Nicht immer läuft beim Surfen im Netz alles glatt. Hin und wieder möchten wir eine Website besuchen und werden statt­des­sen von einem HTTP-Sta­tus­code begrüßt. Dann ist ir­gend­et­was schief gelaufen! Wenn Sie als In­ter­net­nut­zer auf einen 500er-Code stoßen, liegt der Fehler in den meisten Fällen nicht bei Ihnen bzw. Ihrer In­ter­net­an­bin­dung, sondern am Server der Website.

Gerade bei einem 502-Error kann es in Ein­zel­fäl­len aber doch vorkommen, dass etwas an Ihren Ein­stel­lun­gen nicht stimmt – das ist ins­be­son­de­re dann zu vermuten, wenn Sie plötzlich nur noch den är­ger­li­chen Sta­tus­code erhalten, voll­kom­men un­ab­hän­gig davon, auf welche Seite Sie zugreifen wollen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie der Feh­ler­quel­le auf die Spur kommen und was Sie als Nutzer tun können, damit Sie die Inhalte der besuchten Website doch noch einsehen können. Sie selbst sind Betreiber einer be­trof­fe­nen Website? Auch für Sie haben wir Hinweise, wo Sie nach dem Fehler suchen sollten.

Was bedeutet Bad Gateway?

Das In­ter­net­pro­to­koll HTTP liefert bei Anfragen grund­sätz­lich Sta­tus­codes aus. Der häufigste wird wahr­schein­lich Nummer 200 sein: OK. Alles hat geklappt, wie es soll. Dieser Status wird Nutzern in der Regel aber nicht dar­ge­stellt. Statt­des­sen sehen Besucher der Website einfach die an­ge­for­der­ten Inhalte. Ganz anders ist das bei Feh­ler­mel­dun­gen: Während bei den 400er-Codes der Fehler auf Seiten des Clients liegt, hat bei 500 bis 511 der Server Schuld am negativen Ergebnis. Die Sta­tus­codes geben auch Hinweise, an welcher Stelle der Fehler auf­ge­tre­ten ist – zumindest jenen Nutzern, die wissen, was die einzelnen Codes bedeuten.

Der 502-Error wird meistens mit dem Zusatz Bad Gateway oder als „502 Bad Gateway Nginx“ be­zie­hungs­wei­se „502 Bad Gateway Apache“, sowie auch als „502 Bad Gateway re­gis­tered endpoint failed to handle the request” aus­ge­lie­fert. Neben dem bekannten 404-Error („Seite nicht gefunden“), gehören die Bad-Gateway-Errors zu den häu­figs­ten Feh­ler­mel­dun­gen beim Surfen im Internet. Sie werden dann aus­ge­lie­fert, wenn der Server, über den auf den Haupt­ser­ver zu­ge­grif­fen wird, die Anfrage nicht wei­ter­lei­ten konnte. Der erste Server fungiert in dem genannten Fall nur als Proxy be­zie­hungs­wei­se als Gateway. Prin­zi­pi­ell werden alle Anfragen im Internet über Gateways wei­ter­ge­lei­tet. Deshalb ist diese Feh­ler­mel­dung auch häufig so frus­trie­rend: Es ist nämlich nicht genau er­sicht­lich, an welcher Stelle der Kette von Anfragen der Fehler auf­ge­tre­ten ist.

Welche Ursachen hat der Fehler 502 Bad Gateway?

