5 Open-Source-Datenbanken im Vergleich
Open-Source-Datenbanken bieten heute in vielen Anwendungsfällen eine vergleichbare Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit wie proprietäre Systeme. Zu den bekanntesten Optionen zählen MySQL, PostgreSQL, MariaDB, Apache Cassandra, MongoDB und Redis.
Die wichtigsten Open-Source-Datenbanken im Überblick
Die Wahl der richtigen Open-Source-Datenbank hängt stark von Ihren Anforderungen ab: Liegt Ihr Fokus zum Beispiel auf Geschwindigkeit, der Verarbeitung großer Datensätze oder ist Ihnen der Austausch mit einer Community besonders wichtig? Solche Kriterien spielen bei der Auswahl eines geeigneten Datenbanksystems eine zentrale Rolle. In der folgenden Tabelle sehen Sie beliebte Open-Source Datenbanksysteme im Vergleich. So können Sie am besten entscheiden, welche Option für Sie die passende ist.
| PostgreSQL | Apache Cassandra | MongoDB | MariaDB | MySQL | Redis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geeignet für große Datenmengen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ |
| Hohe Geschwindigkeit | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Relational/NoSQL | SQL | NoSQL | NoSQL | SQL | SQL | NoSQL |
| Einfache Administration | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Communitybasiert | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ |
| Kompatibel mit vielen Betriebssystemen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kostenpflichtige Features | ✗ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Nach Lizenzänderungen im Jahr 2024 war die Community-Nutzung von Redis vorübergehend eingeschränkt. Valkey gilt heute eher als Community-Alternative. MongoDB Community steht seit 2018 unter der SSPL (Server Side Public License), weshalb der Quellcode zwar öffentlich einsehbar ist, aber keine OSI-Konformität besteht.
Was spricht für eine Open-Source-Datenbank?
Das Hauptargument für den Wechsel zu einer quelloffenen Datenbank ist oft der Kostenfaktor. Je nach Unternehmen, Struktur und Anbieter kann ein klassisches Datenbanksystem relativ teuer sein, während die Open-Source-Optionen mit Einsparungen punkten. Dieser Vorteil ist jedoch nicht in jedem Szenario eindeutig, da moderne Cloud- und Managed-Database-Modelle die Gesamtkostenstruktur stark verändert haben und Open-Source-Systeme ebenfalls kostenintensiv werden können.
Die Unabhängigkeit kann auch ein entscheidender Faktor sein. Die meisten Open-Source-Datenbanken sind mit den gängigen Betriebssystemen kompatibel und außerdem offen für Weiterentwicklungen. Wächst also ein Unternehmen, kann häufig auch das Datenbanksystem mitwachsen.
Zusätzlich sind für viele der offene Quellcode und der Austausch mit der Community interessant. Fehler und Sicherheitslücken werden in der Regel schnell aufgedeckt und transparent behoben. Diese Argumente sind einzeln oder zusammen genommen für viele Unternehmen ausschlaggebend, um auf die offene Variante umzusteigen.
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Open-Source-Datenbanksysteme im Vergleich
Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Open-Source-Datenbanken im Vergleich zu den wenigen großen Anbietern, die den Markt lange unter sich aufgeteilt haben. Zum einen gibt es Zusammenschlüsse motivierter Entwicklerinnen und Entwickler, die innovative und zuverlässige Lösungen suchen und so neue Optionen für Unternehmen schaffen. Zum anderen gibt es aber auch jene Anbieter, die durchaus einen kommerziellen Ansatz verfolgen, dabei aber auf den Input einer interessierten Community zurückgreifen. Diese Datenbanken spalten sich häufig auf in kostenlose Basis-Modelle auf der einen und kostenpflichtige Deluxe-Versionen auf der anderen Seite. Wir stellen Ihnen im Folgenden fünf empfehlenswerte Open-Source-Databases vor.
PostgreSQL
PostgreSQL ist ein Oldie auf dem Feld der Open-Source-Datenbanken. Schließlich gehen die Ursprünge des objektrelationalen Datenbankmanagementsystems bis in die 1980er Jahre zurück. Altbacken ist sie dabei allerdings keineswegs. Vielmehr konnte die unter der PostgreSQL-Lizenz verfügbare Software über die Jahre stetig wachsen und verbessert werden. Die Open-Source-Datenbank ist größtenteils mit dem SQL-Standard kompatibel und plattformunabhängig nutzbar, wobei Client und Server auf verschiedenen Systemen laufen können. PostgreSQL kann einfach und unproblematisch erweitert und angepasst werden, weshalb auch zahlreiche große Unternehmen auf die Datenbank setzen.
