sen­si­ble Teams, die einen un­ab­hän­gig ein­setz­ba­ren, EU-ge­hos­te­ten KI-As­sis­ten­ten benötigen

ChatGPT Business lässt sich flexibel für un­ter­schied­li­che Aufgaben einsetzen. Bei hohen Da­ten­schutz­an­for­de­run­gen ist jedoch zu klären, wo Daten ver­ar­bei­tet werden, welche Ver­trags­grund­la­gen gelten und ob der gewählte Tarif eine eu­ro­päi­sche Da­ten­re­si­denz bietet. Gegenüber einer EU-ge­hos­te­ten Lösung können dadurch zu­sätz­li­che Prüf­schrit­te entstehen, wie der Vergleich zwischen IONOS GPT und ChatGPT zeigt.

Microsoft 365 Copilot und Google Gemini spielen ihre Stärken vor allem innerhalb der je­wei­li­gen Office-Umgebung aus. E-Mails, Dokumente, Tabellen und Be­spre­chun­gen lassen sich direkt in den bereits ver­wen­de­ten An­wen­dun­gen be­ar­bei­ten. Dafür bindet sich das Un­ter­neh­men stärker an das ent­spre­chen­de Ökosystem.

Hinweis

Microsoft weist darauf hin, dass Anthropic-Modelle in Microsoft-Angeboten derzeit von der EU Data Boundary aus­ge­nom­men sind. Zudem kann Flex Routing bei Spit­zen­last dazu führen, dass LLM-Inferenz außerhalb der EU Data Boundary erfolgt.

IONOS GPT lässt sich un­ab­hän­gig von einer be­stimm­ten Office-Suite direkt im Browser nutzen und erfordert weder ein Microsoft-365- noch ein Google-Workspace-Abon­ne­ment. Neben Tex­terstel­lung und Recherche un­ter­stützt die Anwendung den Upload und die Aus­wer­tung von Verträgen, Tabellen und Berichten. Für kom­ple­xe­re Aufgaben steht ein „Reasoning Mode“ zur Verfügung, der Fra­ge­stel­lun­gen schritt­wei­se be­ar­bei­tet und sich bei­spiels­wei­se für Ver­trags­ana­ly­sen, Fi­nanz­pla­nungs­sze­na­ri­en oder die Ent­wick­lung stra­te­gi­scher Hand­lungs­op­tio­nen eignet.

Tipp

Für Un­ter­neh­men mit eigenen Ent­wick­ler-Res­sour­cen, die maß­ge­schnei­der­te, interne KI-An­wen­dun­gen oder da­ten­si­che­re Chatbots in be­stehen­de Systeme in­te­grie­ren möchten, bietet der IONOS AI Model Hub die passende tech­ni­sche Basis. Über eine OpenAI-kom­pa­ti­ble REST-API erhalten IT-Spe­zia­lis­ten direkten Zugriff auf führende Open-Source-Sprach­mo­del­le. Das gesamte Modell-Hosting wird ser­ver­less von IONOS über­nom­men – betrieben DSGVO-konform in zer­ti­fi­zier­ten deutschen Re­chen­zen­tren, ohne dass ein­ge­ge­be­ne Daten für das Training von Modellen verwendet werden.

KI am Ar­beits­platz einführen: So gelingt der Start ohne großen Aufwand

Für den Einstieg eignet sich eine klar ab­ge­grenz­te Rou­ti­ne­auf­ga­be, deren Er­geb­nis­se leicht über­prüf­bar sind. Statt sofort mehrere Prozesse um­zu­stel­len, sollten KMUs mit einem konkreten An­wen­dungs­fall beginnen und die Nutzung schritt­wei­se ausweiten.