In den meisten Fällen entsteht ein Bad-Gateway-Error ser­ver­sei­tig und kann nicht vom In­ter­net­user behoben werden. Es ist aber auch möglich, dass der ver­wen­de­te Browser einen 502-Error meldet, obwohl dieser gar nicht vorliegt. Auch der Fall, dass bereits ab Ihrem Netzwerk keine Ver­bin­dung mehr auf­ge­nom­men wird, ist möglich. Dass der un­ge­lieb­te HTTP-Code angezeigt wird, kann folgende Gründe haben:

  • Ausfall des Web­ser­vers: Das Gateway erhält unter anderem dann ein negatives Ergebnis, wenn der Ziel­ser­ver komplett aus­ge­fal­len ist. Das kann durch einen Sys­tem­crash geschehen. In seltenen Fällen werden Server aber auch spontan vom Netz genommen – zum Beispiel wenn die Inhalte gegen Gesetze verstoßen.
  • Über­las­tung des Web­ser­vers: Wenn ein Webserver an seine Grenzen kommt, werden Anfragen nicht mehr be­ant­wor­tet – das Gateway liefert dann den Sta­tus­code 502 Bad Gateway. Gründe dafür können sowohl ein un­er­war­tet hohes Interesse am Angebot sein als auch eine DDoS-Attacke. Dabei versuchen Angreifer mithilfe eines Bot-Netzes, die Ka­pa­zi­tä­ten des Servers zu über­las­ten und so seinen Ausfall zu pro­vo­zie­ren.
  • PHP-Pro­gram­mie­rung ist feh­ler­haft: Manchmal befindet sich ein Fehler im Code der Website. Bestimmte Anfragen werden dann nicht mehr richtig be­ant­wor­tet und liefern ein negatives Ergebnis.
  • Fehler in der Kom­mu­ni­ka­ti­on: Durch Firewalls können auf beiden Seiten (Server und Client) Fehler bei dem Wei­ter­lei­ten von Anfragen entstehen.
  • Browser-Fehler: Auch Browser-Er­wei­te­run­gen sorgen ge­le­gent­lich für Fehler bei der Dar­stel­lung von Websites und können deshalb einen 502-Error erzeugen.

Error 502 beheben

Sowohl In­ter­net­nut­zer als auch Webmaster haben bei einem Bad Gateway mitunter die Mög­lich­keit, zu reagieren. In vielen Fällen reicht es aber schon, einfach etwas ab­zu­war­ten. Oft liegt der Fehler außerhalb des eigenen Ein­fluss­be­rei­ches und wird ohne eigenes Zutun vom In­ter­net­an­bie­ter (ISP) oder dem Hosting-Anbieter des Web­ser­vers gelöst. Falls der Fehler jedoch auf Ihrer Seite liegt, sollten Sie wissen, wo Sie nach den Ursachen suchen können.

Als In­ter­net­user: 502 beheben oder umgehen

Wenn Sie eine Seite aufrufen möchten und statt­des­sen den Sta­tus­code 502 erhalten, liegt der Fehler höchst­wahr­schein­lich nicht bei Ihnen. In den meisten Fällen hilft es bereits, die Seite nochmal zu laden. Ist das Problem dadurch gelöst, war der Server lediglich temporär über­las­tet. Da solche Ausfälle auch längere Zeit andauern können, lohnt sich ein erneuter Sei­ten­auf­ruf mitunter erst nach 15 Minuten. Sie bekommen dann immer noch die gleiche Feh­ler­mel­dung? Dann löschen Sie Ihren Cache und die Cookies, denn es kann sein, dass Ihr Browser die Seite nicht wirklich neu lädt, sondern lediglich Daten aus seinem internen Speicher aufruft (Sie müssen nicht zwangs­läu­fig alle Cookies löschen. Innerhalb Ihres Browsers können Sie sich alle Cookies anzeigen lassen und dann nur die entfernen, die mit der ent­spre­chen­den Website zu tun haben).