PostgreSQL wird heute zunehmend für erweiterte Datenanwendungen eingesetzt. Dies umfasst unter anderem den Umgang mit JSON-Daten, Geodaten (z. B. über PostGIS) sowie zunehmend auch KI-nahe Anwendungen wie Vektorsuche, etwa durch Erweiterungen wie pgvector.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Hohe Kompatibilität mit SQL-Standards | ✗ Administration ist vergleichsweise fordernd (komplexe Konfiguration) |
| ✓ Plattformunabhängig nutzbar | ✗ Geringere Lesegeschwindigkeit im Vergleich zu anderen Open-Source-Datenbanken |
| ✓ Zahlreiche Features (Window Functions, Extensions) | |
| ✓ Viele Anpassungen und Erweiterungen möglich | |
| ✓ Unterstützt JSON und semistrukturierte Daten | |
| ✓ Kann komplexe Datentypen verarbeiten | |
| ✓ Große Community und daher gutes Monitoring |
Apache Cassandra
Gerade bei besonders großen Datenmengen können Open-Source-Datenbanken an ihre Grenzen stoßen. Eine ausdrückliche Ausnahme ist Apache Cassandra. Das Datenbankmanagementsystem basiert auf Java und überzeugt durch seine hohe Ausfallsicherheit. Entwickelt wurde es ursprünglich bei Facebook und 2008 als Open-Source-Projekt veröffentlicht. Heute wird es von der Apache Software Foundation weitergeführt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Cassandra verfügt über eine eigene Abfragesprache (CQL) und ist eine spaltenorientierte NoSQL-Datenbank (Wide-Column-Store), die für hohe Skalierbarkeit im verteilten Betrieb konzipiert ist. Dadurch eignet sich das System insbesondere für Anwendungen mit hoher Schreiblast und global verteilten Nutzenden. Während typische frühe große Tools Social-Media-Plattformen wie Twitter/X, Instagram und Facebook waren, hat es sich inzwischen auch in den Bereichen Echtzeitanalysen und IoT-Datenmanagement etabliert.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Ideal für große Datenmengen | ✗ Vorübergehend inkonsistente Lesungen je nach Consistency-Level möglich |
| ✓ Hohe Fehlertoleranz | ✗ Kein vollständiges ACID |
| ✓ Gute Ergebnisse bei Analyse und Protokollierung | ✗ eingeschränkte Query-Flexibilität |
| ✓ Starke Performance | |
| ✓ Hohe Skalierbarkeit |
MongoDB
Auch MongoDB ist eine NoSQL-Datenbank. Sie überzeugt unter anderem im Umgang mit mobilen Apps, Produktkatalogen und Content-Management-Systemen. Die dokumentbasierte Datenbank läuft auf verschiedenen Betriebssystemen, wobei die Daten bei MongoDB im BSON-Format in sogenannten Collections gespeichert werden. Weil diese auf verschiedene Server verteilt werden, erhöht sich die Verfügbarkeit und die Datenlast wird von mehreren Schultern getragen.
Seit der Erstveröffentlichung 2009 wurde MongoDB stetig weiterentwickelt und gehört heute zu den beliebtesten und meistgenutzten NoSQL-Datenbanksystemen weltweit. Neben der kostenlosen Open-Source-Variante gibt es auch eine kommerzielle Version mit zusätzlichen Features für Unternehmen.
Im Laufe der Jahre hat sich MongoDB auch stark in Richtung cloudbasierter Plattformen entwickelt und wird heute auch über vollständig verwaltete Dienste wie MongoDB Atlas betrieben. Dadurch hat sich das Geschäftsmodell zunehmend von einem klassischen Open-Source-Ansatz hin zu einem Open-Core- und Cloud-Service-Modell verschoben.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Einfache Änderung der Datenstruktur | ✗ Eingeschränkte Unterstützung für JOIN-Operationen |
| ✓ Hohe Skalierbarkeit | ✗ Höhere Speicheranforderungen |
| ✓ Hohe Flexibilität und einfache Verwaltung großer unstrukturierter Datenmengen | |
| ✓ Gut nutzbar im Umgang mit mobilen Apps |
MySQL und MariaDB
Soll es allerdings doch eine SQL-Datenbank werden, schwören viele Firmen auf MySQL. Das Datenbankmanagementsystem, das bereits seit 1995 erhältlich ist, überzeugt durch eine sehr einfache und intuitive Administration und eine schnelle Installation auf verschiedenen Betriebssystemen. Auch die Pflege des Systems ist leicht durchzuführen. Leider sind viele zusätzliche Features, die zum Teil für eine ideale Nutzung auf höchstem Niveau unabdingbar sind, nur in der kostenpflichtigen Version erhältlich. Gerade in den Bereichen Datensicherheit und Monitoring offenbart die kostenlose Datenbank Schwächen.