  1. Ein­satz­be­reich und Ziel festlegen: Iden­ti­fi­zie­ren Sie Aufgaben, die re­gel­mä­ßig viel Zeit kosten, bei­spiels­wei­se E-Mail-Entwürfe, Zu­sam­men­fas­sun­gen, Pro­to­kol­le, Re­cher­che­vor­be­rei­tun­gen oder die Struk­tu­rie­rung von An­ge­bots­da­ten. Legen Sie zugleich ein messbares Ziel fest, etwa kürzere Be­ar­bei­tungs­zei­ten oder ein­heit­li­che­re Dokumente. Rea­lis­ti­sche Er­war­tun­gen ver­hin­dern, dass die Mög­lich­kei­ten der KI über­schätzt werden.
  2. Passendes KI-Tool auswählen: Prüfen Sie, ob das Tool die ge­wünsch­ten Aufgaben un­ter­stützt und die An­for­de­run­gen an Da­ten­schutz, Da­ten­re­si­denz und Be­dien­bar­keit erfüllt. Brow­ser­ba­sier­te SaaS-Lösungen wie IONOS GPT lassen sich ohne lokale In­stal­la­ti­on, eigenes KI-Team oder tech­ni­sche In­te­gra­ti­on direkt nutzen. Da­ten­schutz­prü­fung, Be­nut­zer­ver­wal­tung und interne Vorgaben bleiben dennoch er­for­der­lich.
  3. Klare Nut­zungs­richt­li­ni­en erstellen: Legen Sie fest, welche Daten in das KI-Tool ein­ge­ge­ben werden dürfen, für welche Aufgaben es genutzt werden kann und wer die Er­geb­nis­se kon­trol­liert. Ohne solche Gui­de­lines besteht das Risiko, dass Mit­ar­bei­ten­de ver­trau­li­che In­for­ma­tio­nen eingeben oder KI-Ausgaben ungeprüft über­neh­men.
  4. Mit­ar­bei­ten­de praxisnah einweisen: Schulen Sie das Team anhand typischer Aufgaben aus dem Ar­beits­all­tag. Mit­ar­bei­ten­de sollten lernen, Prompts ziel­füh­rend zu for­mu­lie­ren, sensible Daten zu erkennen und Er­geb­nis­se kritisch zu bewerten.
  5. Mit einer be­grenz­ten Pi­lot­pha­se starten: Testen Sie das Tool zunächst mit einer einzelnen Aufgabe, einem kleinen Team oder einer Abteilung. Erfassen Sie dabei Zeit­auf­wand, Er­geb­nis­qua­li­tät, typische Fehler und Rück­mel­dun­gen der Mit­ar­bei­ten­den. Echte Kunden- oder Be­schäf­tig­ten­da­ten sollten erst ver­ar­bei­tet werden, wenn Da­ten­schutz und Zu­griffs­rech­te geklärt sind.
  6. Er­geb­nis­se prüfen und Einsatz erweitern: Bewerten Sie nach der Pi­lot­pha­se, ob das gesetzte Ziel erreicht wurde und welche An­pas­sun­gen notwendig sind. Erst wenn der An­wen­dungs­fall zu­ver­läs­sig funk­tio­niert, sollte die KI auf weitere Aufgaben über­tra­gen werden. So lassen sich Fehler früh erkennen und Prozesse kon­trol­liert wei­ter­ent­wi­ckeln.

Risiken von KI am Ar­beits­platz – und wie Un­ter­neh­men damit umgehen

KI kann Ar­beits­ab­läu­fe deutlich er­leich­tern, bringt jedoch auch fachliche, recht­li­che und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Risiken mit sich. Mit ge­eig­ne­ten Tools, klaren Nut­zungs­re­geln und mensch­li­cher Kontrolle lassen sich diese Risiken begrenzen.