Sollte der Fehler tat­säch­lich auf Seiten des Servers liegen und Sie dennoch sofort auf den Inhalt zugreifen wollen, dann können Sie die Feh­ler­mel­dung auch auf anderem Wege umgehen. Dafür greifen Sie auf den Cache von Google zu. Google speichert Websites für einige Zeit auf den eigenen Servern und kann daher eine frühere Version der be­tref­fen­den Webpage aus­spie­len. Um die Seite aus dem Cache der Such­ma­schi­ne zu laden, geben Sie in das Suchfeld cache: ein und dann die URL, die Sie besuchen möchten (zum Beispiel: cache:https://facebook.com). Sie sollten sich al­ler­dings bewusst sein, dass Sie dabei eine veraltete Version der Seite sehen. Wenn Sie noch weiter zurück in die Historie der Website gehen müssen, um eine funk­tio­nie­ren­de Version zu finden, kann ein Besuch bei der Wayback Machine – des ge­mein­nüt­zi­gen Internet Archives – helfen. Hier sind mitunter ver­schie­de­ne Varianten der ver­gan­ge­nen Jahre ge­spei­chert.

Der Fehler kann aber auch bei Ihnen bzw. bei Ihrem System liegen – auch wenn der Sta­tus­code etwas anderes andeutet. Um zu über­prü­fen, ob der Fehler auch bei anderen Nutzern oder nur bei Ihnen auftritt, können Sie zum Beispiel den Webdienst Down for everyone or just me? nutzen (Wenn Sie gar keine Website ohne die Meldung „Bad Gateway“ aufrufen können, ist selbst­ver­ständ­lich klar, dass der Fehler eher mit Ihrem Computer, Browser oder Ihrer Firewall zu tun hat). Sind tat­säch­lich nur Sie betroffen, empfiehlt es sich, die Funktion des Browsers zu über­prü­fen. Der erste Schritt sollte daher sein, dass Sie den Web­brow­ser neu­star­ten. Sollte dies keine Wirkung erzielen, starten Sie Ihren Browser im ab­ge­si­cher­ten Modus. Im Safety-Mode de­ak­ti­vie­ren Browser die in­stal­lier­ten Plugins. So über­prü­fen Sie, ob eine Browser-Er­wei­te­rung die Feh­ler­mel­dung ver­ur­sacht. Hierfür müssen Sie die Kom­man­do­zei­le Ihres Be­triebs­sys­tems öffnen (Bei Windows ist das die Ein­ga­be­auf­for­de­rung, bei Mac das Terminal). Lo­ka­li­sie­ren Sie zuvor die Datei zum Ausführen des Browsers und geben Sie dann den kom­plet­ten Pfad in An­füh­rungs­zei­chen in die Kom­man­do­zei­le ein. Jeder Browser-Her­stel­ler hat ein anderes Kommando, um den ab­ge­si­cher­ten Modus zu starten:

  • Firefox: „C:\Program Files\Mozilla Firefox\firefox.exe” -safe-mode
  • Internet Explorer: „C:\Program Files\Internet Explorer\iexplore.exe“ –extoff
  • Chrome: Der Browser von Google bietet keinen ab­ge­si­cher­ten Modus. Wenn Sie auf Inkognito wechseln, werden aber auch dort alle Er­wei­te­run­gen de­ak­ti­viert.

Al­ter­na­tiv können Sie auch einen anderen als Ihren Stan­dard­brow­ser nutzen. Wenn dies er­folg­reich ist, empfiehlt es sich, Ihren Stan­dard­brow­ser neu zu in­stal­lie­ren. Sollte auch der Brow­ser­wech­sel Ihr Problem mit dem Bad-Gateway-Error nicht lösen, ist es an der Zeit, die Ein­stel­lun­gen Ihres Netz­wer­kes zu über­prü­fen. Die ein­fachs­te Mög­lich­keit dafür ist, Modem und Router neu zu starten. Führt dies nicht zum ge­wünsch­ten Erfolg, dann probieren Sie, von WLAN auf LAN zu wechseln und eine Ka­bel­ver­bin­dung zu nutzen.