Der Datenbankserver MariaDB entstand als Fork von MySQL nach dessen Übernahme durch Oracle und wurde von einigen der ursprünglichen MySQL-Entwickler weiterentwickelt. MariaDB funktioniert ebenfalls in der Nutzung ähnlich und kann die Funktionen von MySQL auch anbieten. Die erwähnten kostenpflichtigen Features finden sich hier nach wie vor zur freien Verwendung. Durch die große Community im Hintergrund schreitet MariaDB stetig voran und wartet so mit neuen Funktionen auf. Eine Engine für verteilte Transaktionen, eine höhere Geschwindigkeit im Vergleich zu MySQL, dynamische Spalten und einiges mehr sorgen dafür, dass sich die Datenbank im Vergleich zu anderen Datenbanksystemen nicht verstecken muss.
Heute werden beide Systeme jedoch sehr häufig als Managed Services in Cloud-Umgebungen betrieben, wodurch klassische lokale Installationen im Unternehmensumfeld an Bedeutung verloren haben, aber weiterhin in bestimmten Szenarien eingesetzt werden.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Standard für viele Unternehmen | ✗ Viele Features kostenpflichtig (MySQL) |
| ✓ Intuitive Verwaltung | ✗ Rückmigration von MariaDB auf MySQL aufwendig und nicht offiziell unterstützt |
| ✓ Kompatibel mit vielen Betriebssystemen | |
| ✓ Hohes Speichervolumen | |
| ✓ Einfacher Wechsel von MySQL auf MariaDB |
Redis
Die In-Memory-Datenbank Redis arbeitet ebenfalls nicht relational und gehört somit zur NoSQL-Familie. Die Database überzeugt vor allem durch ihr Tempo (mit Reaktionszeiten unter einer Millisekunde) und die besonders einfache Nutzung. Gerade im Bereich des Cachings schwören viele Unternehmen auf Redis. Abzüge gibt es dagegen beim Umgang mit komplexeren Datenstrukturen. Da die Daten direkt im Arbeitsspeicher abgelegt werden, benötigt der Remote Dictionary Server deutlich mehr Arbeitsspeicher im Vergleich zu anderen Datenbanken.
2024 stellte Redis seine Lizenz auf ein „source-available“-Modell (SSPL/RSAL) um, wodurch es nicht mehr vollständig als klassische Open-Source-Software eingeordnet wurde. 2025 wurde zusätzlich eine AGPL-Option eingeführt, die wieder eine Open-Source-kompatible Nutzung ermöglicht. Die Lizenzänderung führte zu Diskussionen innerhalb der Community sowie zur Abspaltung des Forks Valkey als Open-Source-Alternative unter der Linux Foundation.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Extrem niedrige Reaktionszeiten | ✗ Hoher Speicherbedarf |
| ✓ Intuitive Nutzung | ✗ Ausbaufähig im Umgang mit komplexen Datenstrukturen |
| ✓ Gute horizontale Skalierung | ✗ Datenpersistenz nur optional |
| ✓ Clients für fast jede Programmiersprache | |
| ✓ Verteilung auf verschiedene Server |
Sind Open-Source-Datenbanken auch für die Cloud geeignet?
Open-Source-Datenbanken können in Cloud- oder Hybridumgebungen eingesetzt werden, entweder selbst auf Cloud-Infrastruktur betrieben oder als Managed Services genutzt. Wie gut sich eine Datenbank für den Cloud-Einsatz eignet, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Die Cloud-Eignung ergibt sich damit nicht allein aus der Open-Source-Eigenschaft, sondern aus dem Zusammenspiel von Architektur, Anwendungsfall und Betriebsform.
Apache Cassandra und MongoDB sind stark auf verteilte Systeme ausgelegt und eignen sich daher besonders für skalierende Cloud-Szenarien. Redis wird in Cloud-Architekturen häufig als In-Memory-Datenbank für latenzkritische Aufgaben wie Caching, Session-Management und Echtzeitverarbeitung eingesetzt. PostgreSQL, MySQL und MariaDB sind cloudfähig und werden sowohl in klassischen als auch in cloud-nativen Architekturen genutzt.