  1. Hal­lu­zi­na­tio­nen: Sprach­mo­del­le können plausibel und über­zeu­gend for­mu­lier­te, aber sachlich falsche In­for­ma­tio­nen ausgeben. Solche Hal­lu­zi­na­tio­nen betreffen unter anderem Zahlen, Quellen und Rechts­tex­te. Fakten, Be­rech­nun­gen und andere fachlich relevante Aussagen sollten deshalb immer von Mit­ar­bei­ten­den geprüft werden. Das gilt auch für Quellen, die ein KI-Tool selbst angibt.
  2. Da­ten­schutz: Werden sensible Kunden-, Be­schäf­tig­ten- oder Ge­schäfts­da­ten in nicht frei­ge­ge­be­ne KI-Tools außerhalb der EU ein­ge­ge­ben oder vom Anbieter zum Mo­dell­trai­ning verwendet, können Da­ten­schutz­ri­si­ken und mögliche DSGVO-Verstöße entstehen. Un­ter­neh­men sollten daher Lösungen mit EU-Da­ten­re­si­denz und einer No-Training-Policy wählen, die eine Ver­wen­dung der Eingaben für das all­ge­mei­ne Mo­dell­trai­ning aus­schließt. Zu­sätz­lich sind Da­ten­mi­ni­mie­rung, geregelte Zu­griffs­rech­te und eine ver­bind­li­che Liste zu­ge­las­se­ner KI-Tools sinnvoll.
  3. Kom­pe­tenz­ab­hän­gig­keit: Werden Rou­ti­ne­auf­ga­ben voll­stän­dig an KI delegiert, können Mit­ar­bei­ten­de wichtige Fach­kennt­nis­se und Prüf­rou­ti­nen seltener anwenden. KI sollte Aufgaben deshalb vor­be­rei­ten, In­for­ma­tio­nen struk­tu­rie­ren und Vor­schlä­ge liefern, fachliche Be­ur­tei­lun­gen und Ent­schei­dun­gen aber nicht voll­stän­dig ersetzen. Die Ver­ant­wor­tung für das Ergebnis bleibt beim Menschen.
  4. Recht­li­che Un­si­cher­heit: KI-ge­ne­rier­te Texte, Bilder oder Pro­gramm­codes können Ur­he­ber­rechts­fra­gen aufwerfen. Darüber hinaus gelten ab dem 2. August 2026 Trans­pa­renz­pflich­ten der eu­ro­päi­schen KI-Ver­ord­nung für bestimmte KI-Systeme sowie bestimmte KI-ge­ne­rier­te oder ma­ni­pu­lier­te Inhalte. Un­ter­neh­men sollten daher in internen Nut­zungs­richt­li­ni­en festlegen, welche Inhalte ver­öf­fent­licht werden dürfen, wann eine Kenn­zeich­nung er­for­der­lich ist und welche Er­geb­nis­se fachlich oder rechtlich geprüft werden müssen.
  5. Mit­ar­bei­ter­ak­zep­tanz: Be­schäf­tig­te können KI als Kon­troll­in­stru­ment oder als Bedrohung für ihren Ar­beits­platz wahr­neh­men. Umfragen zur Stimmung in deutschen Un­ter­neh­men zeigen re­gel­mä­ßig, dass sich ein re­le­van­ter Teil der Befragten um negative Aus­wir­kun­gen auf den eigenen Ar­beits­platz sorgt. Un­ter­neh­men sollten deshalb offen erklären, welche Aufgaben die KI über­neh­men soll, wo die mensch­li­che Ver­ant­wor­tung bestehen bleibt und wie Mit­ar­bei­ten­de für den Umgang mit den neuen Werk­zeu­gen qua­li­fi­ziert werden. Eine früh­zei­ti­ge Be­tei­li­gung des Teams an Auswahl und Pi­lo­tie­rung kann zu­sätz­li­che Vor­be­hal­te abbauen.

Ent­schei­dend sind somit nicht nur die tech­ni­schen Fä­hig­kei­ten eines KI-Tools, sondern auch klare Zu­stän­dig­kei­ten, ver­bind­li­che Nut­zungs­richt­li­ni­en und die früh­zei­ti­ge Ein­bin­dung der Mit­ar­bei­ten­den.

Fazit

KI am Ar­beits­platz ist für KMUs kein Zu­kunfts­the­ma mehr, sondern bereits heute für Aufgaben wie Tex­terstel­lung, Recherche, Do­ku­men­ten­ana­ly­se und Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on ein­satz­be­reit. Besonders bei klar ab­ge­grenz­ten und leicht über­prüf­ba­ren Tä­tig­kei­ten können KI-Tools Ar­beits­ab­läu­fe be­schleu­ni­gen und Mit­ar­bei­ten­de spürbar entlasten.

Ent­schei­dend ist die Wahl einer Lösung, die zum eigenen Ar­beits­all­tag passt, mögliche Risiken begrenzt und die geltenden DSGVO-An­for­de­run­gen erfüllt. Wer mensch­li­che Kontrolle, klare Nut­zungs­re­geln und eine schritt­wei­se Ein­füh­rung be­rück­sich­tigt, kann direkt von KI pro­fi­tie­ren. SaaS-Lösungen wie IONOS GPT er­mög­li­chen dabei einen Einstieg ohne eigenes KI-Team und ohne auf­wen­di­ge tech­ni­sche In­te­gra­ti­on.

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