Manchmal liegt der Fehler aber weder bei Ihnen noch beim Web­sei­ten­trei­ber, sondern der In­ter­net­pro­vi­der hat Schuld am „502 Bad Gateway“-Desaster. Ursache ist dann ein falscher Eintrag auf dessen DNS-Server. Um die Feh­ler­mel­dung zu umgehen, stellen Sie einen anderen DNS-Server in Ihren Ein­stel­lun­gen ein. Unter Windows lässt sich dies in den Ein­stel­lun­gen Ihrer TCP/IP-Ver­bin­dung ändern. Zu Pro­be­zwe­cken können Sie zum Beispiel auf den freien DNS-Server von Google zugreifen, den Sie unter 8.8.8.8 und 8.8.4.4 erreichen.

Sollte der Fehler aber durch den Webmaster ver­schul­det sein, bleibt Ihnen (abgesehen von der Nutzung der Cache-Version) nicht viel mehr übrig, als zu warten. In den meisten Fällen ist der Fehler temporär und wird bereits vom Webmaster be­ar­bei­tet. Gerade bei kleineren Seiten kann es aber auch sinnvoll sein, die In­itia­ti­ve zu ergreifen und den Betreiber der Website zu kon­tak­tie­ren. Viel­leicht weiß er noch gar nichts von der Störung und freut sich über den Hinweis.

Als Webmaster: Website kon­trol­lie­ren

Ein Besucher Ihrer Website teilt Ihnen mit, dass er nur noch die Feh­ler­mel­dung 502 sieht, wenn er auf Ihre Website zu­zu­grei­fen möchte. Was bedeutet das für Sie? Genau wie für den Surfenden ist auch für Sie als Webmaster nicht auf den ersten Blick klar, wo der Fehler liegt. Als erstes müssen Sie über­prü­fen, ob Ihre Website generell noch zu erreichen ist. Ist Ihr Server tat­säch­lich aus­ge­fal­len, sollten Sie Kontakt zu Ihrem Hosting-Anbieter aufnehmen. Viel­leicht ist der Fehler bereits bekannt und das ent­spre­chen­de IT-Team arbeitet an einer Lösung. Des Weiteren sollten Sie die Log-Files Ihres Servers nach Feh­ler­mel­dun­gen un­ter­su­chen. Besonders Ihre PHP-Pro­gram­mie­rung kann eine Feh­ler­quel­le sein. Über­prü­fen Sie also, ob dort oder in Ihrer Datenbank Feh­ler­quel­len vorliegen. Zur Not sollten Sie ein älteres Back-up auf­spie­len, um den Ausfall schnell zu beheben. Oftmals ersteht der Fehler auch nur, weil der Server temporär über­for­dert war oder zu lange gebraucht hat, um eine Antwort an den vor­ge­schal­te­ten Server zu liefern. Treten solche Über­las­tun­gen häufiger auf, sollten Sie sich mit Ihrem Hosting-Anbieter in Ver­bin­dung setzen. Gemeinsam können Sie eine bessere Kon­fi­gu­ra­ti­on Ihres Web­ser­vers erreichen, die auch zu Spit­zen­zei­ten nicht in die Knie geht. In manchen Fällen läuft aber auch bei der Kom­mu­ni­ka­ti­on der un­ter­schied­li­chen Webserver nicht alles glatt. Über­prü­fen Sie daher, ob Ihre Firewall richtig ein­ge­stellt ist und keine legitimen Anfragen abblockt. Eine weitere Feh­ler­quel­le kann sein, dass die Na­mens­auf­lö­sung nicht richtig funk­tio­niert. Un­ter­su­chen Sie daher die Name­ser­ver-Ein­stel­lun­gen bei Ihrem Hosting-Anbieter (Bei IONOS geht dies über den Kun­den­lo­gin. Dort wählen Sie die ent­spre­chen­de Domain aus und wechseln auf DNS-Ein­stel­lun­gen).

Tipp

Sollte es zu einem Server-Ausfall gekommen sein, den Sie nicht binnen weniger Minuten beheben können, dann nutzen Sie unbedingt Ihre Social-Media-Kanäle, um die Besucher Ihrer Website darüber zu in­for­mie­ren.

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